Klimapaket gegen Arbeiter*innen in Deutschland und weitere Streiks

„Beschlossen wurden einige Maßnahmen.“

Die Tageszeitung „Junge Welt“ zum Klimaschutzpaket der Bundesregierung betitelt ihren Artikel mit „Marktradikal und unsozial“ und schreibt:

„Schon jetzt ist klar: Die Unternehmen werden die Kosten auf die Endverbraucher von Benzin, Diesel, Heizöl oder Erdgas abwälzen. Es wird vor allem die Privathaushalte treffen.“

Genauer gesagt: Die *einkommensschwachen Haushalte*, die an sich eigentlich einen eher geringen ökologischen Fußabdruck haben, werden wieder einmal überproportional belastet. Eine weitere Belastung von Privathaushalten (und Umwelt) stellt die Ideologie der *Wärmedämmung* von Gebäuden mittels umweltschädlicher Styropor-Verbundstoffe (Sondermüll!) dar. Denn: Fassadendämmung wird nach wie vor forciert, trotz aktualisierter Erkenntnisse und unabsehbarer Folgekosten: Die Dämmung hält ca. 20-30 Jahre, danach entstehen gigantische Mengen an Sondermüll. Die BSR hatte vor kurzem sogar die Verbrennung von Styropordämmung ausgesetzt, ausgerechnet wegen ökologischer Bedenken. Die weitere Verfahrensweise ist nach wie vor unklar. (Wen das an das Problem der atomaren Endlagerung erinnert, der liegt sicher nicht falsch.)

Dies bedeutet, dass die Klimaprotestbewegung mit den Arbeiter*innen (und dementsprechend auch mit den Mieter*innen der Arbeiterklasse) zusammen kämpfen muss, damit die 1% der Superreichen den Umbau der Produktion auf ökologische Nachhaltigkeit zahlen.

Ein Vorbild könnte die Aktionen der Arbeitenden von Amazon sein, die ihr Unternehmen dazu verpflichten wollen, die CO²- Emissionen deutlich zu reduzieren.

Die Tech-Workers-Koalition hat vier Forderungen:

  • „Zero carbon emissions by 2030
  • Zero contracts with fossil fuel companies
  • Zero funding of climate denial lobbying or other efforts
  • Zero harm to climate refugees and frontline communities“

in deutscher Sprache:

  • Keine CO²-Emissionen ab 2030
  • Keine Verträge mehr mit Unternehmen, die fossile Brennstoffe herstellen
  • Keine Finanzierung der Klimaleugner-Lobby oder anderen dieser Bestrebungen
  • Keine Verletzung von Klimageflüchteten und Naturschutz-Gemeinschaften, zumeist Indigenous, die an vorderster Front für Klimagerechtigkeit kämpfen

Unter dem Hashtag #techclimatestrike könnt Ihr deren Kämpfe und Bekundungen nachlesen.

Eines ist klar: Die Jugendlichen werden weiterhin auf die Straßen gehen und protestieren. Wir Erwachsenen – insbesondere Arbeiter*innen – sollten es ebenfalls tun – zusammen mit ihnen!

Ich möchte an dieser Stelle daran erinnern, dass die Aktionswoche bis einschließlich dem 27.09.2019 geht und am nächsten Freitag wieder ein größerer Streiktag stattfinden wird.

Z.B. wird in Italien ein nationaler Streiktag stattfinden, zu dem die Gewerkschaft für Bildung aufgerufen hat und an dem sich auch die COBAS beteiligen. Die Cobas in Milano externer Linkbegründen den Streik mit:

„Es ist wichtig, dass die Studierenden auf der ganzen Welt unter den Flaggen von „Freitags für die Zukunft“  mobilisiert werden , um die Öffentlichkeit für die Klimanotfälle zu sensibilisieren und die Regierungen aufzufordern, sofort mit dem Übergang zu einer ökologischen und fairen Gesellschaft auf der Grundlage erneuerbarer Energien zu beginnen: ökologischer Landbau, öffentliche und nachhaltige Mobilität …
Noch wichtiger ist es jedoch, dass sich die Arbeitenden diesen Mobilisierungen anschließen. Um die ökologische Umstellung der Wirtschaft zu ermöglichen, halten wir es für unabdingbar, das kapitalistische System, das unsere Gesellschaft beherrscht, in Frage zu stellen. Ein System, dessen Motor die krampfhafte Suche nach Profit durch die grenzenlose Ausbeutung von Mensch und Natur bedeutet. Ein System, das durch irreführende Werbung dazu führt, dass immer mehr produziert und immer mehr konsumiert wird, ohne sich um die sozialen und ökologischen Folgen dieser Verhaltensweisen zu kümmern.
Um unserem Planeten eine Zukunft zu geben – davon sind wir zutiefst überzeugt -, reicht es nicht aus, die faulen und korrupten Strukturen des gegenwärtigen Systems grün zu streichen.
Wir brauchen einen Green New Deal, bei dem Ökologie und soziale Gerechtigkeit eng miteinander verbunden sind. Was wir von der Stadt Mailand fordern:

    • kostenloses Abonnement für öffentliche Verkehrsmittel
    • Umwandlung der Heizung in der Stadt
    • Förderung von Radfahren im gesamten Gebiet und eine Verwaltung, die in Bezug auf die Mobilität entschlossener handelt, um Emissionen zu reduzieren
    • den Verbrauch von Land für den Bau von Wolkenkratzern stoppen
    • der Wohnungen müssen sich am Bedarf der Bevölkerung orientieren

Studierende und Arbeiter müssen sich daher zusammenschließen, beginnend mit dem globalen Klimastreik am 27. September.

Anschließend geben die COBAS Empfehlungen, wie im Alltag Emissionen reduziert werden können.

An meine Gewerkschaft Ver.di habe ich folgenden „Brandbrief“ aufgesetzt, den ich morgen um 14 Uhr im Gewerkschaftshaus verteilen will. Es gibt auf dem verlinkten pad auch eine Chatfunktion. Außerdem denke ich, dass es durchaus sinnvoll wäre, mal vor dem DGB eine Lärmdemonstration zu veranstalten, in der wir kund tun sollten, dass es höchste Zeit ist, die Tradition von H. C. Nipperdey und damit das Verbot eines politischen Streiks hinter uns zu lassen!

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Klimastreik für Arbeiter*innen II

Eine Frau und ein Mann umarmen den Planeten und es wird zum Klimastreik unter Berücksichtung der Arbeiter*innen seitens "Workers for sustainability" aufgerufen

Screenshot vom 18.09.2019 der Handlungsanleitung von „workers for sustainability“, mit der Jugend zusammen den Planeten zu bewahren

Die im letzten Jahr entstandene Fridays-For-Future-Bewegung ist meiner Beobachtung und Reflexion gemäß zunächst eine Mittelschichtsbewegung, die jenseits der Klassen agiert. Teilnehmende sind vor allem Kinder der gehobenen Bildungsbürger-Mittelschicht, an der sich bislang kaum Schüler*innen der Arbeiterschaft beteiligen. Es sind vor allem Gymnasiast*innen. Zu beachten ist allerdings folgendes: Es ist der fortschrittlichste Teil der Mittelschicht. Sie wissen nichts davon, wie es sich anfühlt, unter einem schlechten Betriebsklima leiden zu müssen. Mir tat es als Kind sehr weh, wenn meine Mutter weinend von der Arbeit nach Hause kam, weil Ihr Chef seine schlechte Laune an ihr ausgelassen hatte und sie unbegründet verbal niedermachte und anschrie. Ich ging dann auf meine Mutter zu, umarmte und tröstete sie. Zuvor musste sie als Schneiderin viel sog. „Heimarbeit“ machen. Sie arbeitete für die Lampenindustrie und machte Lampenschirme. Außerdem hatte sie noch den gesamten Haushalt am Hals und kochte täglich für die Familie.

Den Schüler*innen ist kein Vorwurf zu machen, denn sie können ja nichts dafür, dass sie in eine Mittelschichtsfamilie hinein geboren wurden. Es wäre jedoch gut, wenn sie mal die Hauptschulen in ihrem Stadtteil aufsuchen und dort mit den Schüler*innen aus der Arbeiterschaft sprechen und sie herzlich einladen würden. Immerhin sind es die „working poor“ bzw. Armen, die am meisten unter den kapitalistischen Verhältnissen leiden und im Grunde wenig zu den CO²-Emissionen beitragen. Dies, weil sie sich z.B. gar keine Urlaubsflüge leisten können und ihr Haushalt auf „Schmalspur“ läuft, d.h.: Sie konsumieren nicht viel. Die Arbeiter*innen-Familien haben Angst, dass die Kosten der „Energiewende“ auf sie abgewälzt und sie dadurch noch mehr vom gesellschaftlichen Reichtum ausgeschlossen werden. Diese Angst muss ihnen genommen werden. Das geht aber nur, wenn alle gemeinsam dafür kämpfen, dass die Reichen stärker besteuert werden, wie es die Bewegung der „Gelbwesten“ in Frankreich fordert. Um die gesellschaftliche Produktion umzugestalten, bräuchte es im Grunde das bedingungslose Grundeinkommen, damit die Arbeiter*innen nicht in Existenzkrise geraten und die gesellschaftlich Arbeitenden an Versammlungen teilnehmen können um den Umgestaltungsprozess der gesellschaftlichen Produktion aktiv mitzubestimmen. Dies ist die Voraussetzung dafür, damit die FFF-Bewegung nicht eine grüne Öko-Diktatur hervorbringt, in der die Kriege um „seltene Erden“ unter der Dominanz der IT-Giganten zunehmen und dadurch den Planeten zerstören.

Der rückschrittlich-regressive Teil der Mittelschicht dagegen wählt die AfD und gehört damit zum gesellschaftlichen Faktor der Klimaleugner. Diese werden u.a. von dem Mann, der auch mit seinen angehäuften Finanzen die Trump-Wahl und den Brexit finanzierte, Robert Mercer u.a. unterstützt. Er spendet hohe Summen an Think-Tanks, die die Klimaveränderung durch den industriellen Fortschritt bzw. das auf Kapitalproduktion beruhende ökonomische System leugnen.

Welche Aufrufe gibt es seitens der Gewerkschaften zum Klimastreik?

Screenshot der „Trade Unions for ENERGYDEMOCRACY“ – Seite, abgerufen am 18.09.2019

Da ich von Deutschland aus schreibe, werde ich also zunächst einmal die deutschen Gewerkschaften und den DGB diesbezüglich untersuchen und deren Aufrufe sowie ihr Verhalten kritisch reflektieren:

Am aktivsten sind zweifellos die Klimagewerkschafter*innen, die breit mobilisieren und das Verbot eines politischen Streiks in Deutschland kritisieren. siehe dazu: http://www.labournet.de/politik/gw/gw-in-d/gewerkschafterinnen-fuer-klimaschutz/

Ferner hat sich „Workers for Future“ gebildet. In ihre wirken „verdi-aktiv“-Kolleg*innen aktiv mit. Sie fordern einen offenen Streikaufruf für den 20.09. und sammeln Unterschriften.

Am letzten Samstag, den 14.09. gab es eine Veranstaltung von „workers for Future“ in der Berliner Humboldt-Universität zum Klimastreik. In ihr sind internationalistisch gesinnte Agenzien aktiv. Unterstützung brauchen vor allem die Arbeitenden der BVG, von denen ein Betriebsrat anwesend war. Dies vor allem, weil der öffentliche Nah- und Fernverkehr meiner Auffassung gemäß deutlich ausgebaut statt outgesourced werden muss.

Ich finde ferner, dass es höchste Zeit ist, die grauenhafte Tradition von H.C. Nipperdey hinter uns zu lassen und damit auch gegen den DGB und die reaktionäre Bürokratie und deren Funktionäre zu streiken und die Streikkasse in Arbeiter*innen-Hände zu legen! Deshalb freute ich mich über folgenden Tweet auf Twitter:

Von seiten der DGB-Gewerkschaften müssen die Solidaritätsbekundungen mit dem Streik der nicht arbeitenden Jugendlichen als als Lippenbekenntnis angesehen werden. Dies insbesondere deshalb, weil kaum an der Basis mobilisiert wird.

Die organisiert sich selbst:

Ich schreibe dies aus der Sicht als Ver.di-Mitglied, das auch das Mitgliedernetz liest.  Schaue ich auf meinen Ortsbereich – verdi Berlin-Brandenburg – so ist dort bis heute, den 18.09.2019, keine einzige Veranstaltung dazu geplant, in der Aktivist*innen der FFF-Bewegung mit Kolleg*innen des öffentlichen Dienstes miteinander sprechen können und wir Ver.di-Mitglieder uns absprechen können, wie wir gemeinsam am 20.09. bis zum 27.09. am Streik in Form des zivilen Ungehorsams teilnehmen können oder ob wir tatsächlich streiken wollen. Ich frage mich gerade: Gebietet uns nicht die Vernunft, bzw. das Grundgesetz, einen Streik zur Einhaltung der Verfassung, wie sie in Artikel 2 Abs. 2: „Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit“ zu organisieren und zu machen?

Anders als bei den bürgerlichen Gewerkschaften sieht es bei der FAU (Freie Arbeiter*innen-Union) aus, die ihre Mitglieder zu einer Veranstaltung in Berlin am 28.08. „zusammentrommelte“ und auch in Dresden dazu mobilisiert.

Ein Aufruf von der ITUC  zum 15. März, der auch auf den 20. September angewendet wird, ruft  zu „Just Transition“ – einem sofortigen Wechsel auf erneuerbare Energieträger – auf und bedankt sich bei der Jugend.

Die Vereinigung der europäischen Gewerkschaften für den öffentlichen Dienst (EPSO)  rief zur Unterstützung und Teilnahme am globalen Aktionstag vom 15. März auf. Obzwar die Gewerkschaften als Klassenkampforganisationen gegründet wurden, fehlt jegliche Kritik am „BlackRock-Kapitalismus“. Statt dessen suggerieren sie einen Generationenkonflikt:

„Die jüngere Generation wird am stärksten durch zukünftige Kosten belastet, wenn die ältere Generation jetzt keine weitergehenden und sofortigen Maßnahmen ergreift und sich stärker an den Kosten beteiligt (mit Auswirkungen auf unseren Lebensstil usw.)“ (1)

Darin kommt zum Vorschein, dass die europäischen Gewerkschaftsbosse des öffentlichen Dienstes – die also Teil des kapitalistischen Staatsapparates sind – auf keinen Fall BlackRock oder Blackstone „zur Kasse bitten“ wollen, sondern deren Macht und Profite schützen. Dies, obwohl die Neoplutokratie (=die höchste Stufe des Neoliberalismus) auch den öffentlichen Dienst mit wachsender Tendenz austrocknet und damit auch für Mitgliederschwund der Gewerkschaften verantwortlich ist und sie tendenziell zerstört. Und die ältere – arbeitende – Generation darf ja keine „sofortigen Maßnahmen“ ergreifen. Die beste aller Maßnahmen wäre nun einmal ein Streik, in dem wir Zeit dafür hätten diese zu debattieren, d.h. konkrete Schritte zur Überwindung des fortschreitenden Klimawandels zu entwerfen und zu organisieren.

Für den 20.09.2019 ist seitens der EPSO kein Aufruf zu finden. Sie solidarisieren sich gegenwärtig mit den französischen Arbeitenden der Elektizitätswerke, die morgen gegen die Privatisierung des Energiesektors streiken.

Die PSI ist ebenfalls ein Gewerkschaftsbündnis des öffentlichen Dienstes und thematisiert den Klimawandel bzw. unterstützte den globalen Schüler*innenstreiktag vom 15. März, ruft aber bislang nicht zum Klimastreik am 20.09. auf. Stattdessen mobilisiert sie für einen Kongress von Ver.di am 22. September in Leipzig:

sreenshot vom 18.08.19 der über diesem screenshot verlinkten PSI-Event-Seite

Im Grunde müssten wir Arbeitenden des öffentlichen Dienstes am 22. September vor dem Kongress-Gebäude in Leipzig gegen die herrschende Gewerkschafts-Bürokratie protestieren!

Anders sieht es in Frankreich aus, wo die CGT breit  für Kundgebungen am 20. und 27. September mit den Jugendlichen mobilisiert. Sie ruft allerdings dafür auch nicht zum Streik auf, sondern ist mit Streiks gegen die Rentenreform beschäftigt, womit sie schon kürzlich den gesamten öffentlichen Verkehr lahm legte. Am 24. September findet erneut ein großer Streik gegen den „Coup de Jarnac“ statt.

ein junges Mädchen sitzt auf einer Ampel und ruft zum Generalstreik auf

Generalstreiklogo der SUD

Die alternative Gewerkschaft SUD ruft zur Teilnahme am Streik auf. Die Gewerkschaft hat am 04. September 2019 dem Innenminister, wie es in Frankreich geregelt ist, einen Brief geschickt, in dem ein „préavis de grève“ mitgeteilt wird – also jene „Streikvorwarnung“, die eine solche Maßnahme entsprechend französischen Gesetzen legalisiert. Ausdrücklich wird darin unterstrichen, dass dieser „Préavis“ es den Beschäftigten im öffentlichen Dienst Frankreichs ermögliche, am 20. September für das Klima in den Streik zu treten. Der Brief der Einzelgewerkschaft ist in dem Beitrag „Mobilisons-nous pour la rentrée climatique et sociale !“ am 16. September 2019 beim Gewerkschaftsbund SUD Solidairesexterner Link dokumentiert, worin auch noch zu weiteren Aktionen und Protesten am folgenden Tag aufgerufen und begründet wird, warum eine „convergence des luttes“, also ein Zusammenströmen der Kämpfe sowohl dringend notwendig ist, als auch davon berichtet, wie die alternativen Gewerkschaften für diesen Zusammenschluss arbeiten. In dem Beitrag ist auch der zivilgesellschaftliche Aufruf zur Klima-Aktionswoche dokumentiert, den der Gewerkschaftsbund zusammen mit zahlreichen progressiven Organisationen unterzeichnet hat. (Übersetzung bzw. Zusammenfassung dank labournet.de )

In Italien ruft die Flc Cgil (Gewerkschaft für Bildung, vergleichbar mit der GEW in Deutschland) die Lehrer*innen und Universitätsangestellten zu einer Versammlung in Rom am 25. September und zu einem Streik am 27. September auf.
Die  Cobas rufen ebenfalls zum Streik in den Schulen – zusammen mit den Marginalisierten bzw Präkarisierten (privat Arbeitenden u.a. im Transport- und Verkehrswesen) – am 27. September auf, um sich der „Revolte der Jugendlichen“ anzuschließen.

Die EI (Education International) ist ein Dachverband der Lehrer*innen- und Bildungsgewerkschaften bzw. versteht sich als „Bildungsinternationale„.  Auf ihrem 8. Weltkongress beschlossen sie:

„While millions of young people from across the world are taking to the streets in defence of the planet, teachers are standing with their students and supporting the fight against climate change. During the 8th EI World Congress, delegates representing over 32 million educators from over 150 countries adopted a resolution that highlights the role of education in resolving the climate crisis and defines climate change as one of the priorities of Education International for the next four years“ (2)

„Während Millionen junger Leute weltweit Aktionen in den Straßen für den Schutz des Planeten durchführen, stehen Lehrer*innen ihren Schüler*innen/Studierenden Im Kampf gegen den Klimawandel bei und unterstützen sie. Innerhalb des 8. EI-Weltkongresses, in dem Delegierte über 32 Millionen Erzieher*innen aus 150 Ländern repräsentieren, verabschiedeten sie eine Resolution, die folgende Rolle der Bildung hervorhebt: Die Klimakrise zu lösen, weshalb der Klimawandel zu den Prioritäten der EI für die nächsten vier Jahre wird.“

Besonders bemerkenswert ist das Engagement von Gewerkschafter*innen in den USA, die das „Arbeits-Netzwerk für Nachhaltigkeit“ aufgebaut haben. Sie machen Community-Organizing und stützen sich auf die in den USA verbreitete Tradition der Graswurzelbewegungen, die sich unbürokratisch organisieren. Sie rufen die Arbeiter*innen dazu auf, den Klimastreik zu unterstützen. Sie haben klar definierte Ziele (z.B. den „Green New Deal“), der die Arbeitenden besonders berücksichtigen soll. Auf Ihrer News-Seite erfährt man, dass die SEIU – die zweitgrößte Gewerkschaft der USA – den Klimastreik unterstützt und 1.000 Amazon-Arbeiter*innen auch streiken wollen. Letzteres wird auch von der Zeitschrift „Portside“ berichtet.

Einfach auf das untere gif clicken und ihr kommt direkt auf die News-Seite:

Screenshot ihres Labels

Ihre Methode enthält auch Tenden hin zu einer Arbeiter*innen-Demokratie, wie mensch an der unteren Empfehlung, der ich einen roten Punkt gab (3), ablesen kann:

Sie sind auch mit Umweltschutzorganisation und IT-Techniker*innen in Seattle vernetzt.

Von dort kam folgender schöner Tweet:

Eine sehr lesenswerte Handlungsempfehlung (Toolkit) für IT-Techniker*innen/Programmierer*innen gibt es hier.

Tatsächlich existieren Aufrufe zum digitalen Klimastreik. Z.B. von einem Mitarbeiter von wordpress. „Technies“ von google haben eine Twitter-Plattform für den Streik geschaffen. Auch Arbeitende von Microsoft sind aktiv. Ferner existiert ein Aufruf dazu im  Netzwerk von „FridaysForFuture“.

Mehr zu den global interagierenden Gewerkschaftsinstitutionen und der multilateral wirkenden -bürokratie (insbesondere in Deutschland) mit Bezug zum „Klimastreik“ siehe hier: http://unionsforenergydemocracy.org/union-statements-and-actions-in-support-of-the-youth-led-calls-for-global-climate-action/

Die Gewerkschaftslinke und soziale Bewegungen mit Bezug auf den Klimastreik werden vom Labournet – durchaus internationalistisch – dokumentiert. (http://www.labournet.de/politik/gw/selbstverstaendnis/klimastreik-am-20-september-2019-oekologische-notwendigkeit-und-gewerkschaftliche-debatte-um-das-streikrecht/)

Da ich Seniorin, nicht mehr ganz gesund und trotzdem noch Aktivistin bin, kann ich nur „zeitversetzte“ updates machen. Ich finde, dass wir Arbeiter*innen am 27.09. erneut und mit vielen mehr die Straße gehen sollten!  Ich werde das in das Ver.di-Netzwerk tragen und am Dienstag, den 24.09. um 14 Uhr ein Go-In in meine Gewerkschaft ver.di-Berlin-Brandenburg machen und die Gewerkschaftsfunktionäre kritisieren, dass sie nicht zum Streik aufrufen!

Ferner wünsche ich mir eine Krach-Demonstration um den DGB herum mit ganz vielen Frauen, die fordern: „Schluss mit dem Burgfrieden“, der uns Arbeitende im Dienst für die Neoplutakratie ausbeutet und den Planeten zerstört. „Schluss mit ‚lieber tot als rot‚!“

Wenden wir uns schlussendlich einem Portal zu, das sich um unser LEBEN bemüht:

In der Auseinandersetzung mit dem „Klimastreik“ ist mir bewusst geworden, wie wichtig das Labournet für uns gesellschaftlich Arbeitende ist. Deshalb möchte ich meine Leser*innen bitten, es durch eine Fördermitgliedschaft und/oder Spende zu unterstützen.


Quellen:

Zumeist gebe ich Quellen an, indem ich sie direkt verlinke. Wenn ich zitiere, dann findet sich zumeist über dem zitierten Text ein Link, der zur Quelle führt.

(1) https://www.epsu.org/article/public-service-unions-support-youth-climate-action-15-march-people-and-planet-over-profit, abgerufen am 18.09.2019

(2) https://ei-ie.org/en/detail/16345/climate-change-a-hands-on-guide-for-educators, abgerufen am 18.09.2019

(3) Es entstammt einem ihrer Organizing-Toolkits: „Climate Strike Toolkit for workers„.

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Klimastreik für Arbeiter*innen

Ein Mädchen ruft zur Rettung der Erde auf. sie trägt ein Transparent mit "Save me please". Unser Planet hat ein trauriges Gesicht.

A girl of the FFF movement in Berlin this summer

Wie im Brennglas lässt sich am Treiben der transnationalen Investmentcorporations in Brasilien die destruktive Gewalt des Kapitals beobachten, weshalb ich die Reflexion darüber in den Focus dieses Artikels gesetzt habe.

Zu den gewichtigsten Akteuren derer, die das Klima belasten und den Planeten zerstören und damit dem Klima- und Umweltschutz entgegenstehen, zählen BlackRock und Blackstone. Diese Finanzholdings sind auch gleichzeit global agierenden Großgrund- und Immobiliengesellschaften. Marx bezeichnete die Großgrundbesitzer als die reaktionärste Schicht des Kapitals. Ich würde sie zudem – in Verbindung mit der Finanzaristokratie – als gesellschaftszerstörerische Agenzie einer Kleptokratie bezeichnen, die vor Raubmord nicht zurück schreckt. Es sind die Kräfte, die den Kolonialismus zu Beginn des Siegeszuges des Kapitals vorantrieben und die ursprüngliche Akkumulation in Europa in’s Werk setzten. (Dies ist im Buch: „Caliban und die Hexe“ recht gut beschrieben.) Getrieben werden sie heutzutage von den Verwertungszwängen der sich in ihren Händen angesammelten Geldmengen, die sie ständig steigern müssen.

Natur- und Klimaschützer sowie Aktivist*innen der Mieter*innen-Bewegung haben es dementsprechend mit einem mächtigen und gefährlichen Gegner zu tun. Am deutlichsten wird dies an den Brandanschlägen, die die gesamte Menschheit gefärden  bzw. der Welle der im August außer Kontrolle geratenen Brandrodungen im Amazon. Diese Finanzmacht-Konglomerate,  (siehe dazu auch diesen Artikel im „Economist“ oder gucke das Bloomberg-Video auf youtube) konkurrieren in etwa so mit- und gegeneinander, wie Media Markt und Saturn bzw. Steinkohle gegen Eierkohle:

Screenshot: Bloomberg-Video of youtube

Beiden geht es unnatürlich um Kohle/Zaster anderer Art und dafür betreiben sie und deren Politiker eine politische Ökonomie der „verbrannten Erde“. Sie orientieren sich beide am Nettogewinn, der am Zuwachs von Ziffern in Dollar bzw. floodenden Geldmengen berechnet wird.
Dieser steigt umso mehr, je preisgünstiger die Ware Arbeitskraft wird. Im Baubereich können sich viele der darin schuftenden schon heute keine Wohnung mehr leisten und schlafen auf der Straße. In Libyen werden SubSaharians auf dem Sklavenmarkt verkauft, um dann das zivilisatorische „Arbeit macht frei“ genießen zu dürfen. (Ich bitte an dieser Stelle, mir den Sarkasmus zu verzeihen!)

Doch zurück zur „Lunge der Erde“: Die Zerstörung des Amazon-Regenwaldes bedeutet  die gravierende Schädigung des Weltklimas und der Wasserversorgung. Dadurch werden weitaus mehr Menschen kurz- und langfristig getötet als durch den Anschlag am 11. September 2001 auf das WorldTrade-Center. Besonders schlimm wüte(te)n die Feuer in Brasilien. Und nicht nur das: Seit langer Zeit schon finden immer wieder Wellen von Genoziden an der brasilianischen Ureinwohnerschaft, den Indigenous statt. (siehe: dazu https://en.wikipedia.org/wiki/Genocide_of_indigenous_peoples_in_Brazil sowie die Artikel in der New York Times: https://www.nytimes.com/2017/05/29/opinion/the-genocide-of-brazils-indians.html und https://www.nytimes.com/2018/11/10/world/americas/brazil-indigenous-mining-bolsonaro.html).
Ich sehe diejenigen, die dafür verantwortlich und das voran treiben, als die gefährlichste Terror-Gruppe der Menschheit an.  Die naturwissenschaftliche Zeitschrift Spektrum schrieb folgendes:

„Doch es sind nicht nur die entwaldeten Flächen, die brennen. Einerseits greifen Feuer auf den gesunden Wald über, der unter normalen Umständen nicht Feuer fängt – andererseits werden solche Brände als Terrorwaffe gegen indigene Völker eingesetzt, die in intakten Waldgebieten leben und sich gegen die Zerstörung ihrer Heimat wehren“

Sie muss deshalb entschieden bekämpft und unschädlich gemacht werden. Die dafür Verantwortlichen gehören vor den Internationalen Strafgerichtshof. Dies ist allerdings schwierig zu erreichen, da die Polizei und der kapitalistische Staatsapparat mit seinem bis zu den Zähnen bewaffnetem Gewaltmonopol die Interessen dieser 1% schützen und verteidigen soll. Der Staat ist ein Organ der herrschenden Klasse gegen die Arbeiter*innen.

Die deutsche Regierung wirkt für die Interessen derer, die täglich für Kapitalverbrechen verantwortlich sind.  Friedrich Merz z.B. ist ein BlackRock-Chair. Die deutsche Regierung fiel dem Aufruf von dem französischen Präsidenten Macron, der die EU zum Handelsboykott gegen brasilianische Agrarprodukte unter dem Faschisten Bolsonaro aufrief, in den Rücken.  Außerdem hofierte auch schon Heiko Maas „Bolsonazi“. (http://www.labournet.de/internationales/brasilien/politik-brasilien/politik_bolsonaro/freundschaftsbesuch-aussenminister-maass-trifft-rechtsradikalen-praesidenten-den-wunschkandidaten-bundesdeutscher-unternehmen-in-brasilien/) Außerdem finden sich unter den Finanziers der Brandrodungen in Brasilien  auch die Deutsche Bank und die Commerzbank.

Die US-amerikanische Zeitschrift „The Intercept“ veröffentlichte am 27. August einen Artikel, in dem beschrieben wird, warum „Blackstone“ für die aktuelle Zerstörung der Lunge unseres Klimas und Planeten in hohem Maße verantworlich ist.

Die Zeitung „The Atlantic“ benennt weitere „Global Player“, die daraus Gewinne generieren:

„In its research, Amazon Watch found that just a handful of global financial companies have been profiting from these exports. The global agribusiness giants Archer Daniels Midland (ADM) and Bunge dominate Brazil’s soy-trading market. Their major shareholders include Vanguard, State Farm, BlackRock, State Street, and T. Rowe Price. Collectively, these financiers own more than $9 billion of investments in these two companies. The privately held U.S.-based Cargill and Netherlands-based Louis Dreyfus are the other two companies that dominate global grain trade. As for the banks providing lines of credit to these agribusiness giants, five provide the lion’s share: BNP Paribas, JPMorgan Chase, Barclays, Bank of America, and Citigroup. Together, these banks “provided more than a billion dollars in credit apiece,” according to Amazon Watch.“

Und nun etwas Positives: Es gibt z.B. seitens „Friends of the earth“ / „Freund*innen der Erde“ auch Lösungsansätze, die hier mit konkretem Bezug auf die Agrarindustrie als „AgroEcology“ ausgearbeitet wurden.

im nächsten Blogbeitrag geht’s weiter mit „Arbeiter*innen und Gewerkschaften mit  Bezug auf den Klimastreik

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Messer-Attacken und Degen-Sätze in Geutsch-Land

Heute ist das Urteil über die tödliche Messerattacke vom letzten Jahr in Chemnitz in den Medien. Mir geht es weniger um Schuld oder Unschuld des jungen Friseurs, sondern um den Hintergrund des „zornigen Volkes„, in dessen Namen das Urteil gefällt wurde. Und natürlich wird das Urteil auch in den dissocial media diskutiert und kommentiert.

Frank Jansen beginnt seinen Artikel im Berliner Tagesspiegel mit:

„Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Tod des Deutsch-Kubaners Daniel Hillig in Chemnitz hat das Landgericht der Stadt den mutmaßlichen Täter Alaa S. (24) zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Erste Kammer unter Vorsitz von Richterin Simone Herberger hält den syrischen Flüchtling des Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung für schuldig.“

Für die Xenophoben bzw. denen, die aus der Xenophobie politisches Kapital schlagen, war diese Messerattacke ein „gefundenes Fressen“ und getreu der sozialdarwinistischen Methode von Fressen oder gefressen werden, griffen sie bei ihren Aufmärschen in Chemnitz auch ein jüdisches Speiselokal an. Antisemitismus ist eine der ältesten xenophoben Geisteskrankheiten, die innerhalb der Reconquista in Spanien und Portugal in biologischen Rassismus umschlug. Diesen exportierten die spanischen Kolonialisten nach Amerika und Afrika.

Damit ist auch gesagt, was diese „Zivilisation“ begleitet: Sie beruht – psychologisch – auf Angst und Hass. Materiell/materialistisch auf: Krieg und Raubmord. Deshalb ist diese patriarchale Zivilisation im Grunde eine Militarisation. So beruht auch die politische Ökonomie der heutigen Gesellschaft auf Eroberungskriegen, Homiziden, Vertreibung und Versklavung. Das „materialistische“ ist die Entstehung einer Gesellschaft, in der das Privateigentum an Produktionsmitteln gesellschaftliche Realität wurde und die Verfügungsgewalt über den gesellschaftlichen Reichtum sich in den Händen einer winzigen politökonomischen Klasse angesammelt hat. Und nicht nur das: Ihnen zu Diensten ist auch Legislative, Exekutive und Judikative und damit auch das bis an die Zähne bewaffnete staatliche Gewaltmonopol.

Die Messerattacken der Expropriierten (=Enteigneten) sind – verglichen mit den täglichen Raubmorden der herrschenden Klasse – Verzweifelungstaten, insbesondere dann, wenn sie als Amoklauf und Beziehungstaten (Eifersucht) angesehen werden müssen.

Die patriarchale Erziehung bringt dies allerdings auch mit sich. In meiner Kindheit fuchtelten die Jungen oft wild mit Spielzeugschwertern um sich und wer keines hatte, nahm einen Stock. Szenen aus den patriarchalen Märchenbüchern, in denen Ritter die Prinzessin retteten, gaben dafür das ideologische Rüstzeug.

Nüchtern und materiell betrachtet, sind Attacken mit Messern in Deutschland nur deshalb häufig, weil es – anders als in den USA – Schusswaffen nicht im „freien“ Handel gibt bzw. diese im „Degensatz“ zu Messern recht teuer sind.

Würde ich, wenn ich folgenden Absatz

„Die AfD-Fraktion in dem Bundesland (Saarland, A.S.) wollte es nun genauer wissen und fragte nach den Vornamen der Täter. Die Vermutung offenbar: Unter den Deutschen seien etliche Migranten, die eingebürgert wurden. Nun legte die Polizei das Ergebnis für die Anfrage des AfD-Abgeordneten Rudolf Müller vor. Demnach war der häufigste Name unter den 842 deutschen Tätern Michael, gefolgt von Daniel und Andreas. Mehr noch, unter den elf häufigsten Vornamen findet sich kein einziger, der sofort einen Migrationshintergrund nahelegt.
Die genau Auswertung: Michael (24 Fälle), Daniel (22 Fälle), Andreas (20 Fälle), Sascha (15 Fälle), Thomas (14 Fälle), Christian (13 Fälle), Kevin (13 Fälle), Manuel (13 Fälle), Patrick (13 Fälle), David (12 Fälle), Jens (12 Fälle), Justin (11 Fälle) und Sven (11 Fälle).

Ebenfalls hatte die AfD nach einer möglichen doppelten Staatsangehörigkeit der Täter gefragt. Die Antwort der Polizei: Nur 14 der 842 deutschen Täter haben neben dem deutschen Pass noch einen weiteren.“

in der Welt vom März diesen Jahres mit „Messerattacken: Deutscher Michel der häufigste Täter“ betiteln würde, an der Eskalationsschraube drehen? Ja. Dies aber nicht, weil alle Männer namens „Michael“ unter Generalverdacht stünden bzw. sich die Aggressionen auf sie beziehen würden, sondern weil sich dann nur Nationalismus und Anti-Nationalismus gegenüber stünden, die sich weiterhin ihre rhetorischen Degensätze an den Kopf werfen würden.

Ich halte mehr davon, wenn wir Messer nur für die Speisezubereitung nutzen würden und Degen-Sätze zur Aufhebung des Patriarchats und seiner Greuel beitragen würden. Und apropos „Bücher-Protz“: es wäre gut, anstatt sich an den dissocial media zu beteiligen, einfach mehr gute Bücher zu lesen. Mensch muss ja nicht damit „protzen“.

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Social? Media?

Ich stieß heute in der Bibliothek auf das Buch von Jaron Lanier „Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst“ und war sofort begeistert. Der Typ schreibt echt gut und hat mich im Vergleich zwischen Katzen und Hunden gleich gepackt. Denn: Ich mag Katzen mehr als Hunde, da Katzen sich nun einmal nicht abrichten lassen und ihre Individualität behaupten. Allerdings nervt mich unsere Hauskatze hin und wieder: Immer, wenn ich im Garten auf dem Tisch ein Plakat malen will, setzt sie sich mitten auf das Plakat. Es wirkt fast so, als wolle sie einfordern, dass ich sie malen soll.

Doch kommen wir nun zur gegenwärtigen Gesellschaft der (Pawlowschen) Hunde: Als das Internet in den 80er und 90er Jahren Einzug in mein Leben hielt, war ich anfangs sehr begeistert. Ich liebe Kommunikation und der Eindruck, mit Menschen global in Kontakt treten zu können, hat mich fasziniert. Dementsprechend habe ich in einem Rechenzentrum einer Hochschule daran mitgearbeitet, die Hochschulen zu vernetzen und geguckt, welche Usenet-Gruppen und Mailinglisten für die Studierenden zur Verfügung stehen. Es war eh eine Zeit, die mensch als „Tauwetter-Periode“ bezeichnen konnte. Dies, weil sich der sogenannte „Warschauer Pakt“ auflöste und es so schien, als ob nun auch der militärisch-industrielle Komplex der USA „zivilisiert“ werden würde.

Nun, Edward Snowden hat uns diese Illusionen genommen. Wir wissen, dass es dazu benutzt wurde, uns zu kontrollieren und zu überwachen. Auch die sogenannte „freie Marktwirtschaft“ schnürt aus unseren Daten Pakte, die verhökert werden, um die Aufmerksamkeitsökonomie noch schärfer und zielgerichteter auf uns anzuwenden. Nicht nur das: Das Internet und die sogenannten „Social Media“ werden dazu benutzt, um uns auch politisch zu manipulieren. Der „Cambridge-Analytica-Skandal“ beweist dies.

Außerdem: Die auf Kapitalakkumulation beruhende Gesellschaft ist eine brutale Konkurrenzgesellschaft, die Dissozialität bedeutet. Wenn es kein richtiges Leben im falsche gibt, kann es auch keine sozialen Medien in einer Gesellschaft der Dissozialität geben.

Nun muss ich etwas zum Begriff es Sozialen schreiben: Natürlich ist meiner subjektiv, d.h. ich nehme mich als denkendes und handelndes Individuum wahr. Ich entstamme einer Familie, die durch die christliche Sozialethik geprägt wurde. Dies bedeutete: einander beizustehen, sich um Fürsorge für Gebrechliche zu bemühen bzw. es war/ist selbstverständlich, ihnen zu helfen. Freundschaft, Ehrlichkeit, Vertrauen und Rücksicht auf die Bedürfnisse und Bedürftigkeiten unseres Gegenübers gehör(t)en zu den Essentials im gegenseitigen Umgang. Und die Ethik von Kant. die er im „kategorischen Imperiativ“ dargelegt hat, kindgerecht aufbereitet in „Was Du nicht willst, dass man Dir tu‘, das füg‘ auch keinem anderen zu“ waren Teil meiner Erziehung. Dies ist denkbar einfach und handhabbar, da davon ausgegangen wird, psychisches Leid und physischen Schmerz von Lebewesen fernzuhalten.

Die sogenannten „sozialen Medien“ funktionieren allerdings nach dem Prinzip: Die Quantität erschlägt die Qualität. Belohnt werden nur die, die eine Masse an Zuschauern und Followern haben. Nur dann gehören sie zum Kreis jener, die als „bedeutend“ erkoren werden. So funktioniert die Aufmerksamkeitsökonomie, die Teil der politischen Ökonomie ist. Das ist nichts anderes als Propaganda, Marketing. Und leider funktioniert sie auch bereits im Alltag. Viele machen sich zu kostenlosen Werbeträgern von Firmen, wie Adidas oder Nike. Auch die Plastikflut ist Teil der Werbeflut, die uns überschwemmt. Und imho ist diese für Mensch und Natur bzw. die Menschennatur und viele andere Lebewesen weitaus unbekömmlicher als die „gestrandeten Menschen“ in Rettungsbooten. Die vielen Länder, die sich weigern, Flüchtlinge aufzunehmen, sollten lieber die Plastikflut eindämmen, statt das Asylrecht zu eliminieren!

Doch kommen wir zurück auf „Social Media“: Nachdem ich in dem Buch von Jaron Lanier herumgeblättert hatte und mich dazu entschied, es mir auszuleihen und öffentlich daraus im „Lesetresen“ vorzulesen, stieß ich heute abend, nachdem ich Firefox aufrief auf den Zeit-Artikel „Ein Leben nach dem Internet. Jetzt.“ von Anna Miller. Meiner Auffassung gemäß beklagt sie in ihrem Artikel die Dissozialität, die durch das IKT-Technologie hervorgerufen wird. Fakt ist aber: Sie war vorher schon da und wird von dieser Technologie nur verstärkt.

Schon vor einiger Zeit habe ich mal einen Flyer verteilt, dass ein guter Nachbar wichtiger sei als ein entfernter Facebookfreund… Doch nun gibt es „nebenan.de„. Schon ein Blick auf die Teamseite zeigt, dass auch darin um Aufmerksamkeitsökonomie geht:

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In den Datenschutzrichtlinien heißt es:

2.11.1. Facebook Conversion- und Retargeting-Tags

Unsere Webseite verwendet zu Marketingzwecken sog. Conversion- und Retargeting-Tags (auch „Facebook-Pixel“) des sozialen Netzwerks Facebook, einem Dienst der Facebook Inc., 1601 Willow Road, Menlo Park, California 94025, USA („Facebook“). Wir nutzen Facebook-Pixel, um die allgemeine Nutzung unserer Webseite zu analysieren und die Wirksamkeit von Facebook-Werbung nachzuvollziehen („Conversion“). Zudem nutzen wir die Facebook-Pixel um dir momentan oder zukünftig anhand deines Interesses für unseren Service individualisierte Werbebotschaften auszuspielen („Retargeting“). Facebook verarbeitet dafür Daten, die der Dienst über Cookies und ähnliche Technologien auf unserer Webseite erhebt.

Die in diesem Zusammenhang anfallenden Daten können von Facebook zur Auswertung an einen Server in den USA übertragen und dort gespeichert werden. Für den Fall, dass personenbezogene Daten in die USA übertragen werden, hat sich Facebook dem EU-US Privacy Shield unterworfen.

Falls du Mitglied bei Facebook bist und es Facebook über die Privatsphären-Einstellungen deines Kontos erlaubt hast, kann Facebook die über deinen Besuch bei uns erfassten Informationen zudem mit deinem Mitgliedskonto verknüpfen und für die zielgerichtete Schaltung von Facebook-Ads benutzen. Die Privatsphären-Einstellungen deines Facebook-Profils kannst du jederzeit einsehen und ändern. Wenn du kein Facebook-Mitglied bist, kannst du die Datenverarbeitung durch Facebook unterbinden, indem du auf der zuvor erwähnten TRUSTe-Webseite den Deaktivierungs-Schalter für den Anbieter „Facebook“ betätigst. Die Datenverarbeitung kannst du weiterhin unterbinden, indem du einen Haken in dem Kästchen „Browser-Tracking deaktivieren“ am Ende dieser Datenschutzerklärung setzt.

Wenn du die Datenverarbeitung durch Facebook deaktivierst, wird Facebook nur noch generelle Facebook-Ads anzeigen, die nicht anhand der über dich erfassten Informationen ausgewählt werden.

Nähere Informationen hierzu findest du in der Datenrichtlinie von Facebook.

2.11.2. Google AdWords Conversion-Tracking und Remarketing

Unsere Webseite nutzt die Dienste „AdWords Conversion-Tracking“ und „AdWords Remarketing“ der Google Ireland Limited, Gordon House, Barrow Street, Dublin 4, Irland („Google“). Mittels „AdWords Conversion-Tracking“ werden von uns definierte Nutzeraktionen erfasst (wie beispielsweise das Klicken auf bestimmte Teile der Webseite, Seitenaufrufe, Downloads) und analysiert. „AdWords Remarketing“ nutzen wir momentan oder zukünftig, um dir individualisierte Werbebotschaften für unseren Service auf Partnerwebseiten und innerhalb des Suchnetzwerks von Google anzuzeigen. Beide Dienste setzen dafür Cookies und ähnliche Technologien ein. Die in diesem Zusammenhang anfallenden Daten können von Google zur Auswertung an einen Server in den USA übertragen und dort gespeichert werden. Für den Fall, dass personenbezogene Daten in die USA übertragen werden, hat sich Google dem EU-US Privacy Shield unterworfen.

Falls du ein Google-Konto verwendest, kann Google je nach den im Google-Konto hinterlegten Einstellungen deinen Web- und App-Browserverlauf mit Ihrem Google-Konto verknüpfen und Informationen aus deinem Google-Konto zum Personalisieren von Anzeigen verwenden. Wenn du diese Zuordnung zu deinem Google-Konto nicht wünschst, logge dich vor dem Aufruf unserer Webseite bei Google aus.

Du kannst, wie bereits erläutert, deinen Browser so konfigurieren, dass er Cookies abweist. Zudem kannst du in den Cookie-Einstellungen der Datenschutzerklärung von Google verhindern, dass Google Cookies zu Werbezwecken verwenden.

Nähere Informationen hierzu findest du in der Datenschutzerklärung von Google.

2.11.3. Google Analytics

Diese Webseite verwendet Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Ireland Limited, Gordon House, Barrow Street, Dublin 4, Irland („Google“). Google Analytics verwendet Cookies und ähnliche Technologien, um unsere Webseite anhand deines Nutzerverhaltens zu analysieren und verbessern zu können. Die in diesem Zusammenhang anfallenden Daten können von Google zur Auswertung an einen Server in den USA übertragen und dort gespeichert werden. Für den Fall, dass personenbezogene Daten in die USA übertragen werden, hat sich Google dem EU-US Privacy Shield unterworfen. Deine IP-Adresse wird jedoch vor der Auswertung der Nutzungsstatistiken gekürzt, sodass keine Rückschlüsse auf deine Identität erfolgen können. Hierzu wurde Google Analytics auf unserer Webseite um den Code „anonymizeIP“ erweitert (sog. IP-Masking), um eine anonymisierte Erfassung von IP-Adressen zu gewährleisten.

Google wird die durch die Cookies gewonnenen Informationen verarbeiten, um deine Nutzung der Webseite auszuwerten, um Reports über die Webseitenaktivitäten für die Webseitenbetreiber zusammenzustellen und um weitere mit der Webseitennutzung und der Internetnutzung verbundene Dienstleistungen zu erbringen.

Wie bereits erläutert, kannst du deinen Browser so konfigurieren, dass er Cookies abweist, oder du kannst die Erfassung der durch Cookies erzeugten und auf deine Nutzung unserer Webseite bezogenen Daten in den Cookie-Einstellungen der Datenschutzerklärung von Google verhindern. Alternativ dazu kannst du die Verarbeitung dieser Daten durch Google auch verhindern, indem du das von Google bereitgestellte Browser-Add-On herunterlädst und installierst (das Installieren des Add-Ons funktioniert leider nicht bei mobilen Endgeräten).

Nähere Informationen hierzu findest du in der Datenschutzerklärung von Google Analytics.

2.11.4. Unbounce

Unsere Webseite verwendet unbounce, einen Dienst der unbounce Marketing Solutions Inc., 400-401 West Georgia Street, Vancouver, BC, V6B 5A1 Kanada („Unbouce MS“). unbounce ist oder wird für bestimmte Seiten von Aktionen und Werbekampagnen (Landingpages) verwendet.

Diese Seiten werden von Unbounce MS gehostet und der Browser des Users kommuniziert dabei direkt mit dem unbounce, so dass die IP-Adresse des Users übermittelt wird und Cookies gesetzt werden können. Auch alle Angaben die vom User auf diesen Seiten eingegeben werden, werden bei unbounce gespeichert. Eine Auswertung der Aktivitäten wird zur Verfügung gestellt.

Wir haben mit Unbounce MS einen speziellen Vertrag abgeschlossen, der den Erfordernissen in Hinblick auf die Standardvertragsklauseln der Europäischen Kommission entspricht.

Weitere Informationen zu Unbounce MS und dem Datenschutz bei Verwendung des Diensts unbounce findest du hier: https://unbounce.com/privacy/

Damit ist bewiesen und angekündigt, dass auch von dieser Firma dicke Datenpakete von unserem nachbarschaftlichen Engagement geschnürt werden und die High-Tech-Firmen uns und unsere Vorlieben und Gewohnheiten bald besser kennen als unsere besten Freund*innen. Erst vor einer Woche wurde wieder ein neuer Datenskandal im Kontext von Instagram (gehört wie what’sApp zu Facebook) bekannt:

Ein Startup aus San Francisco hat heimlich massenhaft Daten von Instagram-Nutzern gesammelt. Konkret wurden Millionen „Stories“ und Standortdaten gespeichert. Die Informationen hat die Marketing-Firma Hyp3r offenbar genutzt, um detaillierte Werbeprofile von Nutzern zu erstellen – inklusive Bewegungsmustern und möglichen Interessen. Der Vorfall ruft Erinnerungen an den Skandal um Cambridge Analytica wach: Im März 2018 kam ans Licht, dass die Analysefirma Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzern abgegriffen hatte. Instagram gehört seit 2012 zu Facebook. (Quelle: heise)

Dieser ist aber nur einer von vielen Skandalen der Datenkraken. Worin mündet diese Praxis der Aufmerksamkeitsökonomie? Ich habe ein Horror-Szenario im Kopf: Amazon wird sich in den Immobilien-Sektor einmischen, darin marktführend und vermietet nur noch Wohnungen, in denen Alexa installiert ist, das uns husten hört  und uns darauf hin dann ein Medikament – ebenfalls über Amazon – bestellt.

Tatsächlich ist diese social-medial-Gesellschaft eine Mischung aus Huxleys „Schöner neuer Welt“ und Orwells „1984„. Die gegenwärtigen politischen Verhältnisse entwickeln einen Drall ins Autoritäre und Totalitäre, was  ebenfalls in den beiden Büchern genannt wird.

Doch zurück zur Frage, ob und wie wir aus den Social Media aussteigen müssen, sollen, können. Diese Frage beschäftigt die FOSS-Community schon lange und sie hat Alternativen dafür entwickelt, die nur  noch genutzt zu werden brauchen:

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Mehr dazu hier und da. Viel Spaß beim Löschen der Facebook-Accounts und dem Ausprobieren von Fediverse!

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Heißer Erpressungssommer „dank“ „Microsoft“

Winfuture“ meldet:

Erpressungstrojaner: Ransomware „GermanWiper“ löscht Daten einfach
Ransomware-Infektion veranlasst Ausrufung eines Notstandes
Nichts gelernt: Ransomware kostet eine Stadt einen Millionen-Betrag
Ransomware legt großen Windows-Hoster seit über einer Woche lahm
Phobos: Schlimmste 2018er Ransomware hat schon einen Nachfolger
Bitcoin gefordert: Jetzt auch mit Bombendrohung statt Ransomware.

Mit anderen Worten: Gute Zukunft geht nicht mit Windows.

Ich nutze schon seit vielen Jahren Linux und hatte noch nie solche Probleme.

In vielen Zeitungsartikeln und -kommentaren heisst es, dass momentan der deutschsprachige Raum heimgesucht würde.

Falsch: Auch Linux existiert im deutschsprachigen Raum und es gibt kaum eine Distribution oder Flavour, die/der nicht auch in die deutsche Sprache übersetzt wurde. Linux-Nutzer*innen sind nicht betroffen.

Sind wir Linux-Nutzer*innen tatsächlich solch eine verschwindend kleine Minderheit? Wenn ja, dann wird es Zeit, dass sich das ändert!

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Wikileaks, Data Justice and a New Internet — Heather Marsh

An interesting interview with visions which are basing on her struggle as human rights activist and the confrontation with a horrible reality and future.

An interview with Julian von Bargen of York University for an academic research project in the data justice field on the „origins, growth and transformation of the information freedom movement“.

über Wikileaks, Data Justice and a New Internet

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Free Julian Assange, Fight embedded, corrupt Journalism!

Open doors for Assange, presented from (c)Kostas Koufogiorgos: USA (New Europe), Schweden (Old Europe). Great Britain (X-Europe)

If a state is acting on base of secrets, it’s beyond democracy. Democracy needs informations. People should know, what the states are doing. The Human Rights had been created after the knowledge of the cruel history of mass murderings, committed by the German NS state and it’s horrible secrets.

When Julian Assange left and denied the „embedded journalism“, which is disguising = protecting the crimes of policy – specially in wars – and published the bloody truth of war crimes, he was acting on base of our The Universal Declaration of Human Rights. The Human Rights are protecting humankind in general and are therefore more important than secret plans of a single or two states.

Embedded journalism is a soap opera and tittytainment for the tributaries and slaves of the cleptocratic, ruling class. Their war crimes against the working class are taking place daily on all continents.

The reason: This system was been founded in wars and is destroying our wonderful planet  for business and profit (of the military industrial complex and IT corporations, which are part of the complex) and a few very rich stupid white men.

But let’s have a look on the political form of Western societies: The political rulers, governments are mouth prostitutes and business staff for the profit of the ruling class, but not for the interests of the hard working people. The wars of the system are business too and the encreasing death toll rates calculated. It’s a calculation without any moral or real consciousness. This system capitalism has no rationality, no reason, no plan for humankind. It is a profit generating and war machine.

The Human Rights can exist only in a society, which is caring for and establishing good livelihood for all human beeing, including the former ruling class and their bootlickers.

There’s only to say: Let’s struggle on the base of  WELFARE instead  Warfare!

But let’s come back to Julian Assange and the Universal Human Rights, Article 1: „Human beings should act towards one another in a spirit of brotherhood.“ Julian Assange and Chelsea Manning acted in a spirit of brother-& sisterhood for mankind, isn’t it?

Article 18: „Everyone has the right to freedom of thought, conscience and religion; this right includes freedom to change his religion or belief, and freedom, either alone or in community with others and in public or private, to manifest his religion or belief in teaching, practice, worship and observance.“ They (wikileaks, Manning) were practicing their thoughts and their conscience, isn’t it?

Article 19: „Everyone has the right to freedom of opinion and expression; this right includes freedom to hold opinions without interference and to seek, receive and impart information and ideas through any media and regardless of frontiers.“ So why Assange and whistleblowers are prosecuted?

The reason: Human Rights are handled by the dictors and commanders of this system like bullshit. I don’t forget, who financed the German Nazis and specially Adolf Hitler: One of this stupid rich men was Henry Ford. And it’s still the same system and class, who is destroying the UNO and the best juristic declaration of mankind, which was produced in this system by people who have had another character than the stupdid clepto- and plutocrats  and their „tittytainment“ staff currently. Their their character we can find elements of ethics, human thoughts and behavior.

The system is corrupt and the people inside learn, that smart corruption leads into careers and wealth. The victims are made more and more voiceless.

Let’s rise up for more critical voices to stop this irrational barbary, which I’ve called sometimes „amok rum of patriarchy“ which is accompanied by destruction of this planet (some people call it: Mama Earth) and is running towards a nuclear war.

And please join solidarity-actions. Support Chelsea and defend Julian and wikileaks! Let’s fight for free and good journalism, whistleblowing and Human Rights!

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Zukunft für unsere Kinder !

Vorwort an die jungen Klima-Retter*innen:

Vielen Dank für Eure Initiative! Ein Frühling der Hoffnung macht sich sogar unter denen breit, die im Herbst des Lebens stehen. Sind wir nicht alle Gäste auf diesem Planeten? Sollten wir nicht gastfreundlich mit ihm und Unseresgleichen umgehen? Müssen wir nicht dafür sorgen, dass die Generationen nach uns auf ihm leben können? Ich fände es gut, wenn wir die Natur und ihre Ressourcen so benutzen, dass sie Zufriedenheit mehren und wir die Früchte der Arbeit unserer Vorfahren zum Wohlbefinden aller teilen und genießen können. Menschen wollen gern im Einklang mit sich selbst leben, was bedeutet: Die eigene Natur zu achten und pflegen, denn wir wollen nicht krank werden, sondern lange und gut leben. Das gebietet nicht nur das Selbsterhaltungsbewusstsein, sondern die Vision und das Begehr‘ unserer Vorfahren. Viele Eltern sagen ihren Kindern: „Wir möchten, dass Ihr es besser habt und gut leben könnt.“ Die Situation auf diesem Planeten für einen immer größeren Teil der auf ihm existierenden Lebewesen verschlechtert sich jedoch von Jahr zu Jahr immer mehr. Wie im Delirium hören wir nur die immer gleichen Phrasen von Wirtschaftswachstum und „smartem“ „Fortschritt“ bis hin zu „Arbeit 4.0“. Für viele ist es bereits eine Arbeit ohne Wohnung, da sie entweder keine Wohnung gefunden haben oder die Miete für ihre bisherige Wohnung nicht mehr zahlen können. Deshalb gibt es nächsten Samstag erneut eine „Mietenwahnsinn-Demo“ , zu der Ihr herzlich eingeladen seid.

Ich fände es gut, wenn bald Eure Eltern und Großeltern mit Euch gemeinsam auf die Straße gehen und fordern:

Zukunft für unsere Kinder !

Wie wir mit Blick auf den technologischen Wirtschaftssektor in den USA feststellen müssen, ist diese Zivilisation – wirtschaftspolitisch betrachtet – nun in einer Phase der Neo-Plutokratie. Dies bedeutet, dass sich Finanzoligarchen (superreiche Geldbesitzer) quasi ihre Politiker kaufen und Wahlmannschaften mittels „Psyops“ (psychologischen Operationen, d.h. gezielter Manipulation, u.a. mittels falscher Nachrichten) dazu gebracht werden, dem Präsidentschaftskandidaten zuzustimmen. (Mehr dazu in der ARTE-Doku „Fake America great again“, die über youtube noch im Internet zu sehen ist.) Dieser technokratische Komplex – für den Cambridge Analytica und alle Datenkraken stehen – ist zutiefst mit dem militärisch-industriellen Sektor verknüpft. Der wiederum – auf Basis patriarchaler Traditionen – sorgt dafür, dass dieses System nicht nur ein Naturzerstörungs-, sondern auch ein Massenmordsystem ist. Denn: Die Kommandeure der Waffenproduktion brauchen Angst, Unsicherheit, Hass und Kriege, damit sich die Waffen verkaufen lassen. Zu diesem Zweck wurde mittels Robert Mercer und den Alt-Rights („Breitbart“, Steve Bannon) Donald Trump an die Macht in den USA gehievt, der gleichzeitig ein Leugner der Klimakatastrophe ist und weiter auf Kohle setzt. Damit ist er quasi die „Gallionsfigur“ des reaktionären Karbonisten und Waffenfetischisten, der das Naturzerstörungswerk und Massenmordsystem nicht nur fortsetzt, sondern sogar noch forciert.

Wie konnte es dazu kommen?

Der Mensch ist sowohl Natur- wie auch Gesellschaftswesen. Er kann sich jedoch als Naturwesen heute nur erhalten, indem er am gesellschaftlichen Wirtschaftsprozess teilnimmt. Dies, weil alle Lebensmittel Warenform haben. Wir leben also in einer Diktatur der Ware-Geld-Beziehung, die uns als Naturwesen zunehmend von der Natur entfremdet hat.

Am Ursprung des Entfremdungs- und Zerstörungsprozesses steht die Entstehung von Klassen und das Privateigentum an Produktionsmitteln. Damit spaltet sich die Gesellschaft in hauptsächlich in Eigentümer und Eigentumslose, heute: Kapitaleigner und Arbeiter*innen.

Die Klasse , die sich die Arbeit anderer aneignet, ist Kommandeur der Wirtschaft. Da die Eigentümer der Produktionsmittel – die sie sich ihren heutigen Reichtum historisch durch Raub aneigneten, wozu wiederum das Militär diente – ihr Eigentum, ihren Reichtum und ihre Macht behalten wollen, reden sie sich dieses System schön. Nicht nur das: Sie können viele Ideologen bezahlen, die ebenfalls verbreiten, dass dieses System das Beste ist, was die Welt je hervor gebracht hat. Auch der Staatsapparat und darin die Lehrer dienen diesem System und wagen es nicht, es in Frage zu stellen. Mit dadurch bedingt, gibt es wenig an Opposition und Widerstand. Revolutionen wurden immer wieder blutig niedergeschlagen. Das Militär – das Gewaltmonopol des Staates – dient den herrschenden Produktionsmittelbesitzenden. Und nicht nur das Militär- auch die Polizei, die den Hambacher Forst räumte.

Unsere Regierung bis hin zum DGB dient ebenfalls der Waffenindustrie (Rheinmetall, Heckler&Koch) sowie der Automobil-Lobby. <Sarkasmus>Infolge von #Dieselgate werden unsere Kinder lactose- und glutenfrei schleichend vergast.</Sarkasmus> Und die Täter von Politikern gedeckt, weil dieser Produktionszweig angeblich die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft erhält. Die Würde des Autos und die Profite der Kapitaleigner samt Dividende der Aktionäre sind unantastbar, während die Gesundheit der (zukünftig) Arbeitenden durch diese Wirtschaft ruiniert wird!

Was für ein Irrsinn: Menschen begeben sich freiwillig in kleine Blechdosen auf Rädern und lassen sich später im Sommerstau auf der Autobahn darin braten. Einem Hering würde es niemals in den Sinn kommen, freiwillig in eine Heringdose oder auf einen Grill zu springen. Mit daran können wir erkennen, wie sinnentleert, d.h. sinnlos die vorherrschende, kapitalistische Wirtschaftsweise ist: Die unsinnigsten Produkte kommen auf den Markt, die unsere Sinnesorgane zerstören.

Die „smarte Revolution“ führt zu einem Raubbau von „seltenen Erden“ auf dem Boden der Ozeane, wo es noch Lebewesen gibt, die bislang noch nicht erforscht oder entdeckt worden sind. Die Meeresbewohner*innen leiden nicht unter an der Plastikflut, sondern auch unter den mit Sonaren ausgestatteten U-Booten und Unterwasserdrohnen, die den Orientierungssinn von – insbesondere Walen – zerstören.

Anders als die früheren Massensterben, ist der jetzige Artenschwund menschengemacht. „Wir Menschen verbrauchen bereits viel mehr Ressourcen als zur Verfügung stehen, überfischen und vergiften die Ozeane, verbauen und veröden riesige Landflächen…“, schreibt Schrödl in seinem gerade erschienen Buch „Unsere Natur stirbt“. (Quelle: SZ)

Diese Gesellschaft basiert auf „Fortschritt“ und Wirtschaftswachstum.

Der „Fortschritt“ schreitet unaufhaltsam fort – in derselben Richtung wie seit der Erfindung der Dampfmaschine durch James Watt. Jene Maschinen aus dem Hause BULTON & WATT – sowie deren zahlreichen ausspionierten (!) Nachbauten – setzten sich ab 1770 vor allem deshalb durch, weil sie gegenüber Vorläufermodellen weniger Kohle verbrauchten. Heute, im 21. Jahrhundert, verbraucht ein 300-PS-Porsche ähnlich viel Benzin, wie ein „Sparkäfer“ von 1960 mit 1/10 der Motorleistung – dafür ersticken jedoch die Städte an und in der zehnfachen Anzahl der Autos….

In praktisch allen Bereichen der materiellen Produktion bedeutet „Fortschritt“ schneller, besser und billiger zu arbeiten: Ob die zusätzlichen Produkte überhaupt gebraucht werden, interessiert die Herren der Produktion herzlich wenig – erst wenn sich hunderte Paletten unverkäuflichen Produkts im Hof stapeln, erkennt der gewöhnliche Fabrikant ein Problem. Bei der Lösung des „Problems der Vermarktung“ sind Amazon, Google oder Facebook gerne behilflich – selbstverständlich gegen angemessene Bezahlung.

Das gesellschaftliche Problem liegt also nicht nur darin, dass zu viele Treibhausgase in die Luft geblasen werden, sondern darin, dass „unsere“ Jahrhunderte alten Vorstellungen von „Fortschritt“ einer gründlichen Revision bedürfen. Im Zentrum unserer Überlegungen darf nicht länger ein „Wachstum überhaupt“ stehen – gemessen als Bruttoinlandsprodukt in Geldbeträgen – sondern wir sollten überlegen, welche konkreten Produkte wir benötigen und wie wir diese produzieren wollen.

Um die Zeit dafür zu haben und die Transformation der Wirtschaft im Austausch mit Wissenschaftlern, die sich dem Naturschutz widmen, zu erforschen, brauchen wir das Bedingungslose Grundeinkommen für alle.  Siehe dazu den vorigen Beitrag zum Thema BGE.

Streiken und kämpfen wir für eine gute Zukunft!

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Heben wir den Fluch der entfremdeten Arbeit auf!

1984 erschien „Wege ins Paradies“ von André Gorz, der darin an das Produktivkraftkapitel der „Grundrisse“ von Karl Marx anknüpfte. Er entwickelte darin das Konzept eines Einkommens auf Lebenszeit, das unabhängig von der Lohnarbeit ist. Dieses Konzept des BGE knüpft daran an:

BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN

(von Rosa G., geschrieben 2017 für die BASTA!-Erwerbslosenschule und von mir – Alinka – leicht bearbeitet )

Am 24.5.2019 – dem „CimateActionDay – hatte ich (A.S.) später noch ein langes Gespräch mit einer Nachbarin aus der Lausitz über den Kohleausstieg. Ich habe ihr versucht zu erklären, dass bei Erhalt des BGE die Menschen, die in den zu transformierenden Industriezweigen (wozu ja auch der Kohleabbau in der Lausitz gehört) arbeiten – wie alle anderen das BGE erhalten sollten, um auf dieser Basis – zusammen mit den zu gründenden Räten und beratend von z.B. „ScientistsForFuture“ – eine Alternative zu entwickeln.

Doch nun zum Text auf Basis der Erfahrungen mit HartzIV:

Wer in den letzten zwölf Jahren das Pech hatte, in die Fänge der „HARTZ-IV-Diktatur“ (1) (Buchtitel von Inge Hannemann 2015) zu geraten, weiß aus persönlicher Erfahrung, daß es mit den angeblich „höchsten Rechtsgütern“ der Bundesrepublik Deutschland nicht (mehr) allzu weit her ist: „Freiheit“ und „Menschenwürde“ sind für HARTZ-IV-Betroffene de facto suspendiert.

In diesem Zusammenhang werden wir im Rahmen der BASTA!-Beratung des öfteren auf das so genannte BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN (BGE) angesprochen – ein Begriff, der sporadisch immer mal wieder durch die Presse geistert. Schon der unmittelbare Wortsinn deutet an, dass hier ein „Einkommen“ gemeint ist, das ein menschenwürdiges Leben ermöglicht – OHNE nervende Bedürftigkeitsprüfung oder die heute noch alltäglichen Terrormaßnahmen der JobCenter zur Aufnahme irgendeiner Lohnarbeit, meist irgendwelcher „Bullshit-Jobs“ oder die berüchtigten und immer wieder neu aufgelegten „Kompetenzfeststellungsmaßnahmen“ mit Bewerbungstrainings.

Im Jahr 2016 hat das Projekt „Geld fürs Nichtstun“ (DER SPIEGEL) tatsächlich -noch experimenrelle -praktische Formen angenommen: In Berlin verlost eine Initiative (mein-grundeinkommen.de) jeweils 12.000 Euro Spendengeld als Jahres-BGE an angemeldete Bewerber*innen; in Utrecht (Holland) betreibt Vizebürgermeister Everhardt die Verteilung eines „Minimaleinkommens“ an zunächst 250 Versuchspersonen (DER SPIEGEL v. 02. 04. 2016); im französischen Präsidentenwahlkampf befürwortet aktuell der „partie socialiste“-Kandidat Benoit Hamon ein „BGE für ALLE“ (wenn auch auf kriminell niedrigem Niveau: 750 Euro/Mon.); in der Schweiz gab ́s im Juni sogar schon eine Volksabstimmung zur Verankerung eines BGE in der Verfassung -die immerhin rund 23 Prozent Zustimmung erhielt. Die Mehrheit der Schweizer*innen -und nicht nur die (!) -hält das existenzsichernde (bedingungslose) Grundeinkommen offensichtlich (noch) für illusionär.

Gleichwohl wird auch in führenden Wirtschaftskreisen laut darüber nachgedacht. So äußerte beispielsweise SIEMENS-Chef Joe Kaeser im November 2016, er halte „eine Art Grundeinkommen“ für „völlig unvermeidlich“. Auch beim Davoser „Weltwirtschaftsforum“ im Januar 2017 befürworteten diverse Referent*innen entsprechende Überlegungen.

In der Gedankenwelt von Konzernlenkern oder Weltwirtschaftsexperten steht selbstverständlich weniger die „Würde“ von Fahrrad-Kurieren oder HARTZ-IV-ler*innen im Zentrum des Nachdenkens, sondern vielmehr die Minimierung von „Kosten“- seien es nun die „Arbeitskosten“ im eigenen Betrieb, die Kosten staatlicher Verwaltung oder allgemein die „Kosten der Arbeitslosigkeit“.

Dass die Begleichung solcher „Kosten“ NOTWENDIG ist für das Funktionieren von „Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht“ (Karl Marx, erster Satz „KAPITAL“), dämmert nur den wenigsten. Das Grundprinzip dieser „Produktionsweise“ besteht bekanntlich darin, durch möglichst rationelle Anwendung von möglichst niedrig bezahlter Lohnarbeit möglichst große Stückzahlen hochwertiger Produkte auf den Markt zu werfen – und durch den Verkauf der Ware einen Profit zu erzielen.

Sobald nun dieser „Markt“ zu 99 Prozent aus schlecht bezahlten Lohnarbeiter*innen besteht UND keine neuen Märkte mehr erschlossen werden können, entsteht daraus ein Problem:

Die produzierten Waren landen zunehmend auf der Halde, der Gebrauchswert kann sich nicht in Tauschwert verwandeln, der erstrebte Profit nicht realisiert werden.

Auf sozialer Ebene bedeutet dies: Materielle Armut und soziale Verelendung nehmen zu.

Soziale und politische „Kosten“ von Armutsverwaltung (darin enthalten die Gesundheitskosten, die durch materielle Armut und gesellschaftliche Verelendung hervorgerufen werden) und/oder Sicherheit werden weiter steigen; militärische Aufrüstung wird hier wohl wenig ausrichten… — Es sei denn man bezieht sich auf den Satz eines Theoretikers, der folgendes sinngemäß schrieb: „Der Herr Kapitalist ist so blind und so versessen auf den Profit, dass er einem Henker für Extraprofit den Strick verkauft, an dem er kurz danach selbst aufgeknüpft wird“. Doch dieser Theoretiker irrte, denn der Kapitalist lässt die Henker ebenfalls für sich arbeiten und spendet obendrein einen Teil seines Ertrages an die Bluthunde des Kapitals, die Faschisten, wenn er das Vertrauen in die liberale Demokratie verloren hat…

Die Erfahrungen haben wir im letzten Jahrhundert gemacht. Gemäß Lion Feuchtwanger in „Erfolg“ propagierte der GröFaZ im Münchner Hofbräuhaus, dass er seine Feinde völlig legal liquidieren lassen würde. Und so war es ab 1933 auch: mit Eroberung der Staatsmacht durch die NSDAP, GeStaPo und SD wurden Verordnungen erlassen, die die auf Kapitalproduktion beruhende Gesellschaft in ein Massenmordsystem verwandelten.

Je mehr Kapital wir „unseren Herren“ überlassen, umso mehr Kapital haben sie zur Verfügung, von denen sie Massenmörder – auch wenn sie sich als „Rechtspopulisten“ sehen – verdingen können.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen in wirklich existenzsichernder, angemessener Höhe könnte dem und der sich androhenden militärischen Balgerei um Rohstoffe und Absatzmärkte bzw. Territorien für Kapitalexport – Einhalt gebieten.

Als Maß für die Angemessenheit darf allerdings NICHT eine irgendwie berechnete „Bedürftigkeit“ – wie bislang bei HARTZ IV – herangezogen werden, sondern die Leistungsfähigkeit der Gesamtgesellschaft, d.h. ein angemessener Teil des gesellschaftlichen Gesamtprodukts (weitgehend gleich dem jährlich bekanntgemachten „Bruttoinlandsprodukt“ BIP) wird ohne Ansehen der Person pauschal an ALLE verteilt – um den Verkauf des restlichen (Waren-)Produkts sollen sich die einzelnen Unternehmungen weiter „im Wettbewerb“ balgen wie bisher. Zur Höhe dieses BGE habe ich bereits vor Jahren mal die Hälfte des BIP vorgeschlagen – nach den Zahlen von 2008 (also VOR der großen „Finanzkrise“) – wären das exakt 1265 Euro pro Person und Monat gewesen.

In den bisherigen Diskussionen um ein BGE – in welcher Höhe auch immer -bleibt die Frage „Wer soll das bezahlen?“ gar nicht oder zumindest unbefriedigend beantwortet. „Der Staat“ in seiner notorischen Überschuldung wird wohl weder bereit noch in der Lage sein, zusätzlich zu den laut Maastricht-Kriterien „erlaubten“ Schulden in Höhe von 60% des BIP mal eben weitere 50% aufzunehmen. Es bleiben also die privaten Geldbesitzer, die in der Summe über ein „Geldvermögen“ in Höhe des zweifachen deutschen Jahres-BIP (aktuell rund 7000 Milliarden Euro) verfügen. DIESE “Sparer” sparen allerdings nicht auf die Renovierung von „Oma ihr klein Häuschen“, sondern DAS sind Industrie-und Verkehrsbetriebe, Strom-und Wasserversorger, Gesundheitskonzerne etc., die darauf sparen, ihr technisches Equipment nach Ablauf von durchschnittlich 15 Jahren (Statistisches Jahrbuch der BRD 2010) Gebrauchs- bzw. Abschreibungszeit zu erneuern.

DIE könnten aus ihren „Amortisationsfonds“ locker monatlich 1.500 mal 83 Millionen, also rund 125 Milliarden, Euro abdrücken – zumal ihnen dieses Geld in kürzester Zeit aus dem normalen Warenverkauf zurückströmt. Nach Berechnungen von 2018 beträgt die Hälfte des BIP aktuell 1.700 pro Person und Monat. Nach den Zahlen von 2018 (veröffentlicht am 15. Januar 2019) müsste das entsprechende BGE 1.700 € pro Person und Monat betragen, was sich zu insgesamt 140 Milliarden aufsummiert.

Die Zeit, die dadurch den gesellschaftlichen Individuen zur Verfügung steht, könnte genutzt werden, um die Transformation der Gesellschaft voranzutreiben, damit sie sich sowohl den Kriegen widersetzt als auch um die Klimakatastrophe abzuwenden.


(1) Wobei „natürlich“ festzustellen ist, dass das Kapital eine Totalität ist und wir unter der Gesamtheit der Diktatur bzw. dem Kommando des Kapitals (Ware-Geld-Beziehung) leben und HartzIV die Kosten der Ware Arbeitskraft unter ihren Wert drückt. Das bedeutet: Vernichtung durch Arbeit bzw. durch Überarbeitung, wodurch gefährliche Unfälle zunehmen: Nicht nur die „Einschlafstörung des FlixBusFahrers auf der Fahrt von Berlin nach München, sondern auch zunehmende „Kunstfehler“ im Gesundheitswesen.

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