(updated) Solidaritätsbrief an die streikenden Charité-Arbeiter*innen

Liebe Charité-Mitarbeiter*innen,

ich begrüße Euren Streik, denn das sogenannte „Gesundheitswesen“ wurde durch PPP immer mehr zum Krankheitswesen, d.h. Gesundheit mehr und mehr den Verwertungsbedingungen des Neoliberalismus unterworfen. Das Profitmaximierungsbestreben schadet jedoch nicht nur den in der „weißen Fabrik“ Arbeitenden, da sie immer stärker ausgebeutet werden (d.h. mehr Leistung bei fallenden Reallöhnen bringen müssen), sondern auch den Patient*innen. Dies basiert schon auf der bekannten Faktum, dass arme und hart arbeitende Menschen eher sterben als reiche, weil letztere gesünder leben können. Also nicht nur deshalb, weil die sich eine Privatversicherung leisten können. Daraus lässt sich folgern: Kapitalismus tötet!

Diese Behauptung trifft umso mehr zu, wenn wir uns vergegenwärtigen, wie viel staatliche Subventionen die Geheimdienste bekommen, die davon sogar Waffen kaufen, wie durch die Aufarbeitung des Terrorismus in Deutschland belegt, denn auch die Militanten der 68er Studentenbewegung inkl. RAF bekamen Bomben und Waffen vom Verfassungsschutz zugespielt. Auch die Fakten der NSU-Komplexes legen dies nahe.

Je schärfer die kapitalistische Krise wird, umso mehr werden die „Blut- und Kettenhunde“ des Kapitals gefüttert und „von der Leine gelassen“. Wie wir aus der Geschichte wissen und aus Klassenkämpfen in anderen Ländern kennen, werden sie auch auf streikende Arbeiter*innen gehetzt,um soziale Streiks sowie deren Ausweitung zu verhindern und letztendlich die Gewerkschaften zu zerschlagen.

Um das zu verhindern, muss der Streik auf alle Kliniken und den gesamten öffentlichen Dienst ausgeweitet werden und von einer solidarischen Patientenfront unterstützt werden. Letztendlich muss der Streik zum politischen Streik werden, damit die Mordbrenner des Staates im Staate (die Geheimdienste) unschädlich gemacht werden können.

Ziel muss die Etablierung eines Gesundheitssystems sein, wie es von der WHO hier definiert wird:

„Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen. „Health is a state of complete physical, mental and social well-being and not merely the absence of disease or infirmity.“

Noch leben wir in einem System, in dem jede*r, die so tut, als wäre sie gesund, als Simulant*in definiert werden muss. D.h. es hat noch nie ein wirklich-wirkliches Weltgesundheitssystem existiert. Was übrigens auch die Ebola-Epedemie im letzten Jahr aufgezeigt hat: Es existieren Biowaffen mit dem Ebola-Virus, aber erst im letzten Jahr wurde an Impfstoffen und Therapeutikas geforscht. Dies auch nur deshalb, weil Ebola zu einer globalen Epedemie zu werden drohte. Das darf nicht so bleiben!

Gesundheit darf nicht nur ein ideeller Wert sein bzw. etwas, das mensch anstrebt (wie z.B. auch auch Frieden) sondern muss Realität werden.

Ich stehe an Eurer Seite, denn ich habe viel im Gesundheitssystem gearbeitet, bin aber auch als Ungesunde Patientin und weiss deshalb; Ihr kämpft auch mit für mich. In meiner Familie war Gesundheit das wichtigste im Leben. Der Trinkspruch: „Auf die Gesundheit“ begleitete mich von Kindheit an.

Einer unserer Streiks und Kämpfe gegen Bettenabbau und Privatisierung (kurz nach der „Wende“) wurde leider von der ÖTV durch das Argument, dass dies negativ für die „Krankenkassen“ sei, sabotiert.  Jetzt sollten wir alle zusammen stehen. Es darf nicht sein, dass Menschen in den Krankenhäusern sterben oder nicht adäquat behandelt werden, nur weil zu wenig Personal vorhanden ist.

Mir sitzt auch der gescheiterte Kampf der Arbeitenden des Bosch-Siemens-Hausgerätewerkes immer noch in den Knochen. Dieser wurde von der Gewerkschaftsspitze der IG-Metall sabotiert, just als er dabei war, sich auf andere Betriebe auszudehnen und ganz viele Arbeitende vor der Siemens-Zentrale in München zu demonstrieren. Die Busse dorthin waren schon bestellt….und dann bekamen es den Oberapparatschiks im Dienst des deutschen Staates mit der Angst zu tun und erpressten den Betriebsrat. Leider hat er sich erpressen lassen. Viele von den Arbeitenden sind jetzt auf AlG2 und krepieren mehr als dass sie leben. Und auch der ver.di-Spitze dürfen wir nicht trauen. Guckt nur mal, was im KITA-Streik erreicht wurde und mit welchen Brosamen die Erzieher*innen und Sozialarbeiter*innen abgespeist werden sollen! Ich hoffe, sie lassen sich nicht weichklopfen! Ich habe auch als Erzieherin gearbeitet, da ich Sozialpädagogik studiert habe und weiss deshalb, was für ein wichtiger Job das ist. Auch in den Kindertagesstätten und Schulen würde mehr Personal gebraucht, um Kinder individuell mehr fördern zu können. UND: Durch Kostenexplosion (vor allem durch ständig steigenden Mieten, steigenden Strompreise, steigende Preise für die Bäderbetriebe sowie auch die für gesunde Ernährung und gute Medizin etc.) sind unsere Reallöhne erheblich gesunken.

Insofern: Lasst uns Druck auf die ver.di-Apparatschiks machen, damit wir – gemeinsam mit vielen weiteren Arbeitenden im Gesundheitswesen und öffentlichen Dienst auf die Straße gehen und unsere Wut gegen die Arroganz des neoliberalen Herrschaftsapparates deutlich kund tun können!

Übrigens wird am Donnerstag im Bundestag – ohne Euch und uns zu befragen – über Euch / uns geredet:

Tagesordnungspunkt 5

a) Erste Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU und SPD
eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Reform der Strukturen der Krankenhausversorgung (Krankenhausstrukturgesetz – KHSG)
Drucksache 18/…
b) Beratung des Antrags der Fraktion DIE LINKE.
Versorgungsqualität und Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern verbessern – Bedarfsgerechte Personalbemessung gesetzlich regeln
Drucksache 18/…
c) Beratung des Antrags der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Krankenhäuser stärken – Notwendige Reformen unverzüglich in Angriff nehmen
Drucksache 18/…
(TOP 5, 01:05 Stunden)

Vorentscheidungen werden im Ausschuss – ohne Öffentlichkeit – getroffen: https://www.bundestag.de/blob/380398/042eeca537f7e0133dc3d9fb5de7488c/047_sitzung-01072015_endg-data.pdf

Guckt Euch mal die Politiker&Politikerinnen an und recherchiert, wer von denen medizinisch vorgebildet ist. Dies hier ist der Vorsitzende Dr. Edgar Franke, der darüber hinaus auch wahrscheinlich ein sehr gewichtiges ver.di-Mitglied ist.  Ich denke mal, der spricht öfter mit Frank Bsirske, dessen Mutter immerhin Krankenschwester war, als „unsereins“, oder? In einem Interview sagt er: „Ich komme gerne mit Bürgerinnen und Bürgern zusammen.“ Glaube ich ihm nicht, denn dann wäre die Sitzung für besorgte Bürger*innen, insbesondere für Arbeitende im Gesundheitswesen doch offen, nicht wahr?

Da er lt. seiner eigenen Aussage „fast Facebookjunkie“ ist, sollten wir ihn das mal in Facebook fragen.

Aber besonders befragen sollten wir den „Bundesminister für Gesundheit“, Herrmann Gröhe, da dieser meines Erachtens nach gar nicht „gesund“ aussieht und sich noch nie wirklich-wirklikch mit Medizin und Ethik (Medizinethik) beschäftigt hat, d.h. er hat nicht Medizin studiert, sondern…..RRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRRechtsStaatskunde.

 

 

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Über alikase99

I'm struggling for a good future for y-our (your/our) children. Ich bemühe mich um eine gute Zukunft für unsere Kinder. We all are sisters and brothers, children and parents. Wir sind alle Schwestern und Brüder, Kinder und Eltern.
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