R.I.P. Mohamed und Elias – Schützt die Trauernden!

Heute fand eine Mahnwache vor dem LaGeSo statt

Mahnwache vor dem LaGeSo

Hintergrund: Leider wurde der seit dem 1. Oktober vermisste kleine Mohamed tot aufgefunden.

Ich bin erschrocken und empört darüber, mit welcher Kaltblütigkeit der Täter das Chaos im LaGeSo ausgenutzt hat. Ich bin aber auch empört darüber, mit welchen Unterstellungen die Polizei auf die Vermisstenanzeige der Mutter reagierte (siehe unten) und wie lange sie – unwohl deshalb ? – gebraucht hat, um den Fall aufzuklären. Der Journalist Fabian Köhler twitterte sarkastisch:

„Nach + suchten am 1. Abend 100e Polizisten, Hubschrauber + Hunde. Bei braucht Polizei 3Wo für 700m bis zur Videokamera“

Doch selbst, wenn der Videofilm, der zur Ergreifung des Täters geführt hat, früher gefunden und freigegeben worden wäre, wäre Mohamed nicht mehr lebend gefunden worden, da der Täter ihn lt. seiner Aussage bereits am nächsten morgen, also den 2. Oktober ermordet hatte.

Lasst uns diese schrecklich Tat nicht instrumentalisieren, sondern der Familie beistehen! Ich habe nicht vergessen, was in Sebnitz geschah und wie der tote kleine Joseph instrumentalisiert wurde und eine Schlammschlacht daraus entstand, die sich dann später gegen die Familie Kantelberg-Abdullah richtete. Weil die emotionale Pest gegenwärtig noch schlimmer in Deutschland grassiert als im Jahr 2000, halte ich es für wichtig, der Familie des ermordeten Mohamed, den wirklich Trauernden, beizustehen.  Ich hörte – schon während ich die Nachricht in den Medien las – bereits die Stimmen der „Pedigisten“ im Hintergrund, die gegen Roma hetzen und darauf pochen, dass Bosnien-Herzegowina doch „ein sicheres Herkunftsland“ sei und ggf. anmerken, dass – wäre die Familie abgeschoben worden – Mohamed vielleicht noch leben würde. Oder die fragend posten: „Was hatte die seit einem Jahr in Berlin lebende Familie aus Bosnien-Herzegowina denn dort, vor dem LaGeSo überhaupt noch zu suchen?“ Hatten sie nicht bereits unterstellt, dass die Entführung nur vorgetäuscht worden sei, um der Abschiebung zu entgehen? Ich bin nur froh darüber, dass der Mörder gefasst wurde und geständig ist, denn sonst würden sie gar noch behaupten, dass „die eigene Sippe“ das Kind ermordet hätte. Sie werden diese Tat und den toten Jungen grausam instrumentalisieren, denn sie kennen keine Empathie und respektieren das Leben eines menschlichen Individuums nicht.

Insofern – und auch deshalb, weil sie unter der angedrohten Abschiebung leidet – dürfte der tauernden Familie des kleinen Mohamed noch viel Leid bevorstehen.

Solche Meldungen werden fast täglich getwittert

Solche Meldungen werden fast täglich getwittert

Verantwortlich für dieses Leid sind wir alle. Dies, weil wir ein System füttern, in dem Menschen zu Menschenmaterial gemacht werden und welches dazu geführt hat, dass wir an Bildern mit Kinderleichen in Kriegsgebieten oder in Mittelmeer vorbei sehen.  Oder wir gucken kurz hin, wenn mal eine Kinderleiche ans Ufer gespült wird, wenden uns aber dann wieder den kapitalistischen Sachzwängen zu, die dafür verantworlich sind.  Ja, es sind diese Sachzwänge des Kapitals, die der Ware-Geld-Beziehung. Und eben diese Beziehung ist in der bürgerlichen Gesellschaft wichtiger, als das menschliche Beziehungsgeflecht. Letzteres ist eben Kapitalinteressen unterworfen und immer mehr Menschen werden dazu verpflichtet, nur noch als Kanonen- oder Drohnenfutter zu taugen. Auch in der Ukraine leiden insbesondere die Kinder.

Selbst Kindesmörder, Pädosadisten werden durch diese Gesellschaft herangezüchtet, denn niemand wird als Kindermörder geboren. Auch nicht die Eltern des kleinen Dennis aus Cottbus, der elendig verhungerte und dessen Leiche in einer Tiefkühltruhe entsorgt wurde. Überhaupt finden die meisten Kindestötungen in Deuschland im Familienumfeld statt, u.a. durch Schütteltrauma. Auch die Journalistin Caroline Fetscher weist in ihrem Artikel „Der ‚böse Fremde‘ lenkt von täglicher Gewalt gegen Kinder ab“ darauf hin.

Woran liegt das? Weil die Produktion von Waffen von der globalen politischen Ökonomie bürgerlichen mehr gesponsert wird, als die Produktion menschlichen Lebens, insbesondere die frühkindliche Erziehung im Elternhaus und in Kitas.

Lasst uns die Trauer in Empörung zur Aufhebung dieses unmenschliche Systems verwandeln, damit unsere Kinder eine Zukunft haben!

Voll und ganz kann ich die Forderungen von Wiebke C. Oschmannn, Mitarbeiterin im Helfer*innen-Netzwerk unterstützen:

Am 01. Oktober wurde der vierjährige Mohamed bei der Berliner Polizei als vermisst gemeldet. Er verschwand vom Gelände des Landesamtes für Gesundheit und Soziales in der Turmstraße 21. Anfängliche Ermittlungen richteten sich gegen Mohameds Mutter und freiwillige Helferinnen und Helfer. Es wurde unterstellt, dass Mohamed versteckt wird, um eine Abschiebung zu verhindern. Seit heute Mittag wissen wir, das Mohamed nicht mehr lebt.
Eine Mutter hat ihr Kind verloren und es ist unsere verdammte Pflicht, die Hinterbliebenen adäquat zu versorgen. Mohameds Mutter und seine beiden Geschwister sind noch immer in der Gemeinschaftsunterkunft „Bonhoeffer Nervenklinik untergebracht.
Ich fordere die Verantwortlichen auf:
* Stellen Sie der Familie eine angemessene Wohnung zur Verfügung, damit sie die Ruhe findet, die in einer solchen Situation angebracht ist.
* Stellen Sie der Familie eine psychotheratpeutische Beratung zur Verfügung, wenn die Familie dieses wünscht
* Entschuldigen Sie sich bei der Familie für die haltlosen Unterstellungen“

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Über alikase99

I'm struggling for a good future for y-our (your/our) children. Ich bemühe mich um eine gute Zukunft für unsere Kinder. We all are sisters and brothers, children and parents. Wir sind alle Schwestern und Brüder, Kinder und Eltern.
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