Gesundheit und Wohnen

Hier (siehe weiter unten) sind einige wichtige Information des Berliner Flüchtlingsrates in Bezug auf Gesundheitsversorgung für Geflüchtete. Es geht hierbei auch um die Unzumutbarkeit von schwer Kranken, in den Notunterkünften zu verbleiben und dementsprechend darum, ihnen einen angemessenen (bezogen auf Krankheit und Therapie) Wohnraum zu beschaffen. Ich setze mich dafür ein, da:

  • in meiner Familie Gesundheit stets als das höchste Gut galt und bei allen Festen auf die „Gesundheit“ angestoßen wurde, bzw. die Neujahrsfeierlichkeiten mit „Auf ein gesundes neues Jahr“ eingeleitet wurden
  • die WHO Gesundheit folgendermaßen definiert: „Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“
  • ich gute Gesundheitsversorgung (auch präventiv in Form von gesunder Ernährung sowie gesunden Wohnungen und Arbeitsplätzen, die dem menschlichen Wohlbefinden dienen) grundsätzlich für alle Menschen anstrebe, es aber für wichtig halte, bei denen anzusetzen und es für sie einzufordern, die am meisten davon ausgeschlossen sind. Und dies sind z.Zt. vor allem die Geflüchteten sowie AlG2-Empfänger*innen, die durch die gesellschaftlichen Bedinungen unter den sie zu existieren gezwungen sind, krank gemacht werden.

Zu beachten gilt, dass Gesundheit Wohlbefinden impliziert. Die Definition von Gesundheit der WHO ist eng verknüpft mit dem Allgemeinen Menschenrechten.  Für Wohlbefinden / Gesundheit braucht es eine gute Wohnstätte, auf die jedes menschliche Individuum angewiesen ist.

Doch nun zur Empfehlung des Flüchtlingsrates und ich stellte während des Lesens des Textes fest, dass die bürokratischen Hürden in Deutschland in Bezug auf das Recht auf Gesundheit / Wohlbefinden so hoch sind, dass es den Anschein hat, dass viele Menschen weiterhin davon ausgeschlossen werden sollen, dass die Behörden weiterhin auf Abschreckung statt Partizipation setzen und wir eben deshalb von einer Nichtwillkommens-Unkultur sprechen müssen, die die Allgemeinen Menschenrechte verletzt.

Es kam die Frage auf, wie vorzugehen sei, wenn im Einzelfall aus gesundheitlichen Gründen die Unterbringung in einer Notunterkunft unzumutbar ist. Natürlich sollten Sie immer zuerst  die BetreuerInnen / SozialarbeiterInnen des Trägers vor Ort um entsprechende Unterstützung – hier bei der Verlegung in eine besser geeignete Unterkunft – bitten!

Unabhängig davon gilt Folgendes:

  1. Sehr wichtig ist eine adäquate fachärztliche medizinische Versorgung. Hilfreich ist ggf immer ein (ggf auch einfachärztliches, kurzes…) Attest, dass auf die Krankheit und die entsprechenden individuellen Bedarfe (Facharzt, zur Diagnostik nötige Untersuchungen, Medikamente, Hilfsmittel, konkretisierter Wohnbedarf für andere Unterkunft – ggf abgeschlossener Wohnraum, eigenes Zimmer, eigenes Bad, eigene Küche etc.) hinweist.
  2. Sollte (rechtswidrig!) noch immer kein Krankenschein vorliegen, diesen mit schriftlichem Antrag – hier ein Musterantrag:
    http://www.fluechtlingsinfo-berlin.de/fr/pdf/Antrag_auf_Sozialhilfe.pdf
    unter Hinweis auf die Erkrankung beim LAGeSo beantragen (Antrag abgeben, vorher Kopie des ausgefüllten Antrags machen).
    Den Antrag zusätzlich auch faxen, da beim LAGeSOseit über einem Jahr eine Kundenbedienung (rechtswidrig…!) leider auch für Leistungen bei Krankheit nicht sichergestellt ist. Kontaktdaten und Faxnummern LAGeSo siehe http://www.berlin.de/lageso/soziales/asyl/ und https://www.berlin.de/lageso/_assets/ueber-uns/publikationen/organigramm.pdf
  3. Mit demselben Antrag und beigefügter Kopie des Attest beim LAGeSo die sofortige Verlegung in eine andere Unterkunft – separates Appartement für die ganze Familie mit eigenem Koch- und Sanitärbereich – beantragen. Gegeben ist das zB in der Marienfelder Allee (IB-Wohnheim), im Eichborndamm (AWO-Heim für besonders Schutzbedürftige), Degnerstr (Prisod), Hellersdorf (PeWoBe), Müllerstr. (Paul Gerhard Stift). Hierfür muss auch konkret geschildert werden, weshalb genau die derzeitige Notunterkunft nicht zumutbar ist (zB Turnhalle, keine Trennwände, xxx Personen in einem Raum, keine Ruhe/Privatsphäre, zu wenige/unhygienische Sanitäranlagen, keine Möglichkeit zum Selbstkochen und Einhalten einer med. notwendigen Diät usw.) und auch nicht zu erwarten ist dass sich dort diesbezüglich etwas ändern wird.
  4. Mit demselben Antrag und unter Hinweis auf die Erkrankung auch einen „Mietübernahmeschein für die Wohnungsuche“ beantragen http://www.fluechtlingsinfo-berlin.de/fr/pdf/Antrag_auf_Sozialhilfe.pdf hier Muster zur Info wie so ein Mietübernahmeschein aussehen kann: http://www.fluechtlingsinfo-berlin.de/fr/pdf/Mietuebernahmeschein_Nov2014_anonym.pdf
  5. Schließlich bei der Wohnberatungsstelle des EJF für Asylsuchende unter Hinweis auf die Erkrankung (Attest!) als Wohnungssuchende registrien lassen: http://www.ejf.de/fluechtlingshilfe/alle-einrichtungen/fluechtlingsberatung.html.
  6. Sollte das LAGeSo sich (hier und in anderen Fällen…) weiter weigern Leistungen die keinen Aufschub erlauben zu erbringen, zB Krankenscheine auszustellen, oder auch „nur“ das den Flüchtlingen gesetzlich zustehenden Barbetrag nach dem AsylbLG (Taschengeld, für Erwachsene etwa 120 bis 140 Euro, für Kinder etwa 80 Euro/Monat) auszuzahlen, oder eine aus gesundheitlichen Gründen unabweisbare Verlegung vorzunehmen,  dann ggf. einen Eilantrag beim Sozialgericht machen (kein Anwalt nötig, auch Gerichtskosten gibt es beim Sozialgericht keine), zum Verfahren siehe hier http://www.fluechtlingsrat-berlin.de/print_neue_meldungen2.php?post_id=727 und hier: http://www.fluechtlingsinfo-berlin.de/fr/pdf/Antragstellung.pdf
  7. Eine Übersicht über die Asylsuchenden gesetzlich zustehenden Leistungen, u.a. das Taschengeld nach AsylbLG findet sich hier: http://www.fluechtlingsinfo-berlin.de/fr/asylblg/AsylbLG_kurz.pdf Das Taschengeld zum persönlichen Bedarf nach dem RBEG für die Bedarfe nach Abt. 7 – 12 EVS zB. an Verkehr und Nachrichtenübermittlung (soziale Kontakte!), Kultur und Bildung kommt zur Anwendung, wenn die Sozialbehörde die Bedarfe an Unterkunft, Verpflegung, Hygienebedarf und Kleidung bereits durch Sachleistungen sicherstellt. Andernfalls (Sammelunterkunft mit Kochmöglichkeit, Selbstversorgung) sind Regelsätze in Anlehnung an Hartz IV (gegenüber  Hartz IV um etwa 10 % gekürzte Beträge) auszuzahlen, siehe ebenfalls hier http://www.fluechtlingsinfo-berlin.de/fr/asylblg/AsylbLG_kurz.pdf
  8. Ggf. kann auch eine Email an die Leitung mit Schilderung der konkreten Umstände (Zustände in der Notunterkunft; Nachweise zu gesundheitlicher Situation und Wohnbedarf; ) und in cc an den Flüchtlingsrat hilfreich sein,

Kontakte LAGeSo sh Organigramm:
https://www.berlin.de/lageso/_assets/ueber-uns/publikationen/organigramm.pdf

Emailkontakte LAGeSo:
Sebastian.Dr.Muschter(at)lageso.berlin.de (Leitung LAGeSo)
Karin.Leiding(at)lageso.Berlin.de (Sekretariat Leitung)
Gudrun.Pioch(at)lageso.berlin.de (Referatsleitung ZAA/ZLA/Sozialdienst)
Hannelore.Thoelldte(at)lageso.Berlin.de (Sozialdienst)
Karla.Merkel(at)lageso.Berlin.de (ZAA)
Petra.Poeggel(at)lageso.Berlin.de (ZLA)

Emailkontakte SenSoz:
Mario.Czaja(at)sengs.berlin.de (Senator GesSoz)
Dirk.Gerstle(at)sengs.berlin.de (Staatsekretär Soziales)
Martina.Schnellrath(at)sengs.berlin.de (AbtL Soziales)

und immer gern in cc an den Flüchtlingsrat:
buero(at)fluechtlingsrat-berlin.de

Wichtig sind immer ein aussagekräftiger Betreff (zB „Bitte um Verlegung schwerkranker Frau mit 3 Kindern aus NUK SOundSo in Unterkunft mit eig. Küche und Bad“) und eine präzise Schildeurng des Sachverhaltes!

Mehr Informationen auf der Seite des Berliner Flüchtlingsrates: http://www.fluechtlingsrat-berlin.de/

 

Advertisements

Über alikase99

I'm struggling for a good future for y-our (your/our) children. Ich bemühe mich um eine gute Zukunft für unsere Kinder. We all are sisters and brothers, children and parents. Wir sind alle Schwestern und Brüder, Kinder und Eltern.
Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft, Willkommenskultur abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Gesundheit und Wohnen

  1. Pingback: (update of:) Gesundheit und gesunde Lebensverhältnisse für alle! | foodandpeace

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s