Abschiebungen von Rom*nija stoppen!

An dem, was die europäische Menschenrechtskommission hier 2012 schrieb, hat sich bis heute nichts geändert/verbessert:

„Among the most vulnerable members of the displaced population in and out of the region remain the Roma who are among the groups which are most discriminated. Deep-rooted prejudices against Roma and lack of political will have prevented the finding of durable solutions to the serious, long-standing human rights issues concerning this population in the former Yugoslavia, as in the rest of Europe. Of particular concern have been forced returns of Roma refugees from western European countries to Kosovo, a post-conflict society still struggling to come to terms with the consequences of the armed conflict. A number of expelled Roma have returned to the lead-contaminated camps of Česmin Lug and Osterode in northern Mitrovica, inhabited by Roma families, including children, who suffer from very serious effects to their health“

Doch es ist nicht nur die Armut und Diskriminierung, die ihnen zusetzt, sondern der Hass auf sie hat sich festgesetzt und schlägt immer wieder in Gewalt – auch gegen die Kinder – um. Im Gegensatz zu den Jüd*innen, die ebenfalls seit der Antike verfolgt und ermordet wurden, haben sie keinen Staat aufbauen können und sind dem Hass schutzlos ausgesetzt. Sie werden deshalb immer wieder vertrieben. Zynischerweise wird dies zumeist von der deutschen Stammtischpresse als „Nomadentum“ dargestellt. Dabei ist der Stadtteil Sulukule in Istanbul ein klarer Gegenbeweis. Dort leb(t)en seit mehr als tausend Jahren viele Roma über viele Generationen hinweg, bis auch dort ein Gentrifizierungsprozess einsetzte, der immer mehr von ihnen von vertrieb.

Die Bevölkerungsgruppe der Roma hat noch nie einen Krieg begonnen und geführt. Sie wurden um die Jahrtausendwende des 1. Milleniums von den Mamelukenarmee unter Mahmud von Ghazni aus ihrer angestammten Heimat Sindh/Punjab verschleppt und versklavt und leben seitdem in der „Diaspora“.  Durch die Akkumulation von DestruktivQUALifikation (Wilhelm Reich nannt dies in seinem Buch „Massenpsychologie des Faschismus„: „emotionale Pest„) richten viele Gadjo ihre Aggressionen gegen Schwächere. Dies insbesondere, weil sie sich mit dem Starken und den Siegern identifizieren („Identifikation mit dem Aggressor„). Auch das Massenmordsystem des NS begann seine fabrikmäßig organisierten Tötungen mit kranken und behinderten Kindern, also denen, die sich am wenigsten wehren können. Dieses Böse, basierend auf dem Sozialdarwinismus ist nach 1945 nicht überwunden worden, sondern immer noch vorhanden und bedroht „ausgerechnet“ die, die am friedlichsten und schwächsten sind.

„Die Tötung der Kinder wurde in der Regel durch Injizieren von Gift ins Herz vorgenommen. Doch manche Naziärzte waren noch ungeheuerlicherund überließen die Kleinkinder dem langsamen, qualvollen Tod durch Verhungern. Einer war Dr. Hermann Pfannmüller, von dem berichtet wird, dass er beim Gang durch das unter seiner Leitung stehende „Krankenhaus“ ein vom Hunger gepeinigtes Baby an den Füssen hochhielt und sagte: „Dies hat noch ein paar Tage“ (Quelle)

Diese Fabel – die mir ein Rom in meiner Nachbarschaft mal erzählt hat – macht dies ebenfalls deutlich:

Ein Wolf, ein Löwe und Tiger haben sich im Kreis um ein Lamm aufgestellt. Sie verhandeln darüber, wer den größten Anteil von dem Lamm fressen darf. Das Lamm in der Mitte ist die Romni.

Die Rom*nja sind dieser menschenfeindlichen Zivilisation immer noch schutzlos ausgeliefert. Auch Deutschland ist deshalb im Grunde nicht sicher für sie. Aber sie hoffen immer noch darauf, dass aus den Nazi-Verbrechen an ihnen (die bekanntlich nicht nur in Deutschland gegen sie wüteten, sondern insbesondere auch in Jugoslawien), die richtigen politischen Schlussfolgerungen gezogen werden: Dass sie in Deutschland Bleiberecht bekommen und mit Respekt behandelt werden.

Deshalb:

Demo So. 10.07.2016, 14:00 Uhr, Hermannplatz Abschiebungen von Rom*nja stoppen! Demonstracija, 10.07.2016., 14 sati, Hermannplatz (Berlin) Stop deportacijama Roma! (serbski ispod) Nachkommen von Völkermord-Opfern Schutz und Lebensperspektive bieten – Bleiberecht für alle Rom*nija ! Seit Mai protestieren wir Rom*nija familien in Berlin gegen die uns drohende Abschiebung, für unser Bleiberecht und ein Bleiberecht für alle…

über Stop deportacijama Rom*nja! via oplatz-net

siehe dazu auch: „Sichere Herkunftsländer?“ und „Stoppen wir die Abschiebung der Rroma“ auf diesem Blog.

Facebook: https://www.facebook.com/events/1227430920615198/

Ohne Mampf keine Kampf, deshalb:

Bitte spendet für  ihren Kampf für Bleiberecht!

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Über alikase99

I'm struggling for a good future for y-our (your/our) children. Ich bemühe mich um eine gute Zukunft für unsere Kinder. We all are sisters and brothers, children and parents. Wir sind alle Schwestern und Brüder, Kinder und Eltern.
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