(updated) Lasst uns für eine soziale Stadt kämpfen!

Berlin LaGeSo 29/11/2015 (c) Oliver Feldhaus

Berlin, Protest vor dem LaGeSo 29/11/2015
(c) Oliver Feldhaus

Hallo Frau Stumphusen und Gewerkschaftsmitglieder, Arbeitende in Berlin!

Es ist höchste Zeit, dass wir handeln! Die unverantwortliche Politik Mario Czajas, der als Senator verantwortlich für Gesundheit und Soziales (Landesamt für für Gesundheit und Soziales) , wie z.B. dem Flughafen Tempelhof ( siehe aktuell: PM Fluechtlingsrat Tempelhof unverantwortlich)  wurde schon seit längerer Zeit insbesondere von „Moabit hilft“ – aber auch von den Medien – thematisiert und angeprangert! Doch nichts hat sich geändert!

Der RBB hat heute, am 3.12., noch einmal eindringlich auf die  die mangelnde Gesundheitsversorgung_ hingewiesen.

Deshalb müssen wir Druck auf den Senat machen. Dies geht nur durch Aktionen, Interventionen, zivilen Ungehorsam und vielleicht auch einen breiten Streik der Arbeitenden, die in verdi organisiert sind ! Ich denke kaum, dass der Verkauf von Weihnachtsgeschenken, wie u.a. Kriegsspielzeug wichtiger ist, als Menschen in Not zu helfen. Deshalb können wir auch subversiv agieren, z.B. indem wir die Beschäftigten in der Verkaufsbranche dazu auffordern, sich krank schreiben zu lassen, um dann Zeit für Protestaktivitäten sowie für die Unterstützung von geflüchteten Menschen zu haben…

Frau Stumpenhusen, laden Sie die Gewerkschaftsmitglieder – zusammen mit dem „Hilfe-Netzwerk“, seriösen Wohlfahrtsverbänden und natürlich auch dem Berliner Flüchtlingsrat sowie weiteren Menschenrechtsgruppen – unverzüglich zu einer außerordentlichen Versammlung in’s Verdi-Haus, damit wir das gemeinsam besprechen können.

Ich bitte alle, die dies lesen, sich dafür stark zu machen, dies zu verbreiten sowie selbst bei verdi anzurufen.

Außerdem möchte ich auf die Aktionstage „Ja zu Solidarität!“ aufmerksam machen:

30.11. – 03.12. Tägliche Kundgebung von 12-14 Uhr** **Marschallbrücke/Willhelmstraße (U Friedrichstraße) ** **04.12. Demonstration 13:30 Oranienplatz, an der ich mit:  Gegen Drangsalierung von Menschen! Für eine humane und soziale Gesellschaft! teilnehmen werde.

Augenline_l

Hier der Bericht einer Helfer*in:

Bürger der Welt, schaut auf diese Stadt!

Why is humanity destroyed?

30.November 2015, Berlin, Moabit.

Über einhundert Menschen männlichen Geschlechts  müssen an der Wand des LaGeSo-Gebäudes sitzend unter einer langen Plastikplane warten, bei Dauerregen und beißender Kälte. Sie warten von 20 Uhr abends bis 8 Uhr morgens, nur um eine Nummer für die Erstregistrierung am Lageso zu bekommen!
Der Verpackungsabfall der privat gelieferten Lebensmittel sammelt sich zu ihren Füßen, weil sie ihren Platz nicht verlassen dürfen. Damit soll der Eindruck entstehen, dass sie den Vorplatz vor dem LaGeSo zumüllen. Die wenigen nächtlichen Helfer*innen, die sich um das Essen kümmern, können nicht auch noch den Abfall entsorgen. Und sie müssen das Essen zu den Wartenden hin tragen.

Das Frauenzelt ist beheizt und gerade nur zu einem Fünftel belegt. Frauen mit Kleinkindern sitzen die ganze Nacht dort auf Bierbänken. Sie erhalten nur entsorgte Sandwiches und Wasser in Tetrapaks von Privatleuten. Weil wir warmes Essen dabei haben, dürfen wir eintreten.

Es wäre leicht, einen Bereich für die wartenden Männer abzugrenzen oder ein neues Zelt aufzustellen. Schließlich behaupten Deutsche ja immer wieder darauf, wie „tüchtig“ sie sind. Aber der Berliner Senat will die Wartenden schikanieren und demütigen. Nicht nur das: Es geht um Abschreckung.

Der Gipfel der Schamlosigkeit: Ein gutes Dutzend Typen des eigentlich „abgelösten“ Wachdienstes Gegenbauer sitzen breitbeinig im Frauenzelt und erzählen sich Schenkelklopfer. Sollten die nicht herumlaufen und Gefahren abwehren, anstatt Mütter beim Stillen zu begaffen? Noch wenige Tage zuvor titelte die BZ, dass Gegenbauer abgelöst wird, weil dort bevorzugt faschistische Gewaltverbrecher arbeiten. Doch in Wahrheit wurden die Lagerwachen zu Haremswächtern befördert!

Sobald das LaGeSo geöffnet ist, müssen sie sich in eine Schlange einreihen. Die Polizei erlaubt niemandem, sich länger außerhalb von ihr aufzuhalten. Gepanzerte Beamte stürzen sofort auf einzelne Personen zu, die aus ihr ausscheren, um sich z.B. Essen zu besorgen. Sie schicken sie schroff zurück. Es sind Szenen wie aus „Schindlers Liste„.

Hier der BZ-Bericht über den SD vom LaGeSo

Schon am 29.10. hieß es, dass der Sicherheitsdienst „Spysec“ abgelöst werden soll

„Spysec“ gehörte als Subunternehmen mit zu Gegenbauer, wie mir jemand mitteilte, der das Unternehmen kennt. Gegenbauer Sicherheitsdienste GmbH hat die Telefonnummer: · 030 25374477222. Bitte dort anrufen und sich beschweren! Denn:

Seit 2007 ist die Unternehmensgruppe Gegenbauer offiziell Unterzeichner der Charta der Vielfalt und bekennt sich damit zu Anerkennung, Wertschätzung und der Einbeziehung von Vielfalt in die Unternehmenskultur. (wiki)

Wenn die bei Gegenbauer Beschäftigten schon keine Anerkennung und Wertschätzung von Menschen aufzeigen, die *nicht* bei „Gegenbauer“ arbeiten, wie schlimm muss dieses Unternehmen dann erst die eigenen Arbeiter*innen  behandeln? Oder wurde Herr Gegenbauer etwa vom Senat, ggf. sogar dem BMI im Rahmen der „Abschreckung“ angewiesen, die geflüchteten Menschen „hart anzupacken“ und haben die Nazis darin nur etwas „über die Strenge geschlagen“? Wenn ich solch ein Unternehmen führen würde, dann würde ich solch einen Job nicht machen, selbst wenn ich mir dabei ’ne goldene Nase verdienen würde. Aber ggf. nimmt sich der Security-Bereich von Gegenbauer das US-Unternehmen Blackwater, jetzt Academi zur Vorbild? Auch wenn jetzt der Security-Dienst von LaGeSo neu ausgeschrieben und „Gegenbauer“ draußen ist, wird sich an der Gesamtsituation nichts ändern. Und das ist eine Katastrophe, da diese Politik der AfD in die Hände spielt. Tatsächlich sprechen viele der Politiker wieder von „Tüchtigkeit“ und auch Mario Czaja benutzte in einem Interview mit der Berliner Abendschau vom 2.12. den Terminus „Ertüchtigung“, um sein neues Amt vorzustellen. Dieser ist jedoch ein Begriff aus dem Wehrsport und entstand etymologisch während der Zeit der Kreuzritter und hatte den Inhalt: „tauglich“, „erprobt“, „brauchbar“ und „wacker“.

Bitte auch hier Alarm schlagen:

Beauftragter des Senats von Berlin für Integration und Migration
Potsdamer Straße 65
10785 Berlin – Mitte
Telefon: (030) 9017-2351
Telefax: (030) 9017-2320

integrationsbeauftragter(at)intmig(dot)berlin(dot)de

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Über alikase99

I'm struggling for a good future for y-our (your/our) children. Ich bemühe mich um eine gute Zukunft für unsere Kinder. We all are sisters and brothers, children and parents. Wir sind alle Schwestern und Brüder, Kinder und Eltern.
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