Klimapaket gegen Arbeiter*innen in Deutschland und weitere Streiks

„Beschlossen wurden einige Maßnahmen.“

Die Tageszeitung „Junge Welt“ zum Klimaschutzpaket der Bundesregierung betitelt ihren Artikel mit „Marktradikal und unsozial“ und schreibt:

„Schon jetzt ist klar: Die Unternehmen werden die Kosten auf die Endverbraucher von Benzin, Diesel, Heizöl oder Erdgas abwälzen. Es wird vor allem die Privathaushalte treffen.“

Genauer gesagt: Die *einkommensschwachen Haushalte*, die an sich eigentlich einen eher geringen ökologischen Fußabdruck haben, werden wieder einmal überproportional belastet. Eine weitere Belastung von Privathaushalten (und Umwelt) stellt die Ideologie der *Wärmedämmung* von Gebäuden mittels umweltschädlicher Styropor-Verbundstoffe (Sondermüll!) dar. Denn: Fassadendämmung wird nach wie vor forciert, trotz aktualisierter Erkenntnisse und unabsehbarer Folgekosten: Die Dämmung hält ca. 20-30 Jahre, danach entstehen gigantische Mengen an Sondermüll. Die BSR hatte vor kurzem sogar die Verbrennung von Styropordämmung ausgesetzt, ausgerechnet wegen ökologischer Bedenken. Die weitere Verfahrensweise ist nach wie vor unklar. (Wen das an das Problem der atomaren Endlagerung erinnert, der liegt sicher nicht falsch.)

Dies bedeutet, dass die Klimaprotestbewegung mit den Arbeiter*innen (und dementsprechend auch mit den Mieter*innen der Arbeiterklasse) zusammen kämpfen muss, damit die 1% der Superreichen den Umbau der Produktion auf ökologische Nachhaltigkeit zahlen.

Ein Vorbild könnte die Aktionen der Arbeitenden von Amazon sein, die ihr Unternehmen dazu verpflichten wollen, die CO²- Emissionen deutlich zu reduzieren.

Die Tech-Workers-Koalition hat vier Forderungen:

  • „Zero carbon emissions by 2030
  • Zero contracts with fossil fuel companies
  • Zero funding of climate denial lobbying or other efforts
  • Zero harm to climate refugees and frontline communities“

in deutscher Sprache:

  • Keine CO²-Emissionen ab 2030
  • Keine Verträge mehr mit Unternehmen, die fossile Brennstoffe herstellen
  • Keine Finanzierung der Klimaleugner-Lobby oder anderen dieser Bestrebungen
  • Keine Verletzung von Klimageflüchteten und Naturschutz-Gemeinschaften, zumeist Indigenous, die an vorderster Front für Klimagerechtigkeit kämpfen

Unter dem Hashtag #techclimatestrike könnt Ihr deren Kämpfe und Bekundungen nachlesen.

Eines ist klar: Die Jugendlichen werden weiterhin auf die Straßen gehen und protestieren. Wir Erwachsenen – insbesondere Arbeiter*innen – sollten es ebenfalls tun – zusammen mit ihnen!

Ich möchte an dieser Stelle daran erinnern, dass die Aktionswoche bis einschließlich dem 27.09.2019 geht und am nächsten Freitag wieder ein größerer Streiktag stattfinden wird.

Z.B. wird in Italien ein nationaler Streiktag stattfinden, zu dem die Gewerkschaft für Bildung aufgerufen hat und an dem sich auch die COBAS beteiligen. Die Cobas in Milano externer Linkbegründen den Streik mit:

„Es ist wichtig, dass die Studierenden auf der ganzen Welt unter den Flaggen von „Freitags für die Zukunft“  mobilisiert werden , um die Öffentlichkeit für die Klimanotfälle zu sensibilisieren und die Regierungen aufzufordern, sofort mit dem Übergang zu einer ökologischen und fairen Gesellschaft auf der Grundlage erneuerbarer Energien zu beginnen: ökologischer Landbau, öffentliche und nachhaltige Mobilität …
Noch wichtiger ist es jedoch, dass sich die Arbeitenden diesen Mobilisierungen anschließen. Um die ökologische Umstellung der Wirtschaft zu ermöglichen, halten wir es für unabdingbar, das kapitalistische System, das unsere Gesellschaft beherrscht, in Frage zu stellen. Ein System, dessen Motor die krampfhafte Suche nach Profit durch die grenzenlose Ausbeutung von Mensch und Natur bedeutet. Ein System, das durch irreführende Werbung dazu führt, dass immer mehr produziert und immer mehr konsumiert wird, ohne sich um die sozialen und ökologischen Folgen dieser Verhaltensweisen zu kümmern.
Um unserem Planeten eine Zukunft zu geben – davon sind wir zutiefst überzeugt -, reicht es nicht aus, die faulen und korrupten Strukturen des gegenwärtigen Systems grün zu streichen.
Wir brauchen einen Green New Deal, bei dem Ökologie und soziale Gerechtigkeit eng miteinander verbunden sind. Was wir von der Stadt Mailand fordern:

    • kostenloses Abonnement für öffentliche Verkehrsmittel
    • Umwandlung der Heizung in der Stadt
    • Förderung von Radfahren im gesamten Gebiet und eine Verwaltung, die in Bezug auf die Mobilität entschlossener handelt, um Emissionen zu reduzieren
    • den Verbrauch von Land für den Bau von Wolkenkratzern stoppen
    • der Wohnungen müssen sich am Bedarf der Bevölkerung orientieren

Studierende und Arbeiter müssen sich daher zusammenschließen, beginnend mit dem globalen Klimastreik am 27. September.“

Anschließend geben die COBAS Empfehlungen, wie im Alltag Emissionen reduziert werden können.

An meine Gewerkschaft Ver.di habe ich einen „VERDI-Kritik-Brandbrief“ aufgesetzt, der von mir im Gewerkschaftshaus von Ver.di Berlin-Brandenburg verteilt wurde bzw. an die Türen der Funktionäre geklebt wurde.

 

Über alikase99

I'm struggling for a good future for y-our (your/our) children. Ich bemühe mich um eine gute Zukunft für unsere Kinder. Wir haben nur EINE Mutter Erde und sollten sie für die nächste Generation schützen. We all are sisters and brothers, children and parents. Wir sind alle Schwestern und Brüder, Kinder und Eltern. We have only ONE mother earth and shall protect her for the following generation.
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