Automobilitarisation

auto-teddy

polar bear cub t

On the picture left, you can see, how animals, male babies and their parents are being instrumentalized for buying cars. We are living inside an „automobilitarisarion“, not inside a „zivilisation“!

The small toy – a white / polar bear cub – dressed in blue color rompler (for male babies) was produced in times of the „white polar bear hype“ of Bärlin. There had been two: cute Knut (2007) and cute Fritz (2017). Both died and couldn’t survive in the animal-prison, called „zoo“.

But what’s about the toys? If the baby takes this toy, many of the relatives, specially men of the family will try talking to the baby: „Oh, what do you have… such a cute bear! And what’s on the dress? Oh it’s a cute car….!!! Please say: „c a r“ or – in German: „Auto“ …. oh, what a cute car!“ That’s the reason, why male babies in Germany can speak/expell „auto“ earlier than „I’m hungry„. And that’s not all: They will get toys, which they can hold in their hands. Of course car toys, which are created even for babies, as this on, called: „Baby-Flitzer„!

In this way, no wonder, that men in Germany loving cars more than (their) kids… AND cars are threaten kids and other human beings…  and of course: animals, who are crossing the streets.

Streets for cars, parking places – all cities are overcrowded by cars… And the traffic is responsible for climate change.

Stop selling such toys as those „teddies“, toy cars and stop producing cars! For our cities and our survive it’s important, travelling with bikes, using public transport services and supporting urban gardening!

 

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Mimese – meme – Inhaltsleere

Theoretische Reflexion und Kritik des Konzeptionspapieres der „Operation“  „B61-12“:

Folgendes halte ich für sehr fragwürdig: „Die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz als Symbol der Stadtentwicklung“ ??? Ich halte eher den BER für DAS Symbol der neoliberalen Bau- und Stadtentwicklung bzw. einer politischen Ökonomie, die gemäß den Prinzipien der heutigen „freien Markt- und Bauwirtschaft“  operiert. (1) Will der Autor der Konzeption davon ablenken? Denn die „Volksbühne“ ist doch  eher ein Museum… und ein Monument der Krise der bürgerlichen Linken, die vom Neoliberalismus aufgesogen wurden und zerfressen sind. Ob in den Polstern dieses Museums bereits dementsprechend die Motten wüten, weiss ich nicht… Wenn jedoch der Leerstand weiterhin andauert, wird auch das Inventar nach und nach verrotten…

„Mimetisches Theater“…. Nachahmung ???? Massenproduktion von gleichen Inszenierungen, in denen das Subjekt Mensch gar nicht mehr enthalten ist? Techno-Konzert-Inszenierungen mit sinnesberaubenden Geräuschen, wie sie fast drei Tage lang (von Freitag bis Montag morgen zelebriert wurden) passen – gemäß meiner Wahrnehmung von Kultur – in etwa so zusammen, wie eine vegetarische oder vegane Speisezubereitung in einer Fleischverarbeitungsfabrik.

Massentourismus und Profit sind keine „Kulturlandschaft“, sondern ist schnöder Kapitalismus!

„Ganze Bevölkerungsgruppen werfen faktisch zwangsumgesiedelt“. Welche Bevölkerungsgruppen? Es sind doch die gering verdienenden Arbeiter*innen und diejenigen, die in der HartzIV-Tretmühle stecken, die die neoliberale Stadtpolitik drangsaliert ! Warum wird dies nicht klar gesagt? Sollen diese Gruppen (die Expropriierten und Proletarisierten) mit in „das Volk“ vermanscht und weiter vom „VOLK“ beherrscht und und instrumentalisiert werden? Dies aber kenne ich von allen bürgerlichen Parteien. Und in Bezug auf den BER siehe: Umsiedlungen

Gab es je „kostenfreien Raum im Überfluss“ ??? Welcher Raum ist damit gemeint? Sofern damit Grund und Boden angesprochen ist: Der gilt als „knappes Gut“, da die Erde – und auch Berlin – sich nicht aufblasen lässt, wie ein Ballon. Insofern kann dieser Satz sich nur auf die Anfangsphase der Menschheit beziehen, als diese begann, sie (die Erde) zu besiedeln.

Mit „unsere Stadt“ wird eine Identität hergestellt. Wozu? „Ort der Sehnsucht“…??? Höchstens für den Mittelstand ! „Unsere Stadt als Beute!“ Oups…!!! Ausgebeutet wurden und werden Menschen, d.h. ihre Arbeitskraft!

Auf S. 2 oben heißt es: Es wird „Gemeinschaftsgefühl zerschlagen“ !  Dann geht es um „Lebensraum“ und dann auch noch der dumpfe Satz: „Die Stadt aber gehört allen Bewohnern gleichermaßen.“ Eben nicht! Städte basieren auf Sklaverei. Erst durch Sklavenarbeit haben sich überhaupt Städte gegründet, die zumeist im Widerspruch zum Land bzw. den Bauern/Landarbeiter*innen standen. Und durch die Konkurrenz innerhalb des Kapitalismus wird auch jede Gemeinschaft zerschlagen. Dazu gibt es in der deutschen Sprache wahrlich genügend Sprichwörter, wie „Jeder ist seines Glückes Schmied“ – oder das, was auch die Nazis zu einem LeiDspruch machten: „Jedem das Seine“ (auf ideologisch-fanatischer Grundlage eines Arier-Kultus, der sich gegen die jüdische Kultur richtete und sie innerhalb ihres Krieges gegen den „jüdischen Bolschewismus“ vernichtete.

Der Soziologe Max Weber kannte noch Klassen und Schichten, nicht jedoch der angebliche „Sozialwissenschaftler“, der dies geschrieben hat. Bei ihm existiert nur die „Bewohner- und Nutzergemeinschaft“. Die wirklichen Produzent*innen des gesellschaftlichen Reichtums, die Bauarbeiter*innen und Architekt*innen kommen darin nicht vor. So what???

„Öffentliche Güter sollten öffentlich verhandelt werden“ ???!!!!  Was bedeutet „verhandeln“ darin?

Warum wird Gesundheit, Energieversorgung, „Automobilitarismus“ (2), öffentliche Verkehrsmittel, Schulen/Kitas etc. in Bezug auf „Stadtentwicklung“ nicht thematisiert? Auch dies gehört dazu.

Kapitalismus ist nicht nur ein Expropriations-, Verdrängungs-, und Zentralisierungsprozess, sondern geht einher mit Kapitalvernichtung.

Von Inhaltsleere zu weiterer Inhaltslosigkeit?

Was kann mensch auch schon von einer Partei erwarten, die erst Rosa Luxemburg liquidieren lässt und 98 Jahre später ein Theater auf einem Platz, der ihren Namen trägt, bespielen lässt?

Ganz Berlin mit seinem BER sowie der Volksbühne ist eine geriatrische Groß-Anstalt der (Krise der) Sozialdemokratie, die – zusammen mit der Zentrums-Partei (Nachfolge: CDU / Konrad Adenauer) samt stalinistischer KPD – der NSDAP den Weg frei machte. Heute sind CDU/CSU samt SPD Wegbereiter der AfD.

Ich stelle mir gerade die Frage, ob die „interventionistische Linke“ der militante Flügel der heutigen neoliberalen Dissozial-Demo-Kratie ist, die eben deshalb keine wirkliche Opposition sein kann. Denn wenn schon auf ihrem Blog zu finden ist, dass vielen von ihnen „vor allem die Niederlage der griechischen Linksregierung noch in den Knochen“ steckt, kann es mit dem „Außerparlamentarismus“ ja nicht weit her sein…  Rosa Luxemburg hatte diesem Bewegungs-Aktionismus eine klare Absage erteilt. Während Bernstein schrieb: „Der Weg (und damit die instrumentalisierten Wegbereiter*innen, d.h. die Bewegung) ist mir alles. Das Ziel ist mir nichts“, erklärte Luxemburg, das Ziel sei das Entscheidende, was die sozialistische Bewegung von anderen Linken unterscheide. Zu guter letzt resümmiert sie in ihrer Schrift „Sozialreform oder Revolution„: „So kommt Bernstein ganz logisch und folgerichtig von A bis herunter auf Z. Er hatte damit angefangen, das Endziel um der Bewegung willen aufzugeben. Da es aber tatsächlich keine sozialdemokratische (lies: sozialistische, kommunistische; A.S.) Bewegung ohne das sozialistische Endziel geben kann, so endet er notwendig damit, daß er auch die Bewegung selbst aufgibt.“

(1) Die Volksbühnen-Identitären sollten dementsprechend froh darüber sein, dass das Theater nicht umgebaut wird…

(2) Autonomiebestrebungen wurden durch Automobilitarismus („freie Fahrt für freie Bürger“) u.a. mittels „Volkswagen“ und deren Agenten und Technokratie erschlagen

 

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Theater der Expropriierten i. Gr.

Grundlegende Skizze und W-Ort-Definition:

Theater: Bewusstmachung von Gesellschaftsprozessen im öffentlichen Raum durch dramaturgische Mittel, der Aufmerksamkeitsökonomie trotzend… Doch die gesamte Gesellschaft ist ein Theater, das uns leider noch durch Sachzwänge Rollen diktiert, die in dicke – und früher schweinslederne – Gesetzesbücher gepresst wurden (zu Presse siehe bitte #operation vb6112).  Die gattungsbezogene Elternrolle wurde in „ERziehungsberechtigte“ transformiert, in der Kinder – bezogen auf das Präfix „er“ nicht die „Muttersprache“, sondern die patriarchal vor-programmierte Vatersprache lernen. Damit ist jetzt hoffentlich bewusster, dass Frauen und Kinder – nicht nur prozentual betrachtet – zu den expropriiertesten menschlichen Lebewesen auf diesem Planeten gehören.

Expropriation: Fortschreitender Enteignungsprozess durch die politische Ökonomie sowie Hemmung auch der Produktivkräfte, der menschlichen Qualitäten bzw. dem menschlichen Wesen  (1)  durch die Existenzunsicherheit und insbesondere die kapitalistische Zerstörungsgewalt des militärindustriellen und -technologischen Sektors auf globaler Ebene.

Wir wollen diesem EIN H A L T gebieten !!!

Wer wir sind – zuerst von mir als Außenseiter*in- und outside vb6112 formuliert:

Manche Medien und Künstler*innen beschrieben uns bis heute bzw. sich selbst als „Tote auf Urlaub“. Wir sehen uns jedoch als Gäste auf diesem Planeten und negieren den Urlaub, der durch die kapitalistische Tourismusbranche die indigenen communities zerstört. Statt dessen wünschen wir uns, auf Basis von Gastfreundschaft leben zu können und diese Lebenshaltung zum Wohl aller wieder gesellschaftlich zu verankern, d.h. die Grundlage des Lebens/Daseins wieder zu entdecken.

In Bezug auf die „Volksbühne“: Keinesfalls woll(t)en wir eine Immobilie in Besitz nehmen, die „dem Volk“ mittels einer von außen angebrachten Inschrift gewidmet ist. (2) Denn wir sind konkrete Individuen und einzig-un-artig. Jede* einzelne* von u.n.s. lässt sich nicht zuvielisieren. 

(1) siehe dazu Ashley Montagu: „Zum Kind reifen“

(2) und außerdem nur der Gewinnsteigerung von Grund&Boden bzw. dem neoliberalen Casino-Finanzkapital dienen soll.

Hier sind public pads zum Thema:

Einleitung „Theater der Expropriierten“

Die wirklich demokratische Opposition bzw. „Demokratie von unten“ als Ideenentwurf für das Haus am Rosa-Luxemburg-Platz

 

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Operation vb61-12

Mediales:

Im Konzeptpapier, der „Operation vb6112“ welches in der Volksbühne immer noch nicht wirklich reflektiert und aufgehoben/transformiert werden konnte, taucht die „kollektive Schönheit“ auf, die jedoch meinem ästhetischen Empfinden gemäß – nicht nur in zahlreichen Pressekonferenzen – eher ein hässliches Gesicht zeigte.

Hier der Autor des Konzeptpapieres, der mich in VV versuchte niederzumachen, aber nicht dazu bereit war, mit mir darüber zu diskutieren.

Er hielt es noch nicht einmal für nötig, in der Konzept-AG mitzuwirken. Warum? Weil er sich wie ein Oberintendant inszenierte? Machtrausch? Megalomania?

Doch nun ein szenisches Theaterstück zu Politik und Schönheit:

Philipp Ruch liegt in einer Badewanne, das mit Theaterblut angefüllt ist und rezitiert sich selbst:

Die Suche im Inneren

Wir kommen als Menschen nicht darum herum, eine Vorstellung unserer seelischen Vorgänge zu gewinnen. Die Ideen über die Seele, das Innere, selbst die Gefühle steuern jeweils dieselben Phänomene an. Mit der Bewegung der Romantik wurden die Gefühle des Menschen zum ersten Mal als eine Art Heilquelle betrachtet. Niemandem käme es heute in den Sinn, die geistige Übermacht der Gefühle gegenüber den Gedanken ernsthaft zu bestreiten. Der Primat der Gefühle erscheint uns allzu offensichtlich. Gefühle korrumpieren unsere Gedanken nach gängiger Auffassung nicht nur, sie konstituieren sie. Es gibt eine Vielzahl eindrucksvoller Beispiele, die dies belegen. Nicht das Ich ist Herr über uns. Unsere wahren Herren heißen Leidenschaften, Emotionen, Stimmungen und Launen..“ (S. 142 ff. in „Wenn nicht wir, wer dann?“, München 2015)

Aus dem OFF ertönt eine Stimme (nein – nicht die des erklärten Anti-Romantikers Peter Hacks »Ach Volk, du obermieses, / Auf dich ist kein Verlass. / Heute willst du dieses, / Morgen willst du das.«, sondern eine in der Volksbühne völlig unbekannte, die wie ein voice-bot klingt, d.h. roboterhaft): „Heil Philipp! Danke, dass Du die Operation ‚Sarkophag Oberndorf‘ nicht gemacht hast!

Philipp Ruch nimmt nach „Heil Philipp“ seine beiden Hände an die Ohren, presst sie darauf, winkelt seine Beine an und senkt seinen Kopf auf die Knie.

Eine Person in einem Anti-Tittitainment-Kostüm tritt vor und sagt:

Nuklearwaffen sorgen zwar für die Schlagzeilen. Aber es sind die konventionellen Waffen, die jeden Tag Menschen töten.

„Der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Anan hat Waffen dieser Art als die eigentlichen „Massenvernichtungswaffen“ unserer Zeit bezeichnet. Denn sie sind günstig, leicht zu bedienen und sehr weit verbreitet. Ungefähr 875 Millionen Kleinwaffen sind weltweit im Umlauf, so das Auswärtige Amt. Mit ihrer Hilfe werden nach Schätzungen von UNICEF jährlich bis zu 500.000 Menschen getötet – mehr als mit allen anderen Waffen und Waffensystemen.“

aus:  Deutschlands tödlicher Exportschlager

Plötzlich steht eine unkostümierte Frau aus dem Publikum auf, stellt sich neben sie und fragt laut: „Warum hat niemand in der deutschen Presse jemals OBERGRENZEN für Waffenproduktion und -exporte gefordert? Hat Deutschland eine tödliche Presse, in der ERpressungsmethoden inkarniert sind?“

Eine weitere Frau in Alltagskleidung steht auf, bleibt jedoch auf ihrem Platz stehen und sagt: „Wir sollten diese Fragen an die darin arbeitenden stellen. Ich habe eine Idee: Wir gründen jetzt eine Mediengruppe, laden weitere Medienschaffende ein und besuchen Redaktionen der Mainstream-Medien, wobei wir die darin Arbeitenden direkt befragen.“ Und sie fügt hinzu: „Damit die Presse niemanden mehr erpresst, muss sie aufgehoben werden!

Die Frau im tittytainment-Kostüm tritt aus dem Hintergrund hervor und sagt: Noch leben wir in Zeiten, in denen „In der Strafkolonie“ von Franz Kafka präsent ist und der Apparat die Druckmaschine von Gutenberg ersetzte.

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War die „Operation vb6112“  eine Inszenierung der Volks-Apparatschiks (Henker&Richter), die sich u.a. gegen den Streik der Arbeitenden in der Charité richtete ? Oder zielte sie darauf ab, eine wirkliche politisch-inhaltliche Debatte während und vor der BT-Wahl zu verhindern? In den „Freiraum“ stürmten obskure und empathielose Gestalten und eine davon kritzelte in der nacht von Sonntag auf Montag „Adel 88“ an den Türrahmen. Zahlreiche Hefte/Bücher des neuen Volksbühnen-Programmes wurden während des Technoparty-Rausches in einen Container geworfen.

Hat dies niemand vom „inside ZK“ gesehen? War dies zu sehr damit beschäftigt, Pressekonferenzen vorzubereiten und Schattenplenas etc. abzuhalten? Hin und wieder kamen „von oben“ Anweisungen, dass und wo geputzt werden müsse … Einige „von unten“ verweigerten „den Dienst“. „Die ‚da oben‘ können auch mal einen Putzlappen in die Hand nehmen“ meinten sie.

Vor diesem ZK-Pöbel (ohne Programm und Plan, aber „Obermacker“ und Bosse spielen) graut es mir. Das „Fuß-“ und „Handarbeitsvolk“ wurde unmenschlich behandelt, weshalb auch die gesamte Arbeiter*innen-Schaft der Volksbühne sich empörte und umso mehr damit die Intendanz von Decron stärkte. Die „Interventionistische Linke“ – die keinerlei Kontakt zur Arbeiterschaft hat, sondern sich über sie erhebt – sollte in keinster Weise mehr gefördert werden. Alle, die bislang darin mitwirkten, schnellstens austreten bzw. dem empathie-, kultur- und theorielosen ZK dieser Organistion, die nicht wirklich organisieren kann, die Gefolgschaft verweigern.  Z.B. wurden trotz 3-Tages-Parties mit dröhnender Musik noch nicht einmal die Fensterscheiben der Schlafräume mit Pappe abgedichtet,  es wurden aber Menschen eingeladen, dort zu nächtigen!

Und noch apropos Bücherentsorgung: Das hätte mensch mit dem Machwerk von Philipp Ruch machen sollen. Aber immerhin zeigt es exemplarisch den Verfall der Geisteswissenschaft an der Humboldt-Uni auf.

Die neoliberalen Kopfverwurstungsfabriken und die neoliberale Gesellschaft schaffen Hohlköpfe und abgestumpfte, empathielose Individuen. Diese mentalen Verblödungsanstalten müssen aufgehoben werden, damit Raum für  eine Wissenschaft geschaffen werden kann, die dem Menschen dient.

 

 

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Water is Life! Stop Water Grab !

Tuesday  I’ve received a call of Amensty International. The activists are organizing a democratic protest against the privatisation of water in Greece.

Some pages in English about it:

https://www.tni.org/en/article/thessaloniki-greece-struggling-against-water-privatisation-times-crisis

https://you.wemove.eu/campaigns/stop-water-privatization

http://www.savegreekwater.org

http://www.occupy.com/article/greek-government-sabotaging-its-people-with-water-privatization-scheme

Water Grabbing

The activists in Greece demand (translated from griechenlandsoli):

  • 12 Mio. Euro of the profit should be invested for one year into 1000 labors, who shall get a monthly wage of 1000 Euro.
  • 7 Mio into a social tariff, which should obviate, that people are cut of the water feed by financial reasons.
  • 2 Mio. into public wells
  • 1 Mio into bottles / glass pots for water accomodations in schools and public services (goal: the expensive water shall be replaced by water of the pipelines).
  • 10 Mio. into water infrastrastructure projects.

In June 170.000 signatures were handing over to the President of the Eurogroup Working Group Thomas Wieser.

200.000 people have signed the petition of WeAct and WeMove,  but Mr. Schäuble (Federal Minister of Germany of Finance Affairs) is refusing to give Imke and other activists an appointment and to participate in the handover of the signatures. In this way Mr. Schäuble shows, that he is forcing the privatisation of water („water grabbing“) AND does’nt care about the 200.000 people who are protesting democratically for the right of drinking water for the people and the 1,8 Mio people who signed a petition, that water shall be a common good.

His great-grandparents – or the government of them – committed genocide of the Ovaherero and Nama by let them die of thirst.

His parents – or the government of his parents – committed genocide of the European Jews and Rromnja… by using not only guns, but a „water lie“ too: Their victims was told, to take a shower, but when they had been arrested in the chambers, toxic gas came out of the pipelines.

It seems, that Mr. Schäuble never took the lessons of these capital crimes and he is still a kleptocrat and supporting kleptocracy.

And please be aware, that the struggle against water privatisation is a struggle for life – preventing another new genocide in Europe – and please be aware too, that the CDU will start again „water grabbing“ in Germany, if the struggle against water privatisation in Greece will fail!

You can write protest letters to following email adresses: wolfgang.schaeuble(at)bundestag.de and please put in CC: buergerreferat(a)bmf.bund.de

And please send it to your families, peers and friends. It would be very good, if we start a protest outside the Ministry of Wolfgang Schäuble as soon as possible.

Here you can find the call in German language of the organizers and the petition in German.  Please sign it!

The water privatisation in Greece will give Nestle more power for its Water grab in Europe. Here a documentation, how Nestle is acting:

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Die „Sozial“demokratie und der Krieg

Noch haben wir – neben dem „Luther-Jahr“ – das „Kapital-Jahr“; d.h. vor 150 Jahren wurde der 1. Band des „KAPITAL“ publiziert, in dem Karl Marx die Ergebnisse seiner Forschung zur „politischen Ökonomie“ darstellte und damit eine neue Wissenschaft schuf: die „Kritik der politischen Ökonomie“. Karl Marx fiel in seiner Jugendzeit auf, wie entfremdet die Menschen lebten und dass die Grundbedürfnisse des Menschen nicht geachtet werden. Die philosophisch-ökonomischen Manuskripte (auch „Pariser Manuskripte“ genannt) legen Zeugnis darüber ab, wie sehr ihn diese Entfremdung berührte. Ich bin mir auch sicher, dass er darüber viel mit Jenny Marx, seiner Ehefrau sprach und die das Bewusstsein von Karl Marx auch bezüglich der Entfremdung zwischen den Geschlechtern und des Verlustes der Gattungsidentität schärfte.

Am heutigen Tag von hundertunddrei Jahren stimmt die Sozialdemokratie den Kriegskrediten zu und ist seitdem keine humanistisch gesinnte Arbeiterpartei mehr. Dies, weil sie damit völlig auf die Seite des Kapitals wechselte, das durch die Notwendigkeit der erweiterten Reproduktion des Kapitals (auf Basis von Akkumulation und Verwertungszwängen) imperialistisch wurde, d.h. neue Absatzmärkte benötigte und auf einen unter Engländern und Franzosen beherrschten Weltmarkt prallte. Da die Sozialdemokratie sich zuvor auf die französische Revolution sowie humanistische Grundwerte berief, verriet sie mit ihrer zunehmenden Ablehnung einer proletarisch-kommunistischen Revolution selbst die bürgerlichen Freiheitsrechte, die durch die Französische Revolution erkämpft wurden sowie die humanistischen Ideale und zeigte 1914 auf, dass all diese idealistischen Werte nicht mehr zählten.  Der SPIEGEL ONLINE nannte es: „Der Sündenfall der SPD“. Darin steht:

(…) Die Taktik, das Deutsche Reich als argloses Opfer einer russischen Aggression darzustellen, ging perfekt auf. Am Abend des 31. Juli 1914 teilte das Kriegsministerium den militärischen Kommandos mit, „nach sicherer Mitteilung“ habe die SPD „die feste Absicht, sich so zu verhalten, wie es sich für jeden Deutschen unter den gegenwärtigen Verhältnissen geziemt“. Buchstäblich über Nacht schlug die Stimmung auch bei den Arbeitern um.

Dazu trug die sozialdemokratische Presse bei, die nun insgesamt auf die offizielle Propaganda hereinfiel, die Armee werde nur zur Verteidigung mobilisiert – russische Barbarenhorden seien schon im Anmarsch. Instinktiv entschied sich die Arbeiterschaft für ihre vermeintlich bedrohte Heimat.

Die deutschen Gewerkschaftsvorstände riefen bereits am 2. August zur Einstellung aller Lohnkämpfe auf, zur patriotischen Zusammenarbeit mit dem alten Klassenfeind. Mit dieser Haltung, die als „Burgfrieden“ in die Geschichte des Ersten Weltkriegs einging, nahmen sie in vorauseilendem Gehorsam den berühmten Appell Wilhelms II. vorweg, der erst zwei Tage später kam: „Ich kenne keine Parteien mehr, ich kenne nur Deutsche!“ An diesem 4. August 1914 geschah dann auch im Reichstag, was bis Ende Juli unvorstellbar gewesen war: Die SPD-Fraktion erklärte ihre Zustimmung zu den Kriegskrediten. (…)

Die „Sozial„demokratie hat dadurch auch den Begriff des Sozialen und der Solidarität zerstört, denn das Kapital ruiniert Gesellschaft(en) samt Familienverbänden und setzt auf aggressive Konkurrenz. Konkurrenten werden zu Feinden, die einander „bis auf’s Messer“ (d.h. gewalttätig und militärisch) bekämpfen.

Eben deshalb schrieb die Kriegsgegener*in und Kommunistin in der SPD, Rosa Luxemburg ihr Buch: „Die Krise der Sozialdemokratie„.

Sie äußerte darin:

(…) Mitten in diesem Hexensabbat vollzog sich eine weltgeschichtliche Katastrophe: die Kapitulation der internationalen Sozialdemokratie. Sich darüber zu täuschen, sie zu verschleiern, wäre das Törichtste, das Verhängnisvollste, was dem Proletariat passieren könnte. »…der Demokrat« (das heißt der revolutionäre Kleinbürger), sagt Marx, »geht ebenso makellos aus der schmählichsten Niederlage heraus, wie er unschuldig in sie hineingegangen ist, mit der neugewonnenen Überzeugung, daß er siegen muß, nicht daß er selbst und seine Partei den alten Standpunkt aufzugeben, sondern umgekehrt, daß die Verhältnisse ihm entgegen zureifen haben.« (…)

Die „S„PD hat diese Kritik von Luxemburg nicht nur nicht beherzigt, sondern diese kluge Frau wurde von der Noske-Soldateska vier Jahre später heimtückisch ermordet. Das „Hamburger Programm“ der „S„PD spricht Bände über die Resistenz von Selbstkritik seitens dieser Partei. Eine Partei, die über Leichenberge marschiert und deshalb – inklusive aller anderen (klein-)bürgerglichen Parteien (wozu auch „die Linke“ zählt) ist für mich nicht wählbar.

Der Krieg, der – im Grunde schon vor – 1914 begann (beim Kolonialismus und Sklavenhandel in Latein-&Mittelamerika sowie Afrika waren auch  alle führenden europäischen Großmächte beteiligt) dauert immer noch an.  Er hat verschiedene Phasen durchlaufen. Ich weigere mich, die Ideologie bürgerlicher Historiker zu goutieren, die eurozentristisch agieren und argumentieren. Dies, weil ich „Welt“ als ideologischen Begriff ansehe und weil es – auch der anderen Seite bzw. dialektisch reflektiert – noch nie „Weltfrieden“ gab. Dieser  ist jedoch erst dann möglich, wenn die Menschen sozial gleich sind und das konkrete Individuum als menschliches Gattungswesen zufrieden ist, d.h. seine natürlichen Bedürfnisse auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnis (Ernährungswissenschaft, Agrikultur (heute sehr wichtig: die Permakultur), Medizin sowie alle anderen Naturwissenschaften). Erst wenn die Zwänge der Kapitalverwertung abgestreift sind, kann die Wissenschaft dem  Menschen dienen.

 

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Islamismus made in Germany

Wie und wozu der Islamismus als globaler Djihad bzw. islamistischer Terrorismus in Deutschland erfunden wurde (historischer Abriss)

Ohne Zweifel sind Religionen durch Instrumentalisierung seit der Konstantinischen Wende Transmissionsriemen für Massenmorde.  Bereits in den Buchreligionen finden sich viele Aufrufe zu Gewalt, wie ein TAZ-Artikel des letzten Jahres beschreibt.

„So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben“ könnte aus dem „Steinzeitislam“ von ISIS/ISIL stammen, steht aber in der Bibel…

Der Geisteswissenschaftler Léon Poliakov wies in seinem Werk „Geschichte des Antisemitismus – III. Religiöse und soziale Toleranz unter dem Islam“ in Bezug auf den islamischen Jihad und christlichen „Heiligen Krieg“ auf folgendes hin:

„‚Diese Religion ist eine bequeme Sache‘ sagt die muslimische Tradition . ‚Allah will für uns Freude und nicht Qual‘ sagt auch der Koran. Es handelt sich beim Islam um eine Religion, die weniger das Erhabene, noch das Unmögliche verlangt; sie ist weniger eifrig als das Christentum darauf bedacht, die Menschheit auf unzulängliche Höhen zu führen und darum auch weniger geneigt, dieselbe im Blut zu baden.“ (S. 26)

(…)

„Es gilt hier aber auch noch einem anderen Thema nachzusinnen. Ungefähr bis zum Ende des ersten Jahrtausends war das Christentum eine Religion, die sich ständig ausbreitete. In einigen Jahrhunderten hatte sich das Licht des Christentums auf friedliche Weise über die ganze antike Welt hin verbreitet; nach dem Untergang des römischen Reiches und sogar nach dem Einbruch des Islam brannte die Flamme dieses Lichts in ihrem alten Glanz zunächst weiter, während friedliche Missionare dieses Licht bis zum Nordkap und bis an die Grenzen des Pazifik trugen.
Jedoch hatte schon Karl der Große, der sich in Rom zum Kaiser hatte krönen lassen, die Sachsen nicht durch das Wort, sondern durch Feuer und Schwert unter die Herrschaft des Evangeliums gezwungen. Als sich jedoch das Zurückgreifen auf den ‚weltlichen Arm‘ in der Handlungsweise der Kirche endgültig einbürgerte und als das Papsttum, vor allem nach dem Triumph von Canossa, den Kreuzzug predigte und christliche Truppen zum Sturm auf das Heilige Land einsetzten, hörten die Fortschritte der Evangelisierung mit einmal auf. Waren die Kreuzzüge der Hochverrat von seiten der Geistlichkeit? Tatsächlich wurden dadurch nicht nur die Herzen der Juden, die zu tausenden von den Kreuzfahrerbanden ermordet wurden, sondern auch die der Muslime verstockt. Diese waren fromme Verehrer Jesu gewesen, wurden aber jetzt von erbitterten Verächtern Mohammeds angegriffen. Die Rückwirkung der Kreuzzüge führte zu einer fast vollständigen Ausrottung des Christentums in den Ländern des Islam (…). Von jetzt ab muß das Vordringen des Christentums einer Gegenbewegung weichen.“ (S. 56)

Nun ja, die heutige „Gegenbewegung“ zur „Evangelisierung des Irak“ während und nach dem „Heiligen Bush-Krieg“ 2003 wurde Da’esh und brachte die Ermordung zahlreicher Christen im Irak mit sich. Mitbedingt durch „The Clash of Civilizations“ von Samuel Huntington, der nach dem Kollaps der SU nur eine Fortsetzung des kalten Krieges mit anderen strategischen Zielen antizipierte, befinden sich die sogenannten „westlichen Werte“ und ihre Politik mittlerweile in einem Endzeitschlamassel.

Doch zweifellos haben deutsche Außenpolitiker und Imperialisten ab dem 1. Weltkrieg an der Jihadisierung des Islam einen bedeutenden Anteil. Wolfgang G. Schwanitz schreibt dazu:

„Das 20. Jahrhundert begann mit einer konzertierten deutsch-osmanischen Aktion für eine islamistische »Revolutionierung ›Made in Germany‹«, die zweieinhalb Jahrzehnte später ihre deutsch-arabische Neuauflage erfuhr. Die Idee wurde lokal aufgegriffen und nationalisiert, zum Beispiel durch die ägyptische Muslim-Bruderschaft ab 1928 als eine Hauptorganisation des modernen Islamismus. Auch im Zweiten Weltkrieg erwies sich die Idee der Revolutionierung nach deutscher Machart als wichtige Kraft, zumindest für die Nationalisten Nordafrikas, West- und Mittelasiens.“

Dementsprechend schlussfolgerten  richtig, dass in Deutschland der globale Djihad erfunden wurde.

Und so rezipiert Matthias Küntzel den Beginn dieses Jihad in seinem Buch die „Die Deutschen und der Iran“ auf S. 28:

„Am 30. Juli 1914, wenige Tage vor dem deutschen Kriegseintritt, kündigte Kaiser Wilhelm II an, ‚die ganze mohammedanische Welt‘ gegen die Briten, ‚dieses verhasste, verlogene, gewissenlose Krämervolk zum wilden Aufstande entflammen‘ zu wollen. Es sei an der Zeit, sekundierte Generalfeldmarschall von Moltke, ‚den Fanatismus des Islam zu erregen.‘ Am 15. August 1914 forderte schließlich Wilhelm II. in einer Mitteilung an Enver Pascha: ‚Seine Majestät, der Sultan, muss die Muselmanen in Asien, Indien Egypten, Afrika zum heiligen Krieg fürs Kalifat aufrufen.“

Es wurde bekanntlich in der deutschen Öffentlichkeit viel darum gestritten, ob der Islam zu Deutschland gehöre oder nicht. Richtig wäre es, davon zu sprechen, dass der Djihad und islamistische Terrorismus zu Deutschland gehört. Denn immerhin erließ der deutsche Außenpolitiker Oppenheim folgende Anweisungen: „Möglichst viele kleine Putsche und Attentate sind zu veranlassen.“ Da wir uns im Wahlkampf befinden, sollte die Mitverantwortung der Sozialdemokratie darin nicht unerwähnt bleiben, die sie stimmten für die Bewilligung der Kriegskredite.

Wolfgang G. Schwanitz schrieb bezüglich der Auswirkungen der Strategie des deutschen Imperialismus noch folgendes:

„Damit erhielten die Islamisten nicht nur eine zweischneidige Waffe gegen die jüdisch-christlichen und die anderen Traditionen, sondern die Deutschen legitimierten noch die Berechtigung der rückwärtigen Revolutionierung in den beiden großen Koalitionskriegen gegen den Westen; und, noch zwei Schritte weiter, gegen sich selbst.“

Den „gegen sich selbst gerichteten“ Jihad vollziehen heute nicht nur die aus Deutschland stammenden Da’esh-Anhänger, von denen viele in der Schlacht um Mossul starben bzw. nun festgenommen wurden, sondern auch die hiesigen Rechtspopulisten inkl. AfD. Sie terrorisieren die deutschsprachige Öffentlichkeit in den sozialen Netzwerken mit einer Angst- und Panikpropaganda, wie ihn Da’esh gerade dringend braucht. Nicht nur das: Ein AfD-Politiker wünscht sich islamistische Anschläge, um den Umfrage-Absturz zu stoppen. Nun, diese sollte bekanntlich der Kamerad Franco A. durchführen, der jedoch geschnappt wurde, was Arvid Immo Samtleben samt vielen weiteren AfDlern und Co.KG (KG=KriegsGemeinschaft) sicherlich nicht erfreute.

Warum wurden die Anschläge vom 11. September 2001 von vielen Rechten/Nazis – insbesondere Horst Mahler – bejubelt?

Dieser BND-Agent hätte auch gejubelt.

Tradition?

Doch noch kurz zum „wozu“: Ich denke: Insbesondere den Chefstrategen geht es um profane – politökonomische – Macht und ihre „Posten“ darin. Und dabei marschieren sie über Leichenberge. BTW: Manche fliegen jedoch zumeist

 

 

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Die Linke nun wieder Feindbild Nr. 1 ?

Ich stehe heute früh, den 12.07.2017 auf und schalte ab 8:00 Uhr das Radio ein. Ich höre im DLF die Nachrichten sowie die Presseschau… und immer noch tobt die Gewaltdebatte über den G20-Gipfel in Hamburg. Es überwiegt ein beträchtlich niedriges Niveau der Hetze und Schuldzuschreibungen. Mir wird schlecht. Doch ich raffe mich auf und schreibe diesen Blogartikel als Therapeutikum gegen Verblödung und mentale Körperverletzung durch die Mainstream-Medien:

So, wie für zahlreiche Journalisten und damit für die Journalistik in Deutschland generell die Pressefreiheit in Hamburg ausgehebelt (siehe dazu auch die Anfragen der Journalist*innen der der BPK auf „Jung & Naiv„) wurde und das Demonstrationsrecht bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt, so scheint nun das Prinzip „im Zweifel für den Angeklagten“ bzw. die gesamte Rechtsprechung und die Judikative nicht mehr zu gelten. Aus allen Rohren feuern bürgerliche Medien auf angeblich „gewaltbereite Linke“ und es sprudeln Hetztiraden aus den Mündern deutscher Politiker gegen „Globalisierungsgegner“. 1

Der Tagesspiegel hat heute eine Karikatur von Klaus Stuttmann dazu veröffentlicht, die meine Kritik auf den Federstrich bringt und via Twitter verbreitet wurde:

 

Noch ermittelt die Polizei und hat zum Zweck der Aufklärung sogar eine Sonderermittlungsgruppe zusammen gestellt, um die Akteure der Hamburger Straßen- und „Schanzenschlachten“ zu ermitteln, doch „die Linke“ ist bereits im Fadenkreuz der Anschuldigungen. Damit haben wir es mit einer klassischen Vorverurteilung zu tun. Dies, obwohl auch Rechte/Nazis nach Hamburg mobilisiert hatten und randalierten, wie „Telepolis“ berichtete.

Vielleicht wurde gar „hinter den Kulissen“ gezündelt, um genau diese Bilder bzw. diese Exzesse in den Blickpunkt der Öffentlichkeit zu hieven, um anschließend „der Linken“ wieder mal eine Gewaltdebatte aufzubürden sowie sie ins Fadenkreuz der Kritik bzw. Hetze zu stellen? Dies auch mit dem Ziel, die Gewalt der herrschenden Verhältnisse zu beschönigen und zu relativieren?

Vergleichen wir die Debatten mit dem Kreuzberger 1. Mai 1987: Es gab fast jeden 1. Mai vor 1987 kleinere Scharmützel mit der Polizei, bevor sich im Mai 1987 die Wut der Kreuzberger Bevölkerung über die Unzumutbarkeiten des Kapitalismus durch Randale Bahn brach. Plünderungen von Geschäften, die alkoholische Getränke verkauften und die anno 1987 noch nicht „Späties“ hießen und an Feiertagen schließen mussten, fanden bereits vor der Demonstration statt. Urheber war tatsächlich die angestammte Kreuzberger Bevölkerung, Erwerbslose, Arbeiter, Eierdiebe, darunter Raufbolde, die gern mal „einen über den Durst“ tranken und die sich in der „Weißen Taube“ hin und wieder auch mal eine ausgemachte Wirtshausschlägerei leisteten. An der Straßenschlacht später beteiligten sich viele Jugendliche, die auch in der Rütli-Schule gern Lehrer attackierten und für die sowohl Lehrer wie Bullen verhasste Schinder einer verhassten Staatsmacht waren. Somit war der 1. Mai in Berlin-Kreuzberg der Tag und Ort, an dem mit dem System Unzufriedene „die Sau rauslassen“ konnten und dies auch taten.

Es ist anzunehmen, dass es während des G20-Gipfels im Hamburger Schanzenviertel ähnlich war und dass natürlich die herrschenden Politiker und Medien sich davor fürchten, dies als Randale der „ganz normalen Bevölkerung“ anzusehen. (update-Einschub, nachdem ich die Twitter-Meldungen las: Die „STELLUNGNAHME ZU DEN EREIGNISSEN VOM WOCHENENDE“ von Geschäftsleuten in HH scheint meine Vermutung zu bestätigen.) Dies, weil „so etwas“ nichts mit „Volk“ zu tun hat, das ja dazu verdonnert wird, die Schikanen und Unzumutbarkeiten widerspruchslos hinzunehmen. Und mit der Geißelung der Linken wird versucht, diesen Widerspruch „auszumerzen“, obwohl er sich ja auch in AfD 2 und „Pegida“ – jedoch zweilfellos rechtsgerichtet – organisiert. Ebenso zweifellos werden damit die Rechtspopulisten gestärkt.

Um aber noch auf meine am Anfang diese Blogartikels geäußerte „Verschwörungsthese“ kurz einzugehen: Der Verfassungsschutz hatte seit dem „Reichstagsbrand“ und auch im Nachkriegsdeutschland ein starkes Interesse an einer Militantisierung und damit Kriminalisierung der Linken. Dies belegen u.a. Aussagen von Bommi Baumann, der behauptete, dass die ersten Waffen- und Bombenlager allesamt vom VS angelegt wurden. Desweiteren wurden in der Geschichte der Linken immer wieder Spitzel aufgedeckt, die innerhalb der „Autonomen“ agierten, wie zuletzt auch im „Sozialforums“ um den Berliner Professor Peter Grottian, das von mehreren Spitzeln ausgeschnüffelt und infiltriert worden war. Außerdem ist davon auszugehen, dass der Sicherheitsapparat durchaus in der Lage ist, „Planspiele“ zu antizipieren, die dann auch in die Tat umgesetzt werden. Jeder Polizeipsychologe3 weiß, dass die Unzufriedenheit in der Bevölkerung anwächst und dass „Dampf ablassen“ auf friedlichen Latschdemos sowie Fussball allein nicht ausreicht, um die die Wut der Unzufriedenen zu kanalisieren. Fragen wir uns nun einmal auf der Ebene“ qui bono“ – und auch dies ist eine Hypothese -: Es dürfte im Interesse des herrschenden Rechtsstaates gewesen sein, die durch die herrschende Sicherheitspsychologie4 und deren Medien im Vorfeld angeheizten und prognostizierten Randale – um damit u.a. das Camp in Hamburg verbieten zu lassen – in der Hochburg der Hamburger Szene, dem Schanzenviertel, zu konzentrieren.

Zum unteren Tweet passt das, was die TAZ am 18. 10. 2010 bezügl. verbeamteter Provokateure schrieb. Leider existiert der „Stuttgart21“-Blog nicht mehr, sondern nur noch Spurenelemente davon in einem Forum, das noch weitere solcher Fälle und Gipfeldemonstrationen (wie u.a. den G8-Gipfel in Genua 2001) reflektiert. Ferner wurden 1981 dem Berliner Ermittlungsausschuss Fotos mit Gedächtnisprotokoll zugespielt, die einen „Schwarzblockaktivisten“ aus einer Wanne aussteigend zeigten. Dieser Provokateur mischte sich unter die Demonstrant*innen einer Hausbesetzer*innen-Demo, warf Steine und kehrte nach dieser Aktion wieder zu seiner Einheit zurück. Ein ähnliches Vorgehen ist aus den Demonstrationen gegen den G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm bekannt. Mit einem Unterschied: Der Provokateur wurde der Polizei von den Blockierern übergeben. Das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL berichtete vor etlichen Jahren von einer Demonstration in Berlin, in der ein verbeamteter, gewalttätiger und in zivil gekleideter Provokateur von uniformierten Beamten verprügelt wurde. Er rief ihnen zu: „Hört auf, mich zu verprügeln! Ich bin ein Kollege!“ Doch einer der prügelnden Uniformierten entgegnete ihm sarkastisch „Und ich bin der Kaiser von China“ und prügelte weiter… Leider gibt es viel zu wenige solch lustiger Geschichten über die Agents Provocateurs, die zum Zweck geplanter Eskalation eingesetzt werden…

Und zu guter Letzt noch ein Blogbeitrag unter „Hamburg und der tiefe Staat“ von Andreas Hauß auf „Rubikon“, der das Thema ebenfalls untersucht. Ich gebe zu, dass mir die Naivität fehlt, an „besinnliche“ und „sich vertragende Staatsmänner“ sowie einen harmlosen Kapitalismus zu glauben, aber nichts desto trotz war ich hocherfreut, diese Blogbeitrag gefunden zu haben. Denn er veranschaulicht das Problem der Aus- und Einsortierung als gute Staatsbürger und andere als schlechte (=“Gefährder“), das manch einer als „Verschwörungsidiotie“ verspottet und verharmlosen möchte, noch eindringlicher als ich es tat.

Wenn man sich vergegenwärtigt, was passiert ist, kann man nur zu dem Schluss kommen, dass es nur an der Besonnenheit der G20-Gegner*innen lag, dass keine Todesopfer zu beklagen sind!


1 Der Begriff „Globalisierung“ löste ab Mitte der 1980er Jahre den Begriff „Imperialismus“ zunehmend ab. In Deutschland wurde diese Transformation des Begriffes durch das Buch „Die Globalisierungsfalle“ ausgelöst.C

2 AfD / Pegida könnte man auch als „Systemkritik der dummen Kerle“ bezeichnen.

3 Bereits 1994 arbeiteten „etwa 140 Sozialwissenschaftler in den
verschiedensten Funktionen für die Polizei (Buchmann in DP 5/1995: 140). Weit verbreitet
sind mittlerweile die Sozialwissenschaften in der Aus- und Fortbildung der Polizei.“ Winter, Martin, POLITIKUM POLIZEI, Münster 1998, S. 121, online abrufbar unter: http://www.hof.uni-halle.de/mar-win/Winter_Martin_Politikum_Polizei_1998.pdf

4 Im Grunde ist es eine permanente Verunsicherungspsychologie, da der Neoliberalismus seit dem 11. September 2001 in seine terroristische Phase eingetreten ist.

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Zur Aktualität kapitalistischer Gesetze

Vorbemerkung:

Anlässlich des aktuellen G20-Treffens in Hamburg wurde mir ein (fast) dreißig Jahre altes Flugblatt zugespielt. Laut Vorspann diente es damals der Vorbereitung geplanter Aktionen zur Herbsttagung von IWF und Weltbank 1988 in Westberlin. Angesichts der grundsätzlichen Bedeutung der Analyse halte ich eine breitere Veröffentlichung zum Zweck theoretischer Reflexion auch heute noch für angebracht:

Entwicklung unter dem Gesetz des KAPITALs

von Rosalinde Gölitzer

Im Kreis der Aktivisten für eine Kampagne gegen die Politik vom Internationalen Währungsfond und Weltband besteht weitgehende Einigkeit darüber, dass beide Institutionen wesentlich die Ausweitung des weltweiten Elends fördern.

Merkwürdig erscheint mir, dass in unseren Diskussionen Verantwortliche und Beweggründe für deren politisches Handeln noch ziemlich abstrakt bleiben. Die „Schuldenkrise“ sei verantwortlich für das Elend der lateinamerikanischen Völker, dahinter stünden „der US-Imperialismus“ und „die Banken“…

Über die konkreten Mechanismen „imperialistischer Ausbeutung“ und Austauschmodalitäten zwischen Zentrum und Peripherie macht sich kaum mehr jemand Gedanken. Ich will versuchen, originär Marxsche Argumente wieder (?) in die Diskussion einzubringen.

Erzhausen im Oktober 1987

Der Imperialismus in der Sicht Rosa Luxemburgs

Laut Aussage heutiger Apologenten des Marxismus-Leninismus haben Lenin und Luxemburg „den Imperialismus“ verschieden analysiert, bzw. verschiedene Konsequenzen gezogen. Dennoch glaube ich, Rosa hat dessen materielles Sein besser verstanden.

Ich zitiere aus ihrer Schrift „Die Krise der Sozialdemokratie“ von 1915:

Das wichtigste Operationsfeld des deutschen Imperialismus wurde die Türkei, sein Schrittmacher hier die Deutsche Bank und ihre Riesengeschäfte in Asien, die im Mittelpunkt der deutschen Orientpolitik stehen. (…) 1901 übergab die türkische Regierung der Deutschen Bank die Konzession für die große Bagdadbahn zum Persischen Golf, 1907 für die Trockenlegung des Sees von Karaviran und die Bewässerung der Konai-Ebene.

Die Kehrseite dieser großartigen, friedlichen Kulturwerke‘ ist der ‚friedliche‘ und ‚großartige‘ Ruin des kleinasiatischen Bauerntums. Die Kosten der gewaltigen Unternehmungen werden natürlich durch ein weitverzweigtes System der öffentlichen Schuld von der Deutschen Bank vorgestreckt, der türkische Staat wurde in aller Ewigkeit zum Schuldner der Herren Siemens, Gwinner, Helfferich, usw. (…) Dieser Schuldner musste nunmehr nicht bloss enorme Summen aus dem Staate herauspumpen, um die Anleihen zu verzinsen, sondern musste für die Bruttogewinne der auf diese Weise errichteten Eisenbahnen Garantie leisten. Die modernsten Verkehrsmittel und Anlagen werden hier auf ganz rückständige, und zum großen Teil naturalwirtschaftliche Zustände, auf primitive Bauernwirtschaft aufgepropft. Aus dem dürren Boden dieser Wirtschaft, die, von der orientalischen Despotie seit Jahrhunderten skrupellos ausgesogen, kaum einige Halme zur eigenen Ernährung über die Staatsabgaben hinaus produziert, können der notwenige Verkehr und die Profite für die Eisenbahn natürlich nicht herauskommen.“ Der Staat treibe nun Abgaben („Zehnten“) über ein verzweigtes Netz von Abgabeeintreibern ein. Diesen falle die Aufgabe zu, Naturalabgaben (Getreide etc.) in Geld zu verwandeln – dabei werde „natürlich“ versucht, sich auf Kosten der Bauern zu bereichern.Kann kein Steuerpächter gefunden werden, so werden die Zehnten von der Regierung in natura eingetrieben, in Magazine gebracht und als der schuldige ‚Zuschuß‘ an die Kapitalisten überwiesen. Dies ist der innere Mechanismus der ‚wirtschaftlichen Regeneration der Türkei‘ durch Kulturwerke des europäischen Kapitals.“1

Um diese Aussage zu aktualisieren, müssen wir lediglich Namen und Jahreszahlen etwas verändern: Statt „Türkei“ Brasilien, statt „Gwinner“ und „Helfferich“ Daimler und IG-Farben-Nachfolger, statt „Eisenbahnen“ Atomkraftwerke, statt „Konai-Ebene“ die Paraná-Niederung. Die stoffliche Qualität der „Naturalabgaben“ hat sich ebenso verschoben: Statt Getreide werden heute Kaffee, Zucker und Kokain produziert und auf metropolitanen Märkten in Geld verwandelt – unabhängig davon, ob Regierungen an dem Deal beteiligt sind oder nicht.

Die gesellschaftliche Einheit von Produktion und Konsumtion

Betrachtung über „Produktion“ und Produkte

Zweifellos sind Eisenbahnen und ausgebaute Fernstraßen, Elektrizitäts- und Telekommunikationsnetze Symbole einer fortgeschrittenen Entwickung – einem hohen Stand der „Entwickung der gesellschaftlichen Produktivkräfte“.

Ob solche Errungenschaften allerdings „an sich“ geeignt sind, elementare Bedürfnisse – nach Nahrung, Kleidung, Wohnraum etc. – „für die Menschen“ zu befriedigen, bleibt höchst zweifelhaft.

Gesellschaftliche Produktion“ meint immer, v.a. bei Marx, „sich“ in irgendeiner Form „vergegenständlichende menschliche Arbeit“. „Vorgefundene Naturstoffe“ werden durch menschliche Arbeit umgeformt zwecks weiterer Verwendung als „Produktionsmittel“ oder für den direkten Konsum.

In der bürgerlichen Gesellschaft werden die Subsistenzmittel in „Warenform“ für den Verkauf auf den Markt hergestellt: „Die Ware selbst erscheint als Einheit zweier Bestimmungen. Sie ist Gebrauchswert, d.h. Gegenstand der Befriedigung irgendeines Systems menschlicher Bedürfnisse. Es ist dies ihre stoffliche Seite, die den disparatesten Produktionsepochen gemeinsam sein kann und deren Betrachtung daher jenseits der politischen Ökonomie liegt. Der Gebrauchswert fällt in ihren Bereich, sobald er durch die modernen Produktionsverhältnisse modifiziert wird oder seinerseits modifizierend in sie eingreift.2In der Tat aber ist der Gebrauchswert der Ware gegebne Voraussetzung — die stoffliche Basis, worin sich ein bestimmtes ökonomisches Verhältnis darstellt. Es ist erst dies bestimmte Verhältnis, das den Gebrauchswert zur Ware stempelt.“3

Das stoffliche Angebot auf dem Konsumgütermarkt verkörpert – in mehrjährigem Schnitt – die gesamte gesellschaftlich aufgewendete Arbeit.

Sie hat sich unmittelbar in Konsumtionsmitteln vergegenständlicht – oder aber schon früher in „Produktionsmitteln“. Diese „produzierten Produktionsmittel“ werden im weiteren Produktionsprozess sowohl in natura (Verschleiß), als auch in monetärer Form (Abschreibung) „vernutzt“. Der „Wert“ der Anlagen wird auf die Summe der während deren Lebensdauer damit hergestellten Produkte übertragen (Amortisation). Wurden „Produktionsmittel“ – z.B. Werkzeugmaschinen oder „elektrotechnische Erzeugnisse“ – exportiert, müssen die Produkte selbst oder ein äquivalentes Warenprodukt auf dem Markt „wiedererscheinen“.

Die Vermehrung des gesellschaftlichen Reichtums ist nur möglich durch sinnvolles Zusammenwirkung von lebendiger Arbeitskraft und stofflichen Produktionsmitteln im (industriellen) Produktionsprozess: Für Geld werden auf dem Markt die „Elemente des produktiven Kapitals“ gekauft, im Produktionsprozess „vernutzt“ und in (Waren-)Produkt verwandelt. Der Verkauf der Ware bringt (normalerweise) mehr Geld ein, als ursprünglich vorgestreckt wurde.

Um jedoch am Markt dauerhaft ein solches„Mehr“ erzielen zu können, muss ein entsprechender „zusätzlicher“ Geldbetrag „in Zirkulation geworfen“ werden, der „später“ als Verkaufserlös des unentgeltlich produzierten „Mehrwerts“ zurückströmt.4

Ob nun mit diesem Geld jemand für irgendwelche Dienste („Dienstleistungen“) bezahlt wird, oder zusätzliche Produktionsmittel gekauft werden, ist für das gesellschaftliche Leben unerheblich: Im ersteren Fall wird das Geld in „Naturalform von Konsumtionsmitteln“ umgesetzt, d.h. als „Kapital vernichtet“ (H.-J. Krahl). Im anderen Fall vergegenständlichen sich Arbeitskraft und Produktionsmittel in neuen, zusätzlichen Produkten – egal wie schwachsinnig und überflüssig sie sind.

Dies charakterisiert aber zweifellos die Entwicklung der bürgerlichen Industriegesellschaft!

Technischer Fortschritt – historisch betrachtet

Die sich seit Mitte des 18. Jahrhundert entfaltende Erste „Industrielle Revolution“ eröffnete dem aufstrebenden Bürgertum bislang ungeahnte Perspektiven zur Ausweitung der materiellen Produktion – und den Demokraten innerhalb der aufstrebenden Klasse Perspektiven von allgemeinem Wohlstand und Befreiung der „unmittelbaren Produzenten“ von der alltäglichen Schinderei auf Acker und Hof oder in Minen und Manufakturen.

Georg Wilhelm Friedrich Hegel, ein glühender Anhänger des bürgerlichen Fortschritts – sowohl des sozialen als auch des technischen – sieht bereits Schwierigkeiten:

Aber das Werkzeug hat die Tätigkeit noch nicht selbst an ihm, es ist träges Ding, kehrt nicht in sich selbst (zurück). Ich muss noch damit arbeiten. Ich habe die List zwischen mich und die äußere Dinglichkeit hineingestellt, mich zu schonen und … es (das Werkzeug -R.G.) sich abnutzen zu lassen. Ich bleibt die Seele dieses Schlusses, in Beziehung auf es, die Tätigkeit. Ich erspare dabei aber nur der Quantität nach, bekomme aber doch Schwielen. … Es ist in das Werkzeug auch eigne Tätigkeit zu legen, es zu einem selbsttätigen zu machen. Dies geschieht so, … dass wir die eigene Tätigkeit der Natur, Elastizität der Uhrfeder, Wasser, Wind angewendet wird, um in ihrem sinnlichen Dasein etwas ganz anderes zu tun, … (daß) ihr blindes Tun zu einem zweckmäßigen gemacht wird, zum Gegenteile ihrer selbst: vernünftiges Verhalten der Natur … Der Natur selbst geschieht nichts. Einzelne Zwecke des natürlichen Seins (werden) zu einem Allgemeinen. Hier tritt der (menschl. – R.G.) Trieb ganz aus der Arbeit zurück. Er lässt die Natur sich abreiben, sieht ruhig zu und regiert nur mit leichter Mühe das Ganze: List. (…Es ist die) Ehre der List gegen die Macht (i.e. Naturgewalt – R.G.), die blinde Macht an einer Seite an(zu)fassen, dass sie sich gegen sich selbst richtet, … sie als Bewegung in sich selbst zurückgehen (zu) machen, sich auf(zu)heben. (Der) Mensch ist so das Schicksal des Einzelnen.“5

Diese, noch sehr abstrakten Vorstellungen tauchen später bei Marx unter den Begriffen „Entwicklung der Produktivkräfte“ und „Verwissenschaftlichung der Produktion“ wieder auf. Beides diene dazu, die „gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit“ zur Produktion der „gesellschaftlichen Lebensmittel“ zu verkürzen.

Wenn schließlich die (lebendigen – R.G.) „Produktivkräfte“ entsprechend entwickelt seien, dass sie in unauflösbare Konflikte mit den kapitalistischen „Produktions-“ und Austausch- “verhältnissen“ geraten, werde die „proletarische Revolution“ die „bürgerliche Gesellschaft“ beseitigen und eine „höhere Form von sozialer Produktion“ herbeiführen.

Diese „höhere Form sozialer Produktion“ wird aber keineswegs die vollautomatische Produktion von Müll und Abwärme beinhalten. Zwar soll sich „der Mensch“ Naturkräfte zunutze machen, aber zwischenzeitlich hat die Naturwissenschaft erkannt, dass jene sich nicht „vernünftig verhalten“ können. Gemäß dem Ersten und Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik (Energieerhaltungs- und Entropiesatz, dass sich „Unordnung von selbst“ einstellt) bedürfen „Naturkräfte“ der steten Zufuhr technischer Energie einerseits sowie intelligenter menschlicher Arbeit andererseits. Eine sozialistische Produktionsweise wird zärtlich und verantwortungsbewusst mit der Natur umgehen; „die Erde unseren Kindern in besserem Zustand hinterlassen“, als wir sie vorgefunden haben.

Produktive“ Investitionen

Dem Zweck – der „Verkürzung der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit“ – sind solche Werkzeuge und Maschinen dienlich, die dem unmittelbaren Produzenten ermöglichen, ein gesellschaftlich benötigtes Produkt in kürzerer Zeit, oder überhaupt erst zu erzeugen:

Ein Hufschmied beispielsweise benötigt Esse, Blasebalg, Hammer und Amboss als „fixes konstantes Kapital, … das in seiner ursprünglichen Naturalform fortfährt im Produktionsprozess zu fungieren.“ Eisen, Kohle und Nägel sind „zirkulierend konstantes Kapital, das im Produktionsprozess vernutzt wird und daher stets zur Gänze erneuert werden muss.“ (Kapital Bd. 2)

In weiten Teilen der „Dritten Welt“ kann der Schmied all dies selbst herstellen oder im Austausch gegen seine Produkte erhalten. Wenn er allerdings einen Bohrer braucht, um die Hufeisen ihrem Zweck zuführen zu können, muss er ihn auf dem Weltmarkt kaufen – „die Produktion von Maschinenwerkzeugen konzentriert sich zu 95% in den Industriestaaten“, die restlichen 5% werden in Argentinien, Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südkorea hergestellt (UNIDO 1984). Entsprechend den auf dem Weltmarkt üblichen Handelsspannen (i.e. „gesellschaftlich durchschnittliche Rate des Mehrwerts“ muss der Schmied einen (wesentlichen) Teil seiner Produkte gegen den Bohrer „tauschen“.

Um in diesem Spiel mithalten zu können, muss der Schmied seine Produktion ausweiten: Die Anschaffung eines mechanischen Hammers erhöht seine Arbeitsproduktivität. Antriebsenergie für den Hammer – fortschittlich: Pressluft ersetzt gleich den Blasebalg mit! – liefert ein elektrischer Kompressor. Der größere Materialdurchfluss der Schmiede erfordert dann bessere Verkehrswege: Straße, LKW, Eisenbahn. Werden diese infrastrukturellen Einrichtungen gekauft, ist eine Finanzierung nur möglich via Verkauf weiterer Produkte auf dem Weltmarkt…

Selbst wenn es innerhalb der Gesellschaft eines „Entwicklungslandes“ möglich erscheint, (z.B. China) all diese Maßnahmen (Elektrizität, Telekommunikation, Fernstraßen etc.) in eigener Regie zu verwirklichen, so kommt deren Gebrauchswert vornehmlich dem „industriellen Kapital“ zugute – in der gesellschaftlichen Bilanz erscheint diese Arbeit als „un(ter)bezahlte Mehrarbeit“.

SOZIALISTISCHE REVOLUTION oder technologische BARBAREI

Marx selbst sah aufgrund seiner ökonomischen Studien und politischen Beobachtungen den historischen Zeitpunkt einer sozialen Revolution seit Anfang der 1860er Jahre bevorstehen. Er beurteilte die Errichtung der Pariser Commune als Beginn der „proletarischen Weltrevolution“. Zwar konnte der revolutionäre Anlauf der Pariser Arbeiter militärisch zerschlagen werden, aber dennoch musste eine andere „Form sozialer Produktion“ eingeführt werden.

Marx nimmt diese Veränderung wahr als „Wertrevolution“ vermittels neuer Technologie. Der „Wert“ der neuen Anlagen geht zwar in „die Produktion aller anderen Waren“ ein, „verwohlfeilert“ aber die Produktion insgesamt.

Die wichtigsten neuen Technologien der 1870er Jahre wurde die Elektrizität für das verarbeitende Gewerbe sowie der Kunstdünger für die Landwirtschaft. Die Verbilligung von Nahrungsmitteln ermögliche massive Lohnkürzungen in der Industrie.

Tayloristische Revolution (Alain Lipietz) und die daraus hervorgehende „fordistische“ Produktionsweise (Fließband) bedeuteten zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine gewaltige Steigerung der Arbeitsproduktivität und damit der „gesellschaftlich durchschnittlichen Rate des Mehrwerts“); zuerst natürlich im Bereich der mechanischen Montage.

Die chemische Industrie war von Anbeginn weitgehend mechanisiert. Schöpferische Labortätigkeit und eigentliche Fertigung (Überwachung der Anlagen) wurden personell und räumlich getrennt.

Diese „modernen Produktionsverhältnisse“, sowie fehlende natürliche Beschränkungen gegenüber bislang verarbeiteten Rohstoffen, (z.B. Chile-Salpeter als Dünger) ermöglichten der neuen Branche ein mörderisches Dumping auf den Märkten und die Errichtung von Monopolen.

Ausschluss des menschl. Subjekts aus der Produktion

Wie Hegel schrieb, bleibt „ich die Seele“ des Produktionsprozesses. Sogar am Fließband mit dessen menschenverachtender Eintönigkeit bleiben die unter dem Kommando des Kapitals zwangskollektivierten Arbeiter Subjekte der „industriellen Wertschöpfung“. Kein noch so ausgeklügeltes System technischer Kontrolle oder personeller Überwachung kann den „industriellen Gesamtarbeiter“ zur erwünschten Qualitätsarbeit zwingen.

Die Modernisierungsstrategien des industriellen Kapitals seit den Arbeiterkämpfen der späten 1960er und frühen 70er Jahre zielen darauf ab, den von Marx als „revolutionäres Subjekt“ ausgemachten „industriellen Massenarbeiter“ „an sich“ zu vernichten – die eigentliche Wertschöpfung sozial aus der Arbeiterklasse auszulagern und zusätzliche lebendige Arbeitskraft an der Peripherie der kapitalistischen Welt zu mobilisieren.

Im heutigen Zeitalter der Automation werden die für den Produktionsprozess notwendigen Teilfunktionen – die noch im Zeitalter des „Fordismus“ in die Kompetenz des produktiven Arbeiters fielen – bereits im vorhinein in die automatischen Anlagen hineinprogrammiert.

Die Programme selbst werden zwar von lebendigen Menschen erstellt, dann aber industriell vervielfältigt und erscheinen schließlich als „stoffliche Ware“ auf dem Kapitalgütermarkt.

Somit fungiert – stofflich! – nur noch „fixes konstantes Kapital“. Es überträgt seinen „Wert“ auf das zu erstellende „Warenprodukt“ – und kein Quäntchen mehr!

Mit automatischen Produktionsanlagen ist also keine „industrielle Wertschöpfung“ möglich! Um aber überhaupt „fungieren“ zu können, brauchen die modernen „Produktionsmittel“ eine Vielzahl von lebendigen Handlangern und einen gewissen Stamm von hochqualifiziertem Wartungspersonal. Diese Leute werden – relativ zum allgemeinen Lebensstandard – gut bezahlt, so dass der permanente Konkurrenzkampf um die wenigen Industriejobs eine breitere Massensolidarisierung möglichst verhindert.

Nachtrag 2006 – exakt 200 Jahre nach Hegels „Jenenser Vorlesungen“:

Offensichtlich „ist (es) die Ehre der List …“, sich selbst zu überlisten und jegliches politische Bewusstsein darüber gründlich auszumerzen.

Luxemburg, Rosa Werke Bd. 4 S. 83 ff.

2  z.B. als Steuerchip für Werkzeugmaschinen – R.G.

3  Marx „Grundrisse…“, MEW 42, S. 767

4 Marx „Das Kapital“, 2. Bd., MEW 24, S. 398 ff.

5  F.G.W. Hegel, „Frühe politische Systeme“, hrsg. von G. Göhler, Frankfurt/M./Berlin/Wien 1974, S. 219 f

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„Democratic“ ? Policy Without Awareness

Many serious politicians and publishers say, that „terrorism“ (1) can’t being defended by military interventions. And a former US general in The Telegraph too:

„My systemic worry is that we’re repeating the mistakes that we made in Afghanistan and Iraq: putting the military far too up front and centre in our response to the threat without addressing the fundamental political question and the causes. The danger is that yet again we’re taking a symptomatic treatment not a causal one.“

He reported, that Qatar and Saudi-Arabia are financing the Wahhabi Salafism, which is the ideological reason for ISIS.

Therefore it’s not tolerable, that the US president, Donald Trump, and the German government are supporting the Saudi-Arabian Kingdom diplomatical and with arms. (2)

Fareed Zakaria in The Washington Post criticized and mentioned it too:

“ The facts are well-known. For five decades, Saudi Arabia has spread its narrow, puritanical and intolerant version of Islam — originally practiced almost nowhere else — across the Muslim world. Osama bin Laden was Saudi, as were 15 of the 19 9/11 terrorists.

And we know, via a leaked email from former secretary of state Hillary Clinton, in recent years the Saudi government, along with Qatar, has been “providing clandestine financial and logistic support to [the Islamic State] and other radical Sunni groups in the region.” Saudi nationals make up the second-largest group of foreign fighters in the Islamic State and, by some accounts, the largest in the terrorist group’s Iraqi operations. The kingdom is in a tacit alliance with al-Qaeda in Yemen.

(…)

According to an analysis of the Global Terrorism Database by Leif Wenar of King’s College London, more than 94 percent of deaths caused by Islamic terrorism since 2001 were perpetrated by the Islamic State, al-Qaeda and other Sunni jihadists. Iran is fighting those groups, not fueling them. Almost every terrorist attack in the West has had some connection to Saudi Arabia. Virtually none has been linked to Iran.“

But the new US administration fullfilled the goals of the Saudi kingdom and its imperialistic goals (to establish itself as the hegemonial and leading power of all Gulf States) and marked Iran as the most evil state for supporting terrorism. Therefore Donald Trump is responsible for the Saudi offensive against Qatar, how the New York Times reported:

„Some analysts saw the sudden escalation as a sign that Saudi Arabia and its allies had been emboldened by the recent visit from President Trump, in which he publicly embraced the Saudis as a leading partner in fighting terrorism and countering Iran’s influence.“

The New York Times reflected, that it can „weaken an ally that has provided a vital base for the American military in its campaign against the Islamic State„. Qatar is hosting a US military base and therefore this conflict between the Gulf States isn’t welcome. But in this case we can see, that the US administration is making a foreign policy without awareness.

The same on base of rejecting the climate agreements of Paris: Now Old Europe is establishing an alliance with China and other Asean countries, who are economical rivals of USA… and as longtime result it will bring the Europeans more at the side of Russia…

On the other hand: If it’s true that  the Kremlin – intervened „smartly“ ??? // by hacking // in the US elections against Clinton and for Trump (3), they can’t be amused: US forces bombed Syrian government forces yet again!

(1) How Loretta Napoleoni mentioned in her book „The New Economy of Terror„, terrorism mostly is’nt defined scientifically: „Academics agree that any definition of terrorism must include its three main characteristics: its political nature, the targeting of civilians and the creation of a climate of extreme fear. Yet libraries are bursting with books that focus exclusively on one or other of these elements. Members of armed organisations and politicians freely use the propagandistic definition of terrorism – what Chomsky summarised as ‘violent acts committed by enemies against ‚us‘ or ‚our allies‘.“ Therefore I suggest, using the term „terror“ or „terrorism“ critically. This specially, because the capitalist patriarchy, this system, is yet in its epoch of general terrorism, which is part of „Pure War„, what had been anticipated in „Pure War“ by   Sylvère Lotringer and Paul Virilio. Here you can read an interview with Paul Virilio and here a report of his researches.

(2) And the ruling family in Qatar is’nt only a business partner of Deutsche Bank and VW but a shareholder. In this way German based companies are financing the war of ISIS and other cruel murderers in Middle East too.

(3) Please read and reflect: „The Index Of Russiagate Debunkery“ by Caitlin Johnstone

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