Die „Sozial“demokratie und der Krieg

Noch haben wir – neben dem „Luther-Jahr“ – das „Kapital-Jahr“; d.h. vor 150 Jahren wurde der 1. Band des „KAPITAL“ publiziert, in dem Karl Marx die Ergebnisse seiner Forschung zur „politischen Ökonomie“ darstellte und damit eine neue Wissenschaft schuf: die „Kritik der politischen Ökonomie“. Karl Marx fiel in seiner Jugendzeit auf, wie entfremdet die Menschen lebten und dass die Grundbedürfnisse des Menschen nicht geachtet werden. Die philosophisch-ökonomischen Manuskripte (auch „Pariser Manuskripte“ genannt) legen Zeugnis darüber ab, wie sehr ihn diese Entfremdung berührte. Ich bin mir auch sicher, dass er darüber viel mit Jenny Marx, seiner Ehefrau sprach und die das Bewusstsein von Karl Marx auch bezüglich der Entfremdung zwischen den Geschlechtern und des Verlustes der Gattungsidentität schärfte.

Am heutigen Tag von hundertunddrei Jahren stimmt die Sozialdemokratie den Kriegskrediten zu und ist seitdem keine humanistisch gesinnte Arbeiterpartei mehr. Dies, weil sie damit völlig auf die Seite des Kapitals wechselte, das durch die Notwendigkeit der erweiterten Reproduktion des Kapitals (auf Basis von Akkumulation und Verwertungszwängen) imperialistisch wurde, d.h. neue Absatzmärkte benötigte und auf einen unter Engländern und Franzosen beherrschten Weltmarkt prallte. Da die Sozialdemokratie sich zuvor auf die französische Revolution sowie humanistische Grundwerte berief, verriet sie mit ihrer zunehmenden Ablehnung einer proletarisch-kommunistischen Revolution selbst die bürgerlichen Freiheitsrechte, die durch die Französische Revolution erkämpft wurden sowie die humanistischen Ideale und zeigte 1914 auf, dass all diese idealistischen Werte nicht mehr zählten.  Der SPIEGEL ONLINE nannte es: „Der Sündenfall der SPD“. Darin steht:

(…) Die Taktik, das Deutsche Reich als argloses Opfer einer russischen Aggression darzustellen, ging perfekt auf. Am Abend des 31. Juli 1914 teilte das Kriegsministerium den militärischen Kommandos mit, „nach sicherer Mitteilung“ habe die SPD „die feste Absicht, sich so zu verhalten, wie es sich für jeden Deutschen unter den gegenwärtigen Verhältnissen geziemt“. Buchstäblich über Nacht schlug die Stimmung auch bei den Arbeitern um.

Dazu trug die sozialdemokratische Presse bei, die nun insgesamt auf die offizielle Propaganda hereinfiel, die Armee werde nur zur Verteidigung mobilisiert – russische Barbarenhorden seien schon im Anmarsch. Instinktiv entschied sich die Arbeiterschaft für ihre vermeintlich bedrohte Heimat.

Die deutschen Gewerkschaftsvorstände riefen bereits am 2. August zur Einstellung aller Lohnkämpfe auf, zur patriotischen Zusammenarbeit mit dem alten Klassenfeind. Mit dieser Haltung, die als „Burgfrieden“ in die Geschichte des Ersten Weltkriegs einging, nahmen sie in vorauseilendem Gehorsam den berühmten Appell Wilhelms II. vorweg, der erst zwei Tage später kam: „Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur Deutsche!“ An diesem 4. August 1914 geschah dann auch im Reichstag, was bis Ende Juli unvorstellbar gewesen war: Die SPD-Fraktion erklärte ihre Zustimmung zu den Kriegskrediten. (…)

Die „Sozial„demokratie hat dadurch auch den Begriff des Sozialen und der Solidarität zerstört, denn das Kapital ruiniert Gesellschaft(en) samt Familienverbänden und setzt auf aggressive Konkurrenz. Konkurrenten werden zu Feinden, die einander „bis auf’s Messer“ (d.h. gewalttätig und militärisch) bekämpfen.

Eben deshalb schrieb die Kriegsgegener*in und Kommunistin in der SPD, Rosa Luxemburg ihr Buch: „Die Krise der Sozialdemokratie„.

Sie äußerte darin:

(…) Mitten in diesem Hexensabbat vollzog sich eine weltgeschichtliche Katastrophe: die Kapitulation der internationalen Sozialdemokratie. Sich darüber zu täuschen, sie zu verschleiern, wäre das Törichtste, das Verhängnisvollste, was dem Proletariat passieren könnte. »…der Demokrat« (das heißt der revolutionäre Kleinbürger), sagt Marx, »geht ebenso makellos aus der schmählichsten Niederlage heraus, wie er unschuldig in sie hineingegangen ist, mit der neugewonnenen Überzeugung, daß er siegen muß, nicht daß er selbst und seine Partei den alten Standpunkt aufzugeben, sondern umgekehrt, daß die Verhältnisse ihm entgegen zureifen haben.« (…)

Die „S„PD hat diese Kritik von Luxemburg nicht nur nicht beherzigt, sondern diese kluge Frau wurde von der Noske-Soldateska vier Jahre später heimtückisch ermordet. Das „Hamburger Programm“ der „S„PD spricht Bände über die Resistenz von Selbstkritik seitens dieser Partei. Eine Partei, die über Leichenberge marschiert und deshalb – inklusive aller anderen (klein-)bürgerglichen Parteien (wozu auch „die Linke“ zählt) ist für mich nicht wählbar.

Der Krieg, der – im Grunde schon vor – 1914 begann (beim Kolonialismus und Sklavenhandel in Latein-&Mittelamerika sowie Afrika waren auch  alle führenden europäischen Großmächte beteiligt) dauert immer noch an.  Er hat verschiedene Phasen durchlaufen. Ich weigere mich, die Ideologie bürgerlicher Historiker zu goutieren, die eurozentristisch agieren und argumentieren. Dies, weil ich „Welt“ als ideologischen Begriff ansehe und weil es – auch der anderen Seite bzw. dialektisch reflektiert – noch nie „Weltfrieden“ gab. Dieser  ist jedoch erst dann möglich, wenn die Menschen sozial gleich sind und das konkrete Individuum als menschliches Gattungswesen zufrieden ist, d.h. seine natürlichen Bedürfnisse auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnis (Ernährungswissenschaft, Agrikultur (heute sehr wichtig: die Permakultur), Medizin sowie alle anderen Naturwissenschaften). Erst wenn die Zwänge der Kapitalverwertung abgestreift sind, kann die Wissenschaft dem  Menschen dienen.

 

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Islamismus made in Germany

Wie und wozu der Islamismus als globaler Djihad bzw. islamistischer Terrorismus in Deutschland erfunden wurde (historischer Abriss)

Ohne Zweifel sind Religionen durch Instrumentalisierung seit der Konstantinischen Wende Transmissionsriemen für Massenmorde.  Bereits in den Buchreligionen finden sich viele Aufrufe zu Gewalt, wie ein TAZ-Artikel des letzten Jahres beschreibt.

„So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben“ könnte aus dem „Steinzeitislam“ von ISIS/ISIL stammen, steht aber in der Bibel…

Der Geisteswissenschaftler Léon Poliakov wies in seinem Werk „Geschichte des Antisemitismus – III. Religiöse und soziale Toleranz unter dem Islam“ in Bezug auf den islamischen Jihad und christlichen „Heiligen Krieg“ auf folgendes hin:

„‚Diese Religion ist eine bequeme Sache‘ sagt die muslimische Tradition . ‚Allah will für uns Freude und nicht Qual‘ sagt auch der Koran. Es handelt sich beim Islam um eine Religion, die weniger das Erhabene, noch das Unmögliche verlangt; sie ist weniger eifrig als das Christentum darauf bedacht, die Menschheit auf unzulängliche Höhen zu führen und darum auch weniger geneigt, dieselbe im Blut zu baden.“ (S. 26)

(…)

„Es gilt hier aber auch noch einem anderen Thema nachzusinnen. Ungefähr bis zum Ende des ersten Jahrtausends war das Christentum eine Religion, die sich ständig ausbreitete. In einigen Jahrhunderten hatte sich das Licht des Christentums auf friedliche Weise über die ganze antike Welt hin verbreitet; nach dem Untergang des römischen Reiches und sogar nach dem Einbruch des Islam brannte die Flamme dieses Lichts in ihrem alten Glanz zunächst weiter, während friedliche Missionare dieses Licht bis zum Nordkap und bis an die Grenzen des Pazifik trugen.
Jedoch hatte schon Karl der Große, der sich in Rom zum Kaiser hatte krönen lassen, die Sachsen nicht durch das Wort, sondern durch Feuer und Schwert unter die Herrschaft des Evangeliums gezwungen. Als sich jedoch das Zurückgreifen auf den ‚weltlichen Arm‘ in der Handlungsweise der Kirche endgültig einbürgerte und als das Papsttum, vor allem nach dem Triumph von Canossa, den Kreuzzug predigte und christliche Truppen zum Sturm auf das Heilige Land einsetzten, hörten die Fortschritte der Evangelisierung mit einmal auf. Waren die Kreuzzüge der Hochverrat von seiten der Geistlichkeit? Tatsächlich wurden dadurch nicht nur die Herzen der Juden, die zu tausenden von den Kreuzfahrerbanden ermordet wurden, sondern auch die der Muslime verstockt. Diese waren fromme Verehrer Jesu gewesen, wurden aber jetzt von erbitterten Verächtern Mohammeds angegriffen. Die Rückwirkung der Kreuzzüge führte zu einer fast vollständigen Ausrottung des Christentums in den Ländern des Islam (…). Von jetzt ab muß das Vordringen des Christentums einer Gegenbewegung weichen.“ (S. 56)

Nun ja, die heutige „Gegenbewegung“ zur „Evangelisierung des Irak“ während und nach dem „Heiligen Bush-Krieg“ 2003 wurde Da’esh und brachte die Ermordung zahlreicher Christen im Irak mit sich. Mitbedingt durch „The Clash of Civilizations“ von Samuel Huntington, der nach dem Kollaps der SU nur eine Fortsetzung des kalten Krieges mit anderen strategischen Zielen antizipierte, befinden sich die sogenannten „westlichen Werte“ und ihre Politik mittlerweile in einem Endzeitschlamassel.

Doch zweifellos haben deutsche Außenpolitiker und Imperialisten ab dem 1. Weltkrieg an der Jihadisierung des Islam einen bedeutenden Anteil. Wolfgang G. Schwanitz schreibt dazu:

„Das 20. Jahrhundert begann mit einer konzertierten deutsch-osmanischen Aktion für eine islamistische »Revolutionierung ›Made in Germany‹«, die zweieinhalb Jahrzehnte später ihre deutsch-arabische Neuauflage erfuhr. Die Idee wurde lokal aufgegriffen und nationalisiert, zum Beispiel durch die ägyptische Muslim-Bruderschaft ab 1928 als eine Hauptorganisation des modernen Islamismus. Auch im Zweiten Weltkrieg erwies sich die Idee der Revolutionierung nach deutscher Machart als wichtige Kraft, zumindest für die Nationalisten Nordafrikas, West- und Mittelasiens.“

Dementsprechend schlussfolgerten  richtig, dass in Deutschland der globale Djihad erfunden wurde.

Und so rezipiert Matthias Küntzel den Beginn dieses Jihad in seinem Buch die „Die Deutschen und der Iran“ auf S. 28:

„Am 30. Juli 1914, wenige Tage vor dem deutschen Kriegseintritt, kündigte Kaiser Wilhelm II an, ‚die ganze mohammedanische Welt‘ gegen die Briten, ‚dieses verhasste, verlogene, gewissenlose Krämervolk zum wilden Aufstande entflammen‘ zu wollen. Es sei an der Zeit, sekundierte Generalfeldmarschall von Moltke, ‚den Fanatismus des Islam zu erregen.‘ Am 15. August 1914 forderte schließlich Wilhelm II. in einer Mitteilung an Enver Pascha: ‚Seine Majestät, der Sultan, muss die Muselmanen in Asien, Indien Egypten, Afrika zum heiligen Krieg fürs Kalifat aufrufen.“

Es wurde bekanntlich in der deutschen Öffentlichkeit viel darum gestritten, ob der Islam zu Deutschland gehöre oder nicht. Richtig wäre es, davon zu sprechen, dass der Djihad und islamistische Terrorismus zu Deutschland gehört. Denn immerhin erließ der deutsche Außenpolitiker Oppenheim folgende Anweisungen: „Möglichst viele kleine Putsche und Attentate sind zu veranlassen.“ Da wir uns im Wahlkampf befinden, sollte die Mitverantwortung der Sozialdemokratie darin nicht unerwähnt bleiben, die sie stimmten für die Bewilligung der Kriegskredite.

Wolfgang G. Schwanitz schrieb bezüglich der Auswirkungen der Strategie des deutschen Imperialismus noch folgendes:

„Damit erhielten die Islamisten nicht nur eine zweischneidige Waffe gegen die jüdisch-christlichen und die anderen Traditionen, sondern die Deutschen legitimierten noch die Berechtigung der rückwärtigen Revolutionierung in den beiden großen Koalitionskriegen gegen den Westen; und, noch zwei Schritte weiter, gegen sich selbst.“

Den „gegen sich selbst gerichteten“ Jihad vollziehen heute nicht nur die aus Deutschland stammenden Da’esh-Anhänger, von denen viele in der Schlacht um Mossul starben bzw. nun festgenommen wurden, sondern auch die hiesigen Rechtspopulisten inkl. AfD. Sie terrorisieren die deutschsprachige Öffentlichkeit in den sozialen Netzwerken mit einer Angst- und Panikpropaganda, wie ihn Da’esh gerade dringend braucht. Nicht nur das: Ein AfD-Politiker wünscht sich islamistische Anschläge, um den Umfrage-Absturz zu stoppen. Nun, diese sollte bekanntlich der Kamerad Franco A. durchführen, der jedoch geschnappt wurde, was Arvid Immo Samtleben samt vielen weiteren AfDlern und Co.KG (KG=KriegsGemeinschaft) sicherlich nicht erfreute.

Warum wurden die Anschläge vom 11. September 2001 von vielen Rechten/Nazis – insbesondere Horst Mahler – bejubelt?

Dieser BND-Agent hätte auch gejubelt.

Tradition?

Doch noch kurz zum „wozu“: Ich denke: Insbesondere den Chefstrategen geht es um profane – politökonomische – Macht und ihre „Posten“ darin. Und dabei marschieren sie über Leichenberge. BTW: Manche fliegen jedoch zumeist

 

 

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Die Linke nun wieder Feindbild Nr. 1 ?

Ich stehe heute früh, den 12.07.2017 auf und schalte ab 8:00 Uhr das Radio ein. Ich höre im DLF die Nachrichten sowie die Presseschau… und immer noch tobt die Gewaltdebatte über den G20-Gipfel in Hamburg. Es überwiegt ein beträchtlich niedriges Niveau der Hetze und Schuldzuschreibungen. Mir wird schlecht. Doch ich raffe mich auf und schreibe diesen Blogartikel als Therapeutikum gegen Verblödung und mentale Körperverletzung durch die Mainstream-Medien:

So, wie für zahlreiche Journalisten und damit für die Journalistik in Deutschland generell die Pressefreiheit in Hamburg ausgehebelt (siehe dazu auch die Anfragen der Journalist*innen der der BPK auf „Jung & Naiv„) wurde und das Demonstrationsrecht bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, so scheint nun das Prinzip „im Zweifel für den Angeklagten“ bzw. die gesamte Rechtsprechung und die Judikative nicht mehr zu gelten. Aus allen Rohren feuern bürgerliche Medien auf angeblich „gewaltbereite Linke“ und es sprudeln Hetztiraden aus den Mündern deutscher Politiker gegen „Globalisierungsgegner“. 1

Der Tagesspiegel hat heute eine Karikatur von Klaus Stuttmann dazu veröffentlicht, die meine Kritik auf den Federstrich bringt und via Twitter verbreitet wurde:

 

Noch ermittelt die Polizei und hat zum Zweck der Aufklärung sogar eine Sonderermittlungsgruppe zusammen gestellt, um die Akteure der Hamburger Straßen- und „Schanzenschlachten“ zu ermitteln, doch „die Linke“ ist bereits im Fadenkreuz der Anschuldigungen. Damit haben wir es mit einer klassischen Vorverurteilung zu tun. Dies, obwohl auch Rechte/Nazis nach Hamburg mobilisiert hatten und randalierten, wie „Telepolis“ berichtete.

Vielleicht wurde gar „hinter den Kulissen“ gezündelt, um genau diese Bilder bzw. diese Exzesse in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu hieven, um anschließend „der Linken“ wieder mal eine Gewaltdebatte aufzubürden sowie sie ins Fadenkreuz der Kritik bzw. Hetze zu stellen? Dies auch mit dem Ziel, die Gewalt der herrschenden Verhältnisse zu beschönigen und zu relativieren?

Vergleichen wir die Debatten mit dem Kreuzberger 1. Mai 1987: Es gab fast jeden 1. Mai vor 1987 kleinere Scharmützel mit der Polizei, bevor sich im Mai 1987 die Wut der Kreuzberger Bevölkerung über die Unzumutbarkeiten des Kapitalismus durch Randale Bahn brach. Plünderungen von Geschäften, die alkoholische Getränke verkauften und die anno 1987 noch nicht „Späties“ hießen und an Feiertagen schließen mussten, fanden bereits vor der Demonstration statt. Urheber war tatsächlich die angestammte Kreuzberger Bevölkerung, Erwerbslose, Arbeiter, Eierdiebe, darunter Raufbolde, die gern mal „einen über den Durst“ tranken und die sich in der „Weißen Taube“ hin und wieder auch mal eine ausgemachte Wirtshausschlägerei leisteten. An der Straßenschlacht später beteiligten sich viele Jugendliche, die auch in der Rütli-Schule gern Lehrer attackierten und für die sowohl Lehrer wie Bullen verhasste Schinder einer verhassten Staatsmacht waren. Somit war der 1. Mai in Berlin-Kreuzberg der Tag und Ort, an dem mit dem System Unzufriedene „die Sau rauslassen“ konnten und dies auch taten.

Es ist anzunehmen, dass es während des G20-Gipfels im Hamburger Schanzenviertel ähnlich war und dass natürlich die herrschenden Politiker und Medien sich davor fürchten, dies als Randale der „ganz normalen Bevölkerung“ anzusehen. (update-Einschub, nachdem ich die Twitter-Meldungen las: Die „STELLUNGNAHME ZU DEN EREIGNISSEN VOM WOCHENENDE“ von Geschäftsleuten in HH scheint meine Vermutung zu bestätigen.) Dies, weil „so etwas“ nichts mit „Volk“ zu tun hat, das ja dazu verdonnert wird, die Schikanen und Unzumutbarkeiten widerspruchslos hinzunehmen. Und mit der Geißelung der Linken wird versucht, diesen Widerspruch „auszumerzen“, obwohl er sich ja auch in AfD 2 und „Pegida“ – jedoch zweilfellos rechtsgerichtet – organisiert. Ebenso zweifellos werden damit die Rechtspopulisten gestärkt.

Um aber noch auf meine am Anfang diese Blogartikels geäußerte „Verschwörungsthese“ kurz einzugehen: Der Verfassungsschutz hatte seit dem „Reichstagsbrand“ und auch im Nachkriegsdeutschland ein starkes Interesse an einer Militantisierung und damit Kriminalisierung der Linken. Dies belegen u.a. Aussagen von Bommi Baumann, der behauptete, dass die ersten Waffen- und Bombenlager allesamt vom VS angelegt wurden. Desweiteren wurden in der Geschichte der Linken immer wieder Spitzel aufgedeckt, die innerhalb der „Autonomen“ agierten, wie zuletzt auch im „Sozialforums“ um den Berliner Professor Peter Grottian, das von mehreren Spitzeln ausgeschnüffelt und infiltriert worden war. Außerdem ist davon auszugehen, dass der Sicherheitsapparat durchaus in der Lage ist, „Planspiele“ zu antizipieren, die dann auch in die Tat umgesetzt werden. Jeder Polizeipsychologe3 weiß, dass die Unzufriedenheit in der Bevölkerung anwächst und dass „Dampf ablassen“ auf friedlichen Latschdemos sowie Fussball allein nicht ausreicht, um die die Wut der Unzufriedenen zu kanalisieren. Fragen wir uns nun einmal auf der Ebene“ qui bono“ – und auch dies ist eine Hypothese -: Es dürfte im Interesse des herrschenden Rechtsstaates gewesen sein, die durch die herrschende Sicherheitspsychologie4 und deren Medien im Vorfeld angeheizten und prognostizierten Randale – um damit u.a. das Camp in Hamburg verbieten zu lassen – in der Hochburg der Hamburger Szene, dem Schanzenviertel, zu konzentrieren.

Zum unteren Tweet passt das, was die TAZ am 18. 10. 2010 bezügl. verbeamteter Provokateure schrieb. Leider existiert der „Stuttgart21“-Blog nicht mehr, sondern nur noch Spurenelemente davon in einem Forum, das noch weitere solcher Fälle und Gipfeldemonstrationen (wie u.a. den G8-Gipfel in Genua 2001) reflektiert. Ferner wurden 1981 dem Berliner Ermittlungsausschuss Fotos mit Gedächtnisprotokoll zugespielt, die einen „Schwarzblockaktivisten“ aus einer Wanne aussteigend zeigten. Dieser Provokateur mischte sich unter die Demonstrant*innen einer Hausbesetzer*innen-Demo, warf Steine und kehrte nach dieser Aktion wieder zu seiner Einheit zurück. Ein ähnliches Vorgehen ist aus den Demonstrationen gegen den G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm bekannt. Mit einem Unterschied: Der Provokateur wurde der Polizei von den Blockierern übergeben. Das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL berichtete vor etlichen Jahren von einer Demonstration in Berlin, in der ein verbeamteter, gewalttätiger und in zivil gekleideter Provokateur von uniformierten Beamten verprügelt wurde. Er rief ihnen zu: „Hört auf, mich zu verprügeln! Ich bin ein Kollege!“ Doch einer der prügelnden Uniformierten entgegnete ihm sarkastisch „Und ich bin der Kaiser von China“ und prügelte weiter… Leider gibt es viel zu wenige solch lustiger Geschichten über die Agents Provocateurs, die zum Zweck geplanter Eskalation eingesetzt werden…

Und zu guter Letzt noch ein Blogbeitrag unter „Hamburg und der tiefe Staat“ von Andreas Hauß auf „Rubikon“, der das Thema ebenfalls untersucht. Ich gebe zu, dass mir die Naivität fehlt, an „besinnliche“ und „sich vertragende Staatsmänner“ sowie einen harmlosen Kapitalismus zu glauben, aber nichts desto trotz war ich hocherfreut, diese Blogbeitrag gefunden zu haben. Denn er veranschaulicht das Problem der Aus- und Einsortierung als gute Staatsbürger und andere als schlechte (=“Gefährder“), das manch einer als „Verschwörungsidiotie“ verspottet und verharmlosen möchte, noch eindringlicher als ich es tat.

Wenn man sich vergegenwärtigt, was passiert ist, kann man nur zu dem Schluss kommen, dass es nur an der Besonnenheit der G20-Gegner*innen lag, dass keine Todesopfer zu beklagen sind!


1 Der Begriff „Globalisierung“ löste ab Mitte der 1980er Jahre den Begriff „Imperialismus“ zunehmend ab. In Deutschland wurde diese Transformation des Begriffes durch das Buch „Die Globalisierungsfalle“ ausgelöst.C

2 AfD / Pegida könnte man auch als „Systemkritik der dummen Kerle“ bezeichnen.

3 Bereits 1994 arbeiteten „etwa 140 Sozialwissenschaftler in den
verschiedensten Funktionen für die Polizei (Buchmann in DP 5/1995: 140). Weit verbreitet
sind mittlerweile die Sozialwissenschaften in der Aus- und Fortbildung der Polizei.“ Winter, Martin, POLITIKUM POLIZEI, Münster 1998, S. 121, online abrufbar unter: http://www.hof.uni-halle.de/mar-win/Winter_Martin_Politikum_Polizei_1998.pdf

4 Im Grunde ist es eine permanente Verunsicherungspsychologie, da der Neoliberalismus seit dem 11. September 2001 in seine terroristische Phase eingetreten ist.

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Zur Aktualität kapitalistischer Gesetze

Vorbemerkung:

Anlässlich des aktuellen G20-Treffens in Hamburg wurde mir ein (fast) dreißig Jahre altes Flugblatt zugespielt. Laut Vorspann diente es damals der Vorbereitung geplanter Aktionen zur Herbsttagung von IWF und Weltbank 1988 in Westberlin. Angesichts der grundsätzlichen Bedeutung der Analyse halte ich eine breitere Veröffentlichung zum Zweck theoretischer Reflexion auch heute noch für angebracht:

Entwicklung unter dem Gesetz des KAPITALs

von Rosalinde Gölitzer

Im Kreis der Aktivisten für eine Kampagne gegen die Politik vom Internationalen Währungsfond und Weltband besteht weitgehende Einigkeit darüber, dass beide Institutionen wesentlich die Ausweitung des weltweiten Elends fördern.

Merkwürdig erscheint mir, dass in unseren Diskussionen Verantwortliche und Beweggründe für deren politisches Handeln noch ziemlich abstrakt bleiben. Die „Schuldenkrise“ sei verantwortlich für das Elend der lateinamerikanischen Völker, dahinter stünden „der US-Imperialismus“ und „die Banken“…

Über die konkreten Mechanismen „imperialistischer Ausbeutung“ und Austauschmodalitäten zwischen Zentrum und Peripherie macht sich kaum mehr jemand Gedanken. Ich will versuchen, originär Marxsche Argumente wieder (?) in die Diskussion einzubringen.

Erzhausen im Oktober 1987

Der Imperialismus in der Sicht Rosa Luxemburgs

Laut Aussage heutiger Apologenten des Marxismus-Leninismus haben Lenin und Luxemburg „den Imperialismus“ verschieden analysiert, bzw. verschiedene Konsequenzen gezogen. Dennoch glaube ich, Rosa hat dessen materielles Sein besser verstanden.

Ich zitiere aus ihrer Schrift „Die Krise der Sozialdemokratie“ von 1915:

Das wichtigste Operationsfeld des deutschen Imperialismus wurde die Türkei, sein Schrittmacher hier die Deutsche Bank und ihre Riesengeschäfte in Asien, die im Mittelpunkt der deutschen Orientpolitik stehen. (…) 1901 übergab die türkische Regierung der Deutschen Bank die Konzession für die große Bagdadbahn zum Persischen Golf, 1907 für die Trockenlegung des Sees von Karaviran und die Bewässerung der Konai-Ebene.

Die Kehrseite dieser großartigen, friedlichen Kulturwerke‘ ist der ‚friedliche‘ und ‚großartige‘ Ruin des kleinasiatischen Bauerntums. Die Kosten der gewaltigen Unternehmungen werden natürlich durch ein weitverzweigtes System der öffentlichen Schuld von der Deutschen Bank vorgestreckt, der türkische Staat wurde in aller Ewigkeit zum Schuldner der Herren Siemens, Gwinner, Helfferich, usw. (…) Dieser Schuldner musste nunmehr nicht bloss enorme Summen aus dem Staate herauspumpen, um die Anleihen zu verzinsen, sondern musste für die Bruttogewinne der auf diese Weise errichteten Eisenbahnen Garantie leisten. Die modernsten Verkehrsmittel und Anlagen werden hier auf ganz rückständige, und zum großen Teil naturalwirtschaftliche Zustände, auf primitive Bauernwirtschaft aufgepropft. Aus dem dürren Boden dieser Wirtschaft, die, von der orientalischen Despotie seit Jahrhunderten skrupellos ausgesogen, kaum einige Halme zur eigenen Ernährung über die Staatsabgaben hinaus produziert, können der notwenige Verkehr und die Profite für die Eisenbahn natürlich nicht herauskommen.“ Der Staat treibe nun Abgaben („Zehnten“) über ein verzweigtes Netz von Abgabeeintreibern ein. Diesen falle die Aufgabe zu, Naturalabgaben (Getreide etc.) in Geld zu verwandeln – dabei werde „natürlich“ versucht, sich auf Kosten der Bauern zu bereichern.Kann kein Steuerpächter gefunden werden, so werden die Zehnten von der Regierung in natura eingetrieben, in Magazine gebracht und als der schuldige ‚Zuschuß‘ an die Kapitalisten überwiesen. Dies ist der innere Mechanismus der ‚wirtschaftlichen Regeneration der Türkei‘ durch Kulturwerke des europäischen Kapitals.“1

Um diese Aussage zu aktualisieren, müssen wir lediglich Namen und Jahreszahlen etwas verändern: Statt „Türkei“ Brasilien, statt „Gwinner“ und „Helfferich“ Daimler und IG-Farben-Nachfolger, statt „Eisenbahnen“ Atomkraftwerke, statt „Konai-Ebene“ die Paraná-Niederung. Die stoffliche Qualität der „Naturalabgaben“ hat sich ebenso verschoben: Statt Getreide werden heute Kaffee, Zucker und Kokain produziert und auf metropolitanen Märkten in Geld verwandelt – unabhängig davon, ob Regierungen an dem Deal beteiligt sind oder nicht.

Die gesellschaftliche Einheit von Produktion und Konsumtion

Betrachtung über „Produktion“ und Produkte

Zweifellos sind Eisenbahnen und ausgebaute Fernstraßen, Elektrizitäts- und Telekommunikationsnetze Symbole einer fortgeschrittenen Entwickung – einem hohen Stand der „Entwickung der gesellschaftlichen Produktivkräfte“.

Ob solche Errungenschaften allerdings „an sich“ geeignt sind, elementare Bedürfnisse – nach Nahrung, Kleidung, Wohnraum etc. – „für die Menschen“ zu befriedigen, bleibt höchst zweifelhaft.

Gesellschaftliche Produktion“ meint immer, v.a. bei Marx, „sich“ in irgendeiner Form „vergegenständlichende menschliche Arbeit“. „Vorgefundene Naturstoffe“ werden durch menschliche Arbeit umgeformt zwecks weiterer Verwendung als „Produktionsmittel“ oder für den direkten Konsum.

In der bürgerlichen Gesellschaft werden die Subsistenzmittel in „Warenform“ für den Verkauf auf den Markt hergestellt: „Die Ware selbst erscheint als Einheit zweier Bestimmungen. Sie ist Gebrauchswert, d.h. Gegenstand der Befriedigung irgendeines Systems menschlicher Bedürfnisse. Es ist dies ihre stoffliche Seite, die den disparatesten Produktionsepochen gemeinsam sein kann und deren Betrachtung daher jenseits der politischen Ökonomie liegt. Der Gebrauchswert fällt in ihren Bereich, sobald er durch die modernen Produktionsverhältnisse modifiziert wird oder seinerseits modifizierend in sie eingreift.2In der Tat aber ist der Gebrauchswert der Ware gegebne Voraussetzung — die stoffliche Basis, worin sich ein bestimmtes ökonomisches Verhältnis darstellt. Es ist erst dies bestimmte Verhältnis, das den Gebrauchswert zur Ware stempelt.“3

Das stoffliche Angebot auf dem Konsumgütermarkt verkörpert – in mehrjährigem Schnitt – die gesamte gesellschaftlich aufgewendete Arbeit.

Sie hat sich unmittelbar in Konsumtionsmitteln vergegenständlicht – oder aber schon früher in „Produktionsmitteln“. Diese „produzierten Produktionsmittel“ werden im weiteren Produktionsprozess sowohl in natura (Verschleiß), als auch in monetärer Form (Abschreibung) „vernutzt“. Der „Wert“ der Anlagen wird auf die Summe der während deren Lebensdauer damit hergestellten Produkte übertragen (Amortisation). Wurden „Produktionsmittel“ – z.B. Werkzeugmaschinen oder „elektrotechnische Erzeugnisse“ – exportiert, müssen die Produkte selbst oder ein äquivalentes Warenprodukt auf dem Markt „wiedererscheinen“.

Die Vermehrung des gesellschaftlichen Reichtums ist nur möglich durch sinnvolles Zusammenwirkung von lebendiger Arbeitskraft und stofflichen Produktionsmitteln im (industriellen) Produktionsprozess: Für Geld werden auf dem Markt die „Elemente des produktiven Kapitals“ gekauft, im Produktionsprozess „vernutzt“ und in (Waren-)Produkt verwandelt. Der Verkauf der Ware bringt (normalerweise) mehr Geld ein, als ursprünglich vorgestreckt wurde.

Um jedoch am Markt dauerhaft ein solches„Mehr“ erzielen zu können, muss ein entsprechender „zusätzlicher“ Geldbetrag „in Zirkulation geworfen“ werden, der „später“ als Verkaufserlös des unentgeltlich produzierten „Mehrwerts“ zurückströmt.4

Ob nun mit diesem Geld jemand für irgendwelche Dienste („Dienstleistungen“) bezahlt wird, oder zusätzliche Produktionsmittel gekauft werden, ist für das gesellschaftliche Leben unerheblich: Im ersteren Fall wird das Geld in „Naturalform von Konsumtionsmitteln“ umgesetzt, d.h. als „Kapital vernichtet“ (H.-J. Krahl). Im anderen Fall vergegenständlichen sich Arbeitskraft und Produktionsmittel in neuen, zusätzlichen Produkten – egal wie schwachsinnig und überflüssig sie sind.

Dies charakterisiert aber zweifellos die Entwicklung der bürgerlichen Industriegesellschaft!

Technischer Fortschritt – historisch betrachtet

Die sich seit Mitte des 18. Jahrhundert entfaltende Erste „Industrielle Revolution“ eröffnete dem aufstrebenden Bürgertum bislang ungeahnte Perspektiven zur Ausweitung der materiellen Produktion – und den Demokraten innerhalb der aufstrebenden Klasse Perspektiven von allgemeinem Wohlstand und Befreiung der „unmittelbaren Produzenten“ von der alltäglichen Schinderei auf Acker und Hof oder in Minen und Manufakturen.

Georg Wilhelm Friedrich Hegel, ein glühender Anhänger des bürgerlichen Fortschritts – sowohl des sozialen als auch des technischen – sieht bereits Schwierigkeiten:

Aber das Werkzeug hat die Tätigkeit noch nicht selbst an ihm, es ist träges Ding, kehrt nicht in sich selbst (zurück). Ich muss noch damit arbeiten. Ich habe die List zwischen mich und die äußere Dinglichkeit hineingestellt, mich zu schonen und … es (das Werkzeug -R.G.) sich abnutzen zu lassen. Ich bleibt die Seele dieses Schlusses, in Beziehung auf es, die Tätigkeit. Ich erspare dabei aber nur der Quantität nach, bekomme aber doch Schwielen. … Es ist in das Werkzeug auch eigne Tätigkeit zu legen, es zu einem selbsttätigen zu machen. Dies geschieht so, … dass wir die eigene Tätigkeit der Natur, Elastizität der Uhrfeder, Wasser, Wind angewendet wird, um in ihrem sinnlichen Dasein etwas ganz anderes zu tun, … (daß) ihr blindes Tun zu einem zweckmäßigen gemacht wird, zum Gegenteile ihrer selbst: vernünftiges Verhalten der Natur … Der Natur selbst geschieht nichts. Einzelne Zwecke des natürlichen Seins (werden) zu einem Allgemeinen. Hier tritt der (menschl. – R.G.) Trieb ganz aus der Arbeit zurück. Er lässt die Natur sich abreiben, sieht ruhig zu und regiert nur mit leichter Mühe das Ganze: List. (…Es ist die) Ehre der List gegen die Macht (i.e. Naturgewalt – R.G.), die blinde Macht an einer Seite an(zu)fassen, dass sie sich gegen sich selbst richtet, … sie als Bewegung in sich selbst zurückgehen (zu) machen, sich auf(zu)heben. (Der) Mensch ist so das Schicksal des Einzelnen.“5

Diese, noch sehr abstrakten Vorstellungen tauchen später bei Marx unter den Begriffen „Entwicklung der Produktivkräfte“ und „Verwissenschaftlichung der Produktion“ wieder auf. Beides diene dazu, die „gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit“ zur Produktion der „gesellschaftlichen Lebensmittel“ zu verkürzen.

Wenn schließlich die (lebendigen – R.G.) „Produktivkräfte“ entsprechend entwickelt seien, dass sie in unauflösbare Konflikte mit den kapitalistischen „Produktions-“ und Austausch- “verhältnissen“ geraten, werde die „proletarische Revolution“ die „bürgerliche Gesellschaft“ beseitigen und eine „höhere Form von sozialer Produktion“ herbeiführen.

Diese „höhere Form sozialer Produktion“ wird aber keineswegs die vollautomatische Produktion von Müll und Abwärme beinhalten. Zwar soll sich „der Mensch“ Naturkräfte zunutze machen, aber zwischenzeitlich hat die Naturwissenschaft erkannt, dass jene sich nicht „vernünftig verhalten“ können. Gemäß dem Ersten und Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik (Energieerhaltungs- und Entropiesatz, dass sich „Unordnung von selbst“ einstellt) bedürfen „Naturkräfte“ der steten Zufuhr technischer Energie einerseits sowie intelligenter menschlicher Arbeit andererseits. Eine sozialistische Produktionsweise wird zärtlich und verantwortungsbewusst mit der Natur umgehen; „die Erde unseren Kindern in besserem Zustand hinterlassen“, als wir sie vorgefunden haben.

Produktive“ Investitionen

Dem Zweck – der „Verkürzung der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit“ – sind solche Werkzeuge und Maschinen dienlich, die dem unmittelbaren Produzenten ermöglichen, ein gesellschaftlich benötigtes Produkt in kürzerer Zeit, oder überhaupt erst zu erzeugen:

Ein Hufschmied beispielsweise benötigt Esse, Blasebalg, Hammer und Amboss als „fixes konstantes Kapital, … das in seiner ursprünglichen Naturalform fortfährt im Produktionsprozess zu fungieren.“ Eisen, Kohle und Nägel sind „zirkulierend konstantes Kapital, das im Produktionsprozess vernutzt wird und daher stets zur Gänze erneuert werden muss.“ (Kapital Bd. 2)

In weiten Teilen der „Dritten Welt“ kann der Schmied all dies selbst herstellen oder im Austausch gegen seine Produkte erhalten. Wenn er allerdings einen Bohrer braucht, um die Hufeisen ihrem Zweck zuführen zu können, muss er ihn auf dem Weltmarkt kaufen – „die Produktion von Maschinenwerkzeugen konzentriert sich zu 95% in den Industriestaaten“, die restlichen 5% werden in Argentinien, Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südkorea hergestellt (UNIDO 1984). Entsprechend den auf dem Weltmarkt üblichen Handelsspannen (i.e. „gesellschaftlich durchschnittliche Rate des Mehrwerts“ muss der Schmied einen (wesentlichen) Teil seiner Produkte gegen den Bohrer „tauschen“.

Um in diesem Spiel mithalten zu können, muss der Schmied seine Produktion ausweiten: Die Anschaffung eines mechanischen Hammers erhöht seine Arbeitsproduktivität. Antriebsenergie für den Hammer – fortschittlich: Pressluft ersetzt gleich den Blasebalg mit! – liefert ein elektrischer Kompressor. Der größere Materialdurchfluss der Schmiede erfordert dann bessere Verkehrswege: Straße, LKW, Eisenbahn. Werden diese infrastrukturellen Einrichtungen gekauft, ist eine Finanzierung nur möglich via Verkauf weiterer Produkte auf dem Weltmarkt…

Selbst wenn es innerhalb der Gesellschaft eines „Entwicklungslandes“ möglich erscheint, (z.B. China) all diese Maßnahmen (Elektrizität, Telekommunikation, Fernstraßen etc.) in eigener Regie zu verwirklichen, so kommt deren Gebrauchswert vornehmlich dem „industriellen Kapital“ zugute – in der gesellschaftlichen Bilanz erscheint diese Arbeit als „un(ter)bezahlte Mehrarbeit“.

SOZIALISTISCHE REVOLUTION oder technologische BARBAREI

Marx selbst sah aufgrund seiner ökonomischen Studien und politischen Beobachtungen den historischen Zeitpunkt einer sozialen Revolution seit Anfang der 1860er Jahre bevorstehen. Er beurteilte die Errichtung der Pariser Commune als Beginn der „proletarischen Weltrevolution“. Zwar konnte der revolutionäre Anlauf der Pariser Arbeiter militärisch zerschlagen werden, aber dennoch musste eine andere „Form sozialer Produktion“ eingeführt werden.

Marx nimmt diese Veränderung wahr als „Wertrevolution“ vermittels neuer Technologie. Der „Wert“ der neuen Anlagen geht zwar in „die Produktion aller anderen Waren“ ein, „verwohlfeilert“ aber die Produktion insgesamt.

Die wichtigsten neuen Technologien der 1870er Jahre wurde die Elektrizität für das verarbeitende Gewerbe sowie der Kunstdünger für die Landwirtschaft. Die Verbilligung von Nahrungsmitteln ermögliche massive Lohnkürzungen in der Industrie.

Tayloristische Revolution (Alain Lipietz) und die daraus hervorgehende „fordistische“ Produktionsweise (Fließband) bedeuteten zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine gewaltige Steigerung der Arbeitsproduktivität und damit der „gesellschaftlich durchschnittlichen Rate des Mehrwerts“); zuerst natürlich im Bereich der mechanischen Montage.

Die chemische Industrie war von Anbeginn weitgehend mechanisiert. Schöpferische Labortätigkeit und eigentliche Fertigung (Überwachung der Anlagen) wurden personell und räumlich getrennt.

Diese „modernen Produktionsverhältnisse“, sowie fehlende natürliche Beschränkungen gegenüber bislang verarbeiteten Rohstoffen, (z.B. Chile-Salpeter als Dünger) ermöglichten der neuen Branche ein mörderisches Dumping auf den Märkten und die Errichtung von Monopolen.

Ausschluss des menschl. Subjekts aus der Produktion

Wie Hegel schrieb, bleibt „ich die Seele“ des Produktionsprozesses. Sogar am Fließband mit dessen menschenverachtender Eintönigkeit bleiben die unter dem Kommando des Kapitals zwangskollektivierten Arbeiter Subjekte der „industriellen Wertschöpfung“. Kein noch so ausgeklügeltes System technischer Kontrolle oder personeller Überwachung kann den „industriellen Gesamtarbeiter“ zur erwünschten Qualitätsarbeit zwingen.

Die Modernisierungsstrategien des industriellen Kapitals seit den Arbeiterkämpfen der späten 1960er und frühen 70er Jahre zielen darauf ab, den von Marx als „revolutionäres Subjekt“ ausgemachten „industriellen Massenarbeiter“ „an sich“ zu vernichten – die eigentliche Wertschöpfung sozial aus der Arbeiterklasse auszulagern und zusätzliche lebendige Arbeitskraft an der Peripherie der kapitalistischen Welt zu mobilisieren.

Im heutigen Zeitalter der Automation werden die für den Produktionsprozess notwendigen Teilfunktionen – die noch im Zeitalter des „Fordismus“ in die Kompetenz des produktiven Arbeiters fielen – bereits im vorhinein in die automatischen Anlagen hineinprogrammiert.

Die Programme selbst werden zwar von lebendigen Menschen erstellt, dann aber industriell vervielfältigt und erscheinen schließlich als „stoffliche Ware“ auf dem Kapitalgütermarkt.

Somit fungiert – stofflich! – nur noch „fixes konstantes Kapital“. Es überträgt seinen „Wert“ auf das zu erstellende „Warenprodukt“ – und kein Quäntchen mehr!

Mit automatischen Produktionsanlagen ist also keine „industrielle Wertschöpfung“ möglich! Um aber überhaupt „fungieren“ zu können, brauchen die modernen „Produktionsmittel“ eine Vielzahl von lebendigen Handlangern und einen gewissen Stamm von hochqualifiziertem Wartungspersonal. Diese Leute werden – relativ zum allgemeinen Lebensstandard – gut bezahlt, so dass der permanente Konkurrenzkampf um die wenigen Industriejobs eine breitere Massensolidarisierung möglichst verhindert.

Nachtrag 2006 – exakt 200 Jahre nach Hegels „Jenenser Vorlesungen“:

Offensichtlich „ist (es) die Ehre der List …“, sich selbst zu überlisten und jegliches politische Bewusstsein darüber gründlich auszumerzen.

Luxemburg, Rosa Werke Bd. 4 S. 83 ff.

2  z.B. als Steuerchip für Werkzeugmaschinen – R.G.

3  Marx „Grundrisse…“, MEW 42, S. 767

4 Marx „Das Kapital“, 2. Bd., MEW 24, S. 398 ff.

5  F.G.W. Hegel, „Frühe politische Systeme“, hrsg. von G. Göhler, Frankfurt/M./Berlin/Wien 1974, S. 219 f

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„Democratic“ ? Policy Without Awareness

Many serious politicians and publishers say, that „terrorism“ (1) can’t being defended by military interventions. And a former US general in The Telegraph too:

„My systemic worry is that we’re repeating the mistakes that we made in Afghanistan and Iraq: putting the military far too up front and centre in our response to the threat without addressing the fundamental political question and the causes. The danger is that yet again we’re taking a symptomatic treatment not a causal one.“

He reported, that Qatar and Saudi-Arabia are financing the Wahhabi Salafism, which is the ideological reason for ISIS.

Therefore it’s not tolerable, that the US president, Donald Trump, and the German government are supporting the Saudi-Arabian Kingdom diplomatical and with arms. (2)

Fareed Zakaria in The Washington Post criticized and mentioned it too:

“ The facts are well-known. For five decades, Saudi Arabia has spread its narrow, puritanical and intolerant version of Islam — originally practiced almost nowhere else — across the Muslim world. Osama bin Laden was Saudi, as were 15 of the 19 9/11 terrorists.

And we know, via a leaked email from former secretary of state Hillary Clinton, in recent years the Saudi government, along with Qatar, has been “providing clandestine financial and logistic support to [the Islamic State] and other radical Sunni groups in the region.” Saudi nationals make up the second-largest group of foreign fighters in the Islamic State and, by some accounts, the largest in the terrorist group’s Iraqi operations. The kingdom is in a tacit alliance with al-Qaeda in Yemen.

(…)

According to an analysis of the Global Terrorism Database by Leif Wenar of King’s College London, more than 94 percent of deaths caused by Islamic terrorism since 2001 were perpetrated by the Islamic State, al-Qaeda and other Sunni jihadists. Iran is fighting those groups, not fueling them. Almost every terrorist attack in the West has had some connection to Saudi Arabia. Virtually none has been linked to Iran.“

But the new US administration fullfilled the goals of the Saudi kingdom and its imperialistic goals (to establish itself as the hegemonial and leading power of all Gulf States) and marked Iran as the most evil state for supporting terrorism. Therefore Donald Trump is responsible for the Saudi offensive against Qatar, how the New York Times reported:

„Some analysts saw the sudden escalation as a sign that Saudi Arabia and its allies had been emboldened by the recent visit from President Trump, in which he publicly embraced the Saudis as a leading partner in fighting terrorism and countering Iran’s influence.“

The New York Times reflected, that it can „weaken an ally that has provided a vital base for the American military in its campaign against the Islamic State„. Qatar is hosting a US military base and therefore this conflict between the Gulf States isn’t welcome. But in this case we can see, that the US administration is making a foreign policy without awareness.

The same on base of rejecting the climate agreements of Paris: Now Old Europe is establishing an alliance with China and other Asean countries, who are economical rivals of USA… and as longtime result it will bring the Europeans more at the side of Russia…

On the other hand: If it’s true that  the Kremlin – intervened „smartly“ ??? // by hacking // in the US elections against Clinton and for Trump (3), they can’t be amused: US forces bombed Syrian government forces yet again!

(1) How Loretta Napoleoni mentioned in her book „The New Economy of Terror„, terrorism mostly is’nt defined scientifically: „Academics agree that any definition of terrorism must include its three main characteristics: its political nature, the targeting of civilians and the creation of a climate of extreme fear. Yet libraries are bursting with books that focus exclusively on one or other of these elements. Members of armed organisations and politicians freely use the propagandistic definition of terrorism – what Chomsky summarised as ‘violent acts committed by enemies against ‚us‘ or ‚our allies‘.“ Therefore I suggest, using the term „terror“ or „terrorism“ critically. This specially, because the capitalist patriarchy, this system, is yet in its epoch of general terrorism, which is part of „Pure War„, what had been anticipated in „Pure War“ by   Sylvère Lotringer and Paul Virilio. Here you can read an interview with Paul Virilio and here a report of his researches.

(2) And the ruling family in Qatar is’nt only a business partner of Deutsche Bank and VW but a shareholder. In this way German based companies are financing the war of ISIS and other cruel murderers in Middle East too.

(3) Please read and reflect: „The Index Of Russiagate Debunkery“ by Caitlin Johnstone

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Tittytainment Governance

When I analized the uprise of right-wing populism in Germany (and it started with Thilo Sarrazin book: „Deutschland schafft sich ab“; in English: „Germany Is Doing Away With Itself„), Europe, Turkey, Russia and at least in the United States of America we have to reflect the term „tittytainment“. I found it 30 years ago in the book „Global Trap: Civilization and the Assault on Democracy and Prosperit“, written by Hans-Peter Martin and Harald Schumann. Both were serious journalists and worked for the German news magazin „Der Spiegel“. In particular, the book is known for defining a possible „20/80 society„. In this possible society of the 21st century, 20 percent of the working age population will be enough to keep the world economy going. The other 80 percent live on some form of alimentation, financed by the state (for expample: HartzIV, European Social Fondsand and os on) or NGO‘s or religios communities. They are entertained with a concept called by Zbigniew Brzezinski „tittytainment“, which is a mixture of „intoxicating entertainment and sufficient nourishment“ that can „tranquilize the frustrated minds of the globe’s population“. It’s nothing else, than „Bread and Circuses“ in Roman Empire.

More about it, you can find in wikipedia.

Today all politicians of this patriarchal and capitalistic system are character masks of „Tittytainment“ and are working in the interests of the corporations, the Global Player (for example Monsanto, which is now overtaken from BASF) and it‘s banks and unfortunately for the industrial military complex. This complex is needing tensions and wars for its profit and the bourgeois governments and states, leaded by its secret services are feeding the war.

Donald Trump is a Tittytainment“-president in personification. He was making for years TV shows and is very popular in the USA. Thilo Sarrazin was unknown in Germany until he published his book: „Deutschland schafft sich ab“. Donald Trump is narcisst and Thilo Sarrazin is occupied by the stupid vision of „Germany’s destiny: lead Europe to lead the world“ which is basing on the ideology of „German Tüchtigkeit‘“. Therefore non-Germans say: „The ‚krauts'(in German now is in use: „Kartoffeldeutsche“) want to rule the world again and to creat a 4. Reich, but they can‘t build an airport (BER).“

Thilo Sarrazin is the idological founder of the right-wing Afd (Alternative for Germany) and the Pegida movement. The German dominated Europe now – after the Brexit – is nothing else than a pile of shards. National chauvinism is growing in Europe and tendencies towards a war. Please reflect the cruel war in Yugoslavia, which started 1991.

We’ve to reflect too the situation in Turkey and the politics of Erdogan, who is very dangerous too, specially for the Kurds and the democratic opposition in Turkey and Europe. The same with Mr. Putin in Russia.

In European Union the first right-wing government was established in Hungary 2010 under the rule of Fidesz with its leader Viktor Orbán. Fidesz members are sympathizing with the far right-wing party „Jobbik“ and its para militaristic organisation „Magyar Guarda“. They organized pogroms against the Roma population. Many of them have been killed, evicted and they are very oppressed. If you want to make researches on it, you can read the articles on European Roma Rights Center.

In the declaration of human rights these social and humanistic ethics, basing on universalism, are implemented. But no nation, no government, no state is acting on the base of human rights. Capitalism is ruling the world and the economy with its stockmarkets, rating agencies, banks are oppressing us and brought dictators to power. This on global level and first inside the European colonies. For example Partrice Lumumba was killed and Joseph Mobutu was brought to rule in Congo.

We have to consider and to be aware, that the neoliberal capitalism is collapsing and its policy failing.

We‘ve to stop the war machine – because it is destroying culture – and coming together as new global opposition for a social and human society.

We shall act in our daily life, in our neighborhood and organizing meetings.

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Helft mit, die afrikanische Bar „Maluma Dreams“ zu erhalten!

Mehrere afrikanische Restaurants (Mano-River-House, Mandé) sowie das Afrika-Medien-Zentrum mit Bibliothek wurden schon aus dem „Sprengel-Kiez „entfernt“. Nun soll auch noch die alteingesessene Bar „Maluma Dreams“ in der Torfstr. (u-Bhf. Amrumer Str.) dicht gemacht werden. Dies zumindest, wenn es nach dem Willen der Hausbesitzer ginge, die den Betreiber der Bar, Emmanuel, nun mit rassistischem Vokabular und erhöhten Betriebskosten etc. schikanieren und ihn in Existenzunsicherheit bringen. Dabei weiss ich, dass die Bar vor allem bei Deutschen im Wedding und darüber hinaus sehr beliebt ist.

Vielen Dank an „New Generation“ für die Unterstützung und das Video!

Bitte unterschreibt die Petition auf change.org !

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Literarische und zivilisatorische Regression oder Revolution

Zur Zeit findet eine neue Bücherschwemme statt, die schon vor Weihnachten zu konstatieren war: Die Luther-Bibel wurde in großer Auflage neu herausgegeben und kündigte das diesjährige „Luther-Jahr“ an. Dem schließt sich ein Luther-Kult an.

Völlig vergessen wird dabei, dass es in dieser Zivilisation die Aufklärung gab und dass auch Karl Marx zu den Aufklärern über das Wesen der politischen Ökonomie gehört. Immerhin hat sein Werk „Das Kapital“ ebenfalls in diesem Jahr 150jährigen Geburtstag, wird jedoch – verglichen mit Martin Luther – mehr in Randnotizen und durch den Film „Der junge Karl Marx“ – gewürdigt.

„Ist das Kapital noch aktuell“? wurde kürzlich in einer Sendung des Deutschlandfunks gefragt. Solch eine Frage würde ich gern mal in Bezug auf die Bibel und Martin Luther hören. Denn immerhin ist das Werk von Marx und Engels viel jüngeren Datums, d.h. wesentlich aktueller als das von Martin Luther.

Und so google ich also nach Spurenelementen im www, die das Werk von Karl Marx würdigen und stoße auf einen Beitrag von Mathias Greffrath. Zunächst stimme ich ihm überwiegend zu, stoße dann allerdings auf folgenden Absatz:

Und vulgärökonomisch in diesem Sinne wäre nicht nur die Theorie der drei Produktionsfaktoren Kapital, Grundeigentum und Arbeit mit ihren Einkommensquellen Profit, Pacht und Lohn, sondern auch die neueste Theorie über einen vierten Faktor: das Wissen.

Es geht um die Produktion von materiellem Reichtum. Dies bedeutet 1. Produktion von Produktionsmittel und 2. Produktion von Konsumtionsmitteln. Das Kapital beschreibt auch, aber erst am ende des MEW 23, sozusagen als Rückschau mit empirischen Belegen – ausgehend von der „ursprünglichen Akkumulation“ – wie sich die Agrarindustrie entwickelte, d.h. der Boden ein Produktionsmittel für den entstehenden Kapitalismus wurde. Alles – auch der Grund und Boden – wird im Grund zu Kapital. Kapital ist eine Totalität, die auch die menschlichen Beziehungen zueinander bestimmt. Die menschliche Arbeitskraft, egal, ob sie in der Agrarindustrie oder den Manufakturen/Fabriken ausgebeutet wird, ist der Faktor v im Produktionsprozess, dem das konstante/fixe Kapital in Form des Fabrikgebäudes und der Maschinerie gegenüberstehen.

Die Bodenrente (Pacht), die ein Fabrikant dem Grundbesitzer zahlen muss, sind Unkosten für das fungierende Kapital. Zu den Unkosten zählen ebenfalls die Zinsen auf Kredite, die der Fabrikant dem Finanzkapital zu zahlen hat. Dies bedeutet: Die Arbeiter*innen ernähren nicht nur die Fabrikanten, sondern auch die Grundrentner und die Bankiers, da der Mehrwert zur Springquelle des gesellschaftlichen Reichtums wird, aus dem sich dann auch der Zins speist. Die Quelle des Reichtums liegt also in der lebendigen Arbeitskraft. Dies betrifft auch Grund und Boden, in dem Bodenschätze lagern. Denn ohne die lebendige Arbeitskraft könnten die Bodenschätze nicht in Waren umgewandelt werden und schon zur Gewinnung und zum Abbau von Mineralien oder Energiequellen muss lebendige Arbeitskraft eingesetzt werden. Ohne Zweifel liegt die Ursache des Elends der Menschheit im Privateigentum und Marx beschreibt in seinem Werk auch immer wieder den „Expropriationsprozess“ kleiner und schwächerer Eigentümer, der dem Kapital immanent ist und in noch überwiegend agrarischen produzierenden Ländern dieses Planeten als „Landgrabbing“ bezeichnet wird.

Leider wird Mathias Greffrath ab seiner Abhandlung zur Vulgär- bzw. „Wissensökonomie“ selbst immer mehr zum Vulgärökonomen und setzt Wissen innerhalb der permanenten technologischen Revolution als neuen Produktionsfaktor. Da war jedoch Hans-Jürgen Krahl um einiges weiter. Er schrieb:

Der Übergang vom Konkurrenz- zum Monopolkapitalismus führt, wie in der Kritik der politischen Ökonomie von Marx und Engels selbst angedeutet, zu einer Vergesellschaftung des kapitalistischen Privateigentums auf dem Boden der kapitalistischen Produktionsweise selber und zu einer Vergesellschaftung der produktiven Arbeit auf dem Boden der Lohnarbeit. Die von Marx und Engels angedeuteten möglichen geschichtlichen Endpunkte des Kapitalverhältnisses sind die aktiengesellschaftlichen Unternehmungsformen – gleichsam als gesellschaftlicher Urtypus des monopolen Privateigentums – und die technologische Umsetzung der Wissenschaften ins kapitalfixierte Maschinensystem (Hervorhebung von mir) (vgl. Kapital 3, Kap. 27, Rohentwurf S. 584 ff.).

Das Klassenbewußtsein der Kapitalisten politisiert die instrumentelle Vernunft im Hinblick auf ihre autoritär technokratischen Konsequenzen. Herrschaft wird legitimationsunfähig.

Eine der hervorstechendsten Eigenschaften der reellen Subsumtion der Arbeit unter das Kapital ist die bewußte „Anwendung der Wissenschaft, dieses allgemeinen Produkts der gesellschaflichen Entwicklung auf den unmittelbaren Produktionprozeß.“ (Marx, Resultate, 50, Frankfurt 1969)

III. Die objektive Integration relevanter Teile wissenschaftlicher Intelligenz in den produktiven Gesamtarbeiter macht diese noch nicht zu bewußten Proletariern.


weiter auf: „wissenschaftliche Intelligenz“ von K.-H. Krahl

Es wäre gut, an die Analyse von K.-H. Krahl anzuknüpfen und die Wechselwirkung zwischen Software- und Hardwareproduktion zu erforschen, da eben in der Hardwareproduktion der Mehrwert geschaffen wird. Und in Bezug auf die „instrumentelle Vernunft“, die die Produktivkräfte kommandiert und hemmt, muss konstatiert werden, dass die Vernunft seit dem letzten Jahrhundert in den Sog der Irrationalität geraten ist, zu der auch die institutionalisierten und instrumentalisierten Religionen gehören. Das führte mit dazu, dass Produktivkräfte sich in Destruktionskapazitäten transformierten bzw. erste in den Sog des letzteren gerieten. Dies ist auch ein Grund mehr, sich Karl Marx und seiner Methode („Kritik der politischen Ökonomie“) zuzuwenden statt das Luther-Jahr 2017 zu hypen. Allerdings sollten wir uns darüber bewusst sein, dass eine der Quellen/Wurzeln des Kommunismus die Sozialethik der Religionen ist.  Dementsprechend wäre es also nicht falsch, in den Reihen derer, die z.B. innerhalb des evangelischen Kirchentages in Berlin für Abrüstung („Schwerter zu Pflugscharen“ / „Panzer zu Waffeleisen“) sowie radikale soziale Gerechtigkeit zu werben.  Dies auch, weil: Viele Gläubige sind Arbeitende, die deshalb selbst unter den neoliberalen Zumutungen leiden

Es gibt noch einen Lichtblick: Nächstes Jahr wird es um „200 Jahre Karl Marx“ gehen und wie ich gehört habe, soll es dazu viele Veranstaltungen geben. Immerhin: Im nächsten Jahr wird keine Konkurrenz mit Martin Luther mehr geben!

 

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Mordbrenner hüben und drüben. Charakterähnlichkeiten

Papst Franziskus als einer der Oberhäupter dessen, auf was Pegida insistiert, nämlich das christliche Abendland, hat in seiner Osteransprache den Anschlag auf den Flüchtlingsbus nähe Aleppo scharf kritisiert und rief dazu auf, Geflüchteten beizustehen. Verantwortlich für den Anschlag zeichnet sich Da‘esh. Bezüglich der vielen Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und Attacken auf Geflüchtete in Deutschland gibt es kaum Bekennerschreiben, doch auch sie haben das gleich Ziel: Angstmache, d.h. Verunsicherung schüren und Aggression gegen Menschen, die diesem Terror schutzlos ausgeliefert sind. Letztendlich sind sie Agenten des globalen Krieges. Frauke Petry (AfD) forderte vor einiger Zeit ja bereits dazu auf, auf unbewaffnete geflüchtete Menschen zu schießen. Damit aber zeigen sie die Charakerähnlichkeit zu jenen auf, die für den Anschlag auf den Flüchtlingsbus nähe Aleppo verantwortlich sind. Jetzt wird sie bzw. ihre AfD-Kameraden sicherlich darauf hinweisen, dass es ihr angeblich um den Schutz der Grenze nach Deutschland und Schutz der Deutschen ging. Aber die Kriege im Nahen Osten und Nordafrika gehen ebenfalls um „Grenzsicherung“ durch (para-)militärisch organisierte Horden, die Territorien unter sich neu aufteilen und sichern wollen, d.h. auch sie sind permamente Grenzkriege.

Ideologische Grenzpfosten werden zuvor in die moralisch-religiöse sowie politische Sphäre verlagert. Die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft oder auch einer anderen Ethnie bzw. zur politischen Opposition entscheiden oftmals zwischen Leben und Tod desjenigen, der den Mordbrennern unbewaffnet gegenübersteht oder von ihnen überwältigt wird. In Folge patriarchaler Kriege um Territorien und Einflusssphären haben sich Nationalstaaten entwickelt. Aus ihr ging die bürgerliche Gesellschaft hervor. Der bürgerliche Staatsapparat als ideeller Gesamtkapitalist wiederum zielte auf Homogenisierung der Bevölkerung und dem Staat ergebene Untertanen, wozu er eine innere Grenze zog und innere Feindbilder beschwor. Zu letzteren gehörtem zu ihrem Leidwesen die deutschen Juden. Doch auch an äußeren Feindbildern in Konkurrenz um Einflusssphären und globalen Absatzmärkten mangelte es nicht, wie die zahlreichen bürgerlichen Kriege beweisen.

Doch schon im letzten Jahrhundert hat das Kapital alle Grenzen gesprengt und heute wird die Welt von ein paar wenigen „Corporatations“ (Global Player) und ihren Banken regiert und bestimmt.

Heute sind jedoch alle, die dem Neoliberalismus, d.h. dem Kapital dienen, nicht etwa Söldner einer Religion, Zivilisation oder Nation, sondern des globalen militärisch-industriellen bzw. -technologischen Komplexes, der seinen Profit aus der Produktion und dem Verkauf von Rüstungsmitteln (Waffen sowie auch dual-use-Produkten, die ebenfalls militärisch verwendbar sind (1)) zieht und dafür Spannungen und Kriege braucht.

In der patriarchalen Gesellschaft, aus der auch unser heutiges polit-ökonomisches System – der Kapitalismus – hervorging, hat der Krieg und das Militär immer noch die wirklich Macht und das Militär spielte auch die Hauptrolle in der „ursprünglichen Akkumulation“ des Kapitals. Dies zunächst innerhalb dessen, was heute als „Landgrabbing“ bezeichnet wird sowie auch in der Baumwollverarbeitung: In den Manufakturen wurden zu Beginn der Industrialisierung Uniformen für das Militär gefertigt.

Prominente Theoretiker*innen, wie Luxemburg und Trotzki sprachen bereits am Beginn des letzten Jahrhunderts vom „Verfaulungsstadium“ des Kapitalismus und Luxemburg arbeitete in ihrer „Junius-Broschüre“ („Die Krise der Sozialdemokratie“) das wahre Gesicht des Kapitalismus heraus:

„Das Geschäft gedeiht auf Trümmern. Städte werden zu Schutthaufen, Dörfer zu Friedhöfen, Länder zu Wüsteneien, Bevölkerungen zu Bettlerhaufen, Kirchen zu Pferdeställen; Völkerrecht, Staatsverträge, Bündnisse, heiligste Worte, höchste Autoritäten in Fetzen zerrissen; jeder Souverän von Gottes Gnaden den Vetter von der Gegenseite als Trottel und wortbrüchigen Wicht, jeder Diplomat den Kollegen von der anderen Partei als abgefeimten Schurken, jede Regierung die andere als Verhängnis des eigenen Volkes der allgemeinen Verachtung preisgebend; und Hungertumulte in Venetien, in Lissabon, in Moskau, in Singapur, und Pest in Rußland, und Elend und Verzweiflung überall.

Geschändet, entehrt, im Blute watend, von Schmutz triefend – so steht die bürgerliche Gesellschaft da, so ist sie. Nicht wenn sie, geleckt und sittsam, Kultur, Philosophie und Ethik, Ordnung, Frieden und Rechtsstaat mimt – als reißende Bestie, als Hexensabbat der Anarchie, als Pesthauch für Kultur und Menschheit –, so zeigt sie sich in ihrer wahren, nackten Gestalt.“

Der zunehmende Rechtspopulismus und die Terroranschläge zeigen nur den Zustand dieser – dem Tode geweihten Gesellschaft – auf.

Wer Kriege und Flüchtlingselend beseitigen will, muss danach streben, dieses System zu überwinden und an seine Stelle das menschliche Gemeinwesen, die kommunistische Gesellschaft zu setzen. Das bedarf aber zunächst einer Besinnung auf vor allem menschliche (humanistische) Produktivkräfte. Sie sollten das Ziel haben, für das Wohlbefinden des menschlichen Individuums zu produzieren.

Keine einzige der zur Wahl stehenden Parteien strebt dies an. Wenn wir die Politik reflektieren, so deutet sich darin bereits an, dass der Zerfall Jugoslawiens und der darin stattgefundene barbarische Krieg nur ein Vorgeplänkel war. Der Zerfall Europas wird noch wesentlich grauenhafter.

AfD und Co.KG beschleunigen diese Entwicklung. Am Ende werden jedoch auch sie im Bombenhagel untergehen, wenn es den Produktivkräften nicht gelingt, eine Alternative zum bestehenden System zu schaffen.

(1) An dieser Stelle sei zu erwähnen, dass das Internet, dass aus dem militärtechnologischen Apparat der USA stammt, ebenfalls ein dual-use-Produkt ist. Ferner gilt zu bedenken, dass immer mehr dieser Produkte leider immer stärker in den Sog der Destruktivkräfte und damit des Cyberwar geraten.

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Patriarchale, kapitalistische Kopfverwurstungsfabriken aufheben!

Das Bildungsniveau des sich jetzt im Siechtum befindenden patriarchalen Neoliberalismus ist der Politik des Tittytainment geschuldet. Schon 1986 wurde klar, dass – bedingt durch die microelektronische Revolution – in den nächsten 50 Jahren nur noch 20% der Weltbevölkerung für die Produktion gebraucht werden würden. Tittytainment drückt auch die tiefe Verachtung der patriarchalen und kranken Hirne für das weibliche Geschlecht aus, das via neoliberaler Wirtschaftspolitik zu einer eierlegenden Wollmilchsau gemacht wurde. Der Terminus stammt bekanntlich lt. „Die Globalisierungsfalle“ von Zbigniew Brzeziński. Die Konsequenz aus dieser Strategie: einen möglichst dummen Mittelstand heranzuzüchten, der ihren Interessen dient und die Arbeiterklasse kontrolliert. Dementsprechend werden an den Universitäten die Köpfe junger Menschen mit dummer Ideologie vollgepumpt, insbesondere in den geisteswissenschaftlichen Fakultäten, wozu auch die Soziologie gehört. Affirmation zum Neoliberalismus gehört selbstverständlich schon zur Referenz, um überhaupt zum Studium zugelassen zu werden. Kritische Geister werden bekanntlich schon in der Schule „aussortiert“. (1) Interessant ist gegenwärtig, welch Charaktermasken an die Oberfläche gespült werden. Donald Trump ist wahrlich ein Tittytainment-Präsent. Aus der Societé du Spectacle (Guy Debord) wurde die Society of Tittytainment,

Via Bolognia-Reform wurde das Studium zu einer Fast-Food-Verwurstung der Köpfe umgebaut und heute schwatzen die jungen Studierenden Begriffe daher, die sie gar nicht begriffen haben, weil sie sie nicht kritisch reflektieren oder „verdauen“. Das geistige Vakuum wird in den politischen Gruppen nicht gefüllt, da die jungen Menschen darin als Fußvolk für für die Orga missbraucht und funktionalisiert werden. Dementsprechend schwach ist die Linke des Kapitals aufgestellt und bewegt sich nur innerhalb ihres Kreises, schaut kaum über den Tellerrand der jeweiligen Einpunkt“einmischung“ hinaus und ist jenseits der Arbeiter*innenschaft.

Die Fastfood-Verwurstung betrifft insbesondere  die Gesellschaftswissenschaft. War früher noch die Gesellschaftswissenschaft außerdem mit der Geschichtswissenschaft verknüpft, so ist heute gar kein wissenschaftliches Grundstudium, in dem geklärt wird, wie sich „Gesellschaft“ konstituiert, mehr vorhanden. Das Studium dient nur noch den imperialistischen Eroberungskriegen, wenn man sich an dem Plan des Auswärtigen Amtes unter Frank-Walter Steinmeier orientert und einen Blick in das Vorlesungsverzeichnis der HUB wirft. Keine Frage: Nordafrika steht im „Brennpunkt“.  Das ist auch Thema in German-Foreign-Policy.

Alles Weitere erklärt der Bellizist Herfried Münkler, denn politische und soziologische Ideologie sind an der HUB miteinander so „verzahnt“, wie Raubtiergebiss und -krallen.

In der Stadt der Bären wollte ein Andrej Holms weitere Karriere machen und wurde zum linksextremen Wendehals. Denn seit 1914 ist die Sozialdemokratie, so schreibt Mme l’histoire, eine Kriegspartei. Sie bewilligte die Kriegskredite für den 1. Weltkrieg. Die deutschen Schlächter hatten bereits Erfahrungen in den Kolonialkriegen gegen die Ovaherero in Afrika sammeln können und setzten im 1. Weltkrieg systematisch Giftgas gegen die als Feinde deklarierten französischen Soldaten ein. Giftgas wurde später zum deutschen „Exportschlager“ und der Spruch „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ von Überlebenden des kapitalistischen Massenmordsystems in diese grauenhafte, patriarchale Zivilisation geschleudert.

Clara Immerwahr hätte nicht sich selbst, sondern ihren sich dem Tod verschriebenen grauenhaften Ehemann erschießen sollen! Dies eben, weil die Entwickler und Produzenten von Massenvernichtungswaffen Massenmörder (niedere Beweggründe sind jedem Krieg zuzuschreiben, da Kapitalismus nun einmal ein Raubmordystem ist) sind und gegen die sollte Notwehrrecht geltend gemacht werden.

Die Student*innen von Andrej Holms wissen scheinbar nichts von Stadtzerstörung durch militärische Interventionen bzw. wollen davon nichts wissen. Mein Eindruck: Andrej Holm ist ein Kuscheldozent und seine Studierenden halten sich lieber in Kuschelecken auf. Sie protestierten innerhalb der mehr als 3wöchigen Besetzung des ISW kein einziges mal gegen die deutsche Kriegspolitik oder gegen die Finanzierung der Kriege und Massenvernichtungswaffen durch die Deutsche Bank, die auch die Bank von Donald Trump ist. Sie ließen sogar zu, dass Frank-Walter Steinmeier ungehindert zum Präsidenten gekürt werden konnte. Und als die UNI-Leitung die Kündigung des Stadtsoziologen zurücknahm, gaben sie unter seiner Anwesenheit auch brav das zuvor besetzte Institut wieder zurück.

Dies, obwohl in München die Beendigung der Kriegsforschung an Hochschulen gefordert wurde!

Obwohl viele darum gebeten hatten kein Bier mehr zu auf Plenas bzw. Treffen zu trinken, stand am Freitag Abend in dem Raum eines Nachfolgemeetings der Besetzung sowie des Plenums „Stadt von unten“ schon wieder ein Kasten und einige nuckelten während des Meetings fast andächtig daran. So kann mensch keine Opposition von unten aufbauen! Wir Menschen brauchen nüchternen Scharfsinn und keine durch Alk vernebelten Hirne!

Updated und hinzugefügt am 27.2.2017:

Anja Schillhaneck hat kürzlich eine Kleine Anfrage bezüglich der Militärforschung an den Berliner Hochschulen gestellt. Hier ist die Antwort und ein Kommentar dazu auf indymedia.

 (1) Siehe dazu auch die Bücher des Erziehungswissenschaftlers Freerk Huiskin.

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