Aus dem Bauch heraus

oder auch:

Wie kann der „Krieg der Bäuche“ und Kindesmissbrauch für Profitzwecke aufgehoben werden?

Ausschnitt aus einer Kollage von Hannah Höch

Zunächst einmal: Viele existieren und handeln aus dem Bauch heraus. Es heisst auch: Du bist, was Du isst… (wobei wir bei „gesunder Ernährung“) wären, die jedoch eine Wissenschaft ist.

Dieser Artikel ist in Anlehnung an Alice und Otto Rühle geschrieben, die sich beide mit proletarischen Kindern beschäftigten und kommunistische Erziehungswissenschaftler*innen waren.

Kapitalismus bedeutet: ständiger Krieg

  • der Konkurrenten gegeneinander
  • der beiden Klassen (Arbeiter*innen auf der einen Seite und Kapitalbesitzer*innen auf der anderen) gegeneinander
  • um preisgünstige oder strategisch wichtige Bodenschätze
  • um Weltmarktanteile
  • um Welthegemonie, die u.a. durch ein „robustes Militär“ und technologischen Vorsprung erreicht werden kann
  • auf dem Feld der Ideologie/Theorie, insbesondere auf dem politischen Feld (wobei reflektiert werden muss, dass die Politik nur die Weiterführung des Krieges mit anderen Mitteln ist)

Kapitalismus ist aufgrund der Konkurrenzfaktoren der Kapitalbesitzenden gegeneinander auch ein Krieg gegen die Arbeitenden, da die Lasten an sie abgegeben werden. Dies, weil sie ihre Konkurrenz dadurch besiegen wollen, dass sie ihr Produkt preisgünstiger anbieten und dies nur über Lohnsenkung erreichen können. Dies wird auch im Rahmen imperialistischer Markteroberung durchgesetzt. Z.B. wurde Deutschland durch die Agenda 2010 und Hartz-Gesetze inkl. Ausweitung der Leiharbeit zum Dumpinglohnland, wodurch Deutschland einen Riesenhandels(bilanz)überschuss erwirkt. (siehe dazu auch den Blogartikel: „Europas Niedergang„) Dadurch verstärkt sich die Konkurrenz der Arbeitenden gegeneinander. Dies sowohl bei Bewerbungen (jede*r versucht sich besser zu verkaufen, als der/die ander*e) als auch innerhalb der Arbeitsstelle, um sich Vorteile auf Beförderung bzw. Lohnsteigerung zu verschaffen oder auch, um der nächsten Kündigungswelle zu entgehen.

Dieser Konkurrenzkampf beginnt schon in der Schule, der aus den Kindern „brauchbares Humankapital“  für die kapitalistische Wirtschaft machen soll. Darin lernt das Kind, dass es nicht ausreicht, sich einfach nur wohl oder gut zu fühlen, sondern es wird darin trainiert, den vom Lehrer vorgegebenen Stoff zu beherrschen und besser zu sein, als „die anderen“. Das Konkurrenzprinzip vergiftet Freundschaften und löst brutale Mobbingwellen in den Schulinstitutionen aus. Einige Kinder werden dadurch zu dissozialen, empatielosen Persönlichkeiten und andere – besonders die sensiblen – werden dadurch bereits arbeitsunfähig, depressiv, stark verunsichert und ebenfalls dissozial, weil sie kein Vertrauen mehr zu anderen Kindern entwickeln können. Misstrauen ist ein Faktor, der dissozialisiert. Der entfesselte Kapitalismus, der heutige Neoliberalismus, lässt wirklich soziale Interaktionen nur noch in Nischen zu.

Verlassen wir nun die Schule, obwohl „Schule“ (=Schulung) und damit Weiterbildung bekanntlich nie aufhört. Obwohl. ob wohl? Es ist eher ein Unwohl; denn: Es gibt erschreckenden Bildungsmangel – gerade was das Leben besonders Schutzbedürftiger – der Kinder – betrifft. Ein Staat müsste sich deshalb für das Kindeswohl stark machen und angehende Eltern bzw. solche Paare, die einen Kinderwunsch haben, darüber aufklären, was dem Kindeswohl und seiner Gesundheit und Entwicklung dient.

Es müsste wesentlich mehr Aufklärung über weibliche Sexualität und die Orgasmusfähigkeit von Frauen sowie Schwangerschaftsverhütung z.B. in den öffentlich-rechtlichen Medien und kostenlosen Volkshochschulkursen berichtet werden. Die bürokratisch-kapitalistisch intendierte „Familienplanung“ müsste jedoch abgelegt und das Prinzip der Lebenslust gelebt werden, wie  Raoul Vaneigem es in „Das Buch der Lüste“ beschreibt.

Auf lustvolle Mutter- und Elternschaft hatte bereits Wilhelm Reich im letzten Jahrhundert hingewiesen. Er artikulierte in einem seiner Bücher, dass die Zuneigung der Eltern zu ihrem Kind nur durch lustvoll-liebevolle Erotik/Sexualität entstehen kann. Fehlt sie, so wird sie auch dem Kind fehlen und die Interaktion zwischen Eltern und Kind wird geprägt durch Gleichgültigkeit, einem durch und durch kapitalistischen bzw. ökonomischen Prinzip.

Ich lebe in einem Umfeld, in dem viele Frauen in proletarischen Großfamilien quasi wie Gebärmaschinen wirken. Es gab und gibt keinen Bruch mit dem patriarchalen Traditionalismus des ländlich und religiös indoktrinierten – angeblichen  – Kinder“segens“ bzw. der von deutschen Feminst*innen kritisierten K’s, wozu Kusche(l)n, KinderKriegen, Küche samt führerKult gehört(e). Freilich gehört dies zum patriarchalen „Krieg über die Bäuche der Frauen“, dem „wachset und mehret Euch“, wie es die patriarchalen Götter befohlen haben. Dass dies noch so ist, ist der mangelnden Emanzipation aller benachteiligten Frauen geschuldet, an der der kapitalistisch-patriarchale Staat kein Interesse hat. Frauenkörper sind für ihn Ausbeutungsmaterial wie die durch Glyphosat verseuchten Äcker. Keinesfalls jedoch – oder nur einem sehr geringen Prozentsatz – basiert er meiner Wahrnehmung gemäß auf der Verschwörungsideologie nichtdeutscher „Menschen/Muslime mit Migrationshintergrund“, um das „Deutschtum“ zu unterwandern bzw. Deutschland zu erobern, wie es in der Halluzi-Nation von Thilo Sarrazin zu lesen ist.

Und nun – fast wirkt es so, als ob sich viele (bio-)deutsche Mittelstandsfrauen die Propaganda von T.S. zu eigen gemacht hätten – gibt es in Berlin einen Babyboom in den Reihen deutscher Frauen. Doch anders als die proletarischen Frauen, treten sie als Kampfmütter der Mittelklasse in Erscheinung. Zum einen sind es z.T. überbesorgte „Helikoptermütter“, zum anderen schieben Frauen aller Schichten ihren dicken Schwangerschaftsbauch oder das um den Bauch gewickelte Baby oftmals wie einen Kampfpanzer vor sich her. Es sind Frauen, die meinen, dass ihr Bauch und ihr Produkt etwas Wert ist (z.B. „den demographischen Kollaps“ verhindert) und dafür fordern sie Gegenleistung. Darunter sind höchstwahrscheinlich viele Frauen, deren „Start-Ups“ bzw. Karriere auf dem „freien Markt“ gescheitert ist.

Mir tun die Kinder leid, denn im Grunde werden sie für den Überlebensegoismus und die prokapitalistische Einstellung ihrer Mütter/Eltern missbraucht. Dies vor allem in den Großstädten dieser Erde, in denen die Kinder mit Abgasen/Feinstaub, Schwefeldioxiden, Stickoxiden, Ozon, Benzol und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffen vergiftet und krank gemacht werden.

Auch in Berlin habe ich bislang kaum keinen Aufschrei seitens besorgter Eltern in Folge des „Dieselgates“ gehört. Dies zumindest gemessen am Babyboom! Das halte ich für verantwortungslos. Denn die Automobilmafia bzw. die „Industriekapitäne“ machen weiter und wollen Profit auf Kosten unserer Gesundheit. Menschliches Leben ist für sie wertlos und wir werden wie Arbeits- und Konsumvieh behandelt, wodurch die Erde zum Schlachthaus wird.

Da dies nicht erfolgte, gehe ich davon aus, dass es einen weiteren Grund für den Baby-Boom gibt: Mittelstandsfrauen wollen sich noch – so lange wie möglich – ein „heiles Leben“ vorgaukeln. Sie igeln sich darin ein und gucken auch keine Nachrichten mehr, da sie diese „zu sehr aufregen“. Dies sagte eine Mutter zu mir. Ich höre auch öfter von Müttern: „Als Mutter habe ich so viel mit meinem Kind / meinen Kindern zu tun, dass ich dazu keine Zeit habe. Auch den Kopf dafür habe ich nicht.“ Sie ziehen sich also völlig von gesellschaftlichen Problemen zurück. Dazu gehören auch Frauen der Linken, die die Politik nicht mehr mitmachen wollen, weil die darin vorherrschende kaltschnäuzige Männerdominanz und der patriarchale Habitus, den auch viele Frauen angenommen haben sie zu sehr belastet.

Und zu den „Helikoptermüttern“ kann ich nur sagen: Sie „helikoptern“ nur sich selbst und missbrauchen dafür ihre Kinder, deren Gesundheit ihnen völlig gleichgültig ist.

Hier sind die Analysen der Luftverpestung durch den Automobilitarismus (synonym für die kapitalistisch-patriarchale Industriegesellschaft):

Auswirkungen von Feinstaub auf Neugeborene und Babys im Mutterleib

Schlechte Luft macht Kinder weltweit krank

Feinstaub und Stickoxide: Gefährdung nicht unterschätzen

Es gibt natürlich weitaus mehr Artikel dazu  (einfach die Suchmaschinen dazu bedienen…)

Nun zur Aufhebung: Sie ist u.a. im Buch von Alice und Otto Rühle in „Erziehung und Gesellschaft“ angelegt. Darin heisst es auf der ersten Seite in „Programm unserer Arbeit„:

L e b e n  w i l l  g e l e b t  s e i n.  Nichts weiter. Kein Zweck, keine Zielsetzung. Keine Spekulation und Meditation. Nur eine Aufgabe: Leben! Leben bewahren! Leben fortsetzen! Das ist das ganze Geheimnis“ („der Frage nach dem Sinn des Lebens, dem sich die Menschen seit Jahrtausenden“ widmen, A.S.).

Wer lebt, möchte gut leben. Doch gut und Güte wird und wurde bereits im letzten Jahrhundert verhindert, in dem ich aufgewachsen bin. Denn ich hörte andauernd von den scheiß Erwachsenen: „Dich hat man vergessen, zu vergasen“. Die automobilitärische – patriarchal-kapitalistische Gewaltmaschine muss gestoppt werden!!!

Ich denke, dass wir für das Leben unserer (Enkel-)Kinder „auf die Barrikaden“ gehen sollten! Wir brauchen eine völlig neue Verkehrs- und Umweltpolitik und damit auch Gesellschaftspolitik, die dazu beiträgt, dass unsere (Enkel-)Kinder nicht mehr krank gemacht werden und die Menschheit nicht mehr auf die Schlachtbank für die Profite der Rüstungsindustrie getrieben wird.

Wie wäre  es mit einem großen Krachflashmob vor dem Bundesverkehrsministerium?

Immerhin hat der VCD e.V. Bundesverband am 1. Februar einen Flashmob vor der CSU-Zentrale in Berlin gemacht. Hier dessen Presse-Erklärung dazu.

Was stoßen Panzer und Tornados bzw. das Kriegsmaterial „made in Germany“ aus? Vielleicht wäre es deshalb besser, vor das Bundesverteidigungsministerium oder vor das Bundeswirtschaftsministerium zu ziehen???

 

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Über alikase99

I'm struggling for a good future for y-our (your/our) children. Ich bemühe mich um eine gute Zukunft für unsere Kinder. Wir haben nur EINE Mutter Erde und sollten sie für die nächste Generation schützen. We all are sisters and brothers, children and parents. Wir sind alle Schwestern und Brüder, Kinder und Eltern. We have only ONE mother earth and shall protect her for the following generation.
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Eine Antwort zu Aus dem Bauch heraus

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