Messer-Attacken und Degen-Sätze in Geutsch-Land

Heute ist das Urteil über die tödliche Messerattacke vom letzten Jahr in Chemnitz in den Medien. Mir geht es weniger um Schuld oder Unschuld des jungen Friseurs, sondern um den Hintergrund des „zornigen Volkes„, in dessen Namen das Urteil gefällt wurde. Und natürlich wird das Urteil auch in den dissocial media diskutiert und kommentiert.

Frank Jansen beginnt seinen Artikel im Berliner Tagesspiegel mit:

„Fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Tod des Deutsch-Kubaners Daniel Hillig in Chemnitz hat das Landgericht der Stadt den mutmaßlichen Täter Alaa S. (24) zu neuneinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Erste Kammer unter Vorsitz von Richterin Simone Herberger hält den syrischen Flüchtling des Totschlags und der gefährlichen Körperverletzung für schuldig.“

Für die Xenophoben bzw. denen, die aus der Xenophobie politisches Kapital schlagen, war diese Messerattacke ein „gefundenes Fressen“ und getreu der sozialdarwinistischen Methode von Fressen oder gefressen werden, griffen sie bei ihren Aufmärschen in Chemnitz auch ein jüdisches Speiselokal an. Antisemitismus ist eine der ältesten xenophoben Geisteskrankheiten, die innerhalb der Reconquista in Spanien und Portugal in biologischen Rassismus umschlug. Diesen exportierten die spanischen Kolonialisten nach Amerika und Afrika.

Damit ist auch gesagt, was diese „Zivilisation“ begleitet: Sie beruht – psychologisch – auf Angst und Hass. Materiell/materialistisch auf: Krieg und Raubmord. Deshalb ist diese patriarchale Zivilisation im Grunde eine Militarisation. So beruht auch die politische Ökonomie der heutigen Gesellschaft auf Eroberungskriegen, Homiziden, Vertreibung und Versklavung. Das „materialistische“ ist die Entstehung einer Gesellschaft, in der das Privateigentum an Produktionsmitteln gesellschaftliche Realität wurde und die Verfügungsgewalt über den gesellschaftlichen Reichtum sich in den Händen einer winzigen politökonomischen Klasse angesammelt hat. Und nicht nur das: Ihnen zu Diensten ist auch Legislative, Exekutive und Judikative und damit auch das bis an die Zähne bewaffnete staatliche Gewaltmonopol.

Die Messerattacken der Expropriierten (=Enteigneten) sind – verglichen mit den täglichen Raubmorden der herrschenden Klasse – Verzweifelungstaten, insbesondere dann, wenn sie als Amoklauf und Beziehungstaten (Eifersucht) angesehen werden müssen.

Die patriarchale Erziehung bringt dies allerdings auch mit sich. In meiner Kindheit fuchtelten die Jungen oft wild mit Spielzeugschwertern um sich und wer keines hatte, nahm einen Stock. Szenen aus den patriarchalen Märchenbüchern, in denen Ritter die Prinzessin retteten, gaben dafür das ideologische Rüstzeug.

Nüchtern und materiell betrachtet, sind Attacken mit Messern in Deutschland nur deshalb häufig, weil es – anders als in den USA – Schusswaffen nicht im „freien“ Handel gibt bzw. diese im „Degensatz“ zu Messern recht teuer sind.

Würde ich, wenn ich folgenden Absatz

„Die AfD-Fraktion in dem Bundesland (Saarland, A.S.) wollte es nun genauer wissen und fragte nach den Vornamen der Täter. Die Vermutung offenbar: Unter den Deutschen seien etliche Migranten, die eingebürgert wurden. Nun legte die Polizei das Ergebnis für die Anfrage des AfD-Abgeordneten Rudolf Müller vor. Demnach war der häufigste Name unter den 842 deutschen Tätern Michael, gefolgt von Daniel und Andreas. Mehr noch, unter den elf häufigsten Vornamen findet sich kein einziger, der sofort einen Migrationshintergrund nahelegt.
Die genau Auswertung: Michael (24 Fälle), Daniel (22 Fälle), Andreas (20 Fälle), Sascha (15 Fälle), Thomas (14 Fälle), Christian (13 Fälle), Kevin (13 Fälle), Manuel (13 Fälle), Patrick (13 Fälle), David (12 Fälle), Jens (12 Fälle), Justin (11 Fälle) und Sven (11 Fälle).

Ebenfalls hatte die AfD nach einer möglichen doppelten Staatsangehörigkeit der Täter gefragt. Die Antwort der Polizei: Nur 14 der 842 deutschen Täter haben neben dem deutschen Pass noch einen weiteren.“

in der Welt vom März diesen Jahres mit „Messerattacken: Deutscher Michel der häufigste Täter“ betiteln würde, an der Eskalationsschraube drehen? Ja. Dies aber nicht, weil alle Männer namens „Michael“ unter Generalverdacht stünden bzw. sich die Aggressionen auf sie beziehen würden, sondern weil sich dann nur Nationalismus und Anti-Nationalismus gegenüber stünden, die sich weiterhin ihre rhetorischen Degensätze an den Kopf werfen würden.

Ich halte mehr davon, wenn wir Messer nur für die Speisezubereitung nutzen würden und Degen-Sätze zur Aufhebung des Patriarchats und seiner Greuel beitragen würden. Und apropos „Bücher-Protz“: es wäre gut, anstatt sich an den dissocial media zu beteiligen, einfach mehr gute Bücher zu lesen. Mensch muss ja nicht damit „protzen“.

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Über alikase99

I'm struggling for a good future for y-our (your/our) children. Ich bemühe mich um eine gute Zukunft für unsere Kinder. Wir haben nur EINE Mutter Erde und sollten sie für die nächste Generation schützen. We all are sisters and brothers, children and parents. Wir sind alle Schwestern und Brüder, Kinder und Eltern. We have only ONE mother earth and shall protect her for the following generation.
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