(updated) „Sonderbehandlung“ in TAZ und „Nafris“ in aller Munde?

Die TAZ beginnt das Neue Jahr mit Tabubruch – was den Sprachgebrauch bzw die Wortwahl betrifft -, einer Pauschalisierung und des Schreibens nach jeder Richtung in einem einzigen Kommentar. Darin heißt es:

„So problematisch die Sonderbehandlung für die nordafrikanischen Migranten war: In diesem Jahr gab es dazu wenige Alternativen. Ein Szenario wie in der Silvesternacht 2015 musste verhindert werden, denn der Staat darf es nicht hinnehmen, dass öffentliche Orte zu Angsträumen werden. Die Polizei wäre überfordert gewesen, jeden Einzelnen individuell im Blick zu behalten. Also hat sie auf psychologische Abschreckung gesetzt, indem sie vorsorglich kontrollierte.“

Zunächst einmal: Woher nimmt der Kommentator die Behauptung, dass es sich bei allen Aussortierten und Ausgegrenzten am Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht um „Nordafrikaner“ handelt? Es hat sich nämlich schon ein Mann mit türkischem Hintergrund auf Twitter zu Wort gemeldet, der in die „Nafri“-Schublade gesteckt wurde. Er ging relativ gelassen damit um. Dies vielleicht deshalb, weil die Schublade „Dönermörder“ (wo Morde, da auch Mörder…) noch ungemütlicher war?

Die „Sonderbehandlung“  ist ein Begriff aus der NS-Tonne. Und da gab es noch einen: „Endlösung“. Es ging und geht darin um geplanten Massenmord an Menschen, an menschlichen Individuen. Der immer noch in dieser patriarchalen, kapitalistischen Gesellschaft fortwirkt. Immerhin wurde Massenmordtechnologie von deutschen Ingenieuren und Firmen mit Unterstützung des BND, Kanzleramtes und deutschen Sicherheitsrates in die ganze Welt exportiert. Das ist ein Grund, warum Menschen flüchten müssen.

Und noch eine Frage, die mit Zunahme des Terrors zusammenhängt: Was machte die europäische Politik oder das deutsche Außenministerium, als Ben-Ali samt Frau mit dem gesamten Staatsvermögen Tunesiens nach Saudi-Arabien floh und von dort die Salafisten aufgerüstet wurden? Es gab nach der „Jasmin-Revolution“ keine Perspektive für die tunesischen Jugendlichen und sie wurden zur leichten Beute für die militanten Jihadisten inkl. ISIS.

Die Beschreibung der Vorkommnisse am Hauptbahnhof in Köln von Christoph Herwartz auf n-tv dagegen ist journalistisch gut, da beschreibend und kritisch reflektierend. Wieso aber schrieb er dann einen dermaßen schlechten Kommentar? Zuvilisiertes Geschwurbel? War er von Hysterisierung kontaminiert? Hirn ausgeschaltet? Oder hat er auch nur eine Kleinkrämerseele, die schnell zur Mördergrube werden kann?

Lest bitte das, was Daniel Schwerd dazu in einer „kleinen Anfrage“ dazu schrieb:

„Intern wurde der Begriff bei der Polizei für „Nordafrikanische Intensivtäter“ benutzt. Seinen Ursprung hat dieser Ausdruck allerdings in der Neonazi-Szene als abwertende Bezeichnung für Nordafrikaner allgemein. Mittlerweile wird der Begriff synonym in Bezug auf ‚Nordafrikaner‘ benutzt, auch wenn keinerlei Hinweise auf Intensivtäter vorliegen.“

Warum Köln? Köln ist das Zentrum des alten Christentums

 

 

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Über alikase99

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