Mutter- und Elternschaft im Neoliberalismus

Neoliberalismus bedeutet in vielen Teilen dieser Erde Krieg, nicht nur im Nahen Osten/Mesopotamien, sondern auch in vielen Ländern Afrikas und Latein-/Mittelamerikas. Dort werden Familien und viele Kinder getötet. UNICEF und „Save the Children“ startet immer wieder Aufrufe, um das Leiden bzw. die physische und psychische Traumatisierung von Kindern zu stoppen. Auch diese Kinder und deren Eltern sind Opfer dieses patriarchalen, kapitalistischen Systems in seiner neoliberalen Phase, in der der Schwarzmarkt – der Teil der „freien Marktwirtschaft“ ist – für Waffen und Söldner täglich zunimmt. Da ich aus Deutschland/Europa schreibe, schreibe ich aus dem – für viele dieser leidenden Familien unerreichbaren – „Paradies“. Doch auch dieses „Paradies“ hat seine Tücken, wenn frau* die glitzernde Fassade von „Menschenrechten“, „Menschenwürde“, „Gendergleichheit“ einen Spalt breit öffnet und die Rechtsidealität mit der sozialen Realität vergleicht.

Dies ist Teil II von „Aus dem Bauch heraus„, zu dem mich ein Artikel vom SPON inspirierte. Ich empfehle ihn und das Buch von Antonia Baum allen Frauen und Paaren, die sich überlegen, ein Kind in diese patriarchale Welt zu setzen: Er heißt: Stillleben und ist ein subjektiver Bericht über die sozialen Realität.

In ihrem Essay merkt Carola Padtberg, nachdem sie den Zwist zwischen den Lebenspartnern „Zwei Menschen, die beide das Gleiche wollen, streiten um Ruhe und Selbstverwirklichung, doch nur einer kann sie haben“ – rekurrierend auf Antonia an:

Von Ji-Elle – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=67499370

„Die Fürsorge für ein Kind wird in der Gesellschaft nicht als Arbeit betrachtet, denn sie ist weder messbar noch effizient. Mütter fühlten sich schnell wertlos, so Antonia Baum. Viele würden sich deshalb nur unter anderen Müttern verstanden fühlen, gemeinsam verachteten sie heimlich ihre Männer und kinderlose Frauen, um sich als Märtyrerinnen zu bestätigen.“

Dies ist eben auch ein Phänomen des kapitalistischen / neoliberalen Technopatriarchats (1):

Der Frauenkörper ist darin ausbeutbare Natur, die nur noch Wert auf den Kapitalmärkten des zirkulierenden und spekulativen Finanzkapitals besitzt. Der Wert des „Humankapitals“ wurde in Deutschland bereits unter seine Reproduktionskosten gesenkt. Dies weil: Um einen Arbeitsplatz konkurrieren mittelerweile fast Hundertschaften, die ihre Arbeitskraft verkaufen müssen. Dies eben deshalb, weil die microelektornische Revolution Lohnarbeit immer überflüssiger gemacht hat und global werden die Arbeitsfähigen immer brutaler von IT-Unternehmen gegeneinander ausgespielt. Es gibt mittlerweile einen tiefen Widerspruch zwischen Natur und Gesellschaft, da die Gesellschaft die Natur – auch des Menschen – zerstört. Dies bekommen Frauen viel härter zu spüren als Männer, deren „Baby“ die Technologie ist, während Frauen ganz natürlich „Menschenleben“ mit ihrem Körper produzieren können.

Da nun einmal Männer die politische Ökonomie bestimmen, sind Frauen für dieses System nur noch „Eierlegende Wollmilchsäue“, die ausgenommen werden. Insofern stimmt die Wahrnehmung von Müttern, die sich lt. Antonia Baum als „Märtyrerinnen“ fühlen und gebärden. Viele von ihnen lassen gar ihre Wut und ihren Frust über ihr Dasein an älteren Nichtmüttern wie mir – Nachkriegskind, dessen Mutter wegen häuslicher Gewalt und Vergewaltigung in der Ehe Suizid begang – aus, da diese Gesellschaft nicht nur durch Frauenverachtung, sondern auch  durch Altersdiskriminierung geprägt ist. Hinzu kommt noch – insbesondere in Deutschland – das bekannte: „Nach oben buckeln, nach unten treten.“ Dies sieht man insbesondere bei den ParteigängerInnen und „LandsmännInnen“ der AfD, die auf dem Weg sind,  Lebensborn 2.0 zu installieren.

Fühlen wir uns aber mal in die Lebensrealität eines Kindes ein, das unter solchen Bedingungen existiert: Kinder sind sehr empfindsame Wesen. Durch Geschlechterkrieg zwischen dem Elternpaar sowie der „Märtyrer*innen-Haltung“ ihrer Mütter empfinden sie sich als Störfaktor im Leben ihrer Mutter. Kindern bleibt nichts anderes übrig, als in gnadenloser Abhängigkeit für die Mutter sich um deren Wohlergehen zu sorgen. Denn:  geht es der Mutter nicht gut, so wirkt sich das negativ auch für das Kind aus.

In Berlin gibt es noch nicht einmal genügend Kita-Plätze, die die Mütter entlasten könnte. Einige Petitionen weisen darauf hin: Wir brauchen Kitaplätze! JETZT! von Christine Kroke weist darauf hin und wurde auch im rbb-inforadio sowie dem Tagesspiegel erwähnt. Es wäre gut, wenn wir selbst aktiv werden würden, denn es stehen sehr viele Geschäftsräume in Berlin leer, worin wir eine Kita eröffnen könnten. Einige stehen sogar in Millieuschutzgebieten leer, in Häusern, die – trotz Verbots – in Eigentumswohnungen umgewandelt werden. Überall entstehen neue Bars, in denen Drogenhandel mit Alkoholika betrieben wird – aber für Kinder und Eltern wird in dieser Mafiaökonomie namens Neoliberalismus nichts getan ?!!!

Ich bitte alle jungen Frauen und Paare, ihren Kinderwunsch eher durch eine Adoption eines Kindes, das seine Eltern verloren hat denn durch eine Neugeburt zu stillen und  Schwangerschaft/Geburt/Kind vorher grundlegend zu „behirnen“ bevor sie in der Gemeinschaft jammernder und frustrierter Mütter landen und ihr Kind zur Neurotiker*in und/oder Psychopath*in  machen. Dies würde sicher auch die Lehrer*innen entlasten. Besonders, wenn bereits die Mütter unter ADS oder ADHS leiden.

Da Jeff Bezos der Ober-Techno-Plutokrat ist, dessen unternehmen MK Turk auch für die Datenkleptokratie von Facebook und Cambridge Analytica verantwortlich ist, werde ich mir das Buch von Antonia Baum auf keinen Fall bei Amazon bestellen. Leider war dem Artikel von Carola Padtberg eine Anzeige zugeschaltet, die eine Bestellung über Amazon empfiehlt. Das Buch kann über jeden Buchladen bestellt werden und frau* spart auch die Zustellungsgebühr.

(1) „Techopatria“ ist ein Begriff, den die „Bielefelder Soziolog*innen“. Ihre theoretischen Forschungen dokumentierten sie in „Beiträge zur feministischen Theorie und Praxis„, deren Erscheinen ab  2008 eingestellt wurde. Ich sehe seitdem kaum noch fundierte Patriarchatskritik in der neuen feministischen Bewegung, die meiner Auffassung gemäß sehr verkleinbürgerlicht ist, wie man auch am „Mizzy Mag“ sehen kann. In ihrer letzten Debatte im Gorki-Theater hatten sie noch nicht einmal eine Religionskritiker*in im Podium. Damit aber beschreitet das Magazin einen Weg, der hinter das Werk von Olympe de Gouges zurück fällt. Die Frage „Kann Religion heute überhaupt noch als Vehikel verstanden werden, das gesellschaftlichen Zusammenhalt stiftet und Teilhabe ermöglicht?“ konnte deshalb nicht kritisch reflektiert werden. Es war noch nicht einmal möglich, darüber zu sprechen, ob und wie Frauen aus den Religionsgemeinschaften bzw. Institutionen austreten können. Zu untersuchen wäre ferner, ob die Technokratie bzw. Technopatria als globales System mit dem Twitter-World-Leader Donald Trump, der durch Facebook, Cambridge Analytica und Amazon TK Turk an die Macht gehievt wurde, immer mehr Frauen in Religionsgemeinschaften katapultiert, die jedoch heute – durch Zentralisisierungsprozesse – wesentlich als Transmissionsriemen dem „globalen heiligen Krieg“ dienen. Dies eben deshalb, weil auch sie Teil des globalen und totalitären Kapitals in seinem Niedergang sind.

 

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Über alikase99

I'm struggling for a good future for y-our (your/our) children. Ich bemühe mich um eine gute Zukunft für unsere Kinder. Wir haben nur EINE Mutter Erde und sollten sie für die nächste Generation schützen. We all are sisters and brothers, children and parents. Wir sind alle Schwestern und Brüder, Kinder und Eltern. We have only ONE mother earth and shall protect her for the following generation.
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