Social? Media?

Ich stieß heute in der Bibliothek auf das Buch von Jaron Lanier „Zehn Gründe, warum du deine Social Media Accounts sofort löschen musst“ und war sofort begeistert. Der Typ schreibt echt gut und hat mich im Vergleich zwischen Katzen und Hunden gleich gepackt. Denn: Ich mag Katzen mehr als Hunde, da Katzen sich nun einmal nicht abrichten lassen und ihre Individualität behaupten. Allerdings nervt mich unsere Hauskatze hin und wieder: Immer, wenn ich im Garten auf dem Tisch ein Plakat malen will, setzt sie sich mitten auf das Plakat. Es wirkt fast so, als wolle sie einfordern, dass ich sie malen soll.

Doch kommen wir nun zur gegenwärtigen Gesellschaft der (Pawlowschen) Hunde: Als das Internet in den 80er und 90er Jahren Einzug in mein Leben hielt, war ich anfangs sehr begeistert. Ich liebe Kommunikation und der Eindruck, mit Menschen global in Kontakt treten zu können, hat mich fasziniert. Dementsprechend habe ich in einem Rechenzentrum einer Hochschule daran mitgearbeitet, die Hochschulen zu vernetzen und geguckt, welche Usenet-Gruppen und Mailinglisten für die Studierenden zur Verfügung stehen. Es war eh eine Zeit, die mensch als „Tauwetter-Periode“ bezeichnen konnte. Dies, weil sich der sogenannte „Warschauer Pakt“ auflöste und es so schien, als ob nun auch der militärisch-industrielle Komplex der USA „zivilisiert“ werden würde.

Nun, Edward Snowden hat uns diese Illusionen genommen. Wir wissen, dass es dazu benutzt wurde, uns zu kontrollieren und zu überwachen. Auch die sogenannte „freie Marktwirtschaft“ schnürt aus unseren Daten Pakte, die verhökert werden, um die Aufmerksamkeitsökonomie noch schärfer und zielgerichteter auf uns anzuwenden. Nicht nur das: Das Internet und die sogenannten „Social Media“ werden dazu benutzt, um uns auch politisch zu manipulieren. Der „Cambridge-Analytica-Skandal“ beweist dies.

Außerdem: Die auf Kapitalakkumulation beruhende Gesellschaft ist eine brutale Konkurrenzgesellschaft, die Dissozialität bedeutet. Wenn es kein richtiges Leben im falsche gibt, kann es auch keine sozialen Medien in einer Gesellschaft der Dissozialität geben.

Nun muss ich etwas zum Begriff es Sozialen schreiben: Natürlich ist meiner subjektiv, d.h. ich nehme mich als denkendes und handelndes Individuum wahr. Ich entstamme einer Familie, die durch die christliche Sozialethik geprägt wurde. Dies bedeutete: einander beizustehen, sich um Fürsorge für Gebrechliche zu bemühen bzw. es war/ist selbstverständlich, ihnen zu helfen. Freundschaft, Ehrlichkeit, Vertrauen und Rücksicht auf die Bedürfnisse und Bedürftigkeiten unseres Gegenübers gehör(t)en zu den Essentials im gegenseitigen Umgang. Und die Ethik von Kant. die er im „kategorischen Imperiativ“ dargelegt hat, kindgerecht aufbereitet in „Was Du nicht willst, dass man Dir tu‘, das füg‘ auch keinem anderen zu“ waren Teil meiner Erziehung. Dies ist denkbar einfach und handhabbar, da davon ausgegangen wird, psychisches Leid und physischen Schmerz von Lebewesen fernzuhalten.

Die sogenannten „sozialen Medien“ funktionieren allerdings nach dem Prinzip: Die Quantität erschlägt die Qualität. Belohnt werden nur die, die eine Masse an Zuschauern und Followern haben. Nur dann gehören sie zum Kreis jener, die als „bedeutend“ erkoren werden. So funktioniert die Aufmerksamkeitsökonomie, die Teil der politischen Ökonomie ist. Das ist nichts anderes als Propaganda, Marketing. Und leider funktioniert sie auch bereits im Alltag. Viele machen sich zu kostenlosen Werbeträgern von Firmen, wie Adidas oder Nike. Auch die Plastikflut ist Teil der Werbeflut, die uns überschwemmt. Und imho ist diese für Mensch und Natur bzw. die Menschennatur und viele andere Lebewesen weitaus unbekömmlicher als die „gestrandeten Menschen“ in Rettungsbooten. Die vielen Länder, die sich weigern, Flüchtlinge aufzunehmen, sollten lieber die Plastikflut eindämmen, statt das Asylrecht zu eliminieren!

Doch kommen wir zurück auf „Social Media“: Nachdem ich in dem Buch von Jaron Lanier herumgeblättert hatte und mich dazu entschied, es mir auszuleihen und öffentlich daraus im „Lesetresen“ vorzulesen, stieß ich heute abend, nachdem ich Firefox aufrief auf den Zeit-Artikel „Ein Leben nach dem Internet. Jetzt.“ von Anna Miller. Meiner Auffassung gemäß beklagt sie in ihrem Artikel die Dissozialität, die durch das IKT-Technologie hervorgerufen wird. Fakt ist aber: Sie war vorher schon da und wird von dieser Technologie nur verstärkt.

Schon vor einiger Zeit habe ich mal einen Flyer verteilt, dass ein guter Nachbar wichtiger sei als ein entfernter Facebookfreund… Doch nun gibt es „nebenan.de„. Schon ein Blick auf die Teamseite zeigt, dass auch darin um Aufmerksamkeitsökonomie geht:

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In den Datenschutzrichtlinien heißt es:

2.11.1. Facebook Conversion- und Retargeting-Tags

Unsere Webseite verwendet zu Marketingzwecken sog. Conversion- und Retargeting-Tags (auch „Facebook-Pixel“) des sozialen Netzwerks Facebook, einem Dienst der Facebook Inc., 1601 Willow Road, Menlo Park, California 94025, USA („Facebook“). Wir nutzen Facebook-Pixel, um die allgemeine Nutzung unserer Webseite zu analysieren und die Wirksamkeit von Facebook-Werbung nachzuvollziehen („Conversion“). Zudem nutzen wir die Facebook-Pixel um dir momentan oder zukünftig anhand deines Interesses für unseren Service individualisierte Werbebotschaften auszuspielen („Retargeting“). Facebook verarbeitet dafür Daten, die der Dienst über Cookies und ähnliche Technologien auf unserer Webseite erhebt.

Die in diesem Zusammenhang anfallenden Daten können von Facebook zur Auswertung an einen Server in den USA übertragen und dort gespeichert werden. Für den Fall, dass personenbezogene Daten in die USA übertragen werden, hat sich Facebook dem EU-US Privacy Shield unterworfen.

Falls du Mitglied bei Facebook bist und es Facebook über die Privatsphären-Einstellungen deines Kontos erlaubt hast, kann Facebook die über deinen Besuch bei uns erfassten Informationen zudem mit deinem Mitgliedskonto verknüpfen und für die zielgerichtete Schaltung von Facebook-Ads benutzen. Die Privatsphären-Einstellungen deines Facebook-Profils kannst du jederzeit einsehen und ändern. Wenn du kein Facebook-Mitglied bist, kannst du die Datenverarbeitung durch Facebook unterbinden, indem du auf der zuvor erwähnten TRUSTe-Webseite den Deaktivierungs-Schalter für den Anbieter „Facebook“ betätigst. Die Datenverarbeitung kannst du weiterhin unterbinden, indem du einen Haken in dem Kästchen „Browser-Tracking deaktivieren“ am Ende dieser Datenschutzerklärung setzt.

Wenn du die Datenverarbeitung durch Facebook deaktivierst, wird Facebook nur noch generelle Facebook-Ads anzeigen, die nicht anhand der über dich erfassten Informationen ausgewählt werden.

Nähere Informationen hierzu findest du in der Datenrichtlinie von Facebook.

2.11.2. Google AdWords Conversion-Tracking und Remarketing

Unsere Webseite nutzt die Dienste „AdWords Conversion-Tracking“ und „AdWords Remarketing“ der Google Ireland Limited, Gordon House, Barrow Street, Dublin 4, Irland („Google“). Mittels „AdWords Conversion-Tracking“ werden von uns definierte Nutzeraktionen erfasst (wie beispielsweise das Klicken auf bestimmte Teile der Webseite, Seitenaufrufe, Downloads) und analysiert. „AdWords Remarketing“ nutzen wir momentan oder zukünftig, um dir individualisierte Werbebotschaften für unseren Service auf Partnerwebseiten und innerhalb des Suchnetzwerks von Google anzuzeigen. Beide Dienste setzen dafür Cookies und ähnliche Technologien ein. Die in diesem Zusammenhang anfallenden Daten können von Google zur Auswertung an einen Server in den USA übertragen und dort gespeichert werden. Für den Fall, dass personenbezogene Daten in die USA übertragen werden, hat sich Google dem EU-US Privacy Shield unterworfen.

Falls du ein Google-Konto verwendest, kann Google je nach den im Google-Konto hinterlegten Einstellungen deinen Web- und App-Browserverlauf mit Ihrem Google-Konto verknüpfen und Informationen aus deinem Google-Konto zum Personalisieren von Anzeigen verwenden. Wenn du diese Zuordnung zu deinem Google-Konto nicht wünschst, logge dich vor dem Aufruf unserer Webseite bei Google aus.

Du kannst, wie bereits erläutert, deinen Browser so konfigurieren, dass er Cookies abweist. Zudem kannst du in den Cookie-Einstellungen der Datenschutzerklärung von Google verhindern, dass Google Cookies zu Werbezwecken verwenden.

Nähere Informationen hierzu findest du in der Datenschutzerklärung von Google.

2.11.3. Google Analytics

Diese Webseite verwendet Google Analytics, einen Webanalysedienst der Google Ireland Limited, Gordon House, Barrow Street, Dublin 4, Irland („Google“). Google Analytics verwendet Cookies und ähnliche Technologien, um unsere Webseite anhand deines Nutzerverhaltens zu analysieren und verbessern zu können. Die in diesem Zusammenhang anfallenden Daten können von Google zur Auswertung an einen Server in den USA übertragen und dort gespeichert werden. Für den Fall, dass personenbezogene Daten in die USA übertragen werden, hat sich Google dem EU-US Privacy Shield unterworfen. Deine IP-Adresse wird jedoch vor der Auswertung der Nutzungsstatistiken gekürzt, sodass keine Rückschlüsse auf deine Identität erfolgen können. Hierzu wurde Google Analytics auf unserer Webseite um den Code „anonymizeIP“ erweitert (sog. IP-Masking), um eine anonymisierte Erfassung von IP-Adressen zu gewährleisten.

Google wird die durch die Cookies gewonnenen Informationen verarbeiten, um deine Nutzung der Webseite auszuwerten, um Reports über die Webseitenaktivitäten für die Webseitenbetreiber zusammenzustellen und um weitere mit der Webseitennutzung und der Internetnutzung verbundene Dienstleistungen zu erbringen.

Wie bereits erläutert, kannst du deinen Browser so konfigurieren, dass er Cookies abweist, oder du kannst die Erfassung der durch Cookies erzeugten und auf deine Nutzung unserer Webseite bezogenen Daten in den Cookie-Einstellungen der Datenschutzerklärung von Google verhindern. Alternativ dazu kannst du die Verarbeitung dieser Daten durch Google auch verhindern, indem du das von Google bereitgestellte Browser-Add-On herunterlädst und installierst (das Installieren des Add-Ons funktioniert leider nicht bei mobilen Endgeräten).

Nähere Informationen hierzu findest du in der Datenschutzerklärung von Google Analytics.

2.11.4. Unbounce

Unsere Webseite verwendet unbounce, einen Dienst der unbounce Marketing Solutions Inc., 400-401 West Georgia Street, Vancouver, BC, V6B 5A1 Kanada („Unbouce MS“). unbounce ist oder wird für bestimmte Seiten von Aktionen und Werbekampagnen (Landingpages) verwendet.

Diese Seiten werden von Unbounce MS gehostet und der Browser des Users kommuniziert dabei direkt mit dem unbounce, so dass die IP-Adresse des Users übermittelt wird und Cookies gesetzt werden können. Auch alle Angaben die vom User auf diesen Seiten eingegeben werden, werden bei unbounce gespeichert. Eine Auswertung der Aktivitäten wird zur Verfügung gestellt.

Wir haben mit Unbounce MS einen speziellen Vertrag abgeschlossen, der den Erfordernissen in Hinblick auf die Standardvertragsklauseln der Europäischen Kommission entspricht.

Weitere Informationen zu Unbounce MS und dem Datenschutz bei Verwendung des Diensts unbounce findest du hier: https://unbounce.com/privacy/

Damit ist bewiesen und angekündigt, dass auch von dieser Firma dicke Datenpakete von unserem nachbarschaftlichen Engagement geschnürt werden und die High-Tech-Firmen uns und unsere Vorlieben und Gewohnheiten bald besser kennen als unsere besten Freund*innen. Erst vor einer Woche wurde wieder ein neuer Datenskandal im Kontext von Instagram (gehört wie what’sApp zu Facebook) bekannt:

Ein Startup aus San Francisco hat heimlich massenhaft Daten von Instagram-Nutzern gesammelt. Konkret wurden Millionen „Stories“ und Standortdaten gespeichert. Die Informationen hat die Marketing-Firma Hyp3r offenbar genutzt, um detaillierte Werbeprofile von Nutzern zu erstellen – inklusive Bewegungsmustern und möglichen Interessen. Der Vorfall ruft Erinnerungen an den Skandal um Cambridge Analytica wach: Im März 2018 kam ans Licht, dass die Analysefirma Daten von 87 Millionen Facebook-Nutzern abgegriffen hatte. Instagram gehört seit 2012 zu Facebook. (Quelle: heise)

Dieser ist aber nur einer von vielen Skandalen der Datenkraken. Worin mündet diese Praxis der Aufmerksamkeitsökonomie? Ich habe ein Horror-Szenario im Kopf: Amazon wird sich in den Immobilien-Sektor einmischen, darin marktführend und vermietet nur noch Wohnungen, in denen Alexa installiert ist, das uns husten hört  und uns darauf hin dann ein Medikament – ebenfalls über Amazon – bestellt.

Tatsächlich ist diese social-medial-Gesellschaft eine Mischung aus Huxleys „Schöner neuer Welt“ und Orwells „1984„. Die gegenwärtigen politischen Verhältnisse entwickeln einen Drall ins Autoritäre und Totalitäre, was  ebenfalls in den beiden Büchern genannt wird.

Doch zurück zur Frage, ob und wie wir aus den Social Media aussteigen müssen, sollen, können. Diese Frage beschäftigt die FOSS-Community schon lange und sie hat Alternativen dafür entwickelt, die nur  noch genutzt zu werden brauchen:

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Mehr dazu hier und da. Viel Spaß beim Löschen der Facebook-Accounts und dem Ausprobieren von Fediverse!

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Heißer Erpressungssommer „dank“ „Microsoft“

Winfuture“ meldet:

Erpressungstrojaner: Ransomware „GermanWiper“ löscht Daten einfach
Ransomware-Infektion veranlasst Ausrufung eines Notstandes
Nichts gelernt: Ransomware kostet eine Stadt einen Millionen-Betrag
Ransomware legt großen Windows-Hoster seit über einer Woche lahm
Phobos: Schlimmste 2018er Ransomware hat schon einen Nachfolger
Bitcoin gefordert: Jetzt auch mit Bombendrohung statt Ransomware.

Mit anderen Worten: Gute Zukunft geht nicht mit Windows.

Ich nutze schon seit vielen Jahren Linux und hatte noch nie solche Probleme.

In vielen Zeitungsartikeln und -kommentaren heisst es, dass momentan der deutschsprachige Raum heimgesucht würde.

Falsch: Auch Linux existiert im deutschsprachigen Raum und es gibt kaum eine Distribution oder Flavour, die/der nicht auch in die deutsche Sprache übersetzt wurde. Linux-Nutzer*innen sind nicht betroffen.

Sind wir Linux-Nutzer*innen tatsächlich solch eine verschwindend kleine Minderheit? Wenn ja, dann wird es Zeit, dass sich das ändert!

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Wikileaks, Data Justice and a New Internet — Heather Marsh

An interesting interview with visions which are basing on her struggle as human rights activist and the confrontation with a horrible reality and future.

An interview with Julian von Bargen of York University for an academic research project in the data justice field on the „origins, growth and transformation of the information freedom movement“.

über Wikileaks, Data Justice and a New Internet

Zitat | Veröffentlicht am von | Verschlagwortet mit , , , , , , | Kommentar hinterlassen

Free Julian Assange, Fight embedded, corrupt Journalism!

Open doors for Assange, presented from (c)Kostas Koufogiorgos: USA (New Europe), Schweden (Old Europe). Great Britain (X-Europe)

If a state is acting on base of secrets, it’s beyond democracy. Democracy needs informations. People should know, what the states are doing. The Human Rights had been created after the knowledge of the cruel history of mass murderings, committed by the German NS state and it’s horrible secrets.

When Julian Assange left and denied the „embedded journalism“, which is disguising = protecting the crimes of policy – specially in wars – and published the bloody truth of war crimes, he was acting on base of our The Universal Declaration of Human Rights. The Human Rights are protecting humankind in general and are therefore more important than secret plans of a single or two states.

Embedded journalism is a soap opera and tittytainment for the tributaries and slaves of the cleptocratic, ruling class. Their war crimes against the working class are taking place daily on all continents.

The reason: This system was been founded in wars and is destroying our wonderful planet  for business and profit (of the military industrial complex and IT corporations, which are part of the complex) and a few very rich stupid white men.

But let’s have a look on the political form of Western societies: The political rulers, governments are mouth prostitutes and business staff for the profit of the ruling class, but not for the interests of the hard working people. The wars of the system are business too and the encreasing death toll rates calculated. It’s a calculation without any moral or real consciousness. This system capitalism has no rationality, no reason, no plan for humankind. It is a profit generating and war machine.

The Human Rights can exist only in a society, which is caring for and establishing good livelihood for all human beeing, including the former ruling class and their bootlickers.

There’s only to say: Let’s struggle on the base of  WELFARE instead  Warfare!

But let’s come back to Julian Assange and the Universal Human Rights, Article 1: „Human beings should act towards one another in a spirit of brotherhood.“ Julian Assange and Chelsea Manning acted in a spirit of brother-& sisterhood for mankind, isn’t it?

Article 18: „Everyone has the right to freedom of thought, conscience and religion; this right includes freedom to change his religion or belief, and freedom, either alone or in community with others and in public or private, to manifest his religion or belief in teaching, practice, worship and observance.“ They (wikileaks, Manning) were practicing their thoughts and their conscience, isn’t it?

Article 19: „Everyone has the right to freedom of opinion and expression; this right includes freedom to hold opinions without interference and to seek, receive and impart information and ideas through any media and regardless of frontiers.“ So why Assange and whistleblowers are prosecuted?

The reason: Human Rights are handled by the dictors and commanders of this system like bullshit. I don’t forget, who financed the German Nazis and specially Adolf Hitler: One of this stupid rich men was Henry Ford. And it’s still the same system and class, who is destroying the UNO and the best juristic declaration of mankind, which was produced in this system by people who have had another character than the stupdid clepto- and plutocrats  and their „tittytainment“ staff currently. Their their character we can find elements of ethics, human thoughts and behavior.

The system is corrupt and the people inside learn, that smart corruption leads into careers and wealth. The victims are made more and more voiceless.

Let’s rise up for more critical voices to stop this irrational barbary, which I’ve called sometimes „amok rum of patriarchy“ which is accompanied by destruction of this planet (some people call it: Mama Earth) and is running towards a nuclear war.

And please join solidarity-actions. Support Chelsea and defend Julian and wikileaks! Let’s fight for free and good journalism, whistleblowing and Human Rights!

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Zukunft für unsere Kinder !

Vorwort an die jungen Klima-Retter*innen:

Vielen Dank für Eure Initiative! Ein Frühling der Hoffnung macht sich sogar unter denen breit, die im Herbst des Lebens stehen. Sind wir nicht alle Gäste auf diesem Planeten? Sollten wir nicht gastfreundlich mit ihm und Unseresgleichen umgehen? Müssen wir nicht dafür sorgen, dass die Generationen nach uns auf ihm leben können? Ich fände es gut, wenn wir die Natur und ihre Ressourcen so benutzen, dass sie Zufriedenheit mehren und wir die Früchte der Arbeit unserer Vorfahren zum Wohlbefinden aller teilen und genießen können. Menschen wollen gern im Einklang mit sich selbst leben, was bedeutet: Die eigene Natur zu achten und pflegen, denn wir wollen nicht krank werden, sondern lange und gut leben. Das gebietet nicht nur das Selbsterhaltungsbewusstsein, sondern die Vision und das Begehr‘ unserer Vorfahren. Viele Eltern sagen ihren Kindern: „Wir möchten, dass Ihr es besser habt und gut leben könnt.“ Die Situation auf diesem Planeten für einen immer größeren Teil der auf ihm existierenden Lebewesen verschlechtert sich jedoch von Jahr zu Jahr immer mehr. Wie im Delirium hören wir nur die immer gleichen Phrasen von Wirtschaftswachstum und „smartem“ „Fortschritt“ bis hin zu „Arbeit 4.0“. Für viele ist es bereits eine Arbeit ohne Wohnung, da sie entweder keine Wohnung gefunden haben oder die Miete für ihre bisherige Wohnung nicht mehr zahlen können. Deshalb gibt es nächsten Samstag erneut eine „Mietenwahnsinn-Demo“ , zu der Ihr herzlich eingeladen seid.

Ich fände es gut, wenn bald Eure Eltern und Großeltern mit Euch gemeinsam auf die Straße gehen und fordern:

Zukunft für unsere Kinder !

Wie wir mit Blick auf den technologischen Wirtschaftssektor in den USA feststellen müssen, ist diese Zivilisation – wirtschaftspolitisch betrachtet – nun in einer Phase der Neo-Plutokratie. Dies bedeutet, dass sich Finanzoligarchen (superreiche Geldbesitzer) quasi ihre Politiker kaufen und Wahlmannschaften mittels „Psyops“ (psychologischen Operationen, d.h. gezielter Manipulation, u.a. mittels falscher Nachrichten) dazu gebracht werden, dem Präsidentschaftskandidaten zuzustimmen. (Mehr dazu in der ARTE-Doku „Fake America great again“, die über youtube noch im Internet zu sehen ist.) Dieser technokratische Komplex – für den Cambridge Analytica und alle Datenkraken stehen – ist zutiefst mit dem militärisch-industriellen Sektor verknüpft. Der wiederum – auf Basis patriarchaler Traditionen – sorgt dafür, dass dieses System nicht nur ein Naturzerstörungs-, sondern auch ein Massenmordsystem ist. Denn: Die Kommandeure der Waffenproduktion brauchen Angst, Unsicherheit, Hass und Kriege, damit sich die Waffen verkaufen lassen. Zu diesem Zweck wurde mittels Robert Mercer und den Alt-Rights („Breitbart“, Steve Bannon) Donald Trump an die Macht in den USA gehievt, der gleichzeitig ein Leugner der Klimakatastrophe ist und weiter auf Kohle setzt. Damit ist er quasi die „Gallionsfigur“ des reaktionären Karbonisten und Waffenfetischisten, der das Naturzerstörungswerk und Massenmordsystem nicht nur fortsetzt, sondern sogar noch forciert.

Wie konnte es dazu kommen?

Der Mensch ist sowohl Natur- wie auch Gesellschaftswesen. Er kann sich jedoch als Naturwesen heute nur erhalten, indem er am gesellschaftlichen Wirtschaftsprozess teilnimmt. Dies, weil alle Lebensmittel Warenform haben. Wir leben also in einer Diktatur der Ware-Geld-Beziehung, die uns als Naturwesen zunehmend von der Natur entfremdet hat.

Am Ursprung des Entfremdungs- und Zerstörungsprozesses steht die Entstehung von Klassen und das Privateigentum an Produktionsmitteln. Damit spaltet sich die Gesellschaft in hauptsächlich in Eigentümer und Eigentumslose, heute: Kapitaleigner und Arbeiter*innen.

Die Klasse , die sich die Arbeit anderer aneignet, ist Kommandeur der Wirtschaft. Da die Eigentümer der Produktionsmittel – die sie sich ihren heutigen Reichtum historisch durch Raub aneigneten, wozu wiederum das Militär diente – ihr Eigentum, ihren Reichtum und ihre Macht behalten wollen, reden sie sich dieses System schön. Nicht nur das: Sie können viele Ideologen bezahlen, die ebenfalls verbreiten, dass dieses System das Beste ist, was die Welt je hervor gebracht hat. Auch der Staatsapparat und darin die Lehrer dienen diesem System und wagen es nicht, es in Frage zu stellen. Mit dadurch bedingt, gibt es wenig an Opposition und Widerstand. Revolutionen wurden immer wieder blutig niedergeschlagen. Das Militär – das Gewaltmonopol des Staates – dient den herrschenden Produktionsmittelbesitzenden. Und nicht nur das Militär- auch die Polizei, die den Hambacher Forst räumte.

Unsere Regierung bis hin zum DGB dient ebenfalls der Waffenindustrie (Rheinmetall, Heckler&Koch) sowie der Automobil-Lobby. <Sarkasmus>Infolge von #Dieselgate werden unsere Kinder lactose- und glutenfrei schleichend vergast.</Sarkasmus> Und die Täter von Politikern gedeckt, weil dieser Produktionszweig angeblich die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft erhält. Die Würde des Autos und die Profite der Kapitaleigner samt Dividende der Aktionäre sind unantastbar, während die Gesundheit der (zukünftig) Arbeitenden durch diese Wirtschaft ruiniert wird!

Was für ein Irrsinn: Menschen begeben sich freiwillig in kleine Blechdosen auf Rädern und lassen sich später im Sommerstau auf der Autobahn darin braten. Einem Hering würde es niemals in den Sinn kommen, freiwillig in eine Heringdose oder auf einen Grill zu springen. Mit daran können wir erkennen, wie sinnentleert, d.h. sinnlos die vorherrschende, kapitalistische Wirtschaftsweise ist: Die unsinnigsten Produkte kommen auf den Markt, die unsere Sinnesorgane zerstören.

Die „smarte Revolution“ führt zu einem Raubbau von „seltenen Erden“ auf dem Boden der Ozeane, wo es noch Lebewesen gibt, die bislang noch nicht erforscht oder entdeckt worden sind. Die Meeresbewohner*innen leiden nicht unter an der Plastikflut, sondern auch unter den mit Sonaren ausgestatteten U-Booten und Unterwasserdrohnen, die den Orientierungssinn von – insbesondere Walen – zerstören.

Anders als die früheren Massensterben, ist der jetzige Artenschwund menschengemacht. „Wir Menschen verbrauchen bereits viel mehr Ressourcen als zur Verfügung stehen, überfischen und vergiften die Ozeane, verbauen und veröden riesige Landflächen…“, schreibt Schrödl in seinem gerade erschienen Buch „Unsere Natur stirbt“. (Quelle: SZ)

Diese Gesellschaft basiert auf „Fortschritt“ und Wirtschaftswachstum.

Der „Fortschritt“ schreitet unaufhaltsam fort – in derselben Richtung wie seit der Erfindung der Dampfmaschine durch James Watt. Jene Maschinen aus dem Hause BULTON & WATT – sowie deren zahlreichen ausspionierten (!) Nachbauten – setzten sich ab 1770 vor allem deshalb durch, weil sie gegenüber Vorläufermodellen weniger Kohle verbrauchten. Heute, im 21. Jahrhundert, verbraucht ein 300-PS-Porsche ähnlich viel Benzin, wie ein „Sparkäfer“ von 1960 mit 1/10 der Motorleistung – dafür ersticken jedoch die Städte an und in der zehnfachen Anzahl der Autos….

In praktisch allen Bereichen der materiellen Produktion bedeutet „Fortschritt“ schneller, besser und billiger zu arbeiten: Ob die zusätzlichen Produkte überhaupt gebraucht werden, interessiert die Herren der Produktion herzlich wenig – erst wenn sich hunderte Paletten unverkäuflichen Produkts im Hof stapeln, erkennt der gewöhnliche Fabrikant ein Problem. Bei der Lösung des „Problems der Vermarktung“ sind Amazon, Google oder Facebook gerne behilflich – selbstverständlich gegen angemessene Bezahlung.

Das gesellschaftliche Problem liegt also nicht nur darin, dass zu viele Treibhausgase in die Luft geblasen werden, sondern darin, dass „unsere“ Jahrhunderte alten Vorstellungen von „Fortschritt“ einer gründlichen Revision bedürfen. Im Zentrum unserer Überlegungen darf nicht länger ein „Wachstum überhaupt“ stehen – gemessen als Bruttoinlandsprodukt in Geldbeträgen – sondern wir sollten überlegen, welche konkreten Produkte wir benötigen und wie wir diese produzieren wollen.

Um die Zeit dafür zu haben und die Transformation der Wirtschaft im Austausch mit Wissenschaftlern, die sich dem Naturschutz widmen, zu erforschen, brauchen wir das Bedingungslose Grundeinkommen für alle.  Siehe dazu den vorigen Beitrag zum Thema BGE.

Streiken und kämpfen wir für eine gute Zukunft!

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Heben wir den Fluch der entfremdeten Arbeit auf!

1984 erschien „Wege ins Paradies“ von André Gorz, der darin an das Produktivkraftkapitel der „Grundrisse“ von Karl Marx anknüpfte. Er entwickelte darin das Konzept eines Einkommens auf Lebenszeit, das unabhängig von der Lohnarbeit ist. Dieses Konzept des BGE knüpft daran an:

BEDINGUNGSLOSES GRUNDEINKOMMEN

(von Rosa G., geschrieben 2017 für die BASTA!-Erwerbslosenschule und von mir – Alinka – leicht bearbeitet )

Am 24.5.2019 – dem „CimateActionDay – hatte ich (A.S.) später noch ein langes Gespräch mit einer Nachbarin aus der Lausitz über den Kohleausstieg. Ich habe ihr versucht zu erklären, dass bei Erhalt des BGE die Menschen, die in den zu transformierenden Industriezweigen (wozu ja auch der Kohleabbau in der Lausitz gehört) arbeiten – wie alle anderen das BGE erhalten sollten, um auf dieser Basis – zusammen mit den zu gründenden Räten und beratend von z.B. „ScientistsForFuture“ – eine Alternative zu entwickeln.

Doch nun zum Text auf Basis der Erfahrungen mit HartzIV:

Wer in den letzten zwölf Jahren das Pech hatte, in die Fänge der „HARTZ-IV-Diktatur“ (1) (Buchtitel von Inge Hannemann 2015) zu geraten, weiß aus persönlicher Erfahrung, daß es mit den angeblich „höchsten Rechtsgütern“ der Bundesrepublik Deutschland nicht (mehr) allzu weit her ist: „Freiheit“ und „Menschenwürde“ sind für HARTZ-IV-Betroffene de facto suspendiert.

In diesem Zusammenhang werden wir im Rahmen der BASTA!-Beratung des öfteren auf das so genannte BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN (BGE) angesprochen – ein Begriff, der sporadisch immer mal wieder durch die Presse geistert. Schon der unmittelbare Wortsinn deutet an, dass hier ein „Einkommen“ gemeint ist, das ein menschenwürdiges Leben ermöglicht – OHNE nervende Bedürftigkeitsprüfung oder die heute noch alltäglichen Terrormaßnahmen der JobCenter zur Aufnahme irgendeiner Lohnarbeit, meist irgendwelcher „Bullshit-Jobs“ oder die berüchtigten und immer wieder neu aufgelegten „Kompetenzfeststellungsmaßnahmen“ mit Bewerbungstrainings.

Im Jahr 2016 hat das Projekt „Geld fürs Nichtstun“ (DER SPIEGEL) tatsächlich -noch experimenrelle -praktische Formen angenommen: In Berlin verlost eine Initiative (mein-grundeinkommen.de) jeweils 12.000 Euro Spendengeld als Jahres-BGE an angemeldete Bewerber*innen; in Utrecht (Holland) betreibt Vizebürgermeister Everhardt die Verteilung eines „Minimaleinkommens“ an zunächst 250 Versuchspersonen (DER SPIEGEL v. 02. 04. 2016); im französischen Präsidentenwahlkampf befürwortet aktuell der „partie socialiste“-Kandidat Benoit Hamon ein „BGE für ALLE“ (wenn auch auf kriminell niedrigem Niveau: 750 Euro/Mon.); in der Schweiz gab ́s im Juni sogar schon eine Volksabstimmung zur Verankerung eines BGE in der Verfassung -die immerhin rund 23 Prozent Zustimmung erhielt. Die Mehrheit der Schweizer*innen -und nicht nur die (!) -hält das existenzsichernde (bedingungslose) Grundeinkommen offensichtlich (noch) für illusionär.

Gleichwohl wird auch in führenden Wirtschaftskreisen laut darüber nachgedacht. So äußerte beispielsweise SIEMENS-Chef Joe Kaeser im November 2016, er halte „eine Art Grundeinkommen“ für „völlig unvermeidlich“. Auch beim Davoser „Weltwirtschaftsforum“ im Januar 2017 befürworteten diverse Referent*innen entsprechende Überlegungen.

In der Gedankenwelt von Konzernlenkern oder Weltwirtschaftsexperten steht selbstverständlich weniger die „Würde“ von Fahrrad-Kurieren oder HARTZ-IV-ler*innen im Zentrum des Nachdenkens, sondern vielmehr die Minimierung von „Kosten“- seien es nun die „Arbeitskosten“ im eigenen Betrieb, die Kosten staatlicher Verwaltung oder allgemein die „Kosten der Arbeitslosigkeit“.

Dass die Begleichung solcher „Kosten“ NOTWENDIG ist für das Funktionieren von „Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht“ (Karl Marx, erster Satz „KAPITAL“), dämmert nur den wenigsten. Das Grundprinzip dieser „Produktionsweise“ besteht bekanntlich darin, durch möglichst rationelle Anwendung von möglichst niedrig bezahlter Lohnarbeit möglichst große Stückzahlen hochwertiger Produkte auf den Markt zu werfen – und durch den Verkauf der Ware einen Profit zu erzielen.

Sobald nun dieser „Markt“ zu 99 Prozent aus schlecht bezahlten Lohnarbeiter*innen besteht UND keine neuen Märkte mehr erschlossen werden können, entsteht daraus ein Problem:

Die produzierten Waren landen zunehmend auf der Halde, der Gebrauchswert kann sich nicht in Tauschwert verwandeln, der erstrebte Profit nicht realisiert werden.

Auf sozialer Ebene bedeutet dies: Materielle Armut und soziale Verelendung nehmen zu.

Soziale und politische „Kosten“ von Armutsverwaltung (darin enthalten die Gesundheitskosten, die durch materielle Armut und gesellschaftliche Verelendung hervorgerufen werden) und/oder Sicherheit werden weiter steigen; militärische Aufrüstung wird hier wohl wenig ausrichten… — Es sei denn man bezieht sich auf den Satz eines Theoretikers, der folgendes sinngemäß schrieb: „Der Herr Kapitalist ist so blind und so versessen auf den Profit, dass er einem Henker für Extraprofit den Strick verkauft, an dem er kurz danach selbst aufgeknüpft wird“. Doch dieser Theoretiker irrte, denn der Kapitalist lässt die Henker ebenfalls für sich arbeiten und spendet obendrein einen Teil seines Ertrages an die Bluthunde des Kapitals, die Faschisten, wenn er das Vertrauen in die liberale Demokratie verloren hat…

Die Erfahrungen haben wir im letzten Jahrhundert gemacht. Gemäß Lion Feuchtwanger in „Erfolg“ propagierte der GröFaZ im Münchner Hofbräuhaus, dass er seine Feinde völlig legal liquidieren lassen würde. Und so war es ab 1933 auch: mit Eroberung der Staatsmacht durch die NSDAP, GeStaPo und SD wurden Verordnungen erlassen, die die auf Kapitalproduktion beruhende Gesellschaft in ein Massenmordsystem verwandelten.

Je mehr Kapital wir „unseren Herren“ überlassen, umso mehr Kapital haben sie zur Verfügung, von denen sie Massenmörder – auch wenn sie sich als „Rechtspopulisten“ sehen – verdingen können.

Ein bedingungsloses Grundeinkommen in wirklich existenzsichernder, angemessener Höhe könnte dem und der sich androhenden militärischen Balgerei um Rohstoffe und Absatzmärkte bzw. Territorien für Kapitalexport – Einhalt gebieten.

Als Maß für die Angemessenheit darf allerdings NICHT eine irgendwie berechnete „Bedürftigkeit“ – wie bislang bei HARTZ IV – herangezogen werden, sondern die Leistungsfähigkeit der Gesamtgesellschaft, d.h. ein angemessener Teil des gesellschaftlichen Gesamtprodukts (weitgehend gleich dem jährlich bekanntgemachten „Bruttoinlandsprodukt“ BIP) wird ohne Ansehen der Person pauschal an ALLE verteilt – um den Verkauf des restlichen (Waren-)Produkts sollen sich die einzelnen Unternehmungen weiter „im Wettbewerb“ balgen wie bisher. Zur Höhe dieses BGE habe ich bereits vor Jahren mal die Hälfte des BIP vorgeschlagen – nach den Zahlen von 2008 (also VOR der großen „Finanzkrise“) – wären das exakt 1265 Euro pro Person und Monat gewesen.

In den bisherigen Diskussionen um ein BGE – in welcher Höhe auch immer -bleibt die Frage „Wer soll das bezahlen?“ gar nicht oder zumindest unbefriedigend beantwortet. „Der Staat“ in seiner notorischen Überschuldung wird wohl weder bereit noch in der Lage sein, zusätzlich zu den laut Maastricht-Kriterien „erlaubten“ Schulden in Höhe von 60% des BIP mal eben weitere 50% aufzunehmen. Es bleiben also die privaten Geldbesitzer, die in der Summe über ein „Geldvermögen“ in Höhe des zweifachen deutschen Jahres-BIP (aktuell rund 7000 Milliarden Euro) verfügen. DIESE “Sparer” sparen allerdings nicht auf die Renovierung von „Oma ihr klein Häuschen“, sondern DAS sind Industrie-und Verkehrsbetriebe, Strom-und Wasserversorger, Gesundheitskonzerne etc., die darauf sparen, ihr technisches Equipment nach Ablauf von durchschnittlich 15 Jahren (Statistisches Jahrbuch der BRD 2010) Gebrauchs- bzw. Abschreibungszeit zu erneuern.

DIE könnten aus ihren „Amortisationsfonds“ locker monatlich 1.500 mal 83 Millionen, also rund 125 Milliarden, Euro abdrücken – zumal ihnen dieses Geld in kürzester Zeit aus dem normalen Warenverkauf zurückströmt. Nach Berechnungen von 2018 beträgt die Hälfte des BIP aktuell 1.700 pro Person und Monat. Nach den Zahlen von 2018 (veröffentlicht am 15. Januar 2019) müsste das entsprechende BGE 1.700 € pro Person und Monat betragen, was sich zu insgesamt 140 Milliarden aufsummiert.

Die Zeit, die dadurch den gesellschaftlichen Individuen zur Verfügung steht, könnte genutzt werden, um die Transformation der Gesellschaft voranzutreiben, damit sie sich sowohl den Kriegen widersetzt als auch um die Klimakatastrophe abzuwenden.


(1) Wobei „natürlich“ festzustellen ist, dass das Kapital eine Totalität ist und wir unter der Gesamtheit der Diktatur bzw. dem Kommando des Kapitals (Ware-Geld-Beziehung) leben und HartzIV die Kosten der Ware Arbeitskraft unter ihren Wert drückt. Das bedeutet: Vernichtung durch Arbeit bzw. durch Überarbeitung, wodurch gefährliche Unfälle zunehmen: Nicht nur die „Einschlafstörung des FlixBusFahrers auf der Fahrt von Berlin nach München, sondern auch zunehmende „Kunstfehler“ im Gesundheitswesen.

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Das Unvollendete

Mehr noch als die unvollendete Theorie (siehe u.a. Roman Rosdolsky1) leidet die Menschheit heute unter der unvollendeten Revolution, die vor 100 Jahren im Blut der aufbegehrenden Arbeiter*innen erstickt wurde. Und doch hängt beides miteinander in Verbindung. Allerdings: wühlt mensch sich durch das Gesamtwerk von Karl Marx und deren kompetenter Schüler*innen, so wird klar, dass im Grunde alle Fragen und Aspekte abgehandelt, allerdings nicht vollständig von den Revolutionär*innen der damaligen Zeit – u.a. auch Lenin/Trotzki beachtet wurden. Es war insbesondere die schlecht beantwortete Landarmen- und Bauernfrage (Marx und Engels sahen in dem Kleinbauern nur Reaktionäres), die der Oktoberrevolution den Garaus machte. Taktisch kuschten die kommunistischen Revolutionäre vor den russischen Sozialrevolutionären, die ihre Massenbasis unter den Landarmen und Kleinbauern hatten. So wurde den Landarmen bereits in den April-Thesen, die in Petrograd vorgetragen wurde, Land versprochen. Das Ergebnis davon war: „So jagten die Bauern dem Besitz nach, während die Arbeiter der zwei Hauptstädte ihn abzuschaffen bemüht waren… Die Bauern, die sich vor einer Konterrevolution, die die Großgrundbesitzer zurückbringen könnte, fürchteten, waren (zwar) am bolschewistischen Regime interessiert. Aber der sozialistische Aspekt der Revolution rief bei ihnen Mißtrauen, Furcht und Feindseligkeit hervor.“ (Deutscher, Die unvollendete Revolution, S. 26,25)

In besonderer Weise setzte sich gegenüber der Revolution in Russland die Theorie von Marx und Luxemburg durch: ausschlaggebend für eine kommunistische Revolution sind die hochentwickelten Produktivkräfte. Die waren jedoch in Europa konzentriert, während Russland kaum industrielle Produktion und dementsprechend wenig Proletariat hatte. Durch das Scheitern der Revolution in Europa bzw. dadurch, dass Russland isoliert blieb, wurde auch die kommunistische Bewegung zerschlagen und führte in das Grauen des NS mitsamt Fortsetzung des imperialistischen Krieges, wie ihn Rosa Luxemburg in „Die Krise der Sozialdemokratie“ vorhersagte. Ein Grund für das Scheitern der Revolution in Deutschland war, dass die Arbeiterschaft durch die Kriegsjahre physisch erschöpft war und der Mehrheitssozialdemokratie zujubelte, als diese versprach, nun für das Wohl der Arbeiter*innen einzutreten und sich wieder als „Friedenspartei“ präsentierte. Die Kommunist*innen – wie Luxemburg und Liebknecht in der Sozialdemokratie hatten es versäumt frühzeitig mit dieser Partei zu brechen, um eine kommunistische Partei aufzubauen. Ebert und Scheidemann wurden durch die deutschen Generäle an die Macht gehievt und waren in Besitz breiter Medien, kontrollierten Druckereien etc und konnten deshalb im November 2018 massenmedial auftreten, während die USPD diese Möglichkeiten nicht hatte. Die SPD-Führung tat sich mit revolutionären Phrasen hervor und konnte diese Macht bis zur Wahl am 19. Januar 1919 ausbauen, währenddessen Gustav Noske Freikorpsverbände organisierte, die gegen revolutionäre Soldaten und Arbeiter*innen vorgingen.

Zum Weiterlesen:

Lehren der deutschen Revolution 1918/19

 

Rosdolksky, Roman, Zur Entstehungsgeschichte des Marxschen ‚Kapital‘, Frankfurt am Main, 1968

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Besitz und Eigentum

Ich fände es recht gut, wenn wir uns Genauigkeit bezüglich der Termini angewöhnen würden.

Besitz ./. Eigentum

Hier kinderleicht erklärt:
http://www.recht-kinderleicht.de/eigentum/

Als Mieterin bin ich Wohnungsbesitzerin, aber nicht Wohnungseigentümer*in. Jemand der eine Wohnung als Eigentumswohnung kauft, ist Wohnungseigentümer. Wird ein Haus gebaut, in dem alle Wohnungen Eigentumswohnungen sind, kann es entweder ein kollektives Eigentum am gesamten Haus und ggf. dem Grundstück geben (und sie sind ggf. auch kollektiver Eigentümer des gesamten Hauses) durch den Miteigentumsanteil am Gemeinschaftseigentum. Zumeist erwirbt jemand, der ein Haus kauft, auch das Grundstück, auf dem es steht. In diesem Zusammenhang sollte von „Hauseigentümer“ gesprochen werden. Ein Hausbesitzer wäre jemand, der nicht Eigentümer ist.

Mehr dazu hier:
https://www.test.de/Eigentumswohnung-Grundregeln-der-Eigentuemergemeinschaft-5332284-0/

Wohnt der Eigentümer in der Wohnung, so ist er gleichzeitig Eigentümer und Besitzer. Vermietet er die Eigentumswohnung, so ist der neue Mieter Besitzer.

Doch da gibt es noch etwas: Grund & Boden bzw. die „Landlords“, Grundbesitzer, die Grundstücke (bebaut und unbebaut) erwerben.

Aufgrund der Gesetze der politischen Ökonomie findet eine Wertsteigerung des Bodens durch gewinnbringende Nutzung statt.
Stadt&Land, d.h. Senat und Landesregierung nehmen dadurch auch mehr Steuern ein. Und der sogenannte „Investor“ meint, dass er doch durch die Zahlung der Steuermittel wiederum Stadt&Land unterstützt.
Und jetzt kommt das große DOCH: Als Kapitaleigner kann er die Steuern als Unkosten (fauxfrais-Kosten) an Käufer*innen und Mieter*innen weiter geben… d.h.: In Wirklichkeit bzw. real zahlt er gar keine Steuern. Er kann sogar Zinsen für Kredite nach unten weiter geben bzw. auf die Endprodukte umlegen.

Ist er selbst Banker, kann er sich für 0 Zinsen Geld auf dem Kapitalmarkt leihen und diese in Baufinanzierung investieren. Dies tut z.B. die KWF-Bank, die Kredite für „Energieeffizienz“, d.h. Modernisierung mit Wärmedämmung vergibt. Sie sprechen gar von „Wohnriester“. Sie erheben aber mittels ihrer Banken Zinsen auf den Kauf einer Eigentumswohnung oder eines Hauses. Sie verdienen sowohl am Verkauf als auch an den Zinsen und der Käufer sitzt außerdem in der Schuldenfalle und ist noch abhängiger von seinem Arbeitsplatz bzw. der Lohnarbeit. Sollte sein Betrieb dicht gemacht werden, verliert er ggf. sein Haus oder die Eigentumswohnung, da sie bis zur Abzahlung der Kredite der Bank gehört.

Ein Mieter zahlt Mietzins auf Überlassung einer Sache: die Wohnung.
Z.B. machen das Autoverleiher ebenfalls, die Gebühren für die Überlassung eines Autos – einer mobilen Sache verlangen. (Häuser dagegen sind Immobilien…) Der Autoverleiher ist der Eigentümer, der Ausleiher der – zeitweilige – Besitzer.

Wenn die Wohnung als Eigentumswohnung zum Kauf angeboten wird, wird sie zur Ware.

Wenn nun Mietergemeinschaften ein Haus kaufen wollen (der letzte Rettungsanker!), dann zeigen sie auf, dass wir in einer Diktatur der Ware-Geld-Beziehung leben. Das ist der stumme Zwang der Verhältnisse: Immobilien wurden zu Waren und Kapitalanlagen. Privateigentum kann/wird wieder für Kapitalvermehrung/Reichtumsanhäufung eingesetzt.

Sie tun ja nichts anderes, als dem Gesetz zu folgen, dass Immobilien auf dem Markt als Waren verhökert werden.

Damit ist aber auch bewiesen, dass auch das „Häusersyndikat“ dem stummen Zwang folgt und keineswegs ein „Antikapitalismus“ ist.
Denn: Sie verhalten sich gegenüber Wohnungssuchenden (Nachfragern) ebenfalls als private Hauseigentümergemeinschaft und hinter ihrem Rücken steigt der Grundstückswert aufgrund der Bodenspekulation bzw. der Wertsteigerung/Aufwertung auch der Nachbarschaftsgrundstücke.

Wohnung in einer Industriegesellschaft dient der Reproduktion der Ware Arbeitskraft. Der Arbeitslohn enthält die Reproduktionskosten dieser Ware. Das sind die Lebens(er)haltungskosten, in denen auch der Mietanteil enthalten ist.

Das Kapitalverhältnis ist eine Totalität, d.h. die Gesamtheit der Produktion – Distribution – Konsumtion sowie die der gesellschaftlichen Beziehungen der Individuen. Auch der Stoffwechselprozess mit der Natur ist Teil der Kapitalverwertung, da Essen, Trinken, sich bekleiden und selbst das Scheißen und Pinkeln kapitalistisch geregelt ist.  Die Atemluft ist zwar noch keine Ware, aber es gibt „Luftkurorte“ für die Wohlhabenden sowie Atemmasken, die als Waren herstellt und verkauft werden und von Arbeitenden bei einer staubbelasteten Arbeit getragen werden können/sollen/müssen (z.B. bei Asbestabbau im Baubereich).

Seit der Zeit des „doppelt befreiten Lohnarbeiters“, der seine Ware Arbeitskraft verkauft, sprechen wir von der Gesellschaft des Kapitals. Sie wurde noch nie aufgehoben. Der „real existierenden Sozialismus“ war mitsamt des Comecon eine Art „Antikapitalismus“ – obwohl es ein Staatskapitalismus war – ging aber daran/darin zugrunde. Der sogenannte „Realsozialismus“ hat weder die Klassen aufgehoben , noch den Markt oder die Ware-Geld-Beziehung. Einzig und allein der Staat war nicht nur ideeller, sondern sogar reeller Gesamtkapitalist.  (1)

Er folgte ebenfalls kapitalistischen Gesetzen, da es nun einmal nur einen globalen Weltmarkt gibt, der bis in die letzten Winkel dieses Planeten vorgedrungen ist und sowohl Macro- wie auch Micromaterie (Natur) dieses Planeten vernutzt.

Der gesamte Planet wird aufgrund der Zerstörungsgewalt des Kapitals zunehmend unbewohnbar. Die Ursache: privatwirtschaftlich organisiertes Eigentum inkl. dem Zwang, es zu vermehr-heeren…

Der bürgerliche Staatsapparat im Neoliberalismus transformiert sich gerade (siehe USA) in einen plutokratischen.

Parallel hat sich jedoch bereits innerhalb der Gesellschaft des Kapitals die Produktivkraft für eine neue Gesellschaft entwickelt. Unter noch bürgerlichen Vorzeichen bzw. Bezeichnung kündigt sie sich als „Energiewende“ an.

Hier ist der Entwurf hin zu einer Aufhebung des Kapitals:

https://foodandpeace.wordpress.com/2015/07/06/fur-eine-soziale-produktion-ohne-geld/

 

(1) siehe auch: http://www.kommunismus.narod.ru/knigi/pdf/Johannes_Agnoli_-_Der_Staat_des_Kapitals.pdf (S. 30)

 

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Gedanken zum Hass

Die Leute sind so sehr daran gewöhnt zu hassen, zu töten, zu verachten und sich zu fürchten, dass sie versuchen, jeden zu beseitigen, der ihnen sagt, dass sie sich vielleicht täuschen und ihre Haltung nichts weiter ist als Hass auf das eigene Leben. (Raoul Vaneigem)

Georg Kreisler komponierte ein schwarzhumoriges Lied über das Töten, was ich dieser Einleitung gern hinzufüge:

Ich fange mit dem Thema etwas persönlich an, auch wenn ich immer wieder den Vorwurf bekommen, dass persönliche Erfahrungen und polit-ökonomische Analyse getrennt werden müssen oder sollen.

Für mich gehört es zusammen, denn ohne eigene Erlebnisse bzw. spezifische Sozialisation wäre so manche* nicht dazu gekommen, sich der kritischen Gesellschaftsanalyse zu widmen. Den Charakter dieser bürgerlichen Zivilisation haben zahlreiche Psychoanlytiker*innen erforscht. (1)

Ich habe deren Bücher in meiner Jugendzeit verschlungen, weil meine Mutter sehr depressiv war und sich in noch jungen Jahren erhängte. Sie hatte sehr gelitten und im kleinstädtischen Milieu der 60er und 70er Jahre des letzten Jahrhunderts war niemand da, der ihr helfen konnte. Im Gegenteil: Sie wurde Opfer der Pharmazie und mit Tabletten voll gepumpt, die ihr Leid aber noch vergrößerten. Das zeigte sich daran, dass sie einen Suizidversuch nach dem anderen durchführte, wovon dann ihr letzter „erfolgreich“ verlief.

Schon als kleines Kind habe ich sie getröstet, denn sie war in ihrer Ehe mit einem völlig empathielosen Mann sehr unglücklich und weinte sehr viel. Sie hat nicht gehasst oder Aggressionen nach außen gerichtet, sondern ist – autoaggressiv – gegen sich selbst vorgegangen. Im Grunde ist sie an der christlichen Mädchenaufzucht der katholisch geprägten Stadt, in der sie aufwuchs, zugrunde gegangen. In dieser Mädchenaufzucht und Frauensozialisation wird der Frau quasi ein Schuldkomplex eingeimpft. Dieser begründet sich aus der Erbsündenideologie. Eine weitere Ursache für die Charakterdeformation der christlich-bürgerlichen Gesellschaft ist die Legende der „unbefleckten Empfängnis“ (2), die eng mit der Tabuisierung der Sexualität allgemein sowie die Kontrolle der Sexualität der Frau insbesondere verbunden ist. Letzteres Phänomen begründet sich aus der patriarchalen Tradition, dass die Natur unterworfen, beherrscht und in Besitz genommen werden muss und die Frau über einen langen historischen Zeitraum hinweg in’s Reich der Natur verwiesen wurde und bis heute wird. Am Beispiel der Genitalverstümmelung (FGM)  wird das „bis heute“ klarer bzw. ist in diesem grauenhaften Phänomen klar ersichtlich. Doch auch die verstecktere Form davon, die in allen zivilisierten Industrienationen anzutreffen ist, bedeutet patriarchale Unterdrückung. Dazu gehört die Tatsache, dass der Frauenkörper als Objekt der männlichen Sexualität propagiert und dargestellt wird und dies von Männern umgesetzt wird. Damit aber wird Frauen der eigenständige Gebrauch ihrer Sexualorgane und des Libido (d.h. der sexuellen Triebenergie) sowie ihrer grandiosen Orgasmusfähigkeit nicht zugestanden.

Daraus entwickeln sich zahlreiche Psychopathologien und Neurosen, die alle Nachkommen betreffen und von Generation zu Generation weiter gegeben werden. Dies, weil der Schuldkomplex die Familie belastet und sich als grauer Schatten zwischen die Mutter-Kind-Beziehung schiebt.  Er basiert nicht nur auf dem Schuldkomplex, sondern vor allem darauf, dass – wie dies Wilhelm Reich analysierte -, Frauen ihre Kinder erst dann wirklich lieben und ihnen zugewandt sein können, wenn der Sexualakt für sie schön war, d.h. sie darin befriedigt wurde. Das Wort „Befriedigung“ passt wieder sehr gut zu dem, was ich als ursprünglichen „Bonobo-Charakter“ des Menschen unter (2) dargestellt habe. Auch Raoul Vaneigem fordert ein natürliches Sexualverhalten in „Das Buch der Lüste “ ein und beschreibt den Schatten als Zustand des ökonomisch-bürokratisch programmieren Selbsthasses, der sich auch dadurch manifestiert, dass die Ware mehr geachtet wird als der Mensch mit seinem Begehr nach Wohlbefinden. Mittels der Werbeindustrie wird gar der Libido auf bestimmte Waren gelenkt. Und dies mit sehr perfiden Methoden, wie es Vance Packard in „die geheimen Verführer“ beschrieb.

Der Verlust dieser Befriedigung und Zufriedenheit durch Triebunterdrückung bringt die „emotionale Pest“ hervor, die W.R. in seinem Buch „die Massenpsychologie des Faschismus“ beschrieb.

Auch die Analyse von Kindesmisshandlungen durch die Gerichtsmediziner*innen Michael Tsokos und Saskia Guddat in „Deutschland misshandelt sein Kinder“ sollte allen, die Hass und Gewalt bekämpfen Anlass zu Besorgnis geben. Die Autor*innen kommen nämlich zu dem alarmierenden Resultat, dass es nur in 28 % aller Familien in Deutschland zu keinen körperlichen Gewalttaten gegen Kinder kommt.

„Lediglich in 28 % der Familien kommen körperliche Strafen nicht oder so gut wie nie vor.“  (3)

Was aber ist mit psychischer Gewalt(anwendung) durch Bestrafung, wie z.B. Liebesentzug, Hausarrest, Streichung des Taschengeldes etc. ?

Diese Fakten machen deutlich, wie stark bzw. großflächig verankert traumatisierende Gewalt in der bürgerlichen Familie ist. Die meisten bürgerlichen Individuen arbeiten diese Gewalt nicht auf, sondern verdrängen sie. Unbewusst wirkt sie jedoch weiter, wird nach außen projiziert und prägt das Verhalten im gesellschaftlichen Arbeits- und Kommunikationsprozess. Im Schulalltag ist es noch sichtbar, dass viele Gewaltopfer selbst zu Gewalttätern werden. Was ist, wenn sie später eine Karriere als Politiker machen, wie Horst Seehofer oder Andrea Nahles, die unlängst einen verfassungsfeindlichen Lügner goutierten und beförderten? Doch damit sind wie jenseits jeder Gefühlsregung und auf dem Gebiet der Bürokratie und des Machtkalküls. Darin geht es nur darum, den eigenen Posten zu erhalten und abzusichern. Es ist die gesellschaftliche Mitte, d.h. das K(r)ampffeld des postfaschistischen bzw. postnationalsozialistischen Mittelstandes.

Der politökonomische Machtkalkül-Charakter ist jedoch bekanntermaßen weitaus gefährlicher als gefühlsgeladener bzw. -belasteter Hass, wie sich unschwer aus „Eichmann in Jerusalem“ von Hannah Arendt ableiten lässt. Die Nazis waren keine mit Hass erfüllten Antisemiten, sondern machten ihn aus politischem Kalkül heraus zum politischen Programm, damit die deutschen Stahlbarone und andere Unternehmer nicht um ihre Gewinne fürchten mussten. (Rassenk{r}ampf statt Klassenkampf im Dienst der Kapitalakkumulation). Es ging es ihnen aber auch um den Erhalt des deutschen Mittelstandes, der sich durch den jüdischen Mittelstand materiell (im Sinne der kapitalistischen – freien – Marktwirtschaft und auf Basis der darin lauernden Konkurrenz) bedroht fühlte und ihn deshalb liquidierte.

Fast alle deutschen Politiker quer durch alle Parteien kommen aus dem Mittelstand und haben deshalb eine starke Charakterähnlichkeit. Die AfD knüpft nur noch robuster an die Tradition des deutschen Mittelstandes mit seiner liquidatorisch-autoritären und nationalistischen Politik an. Eben deshalb machen sie eine (für den „gemeinen Bürger“ und die liberale Demokratie) furchtbare Politik, die durch die AfD im „schlüsselfertigen“ Bundestag noch fürchterlicher wird.

Doch kommen wir noch einmal auf den Hass zurück: Ich denke, dass die einzigen, die allen Grund zum Hass haben: Die hart Arbeitenden, da sie wegen Existenzstress, Ausbeutung und Arbeitsqual sowie auch mangels Wohnung kein „sexy life“ leben können.  Sie sind  nur variables Kapital, Ausbeutungsmasse und Leistungsvieh. Da ich aus der Arbeiter*innenklasse abstamme, weiß ich, was für ein schlimmes Leben die Arbeiter*innen haben.

Die AfD wird deshalb von der herrschenden Klasse und ihrem Staatsapparat gebraucht und gefördert, weil sie den Hass der Arbeitenden auf dieses System gegen Fremde richten soll, damit die herrschende Klasse ihre Geschäfte weitermachen und ihren Reichtum weiterhin vermehren kann. Deutschland ist bekanntlich im Krieg und der wird auch an der Heimatfront geführt. Nun stoßen die Großmächte zunehmend aufeinander.

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(1) Neben Wilhelm Reich und Alice Miller sowie vielen weiteren Analytiker*innen ist Arno Gruen sehr interessant, der sich insbesondere mit dem Verlust der Empathie beschäftigte. Leider wurde die Psychoanalyse durch den Nationalsozialismus fast vollständig ausgelöscht und Wilhelm Reich selbst in den USA weiter verfolgt, wo auch zahlreiche Bücher und Schriften von ihm verbrannt wurden.

(2) Hier möchte ich, um Madame l’histoire Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, noch folgendes erwähnen: Joshua (Jesus) wurde jüdisch geboren und im Judentum existiert – von Geburt an – keine „Erbsünde“. Wie der verlinkte Wikipedia-Artikel nachweist, wurde die „Erbsünde“ eh erst nach seinem Tod erfunden. Dennoch hängt die Paradiesvertreibung eng mit der Tabuisierung des Sexuellen zusammen, da die beiden (Adam und Eva) sich plötzlich ihrer Sexualität wegen schämten und ihre Geschlechtsorgane bedeckten. Damit begann der Zivilisationsprozess bzw. die Einheit zwischen Mann und Frau als Naturwesen zerbrach. Der Bonobo-Charakter der Primaten, der mittels sexueller Zärtlichkeit Aggressionen befriedete,  verödete und der Mensch verlor zunehmend sein ursprüngliches Gemeinwesen bzw. zerstörte es immer mehr. Weitere Einschränkungen und Unterdrückung der Befriedigung und Zufriedenheit basieren auf dem modernen repressiven Charakter der bürgerlichen Gesellschaft und materiellem Mangel, d.h. Stress, schlechten Wohn- und Arbeitsverhältnisse, die Pflicht, sich der Diktatur der Ware-Geld-Beziehung zu unterwerfen. Somit verstärkte sich das, was Heraklit sagte: „Der Krieg ist Vater aller Dinge.“ Auch der Mensch mutierte zum variablen Kapital, dem Homo Oeconomicus, Humankapital.

(3) aus einer Studie des Bundesfamilien- und Bundesjustizministeriums, zitiert nach Tsokos/Saskia S. 25

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Die Pflicht, als Mensch zu handeln

Gestern trat das neue Polizeiaufgabengesetz (PAG) in Bayern in Kraft. Zwar hat sich der deutsche Staat noch nie an die universellen Menschenrechte gehalten, aber nun wird immer offensichtlicher, dass dieser Christen-Staat in Tradition der Kreuzzüge und der Ermordung von Juden/Jüdinnen sowie Tausenden von Frauen steht. Verdächtigungen gehen oftmals den Weg über Gerüchte und im Hinterhalt lauert zumeist der Pöbel, der seinen niederen Trieben folgt und bereit dazu ist, mit zuzuschlagen, da der Staat der Regierenden ihn schützt. Niedere Triebe haben sie deshalb, weil die ihm zugeHörigen es nie gelernt haben, gemäß ihrer menschlichen Bedürfnisse nach einem guten Leben zu handeln bzw. das menschliche Wohlbefinden in das Zentrum ihres Lebens zu stellen. Nur diesem sollten wir im Interesse der Gattung Menschen verpflichtet sein. Und so steht es auch im §29 der universellen Menschenrechtserklärung: „Jeder hat Pflichten gegenüber der Gemeinschaft, in der allein die freie und volle Entfaltung seiner Persönlichkeit möglich ist.“ Da es eine universelle Menschenrechtscharta ist, bedeutet „Gemeinschaft“ nichts anderes, als die Gattung Mensch, der alle Menschen angehören und steht in Widerspruch zu germanomanisch-arischen Volksgemeinschaft, die im letzten Jahrhundert der globalen Bevölkerung lehrte, was deutscher Anstand ist. Und eben genau deshalb wurde die Menschenrechte verfasst.

T.W. Adorno war trotzdem ein Mensch, der wie Bloch auf die Hoffnung setzte. Er war jedoch auch realistisch genug, in „“Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit“ vor einem Nachleben des Nationalsozialismus in der Demokratie als Bedrohung zu warnen.

Zum Recht heisst es in Artikel 9 – 12 der universellen Menschenrechte:

Artikel 8

Jeder hat Anspruch auf einen wirksamen Rechtsbehelf bei den zuständigen innerstaatlichen Gerichten gegen Handlungen, durch die seine ihm nach der Verfassung oder nach dem Gesetz zustehenden Grundrechte verletzt werden.

Artikel 9

Niemand darf willkürlich festgenommen, in Haft gehalten oder des Landes verwiesen werden.

Artikel 10

Jeder hat bei der Feststellung seiner Rechte und Pflichten sowie bei einer gegen ihn erhobenen strafrechtlichen Beschuldigung in voller Gleichheit Anspruch auf ein gerechtes und öffentliches Verfahren vor einem unabhängigen und unparteiischen Gericht.

Artikel 11

  1. Jeder, der wegen einer strafbaren Handlung beschuldigt wird, hat das Recht, als unschuldig zu gelten, solange seine Schuld nicht in einem öffentlichen Verfahren, in dem er alle für seine Verteidigung notwendigen Garantien gehabt hat, gemäß dem Gesetz nachgewiesen ist.
  2. Niemand darf wegen einer Handlung oder Unterlassung verurteilt werden, die zur Zeit ihrer Begehung nach innerstaatlichem oder internationalem Recht nicht strafbar war. Ebenso darf keine schwerere Strafe als die zum Zeitpunkt der Begehung der strafbaren Handlung angedrohte Strafe verhängt werden.

Artikel 12

Niemand darf willkürlichen Eingriffen in sein Privatleben, seine Familie, seine Wohnung und seinen Schriftverkehr oder Beeinträchtigungen seiner Ehre und seines Rufes ausgesetzt werden. Jeder hat Anspruch auf rechtlichen Schutz gegen solche Eingriffe oder Beeinträchtigungen.

Ganz offensichtlich kann von einem „Rechtsstaat“ in Deutschland nicht mehr gesprochen werden. Gemäß „Die smarte Diktatur“ von Harald Welzer basiert dieser elementar auf Gewaltenteilung und die Verfolgung von Selbstjustiz, dazu gehört etwa auch die Unschuldsvermutung. Die Rechtsschutzgarantie, wie es auf der Seite des Netzwerk Menschenrechte heißt, wird damit ausgehebelt.

Dies darf ebenso wenig hingenommen werden, wie Deportationen oder Terror inkl. dem Schwarzhandel mit Waffen an Diktaturen, der Deutschland nach 1945 wieder zu einer wirtschaftlich starken Nation gemacht hat und damit letztendlich für Fluchtursachen mit verantwortlich ist.

Gemäß den universellen Menschenrechten und dem GG Art. 1 Abs. 2 war das Verhalten der Polizei gegenüber dem Geflüchteten aus Togo in Ellwangen sowie dem Vorgehen gegen die Menschen, die ihm beigestanden haben, rechtswidrig.

Skandalös ist auch die Propaganda eines angeblichen „Asylmissbrauches“ von Ezid*innen in Bremen. Seit Wochen reiten die deutschen Medien so darauf herum, dass mensch denkt, die AfD hätte die Leitung des deutschen Propagandaministeriums übernommen. Vor einem Jahr – als es um den falschen syrischen Flüchtling Franco A. ging – wurde die Tatsache, dass er als syrischer Flüchtling anerkannt wurde, kaum skandalisiert. Dabei war dieser falsche Flüchtling tatsächlich gefährlich. Liegt dieses – *räusper* „Ungleichgewicht“ vielleicht daran, dass – wie es Mely Kiyak schrieb – man „als Nazi, als Menschenhasser oder Minderheitenbespucker in diesem Land wie Gott in Frankreich“ lebt? „Und die Türen des deutschen Bundestages stehen ihnen offen“ müsste man hinzufügen.

Es gibt noch viel zu tun, um den Nationalsozialismus aus der Demokratie zu verbannen und um aus der Rechtsidealität der Universellen Menschenrechte eine Realität zu machen, in der wir uns als Menschen begegnen können.

Zum Weiterlesen:

 

 

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