Für eine soziale Produktion ohne Geld

Wenn wir uns die heutige Krise vergegenwärtigen, wird klar, dass der globale Finanzmarkt zu einer Bedrohung der Produktion von Gütern und damit globalen Ökonomoie  geworden ist;, Die Ursache davon liegt in der Überakkumulation von Kapital. Da das produzierende Kapital immer weniger an Profiten erwirtschaftet, flüchtet das Kapital in den „geldheckenden“ Finanzsektor. Was ist die Ursache von Überakkumulation? 1. Es ist zunächst einmal der Widerspruch zwischen Produktion und Markt, d.h.: dass trotz „strategischer Marktanalyse“ das produzierende Kapital auf gesättigte Märkte stößt. 2. Durch Rationalisierungstechnologie wird der variable Anteil des Gesamtkapitals stark verkleinert,wodurch ebenfalls die Mehrwertmasse sinkt. Der Mehrwert ist jedoch die Voraussetzung für Profit; d.h.: die Profitrate sinkt. 3. der Kapitalismus stößt an die Schranken seiner Ausdehnungsfähigkeit. 4. Produktivkräfte werden gehemmt und können sich nicht mehr weiter entwickeln. Dies führt auch zur politischen und sozialen Krise und wird von regressiven Tendenzen (z.B. Anstieg des Nationalismus) begleitet. Schon im letzten Jahrhundert wurde von einigen Marxist*innen vom „Niedergang des Kapitalismus“ gesprochen.

Wie könnte eine Alternative dazu aussehen?

Ganz einfach: Um ohne die zerstörerische Einmischung der Ware-Geld-Beziehung zu leben, brauchen wir gesellschaftliche Individuen ein – mit dieser Epoche übereinstimmendes – Rätemodell. Es würde ein Produktionsrat der Arbeiter*innen, sowie ein Distributions- und Transport-Rat und ein Konsumtionsrat  gebraucht, die miteinander in Wechselwirkung stehen. In dem Moment, wo die Produktionsmittel vergesellschaftet werden, sind wir alle gesellschaftliche und produktive Arbeiter*innen.

Hier ein einfaches Beispiel, wie die gesellschaftliche Reproduktion organisiert werden könnte: In den Bewohnervollversammlungen, die in Lokalitäten der Straße und des Stadtteils bzw. des Dorfes abgehalten werden, werden Listen von dem erstellt, was an Lebensmitteln und Gebrauchsgütern für eine bestimmte Zeit benötigt wird. Diese Liste wird an den Distributionsrat weiter geleitet, der die Bestellungen an den Produzent’innen-Rat weiter leitet, Der Distributionsrat hat die Übersicht über Produktionsstätten und weiß um deren Kapazitäten. Ebenfalls koordiniert er die Transporte der reellen Güter, die dann in die Stadtteile, Dörfer gebracht werden. Gleichzeitig sind die Bewohner*innen- und Konsumtionsräte aber auch Orte der direkten Selbstverwaltung. Dies aber auch in den Produktionsstätten, da auch dort Arbeiter*innen-Versammlungen stattfinden, in denen die Produktion und Veränderungen im Arbeitsalltag besprochen werden.

Wir alle, d.h. jeder Mensch ist heute gesellschaftlich tätig, ist bereits Teil der Distribution und ebenfalls irgendwo „(in)habitant“ sowie Konsument. Dies ist nur möglich durch Kollektivierung des gesellschaftlichen Verkehrsverhältnisses. Aber es dient jedem einzelnen Individuum und schützt es vor Mangel.

Geld würde dafür nicht gebraucht, denn jede*r nimmt Teil an diesem Prozess und arbeitet mit daran. Dafür gibt es sauberes Trinkwasser, Nahrungsmittel, Wohnung, Strom, medizinische Betreuung etc. Jede*r nach seinen/ihren Fähigkeiten und Bedürfnissen, wobei letztere sich durch Weiterbildung und experimentelles Leben verändern. Wissenschaftler sollten beratend zur Seite stehen, damit die Menschen zu einer gesunden und glücklichen Lebensweise befähigt werden.

Voraussetzung dafür ist, dass die Produktionsmittel – und damit auch die Ressourcen – in Arbeiter*innenhände übergehen und der Sozialisierungsprozess von Schutzräten geschützt wird. Darin geht es nicht nur darum, Plünderungen und die private Aneignung zu verhindern, sondern auch die Konterrevolution davon abzuhalten, ihr Zerstörungswerk und destruktive Energie fortzusetzen.

Auch den heutigen Neoliberalismus muss man als Konterrevolution gegen die Macht der Arbeiter*innen ansehen, die zunächst unter Margret Thatcher in Großbritannien gegen die Bergleute wütete und gewerkschaftliche Rechte zertrümmerte und sich danach mehr und mehr über den europäischen Kontinent bis nach Russland ab dem Zusammenbruch des Comecon ausbreitete.

Siehe dazu auch das Video „Catastroika“:

Nun stehen wir an der Schwelle, der Katastrophe, in der sich die europäische Arbeiter*innenklasse befindet, Einhalt zu gebieten.

Die Versammlungen debattieren natürlich auch darüber, welche Produktionszweige wichtig und sinnvoll sind. Ich habe schon einmal mit der Gruppe „Feierabend“ Interviews auf der Straße gemacht und solche Fragen gestellt. Es waren sehr viele darunter, die die Produktion von Massenvernichtungswaffen bzw. Waffen überhaupt ablehnten und meinten, dass die darin beschäftigten zu Köch*innen und Sozialarbeiter*innen oder Künstler*innen umgeschult werden müssten.

Wie schon der Kapitalist und Unternehmer Friedrich Engels im Vorwort von „Klassenkämpfe in England“ beschrieb, sollte es uns darum gehen, die sog. „Kapitalisten“ und „Bourgeois“ als Menschen anzusehen, die ebenfalls unter dem Druck der Konkurrenz im Kapitalismus sowie Fremdbestimmung ihres Lebens leiden und die ebenfalls ein schönes Leben genießen sollten, in dem sie ihre kulturellen&künstlerischen sowie menschlichen und sozialen Fähigkeiten entwickeln können.

Dies ist nur ein fragmentarischer Entwurf hin zu einer Alternative bzw. neuen Gesellschaftsform, die sich zweifellos am Stand der gegenwärtigen Produktivkräfte zu orientieren hat.

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Über alikase99

I'm struggling for a good future for y-our (your/our) children. Ich bemühe mich um eine gute Zukunft für unsere Kinder. We all are sisters and brothers, children and parents. Wir sind alle Schwestern und Brüder, Kinder und Eltern.
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