Tittytainment Governance

When I analized the uprise of right-wing populism in Germany (and it started with Thilo Sarrazin book: „Deutschland schafft sich ab“; in English: „Germany Is Doing Away With Itself„), Europe, Turkey, Russia and at least in the United States of America we have to reflect the term „tittytainment“. I found it 30 years ago in the book „Global Trap: Civilization and the Assault on Democracy and Prosperit“, written by Hans-Peter Martin and Harald Schumann. Both were serious journalists and worked for the German news magazin „Der Spiegel“. In particular, the book is known for defining a possible „20/80 society„. In this possible society of the 21st century, 20 percent of the working age population will be enough to keep the world economy going. The other 80 percent live on some form of alimentation, financed by the state (for expample: HartzIV, European Social Fondsand and os on) or NGO‘s or religios communities. They are entertained with a concept called by Zbigniew Brzezinski „tittytainment“, which is a mixture of „intoxicating entertainment and sufficient nourishment“ that can „tranquilize the frustrated minds of the globe’s population“. It’s nothing else, than „Bread and Circuses“ in Roman Empire.

More about it, you can find in wikipedia.

Today all politicians of this patriarchal and capitalistic system are character masks of „Tittytainment“ and are working in the interests of the corporations, the Global Player (for example Monsanto, which is now overtaken from BASF) and it‘s banks and unfortunately for the industrial military complex. This complex is needing friction and wars for its profit and the bourgeois governments and states, leaded by its secret services are feeding the war.

Donald Trump is a Tittytainment“-president in personification. He was making for years TV shows and is very popular in the USA. Thilo Sarrazin was unknown in Germany until he published his book: „Deutschland schafft sich ab“. Donald Trump is narcisst and Thilo Sarrazin is occupied by the stupid vision of „Germany’s destiny: lead Europe to lead the world“ which is basing on the ideology of „German Tüchtigkeit‘“. Therefore non-Germans say: „The ‚krauts'(in German now is in use: „Kartoffeldeutsche“) want to rule the world again and to creat a 4. Reich, but they can‘t build an airport (BER).“

Thilo Sarrazin is the idological founder of the right-wing Afd (Alternative for Germany) and the Pegida movement. The German dominated Europe now – after the Brexit – is nothing else than a pile of shards. National chauvinism is growing in Europe and tendencies towards a war. Please reflect the cruel war in Yugoslavia, which started 1991.

We’ve to reflect too the situation in Turkey and the politics of Erdogan, who is very dangerous too, specially for the Kurds and the democratic opposition in Turkey and Europe. The same with Mr. Putin in Russia.

In European Union the first right-wing government was established in Hungary 2010 under the rule of Fidesz with its leader Viktor Orbán. Fidesz members are sympathizing with the far right-wing party „Jobbik“ and its para militaristic organisation „Magyar Guarda“. They organized pogroms against the Roma population. Many of them have been killed, evicted and they are very oppressed. If you want to make researches on it, you can read the articles on European Roma Rights Center.

In the declaration of human rights these social and humanistic ethics, basing on universalism, are implemented. But no nation, no government, no state is acting on the base of human rights. Capitalism is ruling the world and the economy with its stockmarkets, rating agencies, banks are oppressing us and brought dictators to power. This on global level and first inside the European colonies. For example Partrice Lumumba was killed and Joseph Mobutu was brought to rule in Congo.

We have to consider and to be aware, that the neoliberal capitalism is collapsing and its policy failing.

We‘ve to stop the war machine – because it is destroying culture – and coming together as new global opposition for a social and human society.

We shall act in our daily life, in our neighborhood and organizing meetings.

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Helft mit, die afrikanische Bar „Maluma Dreams“ zu erhalten!

Mehrere afrikanische Restaurants (Mano-River-House, Mandé) sowie das Afrika-Medien-Zentrum mit Bibliothek wurden schon aus dem „Sprengel-Kiez „entfernt“. Nun soll auch noch die alteingesessene Bar „Maluma Dreams“ in der Torfstr. (u-Bhf. Amrumer Str.) dicht gemacht werden. Dies zumindest, wenn es nach dem Willen der Hausbesitzer ginge, die den Betreiber der Bar, Emmanuel, nun mit rassistischem Vokabular und erhöhten Betriebskosten etc. schikanieren und ihn in Existenzunsicherheit bringen. Dabei weiss ich, dass die Bar vor allem bei Deutschen im Wedding und darüber hinaus sehr beliebt ist.

Vielen Dank an „New Generation“ für die Unterstützung und das Video!

Bitte unterschreibt die Petition auf change.org !

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Literarische und zivilisatorische Regression oder Revolution

Zur Zeit findet eine neue Bücherschwemme statt, die schon vor Weihnachten zu konstatieren war: Die Luther-Bibel wurde in großer Auflage neu herausgegeben und kündigte das diesjährige „Luther-Jahr“ an. Dem schließt sich ein Luther-Kult an.

Völlig vergessen wird dabei, dass es in dieser Zivilisation die Aufklärung gab und dass auch Karl Marx zu den Aufklärern über das Wesen der politischen Ökonomie gehört. Immerhin hat sein Werk „Das Kapital“ ebenfalls in diesem Jahr 150jährigen Geburtstag, wird jedoch – verglichen mit Martin Luther – mehr in Randnotizen und durch den Film „Der junge Karl Marx“ – gewürdigt.

„Ist das Kapital noch aktuell“? wurde kürzlich in einer Sendung des Deutschlandfunks gefragt. Solch eine Frage würde ich gern mal in Bezug auf die Bibel und Martin Luther hören. Denn immerhin ist das Werk von Marx und Engels viel jüngeren Datums, d.h. wesentlich aktueller als das von Martin Luther.

Und so google ich also nach Spurenelementen im www, die das Werk von Karl Marx würdigen und stoße auf einen Beitrag von Mathias Greffrath. Zunächst stimme ich ihm überwiegend zu, stoße dann allerdings auf folgenden Absatz:

Und vulgärökonomisch in diesem Sinne wäre nicht nur die Theorie der drei Produktionsfaktoren Kapital, Grundeigentum und Arbeit mit ihren Einkommensquellen Profit, Pacht und Lohn, sondern auch die neueste Theorie über einen vierten Faktor: das Wissen.

Es geht um die Produktion von materiellem Reichtum. Dies bedeutet 1. Produktion von Produktionsmittel und 2. Produktion von Konsumtionsmitteln. Das Kapital beschreibt auch, aber erst am ende des MEW 23, sozusagen als Rückschau mit empirischen Belegen – ausgehend von der „ursprünglichen Akkumulation“ – wie sich die Agrarindustrie entwickelte, d.h. der Boden ein Produktionsmittel für den entstehenden Kapitalismus wurde. Alles – auch der Grund und Boden – wird im Grund zu Kapital. Kapital ist eine Totalität, die auch die menschlichen Beziehungen zueinander bestimmt. Die menschliche Arbeitskraft, egal, ob sie in der Agrarindustrie oder den Manufakturen/Fabriken ausgebeutet wird, ist der Faktor v im Produktionsprozess, dem das konstante/fixe Kapital in Form des Fabrikgebäudes und der Maschinerie gegenüberstehen.

Die Bodenrente (Pacht), die ein Fabrikant dem Grundbesitzer zahlen muss, sind Unkosten für das fungierende Kapital. Zu den Unkosten zählen ebenfalls die Zinsen auf Kredite, die der Fabrikant dem Finanzkapital zu zahlen hat. Dies bedeutet: Die Arbeiter*innen ernähren nicht nur die Fabrikanten, sondern auch die Grundrentner und die Bankiers, da der Mehrwert zur Springquelle des gesellschaftlichen Reichtums wird, aus dem sich dann auch der Zins speist. Die Quelle des Reichtums liegt also in der lebendigen Arbeitskraft. Dies betrifft auch Grund und Boden, in dem Bodenschätze lagern. Denn ohne die lebendige Arbeitskraft könnten die Bodenschätze nicht in Waren umgewandelt werden und schon zur Gewinnung und zum Abbau von Mineralien oder Energiequellen muss lebendige Arbeitskraft eingesetzt werden. Ohne Zweifel liegt die Ursache des Elends der Menschheit im Privateigentum und Marx beschreibt in seinem Werk auch immer wieder den „Expropriationsprozess“ kleiner und schwächerer Eigentümer, der dem Kapital immanent ist und in noch überwiegend agrarischen produzierenden Ländern dieses Planeten als „Landgrabbing“ bezeichnet wird.

Leider wird Mathias Greffrath ab seiner Abhandlung zur Vulgär- bzw. „Wissensökonomie“ selbst immer mehr zum Vulgärökonomen und setzt Wissen innerhalb der permanenten technologischen Revolution als neuen Produktionsfaktor. Da war jedoch Hans-Jürgen Krahl um einiges weiter. Er schrieb:

Der Übergang vom Konkurrenz- zum Monopolkapitalismus führt, wie in der Kritik der politischen Ökonomie von Marx und Engels selbst angedeutet, zu einer Vergesellschaftung des kapitalistischen Privateigentums auf dem Boden der kapitalistischen Produktionsweise selber und zu einer Vergesellschaftung der produktiven Arbeit auf dem Boden der Lohnarbeit. Die von Marx und Engels angedeuteten möglichen geschichtlichen Endpunkte des Kapitalverhältnisses sind die aktiengesellschaftlichen Unternehmungsformen – gleichsam als gesellschaftlicher Urtypus des monopolen Privateigentums – und die technologische Umsetzung der Wissenschaften ins kapitalfixierte Maschinensystem (Hervorhebung von mir) (vgl. Kapital 3, Kap. 27, Rohentwurf S. 584 ff.).

Das Klassenbewußtsein der Kapitalisten politisiert die instrumentelle Vernunft im Hinblick auf ihre autoritär technokratischen Konsequenzen. Herrschaft wird legitimationsunfähig.

Eine der hervorstechendsten Eigenschaften der reellen Subsumtion der Arbeit unter das Kapital ist die bewußte „Anwendung der Wissenschaft, dieses allgemeinen Produkts der gesellschaflichen Entwicklung auf den unmittelbaren Produktionprozeß.“ (Marx, Resultate, 50, Frankfurt 1969)

III. Die objektive Integration relevanter Teile wissenschaftlicher Intelligenz in den produktiven Gesamtarbeiter macht diese noch nicht zu bewußten Proletariern.


weiter auf: „wissenschaftliche Intelligenz“ von K.-H. Krahl

Es wäre gut, an die Analyse von K.-H. Krahl anzuknüpfen und die Wechselwirkung zwischen Software- und Hardwareproduktion zu erforschen, da eben in der Hardwareproduktion der Mehrwert geschaffen wird. Und in Bezug auf die „instrumentelle Vernunft“, die die Produktivkräfte kommandiert und hemmt, muss konstatiert werden, dass die Vernunft seit dem letzten Jahrhundert in den Sog der Irrationalität geraten ist, zu der auch die institutionalisierten und instrumentalisierten Religionen gehören. Das führte mit dazu, dass Produktivkräfte sich in Destruktionskapazitäten transformierten bzw. erste in den Sog des letzteren gerieten. Dies ist auch ein Grund mehr, sich Karl Marx und seiner Methode („Kritik der politischen Ökonomie“) zuzuwenden statt das Luther-Jahr 2017 zu hypen. Allerdings sollten wir uns darüber bewusst sein, dass eine der Quellen/Wurzeln des Kommunismus die Sozialethik der Religionen ist.  Dementsprechend wäre es also nicht falsch, in den Reihen derer, die z.B. innerhalb des evangelischen Kirchentages in Berlin für Abrüstung („Schwerter zu Pflugscharen“ / „Panzer zu Waffeleisen“) sowie radikale soziale Gerechtigkeit zu werben.  Dies auch, weil: Viele Gläubige sind Arbeitende, die deshalb selbst unter den neoliberalen Zumutungen leiden

Es gibt noch einen Lichtblick: Nächstes Jahr wird es um „200 Jahre Karl Marx“ gehen und wie ich gehört habe, soll es dazu viele Veranstaltungen geben. Immerhin: Im nächsten Jahr wird keine Konkurrenz mit Martin Luther mehr geben!

 

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Mordbrenner hüben und drüben. Charakterähnlichkeiten

Papst Franziskus als einer der Oberhäupter dessen, auf was Pegida insistiert, nämlich das christliche Abendland, hat in seiner Osteransprache den Anschlag auf den Flüchtlingsbus nähe Aleppo scharf kritisiert und rief dazu auf, Geflüchteten beizustehen. Verantwortlich für den Anschlag zeichnet sich Da‘esh. Bezüglich der vielen Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte und Attacken auf Geflüchtete in Deutschland gibt es kaum Bekennerschreiben, doch auch sie haben das gleich Ziel: Angstmache, d.h. Verunsicherung schüren und Aggression gegen Menschen, die diesem Terror schutzlos ausgeliefert sind. Letztendlich sind sie Agenten des globalen Krieges. Frauke Petry (AfD) forderte vor einiger Zeit ja bereits dazu auf, auf unbewaffnete geflüchtete Menschen zu schießen. Damit aber zeigen sie die Charakerähnlichkeit zu jenen auf, die für den Anschlag auf den Flüchtlingsbus nähe Aleppo verantwortlich sind. Jetzt wird sie bzw. ihre AfD-Kameraden sicherlich darauf hinweisen, dass es ihr angeblich um den Schutz der Grenze nach Deutschland und Schutz der Deutschen ging. Aber die Kriege im Nahen Osten und Nordafrika gehen ebenfalls um „Grenzsicherung“ durch (para-)militärisch organisierte Horden, die Territorien unter sich neu aufteilen und sichern wollen, d.h. auch sie sind permamente Grenzkriege.

Ideologische Grenzpfosten werden zuvor in die moralisch-religiöse sowie politische Sphäre verlagert. Die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft oder auch einer anderen Ethnie bzw. zur politischen Opposition entscheiden oftmals zwischen Leben und Tod desjenigen, der den Mordbrennern unbewaffnet gegenübersteht oder von ihnen überwältigt wird. In Folge patriarchaler Kriege um Territorien und Einflusssphären haben sich Nationalstaaten entwickelt. Aus ihr ging die bürgerliche Gesellschaft hervor. Der bürgerliche Staatsapparat als ideeller Gesamtkapitalist wiederum zielte auf Homogenisierung der Bevölkerung und dem Staat ergebene Untertanen, wozu er eine innere Grenze zog und innere Feindbilder beschwor. Zu letzteren gehörtem zu ihrem Leidwesen die deutschen Juden. Doch auch an äußeren Feindbildern in Konkurrenz um Einflusssphären und globalen Absatzmärkten mangelte es nicht, wie die zahlreichen bürgerlichen Kriege beweisen.

Doch schon im letzten Jahrhundert hat das Kapital alle Grenzen gesprengt und heute wird die Welt von ein paar wenigen „Corporatations“ (Global Player) und ihren Banken regiert und bestimmt.

Heute sind jedoch alle, die dem Neoliberalismus, d.h. dem Kapital dienen, nicht etwa Söldner einer Religion, Zivilisation oder Nation, sondern des globalen militärisch-industriellen bzw. -technologischen Komplexes, der seinen Profit aus der Produktion und dem Verkauf von Rüstungsmitteln (Waffen sowie auch dual-use-Produkten, die ebenfalls militärisch verwendbar sind (1)) zieht und dafür Spannungen und Kriege braucht.

In der patriarchalen Gesellschaft, aus der auch unser heutiges polit-ökonomisches System – der Kapitalismus – hervorging, hat der Krieg und das Militär immer noch die wirklich Macht und das Militär spielte auch die Hauptrolle in der „ursprünglichen Akkumulation“ des Kapitals. Dies zunächst innerhalb dessen, was heute als „Landgrabbing“ bezeichnet wird sowie auch in der Baumwollverarbeitung: In den Manufakturen wurden zu Beginn der Industrialisierung Uniformen für das Militär gefertigt.

Prominente Theoretiker*innen, wie Luxemburg und Trotzki sprachen bereits am Beginn des letzten Jahrhunderts vom „Verfaulungsstadium“ des Kapitalismus und Luxemburg arbeitete in ihrer „Junius-Broschüre“ („Die Krise der Sozialdemokratie“) das wahre Gesicht des Kapitalismus heraus:

„Das Geschäft gedeiht auf Trümmern. Städte werden zu Schutthaufen, Dörfer zu Friedhöfen, Länder zu Wüsteneien, Bevölkerungen zu Bettlerhaufen, Kirchen zu Pferdeställen; Völkerrecht, Staatsverträge, Bündnisse, heiligste Worte, höchste Autoritäten in Fetzen zerrissen; jeder Souverän von Gottes Gnaden den Vetter von der Gegenseite als Trottel und wortbrüchigen Wicht, jeder Diplomat den Kollegen von der anderen Partei als abgefeimten Schurken, jede Regierung die andere als Verhängnis des eigenen Volkes der allgemeinen Verachtung preisgebend; und Hungertumulte in Venetien, in Lissabon, in Moskau, in Singapur, und Pest in Rußland, und Elend und Verzweiflung überall.

Geschändet, entehrt, im Blute watend, von Schmutz triefend – so steht die bürgerliche Gesellschaft da, so ist sie. Nicht wenn sie, geleckt und sittsam, Kultur, Philosophie und Ethik, Ordnung, Frieden und Rechtsstaat mimt – als reißende Bestie, als Hexensabbat der Anarchie, als Pesthauch für Kultur und Menschheit –, so zeigt sie sich in ihrer wahren, nackten Gestalt.“

Der zunehmende Rechtspopulismus und die Terroranschläge zeigen nur den Zustand dieser – dem Tode geweihten Gesellschaft – auf.

Wer Kriege und Flüchtlingselend beseitigen will, muss danach streben, dieses System zu überwinden und an seine Stelle das menschliche Gemeinwesen, die kommunistische Gesellschaft zu setzen. Das bedarf aber zunächst einer Besinnung auf vor allem menschliche (humanistische) Produktivkräfte. Sie sollten das Ziel haben, für das Wohlbefinden des menschlichen Individuums zu produzieren.

Keine einzige der zur Wahl stehenden Parteien strebt dies an. Wenn wir die Politik reflektieren, so deutet sich darin bereits an, dass der Zerfall Jugoslawiens und der darin stattgefundene barbarische Krieg nur ein Vorgeplänkel war. Der Zerfall Europas wird noch wesentlich grauenhafter.

AfD und Co.KG beschleunigen diese Entwicklung. Am Ende werden jedoch auch sie im Bombenhagel untergehen, wenn es den Produktivkräften nicht gelingt, eine Alternative zum bestehenden System zu schaffen.

(1) An dieser Stelle sei zu erwähnen, dass das Internet, dass aus dem militärtechnologischen Apparat der USA stammt, ebenfalls ein dual-use-Produkt ist. Ferner gilt zu bedenken, dass immer mehr dieser Produkte leider immer stärker in den Sog der Destruktivkräfte und damit des Cyberwar geraten.

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Patriarchale, kapitalistische Kopfverwurstungsfabriken aufheben!

Das Bildungsniveau des sich jetzt im Siechtum befindenden patriarchalen Neoliberalismus ist der Politik des Tittytainment geschuldet. Schon 1986 wurde klar, dass – bedingt durch die microelektronische Revolution – in den nächsten 50 Jahren nur noch 20% der Weltbevölkerung für die Produktion gebraucht werden würden. Tittytainment drückt auch die tiefe Verachtung der patriarchalen und kranken Hirne für das weibliche Geschlecht aus, das via neoliberaler Wirtschaftspolitik zu einer eierlegenden Wollmilchsau gemacht wurde. Der Terminus stammt bekanntlich lt. „Die Globalisierungsfalle“ von Zbigniew Brzeziński. Die Konsequenz aus dieser Strategie: einen möglichst dummen Mittelstand heranzuzüchten, der ihren Interessen dient und die Arbeiterklasse kontrolliert. Dementsprechend werden an den Universitäten die Köpfe junger Menschen mit dummer Ideologie vollgepumpt, insbesondere in den geisteswissenschaftlichen Fakultäten, wozu auch die Soziologie gehört. Affirmation zum Neoliberalismus gehört selbstverständlich schon zur Referenz, um überhaupt zum Studium zugelassen zu werden. Kritische Geister werden bekanntlich schon in der Schule „aussortiert“. (1) Interessant ist gegenwärtig, welch Charaktermasken an die Oberfläche gespült werden. Donald Trump ist wahrlich ein Tittytainment-Präsent. Aus der Societé du Spectacle (Guy Debord) wurde die Society of Tittytainment,

Via Bolognia-Reform wurde das Studium zu einer Fast-Food-Verwurstung der Köpfe umgebaut und heute schwatzen die jungen Studierenden Begriffe daher, die sie gar nicht begriffen haben, weil sie sie nicht kritisch reflektieren oder „verdauen“. Das geistige Vakuum wird in den politischen Gruppen nicht gefüllt, da die jungen Menschen darin als Fußvolk für für die Orga missbraucht und funktionalisiert werden. Dementsprechend schwach ist die Linke des Kapitals aufgestellt und bewegt sich nur innerhalb ihres Kreises, schaut kaum über den Tellerrand der jeweiligen Einpunkt“einmischung“ hinaus und ist jenseits der Arbeiter*innenschaft.

Die Fastfood-Verwurstung betrifft insbesondere  die Gesellschaftswissenschaft. War früher noch die Gesellschaftswissenschaft außerdem mit der Geschichtswissenschaft verknüpft, so ist heute gar kein wissenschaftliches Grundstudium, in dem geklärt wird, wie sich „Gesellschaft“ konstituiert, mehr vorhanden. Das Studium dient nur noch den imperialistischen Eroberungskriegen, wenn man sich an dem Plan des Auswärtigen Amtes unter Frank-Walter Steinmeier orientert und einen Blick in das Vorlesungsverzeichnis der HUB wirft. Keine Frage: Nordafrika steht im „Brennpunkt“.  Das ist auch Thema in German-Foreign-Policy.

Alles Weitere erklärt der Bellizist Herfried Münkler, denn politische und soziologische Ideologie sind an der HUB miteinander so „verzahnt“, wie Raubtiergebiss und -krallen.

In der Stadt der Bären wollte ein Andrej Holms weitere Karriere machen und wurde zum linksextremen Wendehals. Denn seit 1914 ist die Sozialdemokratie, so schreibt Mme l’histoire, eine Kriegspartei. Sie bewilligte die Kriegskredite für den 1. Weltkrieg. Die deutschen Schlächter hatten bereits Erfahrungen in den Kolonialkriegen gegen die Ovaherero in Afrika sammeln können und setzten im 1. Weltkrieg systematisch Giftgas gegen die als Feinde deklarierten französischen Soldaten ein. Giftgas wurde später zum deutschen „Exportschlager“ und der Spruch „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“ von Überlebenden des kapitalistischen Massenmordsystems in diese grauenhafte, patriarchale Zivilisation geschleudert.

Clara Immerwahr hätte nicht sich selbst, sondern ihren sich dem Tod verschriebenen grauenhaften Ehemann erschießen sollen! Dies eben, weil die Entwickler und Produzenten von Massenvernichtungswaffen Massenmörder (niedere Beweggründe sind jedem Krieg zuzuschreiben, da Kapitalismus nun einmal ein Raubmordystem ist) sind und gegen die sollte Notwehrrecht geltend gemacht werden.

Die Student*innen von Andrej Holms wissen scheinbar nichts von Stadtzerstörung durch militärische Interventionen bzw. wollen davon nichts wissen. Mein Eindruck: Andrej Holm ist ein Kuscheldozent und seine Studierenden halten sich lieber in Kuschelecken auf. Sie protestierten innerhalb der mehr als 3wöchigen Besetzung des ISW kein einziges mal gegen die deutsche Kriegspolitik oder gegen die Finanzierung der Kriege und Massenvernichtungswaffen durch die Deutsche Bank, die auch die Bank von Donald Trump ist. Sie ließen sogar zu, dass Frank-Walter Steinmeier ungehindert zum Präsidenten gekürt werden konnte. Und als die UNI-Leitung die Kündigung des Stadtsoziologen zurücknahm, gaben sie unter seiner Anwesenheit auch brav das zuvor besetzte Institut wieder zurück.

Dies, obwohl in München die Beendigung der Kriegsforschung an Hochschulen gefordert wurde!

Obwohl viele darum gebeten hatten kein Bier mehr zu auf Plenas bzw. Treffen zu trinken, stand am Freitag Abend in dem Raum eines Nachfolgemeetings der Besetzung sowie des Plenums „Stadt von unten“ schon wieder ein Kasten und einige nuckelten während des Meetings fast andächtig daran. So kann mensch keine Opposition von unten aufbauen! Wir Menschen brauchen nüchternen Scharfsinn und keine durch Alk vernebelten Hirne!

Updated und hinzugefügt am 27.2.2017:

Anja Schillhaneck hat kürzlich eine Kleine Anfrage bezüglich der Militärforschung an den Berliner Hochschulen gestellt. Hier ist die Antwort und ein Kommentar dazu auf indymedia.

 (1) Siehe dazu auch die Bücher des Erziehungswissenschaftlers Freerk Huiskin.

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Migration und Staatsterrorismus

Was hier folgt, soll als eine hysterisch belastete Betrachtung und nicht als eine vernünftige Einschätzung der Entwicklungen des Jahres 2016 betrachtet werden. Die Phänomene und Ereignisse sind nicht unbedingt aktuell, aber ihre Anhäufung bringt mich im einen Zustand von Hass und Verzweiflung. Es geht nicht um irgendwelche Hintergründe, sondern um den Missbrauch der heutigen Zustände durch den Staat. Es geht um Vorteile und Nachteile, die die Herrschenden aus den Migrationsbewegungen ziehen.

Die wirtschaftlichen Vorteile: Disziplinierte und arbeitswillige Arbeitskräfte, junge und gesunde Menschen, Lernbegierige, die eine unvorstellbare Ausdauerprüfung durch Land und Meer überlebt und erfolgreich bestanden haben. Darüber hinaus sind sie flexibel und relativ anpassungsfähig. Außerdem schaffen sie einen virtuellen Überfluss von Arbeitskräften. Das bedeutet, obwohl sie selten eingestellt werden, werden die schon anwesenden Arbeiterinnen unter permanenten Druck gesetzt und sind – vorerst noch – dazu bereit, Diskriminierungen aller Art zu tolerieren. Nachteile: Ihre Ausbildung entspricht den deutschen Maßstäben nicht. Sie sprechen Arabisch, Englisch, oder Französisch, je nach Herkunftsland, aber kein Deutsch. Das war kein Problem in der 60er Jahren. Damals waren die Bedingungen angeblich anders. Jetzt ist es kein Problem, dass die meisten Einheimischen nur minderwertiges Deutsch sprechen; von anderen Sprachen ist gar keine Rede.

Die politischen Vorteile: Der weitere Auf- und Ausbau des Staatsterrorismus in einer postdemokratischen Gesellschaft. Die Flüchtlinge und Immigrantinnen werden benutzt, um die staatlichen Kontrollmechanismen weiter zu verstärken und die gesamte Bevölkerung zu erpressen. Hier sind ein paar Erklärungen notwendig. Die Grundbegriffe der bürgerlichen Ideologie werden an die heutigen Lebensnotwendigkeiten angepasst, damit sie zur Lebensgewohnheit passt . Freiheit bedeutet nun: Persönliche und introvertierte Differenzierung, die Kontakte und Abhängigkeiten von Anderen überflüssig macht. Sie deuten auf eine Gesellschaft hin, in der der Einzelne egoistisch und streitbereit sein soll. Gleichheit ist auf fragwürdige gleiche Gelegenheiten begrenzt, wo die Schwächeren immer die Verliererinnen sind. Die „positiven Diskriminierungen“ enttarnen sich sehr schnell als sozial bestimmter Betrug. Klassengesellschaft und die soziale Brüderlichkeit landen im Mülleimer1. Alle gegen alle, jeder gegen jeden. Hilfe für Bedürftige oder Notleidende bewegt sich auf der Ebene der Nächstenliebe in Rahmen des 19. Jahrhunderts. Diese Tätigkeit ist kein Solidarität, sondern eine gute Tat, die allerdings auf keinen Fall unterschätzt werden darf, weil sie staatliche Verpflichtungen ersetzt und gleichzeitig –sehr optimistisch meinerseits – sich zu einer Solidarität zwischen Gleichen entwickeln könnte (Konjunktiv!)2.

Die Merkmale eines absolutistischen Staates sind in den aktuellen bürgerlichen Republiken nur teilweise zu erkennen. Der Rechtstaat-Begriff, auf den sich viele positiv beziehen, ist ein Euphemismus; denn: Jede staatliche Formation schafft ihr eigenes Rechtssystem als Ausdruck der sozialen Auseinandersetzungen und der Kontrolle über sie. Die Verstärkung der Unterdrückungsmechanismen ist ein allgemeines Merkmal des Neoliberalismus, der die Rechte der arbeitenden Bevölkerung begrenzt, weil die unteren Klassen immer mehr und völlig unbegründet als gefährlich betrachtet werden.

Der Staat rüstet seine eigene Lüge auf. Die angeblichen, bürgerlichen Freiheiten werden seit den 60er Jahren ständig und systematisch eliminiert. Alles wird als Modernisierung, Digitalisierung („smart life“, „smart home“) und Sicherheit verkauft. Die totale Überwachung wird mit großen Buchstaben geschrieben und bedeutet: Die Schaffung von privatisierten Herrschaftsformen, die Individualisierung der Gemeinden, die Nachrichten als Lüge und Propaganda. Es wird suggeriert, dass alle einen – als Positivum gesetzten – Teil des Kuchens abbekommen. Dies in Form von facebookartigen Kommunikationsmöglichkeiten und vorgeschriebenen Abenteuer-Urlauben z.B. in der Toskana.

Im Gegensatz zu früheren nationalistischen Zeiten ist dafür keine zentrale Steuerung notwendig. Die Presse lügt nicht. Sie erzählt die Wahrheiten der Herrschenden und entspricht damit den Wünschen der Beherrschten. Infotainment ist eine von unten gesteuerte Propaganda. Es ist keine Lüge dass die Bombardierung von Halep ein Massaker sei, weil die von Mossul ein Akt der Befreiung mit entsprechendem kollateralen Schaden ist. Die syrischen Kurdinnen, nach Bedarf, sind entweder die Zapatistas des Nahen Ostens oder brutale Terroristinnen. Die Medien glauben das und deswegen es ist so! Wir tun das auch! Es ist kein Ausnahme-Zustand à la Française, sondern eine absichtliche Setzung der Bevölkerung in Angstsituationen, die auf die Überwachung von allen und auf die Abschaffung der Grenzen zwischen der Türkei und der EU zielt. Der Unterschied ist, dass es in der Türkei eine deutlich größere Reaktion gibt und dass in der EU ähnlich absolutistische Handlungen als selbstverständlich und wünschenswert gelten, wofür sich niemand zu entschuldigen braucht.

Die soziale Vorteile: Die Verstärkung der nationalen – nationalistischen Ideologien der Bedrohung durch„die Fremden“. Die Grenze und die Abgrenzungen werden nicht nur verstärkt, sie waren sowieso immer da, sondern auch legitimiert. Der Sexismus der nicht deutsch geprägten Männer wird zu einer Legitimationsgrundlage für den Rassismus und Faschismus ihrer entsprechenden deutschen Kollegen. Das Thema bekommt mehrere Variablen, wenn wir die Auseinandersetzungen zwischen verschiedenen Flüchtlingsgruppen tolerieren. Es wird sich erfolgreich darum bemüht, alle Kriege und Kämpfe als religiös zu präsentieren. Das Gegenteil davon, der „linke“ Aberglaube, bedeutet: Überall Öl und Mineralien zu riechen. Die Vorteile solcher Vereinfachungen sind klar und deutlich. Die Feinde können schnell und nachvollziehbar als Feinde präsentiert werden. Ist es nicht beunruhigend, wenn der Papst von 100.000 christlichen Anhängern „der reiner Vernunft“ hochgejubelt wird? Ist es nicht schlecht, dass es in Syrien kein Öl außer Olivenöl gibt? Warum wird die Tatsache übersehen, dass die meisten Flüchtlinge deshalb fliehen, nicht nur weil sie Angst vor Regierungen oder Oppositionen haben, sondern auch, weil sie auch an Hunger, an Vergewaltigungen und vielen Arten von Rassismen leiden? Wie selektiv gehen wir damit um? Was bedeutet ist dies alles für die entwickelten kapitalistischen Gesellschaften? Es ist nicht postmodern zu behaupten, dass alle Feinde und alle Freunde sind, wenn wir in solchen Kategorien denken. Sich mit ein paar Wörtern auszudrücken, ist nur die Sprache des Systems.

Die ideologischen Vorteile: Verstärkung der religiösen Ideologien. Die Distanzierung von den herrschenden christlich-konservativen Konglomerat-Parteien des gesamten politischen Spektrums findet nur teilweise und selektiv statt. Hinter einem Schleier des Respekts vor religiösem Aberglauben, der als Gefühl hochstilisiert wird, findet eine weitere Vergiftung der gesamten Bevölkerung mit reaktionärem Gedankenschlecht statt. Die faschistoiden oder faschistischen Parteien werden momentan zum entscheidenden Faktor der herrschenden Politik. Frauke Petry und Marine le Pen sind keine Nazis mehr, da sich ihre Taktiken genau so, wie die des gesamten politischen Spektrums verfeinert und entwickelt haben. Sie erheben allerdings Machtansprüche und beeinflussen immer stärker die Reste der politische Parteien. Ihre Meinungen werden aufgenommen und sie inspirieren die unteren Schichten. Sie sind nun die Stimmen der Eckkneipen, der Unterdrückten, der Arbeiterklasse! Es ist peinlich so etwas festzustellen und zu behaupten, aber es ist eine Tatsache: Die Faschisten erheben diesen Anspruch und verbreiten solche Behauptungen. Im Rahmen der bürgerlichen Republik bedeutet „wir“ Einheimische (ohne die Verräter) und „sie“ die Eindringlinge, die Fremden, die Araber, die als Feinde unsere sowieso sich in Krise befindenden fragwürdige Werte attackieren3.Wir“ und „sie“ ist nicht mehr: Wir die Arbeiterinnen und sie, die Bosse.

Die neuen Gesetzgebungen, die so alt wie die Herrschaft sind und sich nur formell weiter entwickeln, zielen gleichzeitig auf die Immigrantinnen und die Hieransässigen. Der Versicherung der Herrschenden, dass die anständigen Bürger keine Angst zu haben brauchen, wird durch die alltägliche Tätigkeit der Kontrollmechanismen und ständig in den Medien präsenten Sicherheitsdebatten widersprochen. Die Nachrichten werden als Kriegsberichte formuliert. Wenn über das staatliche Gewaltmonopol berichtet wird und die verschiedenen faschistoiden und faschistischen Horden die Hauptthemen sind, passen sie sich an die oben genannten intensivere Vergiftung der Bevölkerung mit Fußball und Religionen an. Die höheren Klassen gehen ins Theater und bitten um humanitäre Hilfe und retten damit ihr Gewissen und ihre Gesundheit im Allgemeinen. Die anderen haben diese Gifte gerne und sie haben sie verdient.

Das Problem ist die Zustimmung, nicht die Unterdrückung. Denn: Durch so eine breite Akzeptanz schafft sie sich als Unterdrückung ab. Die kombinierte Attacke als Zusammensetzung von Überzeugung, Integration und Angst wird begrüßt und angenommen, aber nie als Attacke verstanden. Die bürgerliche Gesellschaft soll sich schützen. Hinter dieser Geste versteckt sich eine andere Realität: Wir greifen ihre Städte an, sie die unseren. Die Selbstmordattentäter werden als die Tornados der Armen hoch stilisiert und es ist so! Alle stehen auf der falschen Seite.

Eine andere Art der Ideologisierung findet von der anderen Seite statt. Europa wird als ein Paradies betrachtet und für „sie“ es ist auch eines. „Die Obdachlosen in Deutschland sind wohnungslos, weil sie das so mögen“ wurde mir gesagt. Es gibt dazu eine Reihe von Diskussionen innerhalb der linken Migrantinnen-Szene, die für ein deutsches Publikum nicht angenehm sind und deswegen hier nicht mitgeteilt werden. Wir müssen mindestens im Kopf behalten, dass der soziale Hintergrund und die Sozialisierung der Flüchtlinge eine große Rolle spielt. Die Art und Weise, wie sich die dortigen Herrschenden durchsetzen und die Menschen beeinflussen, wird als Selbstverständlichkeit betrachtet. Dies, weil es bei uns auch so stattfindet. Wer woher und warum flüchtet, werden zu Themen, die schwer zu betrachten sind, ohne in der rassistische Falle zu geraten.

Ganz kurz: In der BRD gibt es nicht mehr 4 Millionen voll integrierte deutsche Juden, die sich Jahrhunderte lang als Einheimische fühlten. Dafür haben unsere Großväter der Nation, auf kriminelle Weise und hauptsächlich unbestraft gesorgt. Heute gibt es stattdessen 4 Millionen weniger integrierbare Araber, die sich immerhin als einheitliches Daula fühlen und von einem besseren Leben hier träumen und danach streben. Die Wandlung des Daula zu Da´esh ist keine Frage der Zeit, sondern eine Frage der Verhältnisse. Seid jedoch sicher, dass die „Fremden“ sich nicht ohne Widerstand vertreiben lassen werden. Und die modernen Ghettos von Warszawa – die überall zu finden sind – werden zu einem noch hoffnungsloseren Stalingrad für euch alle werden.

Jorgos M.

1 Τσουκαλάς 2011, 126-127.

2 Neumann 2016, 59 usw.

3 Eribon 2009, 150.

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„NafrI“ and global patriarchal sexual harassments

Ich definiere diesen unberiffenen Terminus „Nafri“ (unbegriffen, da ich kaum annehme, dass diejenigen, die den Terminus geprägt haben, tatsächlich die Kultur und Lebensgewohnheiten plus Geschichte Nordafrikas kennen) mal in Bezug auf „männlich-sexistische Intensivtäter“.

Und noch etwas Hintergründiges zur Geschichte diese Betitelung, wie ich bereits in meinem Kommentar zuvor erwähnte: „Seinen Ursprung hat dieser Ausdruck (…) in der Neonazi-Szene als abwertende Bezeichnung für Nordafrikaner allgemein.“

Mit denen (Alt- und Neonazis sowie deutschen Intensivhassern) musste ich leider aufwachsen. Es waren allesamt deutsche Männer. Die nahmen sich heraus, mich als junges Mädchen unter Alkohleinfluss zu betatschen und zu begrapschen. Sie haben auch versucht, mich im alter von 15 Jahren zu vergewaltigen. Und es gab Rockergruppen, wie die „Hells Angels“, die mir auflauerten, um mich ebenfalls zu betatschen, d.h. handgreiflich mir gegenüber zu werden. Bei denen war täglich so etwas „taharrush gamea“ üblich, also – die patriarchal übliche Frauenbegrapscherei durch Männergruppen-, die nach der Silvesternacht 2015/16 von „AfDundCoKG“ – (KG=KriegsGemeinschaft) – nur auf die Fremden und Nichtdeutschen projiziert wurde.

Es war und ist immer noch üblich, weiblichen Bedienungen in Gaststätten jovial auf den Po zu klopfen, die eigene Ehefrau zu vergewaltigen sowie die eignen Töchter den Begierden der männlichen Kumpels preis zu geben. Dies skandalisiert(e) die Frauengruppe „Wildwasser“ seit 1983. Die in dieser Selbsthiflegruppe organisierten Frauen fanden heraus, „dass die Täter meistens aus dem innerfamiliären oder sozialen Umfeld des Opfers kommen (95 %), da hier eine größere Abhängigkeit vom Täter besteht.“

Nicht nur das: deutsche männliche Kegelbrüderhorden sowie betrunkene deutsche Fußballfans im Ausland führen sich oftmals so auf, als wären sie die Herren des Landes und als würden die einheimischen Frauen ihnen gehören, bezeichnen sie als „Schlampen“, machen dicke und ältere Frauen regelrecht „zur Sau“ und stellen jungen, gut aussehenden Frauen nach.

Das Oktoberfest in München zeigt den Sexismus deutscher, weißer Männer jedes Jahr exemplarisch auf. In einer Nachlese des Oktoberfestes 2016 in der TZ wird folgender „Antänzer“ – übrigens von einem Mann – beschrieben:

„Besonders ist mir ein Kandidat in Erinnerung geblieben, der geschlagene sechs Mal zu einer meiner Freundinnen ankam, um sie entweder nur anzusprechen, ihre Hände zum Tanzen ergriff oder sie einfach direkt von hinten antanzte. Dass besagte Freundin einen Verlobungsring trug und klar darauf hinwies, dass sie nicht interessiert sei, kommentierte der junge Herr ganz nüchtern mit: ‚Wenn sie verlobt ist, freut mich das wirklich für sie, aber wenn ich herausfinde, dass das nicht stimmt, klatsche ich sie weg.‘ Puh.“

Und hier noch zum Weiterlesen: Deutsche Respektlosigkeiten

Wichtig ist, dass wir uns nicht nur gegen die patriarchal-sexistischen Machtmänner organisieren, sondern auch Frauen, wie z.B. Boutheina El Alouadi, Nadia Murad sowie Mona Eltahaw, Azza Soliman, Shereen El Feki etc. und deren Frauen*organisationen unterstützen!

Ich benutze „NafrI“ nun gemäß seiner Etymologie als Kürzel für „Nazistisch-fürchterlich-reaktionäre Intensivtäter“. Und es ist ja auch kein Geheimnis, dass sich deutsche Intensivtäter nach 1945 in Nordafrika breit machten. Hier nur einer der Hundertschaften: Der Nazi und Islamist Omar Amin

(translation into English is in work)

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(updated) „Sonderbehandlung“ in TAZ und „Nafris“ in aller Munde?

Die TAZ beginnt das Neue Jahr mit Tabubruch – was den Sprachgebrauch bzw die Wortwahl betrifft -, einer Pauschalisierung und des Schreibens nach jeder Richtung in einem einzigen Kommentar. Darin heißt es:

„So problematisch die Sonderbehandlung für die nordafrikanischen Migranten war: In diesem Jahr gab es dazu wenige Alternativen. Ein Szenario wie in der Silvesternacht 2015 musste verhindert werden, denn der Staat darf es nicht hinnehmen, dass öffentliche Orte zu Angsträumen werden. Die Polizei wäre überfordert gewesen, jeden Einzelnen individuell im Blick zu behalten. Also hat sie auf psychologische Abschreckung gesetzt, indem sie vorsorglich kontrollierte.“

Zunächst einmal: Woher nimmt der Kommentator die Behauptung, dass es sich bei allen Aussortierten und Ausgegrenzten am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht um „Nordafrikaner“ handelt? Es hat sich nämlich schon ein Mann mit türkischem Hintergrund auf Twitter zu Wort gemeldet, der in die „Nafri“-Schublade gesteckt wurde. Er ging relativ gelassen damit um. Dies vielleicht deshalb, weil die Schublade „Dönermörder“ (wo Morde, da auch Mörder…) noch ungemütlicher war?

Die „Sonderbehandlung“  ist ein Begriff aus der NS-Tonne. Und da gab es noch einen: „Endlösung“. Es ging und geht darin um geplanten Massenmord an Menschen, an menschlichen Individuen. Der immer noch in dieser patriarchalen, kapitalistischen Gesellschaft fortwirkt. Immerhin wurde Massenmordtechnologie von deutschen Ingenieuren und Firmen mit Unterstützung des BND, Kanzleramtes und deutschen Sicherheitsrates in die ganze Welt exportiert. Das ist ein Grund, warum Menschen flüchten müssen.

Und noch eine Frage, die mit Zunahme des Terrors zusammenhängt: Was machte die europäische Politik oder das deutsche Außenministerium, als Ben-Ali samt Frau mit dem gesamten Staatsvermögen Tunesiens nach Saudi-Arabien floh und von dort die Salafisten aufgerüstet wurden? Es gab nach der „Jasmin-Revolution“ keine Perspektive für die tunesischen Jugendlichen und sie wurden zur leichten Beute für die militanten Jihadisten inkl. ISIS.

Die Beschreibung der Vorkommnisse am Hauptbahnhof in Köln von Christoph Herwartz auf n-tv dagegen ist journalistisch gut, da beschreibend und kritisch reflektierend. Wieso aber schrieb er dann einen dermaßen schlechten Kommentar? Zuvilisiertes Geschwurbel? War er von Hysterisierung kontaminiert? Hirn ausgeschaltet? Oder hat er auch nur eine Kleinkrämerseele, die schnell zur Mördergrube werden kann?

Lest bitte das, was Daniel Schwerd dazu in einer „kleinen Anfrage“ dazu schrieb:

„Intern wurde der Begriff bei der Polizei für „Nordafrikanische Intensivtäter“ benutzt. Seinen Ursprung hat dieser Ausdruck allerdings in der Neonazi-Szene als abwertende Bezeichnung für Nordafrikaner allgemein. Mittlerweile wird der Begriff synonym in Bezug auf ‚Nordafrikaner‘ benutzt, auch wenn keinerlei Hinweise auf Intensivtäter vorliegen.“

Warum Köln? Köln ist das Zentrum des alten Christentums

 

 

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Lanzen brechen für Friedenskämpfer*innen

Kürzlich rief mich ein alter Jugendfreund an und bat mich, einen Artikel zur Beurteilung des „Civil March for Aleppo“ zu schreiben. Er hatte mich – übrigens zurecht – dafür kritisiert, dass ich nicht in die Montagskundgebungen von Elsässer und Co. intervenierte und damit den Querfrontlern und Rechtspopulisten „das Feld“ überlassen habe.

Deshalb zunächst kurz zum Begehr‘ derer, die sich auf den Weg dahin gemacht haben: Ich halte es für gut und wichtig. Bitte unterstützen! Meine Begründung: Da von Deutschland aus das Folterzentren samt Giftgasfabriken incl. der technologische Überwachungskrieg gegen die Opposition von al-Assad und seinen Schergen mit geplant und aus- sowie aufgerüstet wurde, ist es gut, dass der Marsch von Berlin aus gestartet ist. Und der weiße Wimpel? Ja, warum denn nicht? Politik ist zerstörerisch. Ich bin für die Aufhebung der Politik und aller politischen Flaggen. Wir müssen als menschliche Kulturwesen zusammenkommen, nicht als po(ker)litische Manövriermasse.

Die internen Steitigkeiten und Verleumdungen halte ich für falsch und gefährlich. Es ist doch gut, sich mit politischen Einschätzungen zurück zu halten. Bestimmt wurden auch Fehler in der Vorarbeit gemacht, wie z.B. im FAQ nicht zu erwähnen, dass politische Flaggen von Nationalstaaten, ggf. noch zu gründenden neuen Staaten oder Transformationsflaggen der alten sowie auch politischer Parteien zurückzuweisen.

Hier vorerst zum Weiterlesen ein Artikel aus Zenith von Juli 2011 mit „Das Anti-Revolutionspaket“ benamst und eine neuere Recherche von privacy international, die von Netzpolitik aus der englischen in die deutsche Sprache übersetzt wurde.

Arabischer Frühling als Jagdsaison: Wie westliche Firmen den syrischen Überwachungsstaat aufgebaut haben

Bis später. Für alle, die heute auf Basis des gregorianischen Kalenders feiern und „herumknallen“: Bitte verknallt Euch nicht! 😉

Obwohl: Ich halte es für durchgeknallt ein schreckliches Jahr von Kriegen und Verzweifelung abzufeiern und ein noch nicht begonnenes mit Vorschußfrohsinn auszustatten. Ich bin gegen Vorurteile, Heuchelei und Sichselbstbelogelei.

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Für einen – sich ausweitenden – „Aufstand der Schmetterlinge“

Vorsicht: Dieser Schmetterling kann zum Skorpion werden, wenn er, - nein SIE - angegriffen/bedroht wird!

Vorsicht: Dieser Schmetterling kann zum Skorpion werden, wenn er, – nein SIE – angegriffen/bedroht wird!

Ich hörte durch den ezidischen FrauenRat von einem „Aufstand der Schmetterlinge“ und vertiefte mich in das Thema. Die Metapher war mir sofort sympathisch. Dies, wegen folgender Begebenheit: Während des „Aufstandes der Anständigen“ wurde geraten, jede rechtsradikale Bedrohung bei der Polizei anzuzeigen. Ich wohnte damals in Berlin im Stadtteil Neukölln und war mit einem Menschen aus Afrika verheiratet. Dementsprechend bekamen wir öfter Besuch von afrikanischen Freund*innen. In dem Haus in dem ich wohnte, war ich mit einigen Mieter*innen befreundet, mit anderen nicht. Eine der befreundeten Nachbar*innen kam eines Tages auf mich zu und warnte mich davor, dass ein rechtsradikaler Mann aus der weiteren Nachbarschaft ihr gesagt habe, dass er bald „einen der Bimbos“ aus unserem Haus „umlegen“ würde, womit zweifelsfrei wir gemeint waren. Sie ging oft mit ihrer Hündin spazieren und lernte dabei viele weitere Nachbar*innen mit Hunden kennen. Sie sagte mir: „Pass auf, dieser Mann ist wirklich gefährlich. Er ist einschlägig wegen gefährlicher Körperverletzung vorbestraft und saß deshalb bereits im Gefängnis.“ Dies machte mir Angst und ich ging darauf hin zur Polizei und zeigte ihn an. Ich gab auch den Namen meiner Nachbarin an – sie war damit einverstanden – damit sie dies bezeugte und weitere Hinweise auf den Mann geben konnte.

Doch es passierte nichts. Sie wurde nicht vorgeladen, aber mir wurde ein Schreiben zugeschickt, dass ich zum „sozialpsychiatrischen Dienst“ zwecks „amtlicher Begutachtung“ vorsprechen solle. Ich verstand dies nicht, aber meldete mich dort und fragte nach. Der Leiter sagte mir, dass die Polizei dies veranlasst hätte. Er machte einen sympathischen Eindruck auf mich und ich erzählte ihm dann den Hintergrund und teilte ihm auch mit, dass ich ggf. bei dem Besuch auf der Polizeiwache etwas unkonzentriert und etwas panisch gewirkt habe. Er stimmte mir zu, dass meine gestörte emotionale Disposition („seelisches Gleichgewicht“) unter solchen Umständen durchaus nachvollziehbar war. Später fertigte er das gewünschte Gutachten an, worin stand, dass bei mir keine gravierenden Psychopathologien diagnostizierbar seien. Er sagte noch zu mir: „Ich kann mir vorstellen, dass Sie auf einen bestimmten Menschentypus wie ein schöner, bunter Schmetterling wirken, den sie – um ihn sich anschauen zu können – am Weiterfliegen- und -flattern hindern müssen. Um ihm habhaft zu werden und um ihn sich in Ruhe anzuschauen, müssen sie ihn töten und aufspießen.“ Ich musste – trotz der in seiner Aussage liegenden Grausamkeit – lachen, denn tatsächlich hatte und habe ich immer Ärger mit den „Spießbürgern“ und oftmals verhalten diese sich lächerlich oder geben eine erbarmungswürdig-lächerliche Gestalt ab. Wer kennt diese manischen Schmetterlingsjäger oder -sammler (die auch Lepidopterologen genannt werden) aus Bilder oder Filmen nicht? Wie sie mit einem Netz hinter einem Schmetterling herhechten? Diese kamen mir immer so vor, als ob sie in ein Guiness-Buch der Rekorde kommen wollen, das dann in etwa so angelegt wäre, wie: Wer schafft in möglichst kurzer Zeit die meisten Schmetterlinge zu fangen? Oder eine gräuslich-armselige Wahrnehmung taucht gerade in meiner Erinnerung auf: Wie sie ihre Sammlung anlegen: Schmetterling für Schmetterling aufgespießt auf einer Nadel – und ordentlich in Reih‘ und Glied – in einem Glaskasten präsentiert? Gerade fällt mir beim Stöbern in Wikipedia noch auf: Es gibt unter/zwischen diesen – euphemistisch als „Forscher“ bezeichneten – fast ausschließlich männlichen Gestalten auch eine SIE*, d.h.  eine berühmte Lepterolog*in! Ob sie eine eher lächerliche Jäger*in, Sammler*in oder Forscher*in war, weiß ich nicht, denn ich habe ihre Bücher nicht gelesen. Zumindest das Lieben scheint sie nicht verlernt zu haben, heißt doch ihr letztes Buch: „Butterflies and Late Loves: The Further Travels and Adventures of a Victorian Lady„.  Ich neige dazu, sie sympathisch zu finden und sie eher unter „Forscher*in“ und „Künstler*in“ denn „Jäger*in“ zu schubladisieren, was zweifellos noch ein Vorurteil ist.

Doch zurück zur Lächerlichkeit: Keinesfalls deutet folgende Reflexion auf einen lächerlichen Hintergrund: Kommt nicht das Unwort „Dönermord“ auch aus dem Hirn eines „Spießbürgers“, der u.a. auch „Kartoffeldeutscher“ genannt wurde und wird? Wie dem auch sei: Deutschtürkische Nachbar*innen haben mir sarkastisch nach dem Auffliegen des NSU und nachdem sie erfuhren, wie rassistisch die deutschen Polizeibehörden ermittelten, gesagt, dass sie nur noch mit Dönerspieß bewaffnet an deutsch-deutschen „Parallelkulturveranstaltungen“ teilnehmen würden. Erstere würde ich jedoch nie und nimmer in die Nähe eines Verdachts des „Spießgesellentums“ stellen, sondern ich teilte ihren Sarkasmus voll und ganz!

Doch nun: Hinfort mit den Spießen, den Ungesellschafte(r)n und ihren Bürge(r)n:

In einem Buch aus der Bibliothek eines Freundes fand ich in Bezug auf einen Schmetterling folgende Beobachtung:

„Vor einigen Jahren, auf meiner zweiten Reise auf die indonesische Insel Bali, war ich in einem Dorf tief im Landesinneren. Im Hof eines alten Hindu-Tempels begegnete ich einer Gruppe kleiner Mädchen. Sie sahen mich nicht und achteten auch nicht auf einen weißen Storch, der oberhalb der Palmwedel durch den niedrigen Himmel flog – oder vielmehr zu schwimmen schien.
Eines der Mädchen – mir braunem Gesicht, glänzend braunen Augen und getüpfeltem Kleid – kroch an einen untertassengroßen Schmetterling heran und schloss vorsichtig die Hände darum. Ein anderes Mädchen drehte ein Stück Faden zu einer Art Zaumzeug, das sie dem Schmetterling atemlos über Flügel und Leib zogen. Langsam ließen sie den Faden nach; der Schmetterling flog auf und kreiste über ihren schönen Köpfen. Außer der Konzentration der Mädchen beeindruckte mich am meisten ihre Achtung vor dem zerbrechlichen Geschöpf, das sie manipulierten. Als es Zeichen der Ermüdung aufwies, zogen sie es herunter, entfernten den Faden und setzten es auf eine gelbe Hibiskusblüte. Innerhalb von Sekunden schlug der zitternde Schmetterling mit dem Flügeln, zuerst schwach, dann mit plötzlicher Überzeugung, und flog unverletzt fort.“ (1)

Dies zeigt auf, dass es ein Jenseits des „Spießbürgers“ gibt: Menschen, die Lebewesen achten. Zwar könnte man einwenden, dass ein lebendiger Schmetterling kein Spielzeug ist, aber in allen Ländern auf diesem Planeten spielen Kinder gern mit Tieren. Aber gut es natürlich, wenn sie ihnen nicht schaden, sondern auf deren Wohlergehen achten, wie dies die eben beschriebenen Mädchen mit dem Schmetterling machten. Wären alle Menschen so, dann wäre ein „Aufstand der Schmetterlinge“ nicht notwendig. Aber leider ist die gegenwärtige Realität eine andere. Die „Spießbürger“ nehmen gerade sowohl an QUALität wie Quantität wieder zu und wetzen ihre Spieße. Dies zeigt aber auf, wie notwendig der „Aufstand der Schmetterlinge“ – zusammen mit den „Freund*innen der Schmetterlinge“ – ist. Er sollte vom Charakter dieser Mädchen von Bali und deren Achtung vor dem Leben/den Lebe-Wesen und der Natur getragen sein.

Dies eben deshalb, weil wir nicht vergessen dürfen, dass der Mensch nicht nur Gesellschafts- sondern auch ein Naturwesen ist.

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(1)  In Bali scheinen Schmetterlinge – da sie als Touristenattraktion gelten – geschützter zu sein als in Deutschland. Hier – so heißt es in Wikipedia – sind 50 % aller Schmetterlingsarten nicht gefährdet, 2 % sind bereits ausgestorben oder verschollen. Ich vergleiche dies gerade mit den „Schmetterlingsfrauen“, also denen, die sich nach Freiheit und Selbstbestimmung sehnen. Sind nicht auch sie, bzw. WIR, ebenfalls stark gefährdet?

Regenbogenbar1

 

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