Konfrontativer, radikaler Humanismus in Berlin

Ein merkwürdiges, neues Projekt des „Zentrum für politische Schönheit„, das radikalhumanistisch den Massenmord an der Schengen-Außengrenze des Mittelmeeres anprangert, begann diese Woche in Berlin und rüttelt auf. Denn es ist auch eine Konfrontation mit Leben und Tod.

Hier eine Kurzdarstellung mit Video über den Hintergrund:

https://urbanshit.de/die-toten-kommen

Ich beziehe mich hier zunächst mal auf den letzten Satz des Aufrufes, der hoffen lässt: „Und die Aktion könnte die bürokratische Grausamkeit eines psychopathischen Bundesinnenministers stoppen.“

Bei einem Vater, wie Ulrich de Maizière  würde jedes Kind – wenn es nicht beizeiten (je eher desto gut) aus der patriarchal-grausamen Familientradition geflüchtet wäre – eine emotional schwer gestörte Persönlichkeit werden. Der Mann, der lieber komponiert hätte statt Vernichtungsrädchen einer Militärmaschinerie zu werden, wurde durch Pflichtbewusstsein gegenüber dem deutschen Staat, lt. „DIE WELT“ vom 06.03.11 ein „Komponenten-Nationalist“, der Hitler noch kurz vor der Endniederlage am 23. März 1945 mit folgenden Worten zum weiteren Durchhalten für den Endsieg riet: „Für den Apparat, der jetzt da ist, geht es also, auch wenn die Gebäude über der Erde zerstört sind.“

Der Autor des Artikels „Die Familie de Maizière, eine deutsche Dynastie“ im Dienst am deutschen Staat, namens Uwe Müller, stellt dem Militaristen, der mit dafür sorgte, dass innerhalb des „Volkssturmes“ weiter Menschen abgeschlachtet wurden, noch im November 2011 einen „Persilschein“ aus, um die Karriere dessen Stammbaumsprösslings nicht zu gefährden. Dieser trat und tritt voll in die Fußstapfen seines Erzeugers, den er jedoch als einen eher „ungemütlichen“ Mann bezeichnet. Zumindest im Vergleich mit seinem Onkel. Das kann ich zweifellos nachvollziehen, wenn ich auch den Terminus „Gemütlichkeit“ nicht sonderlich schätze. Er will sogar die Pflicht mit Freude schmücken, damit seine Herz keine Mördergrube wird, sondern ein Freudenhaus bleibt, wie in einem Interview mit der Berliner Zeitung deutlich wird. Und dann weiss mensch auch, warum er sich nicht „hinten anstellen“ will. Das sollen gefälligst andere tun. Er will ganz vorn und an oberster Spitze stehen:

Herr de Maizière, was versteht ein Verteidigungsminister als Pflicht?

de Maizière: Ich kann diese Etikettierung schon nicht mehr hören. Da schwingt ja oft so etwas Triefendes, Humorloses mit. Ich finde, wir sollten uns nicht schämen, dass wir Pflichten haben. Pflichten dürfen auch Freude machen. Manchmal muss man sich allerdings auch zusammenreißen oder hinten anstellen.

Der Psychoanalytiker Arno Gruen beschreibt im Kapitel „Über Pflichtbewusstsein“im Buch „Der Wahnsinn der Normalität“, dass Menschen, die einer abtrakten Tradition aus Pflichtgefühl folgen und sich dieser unterwerfen, ihr Mitgefühl verlieren und abstumpfen. Dies geht einher mit Selbsthass und Selbstverachtung, die den destruktiven Charakter hervor bringt. Wilhelm Reich hat diesen als „emotionale Pest“ bezeichnet.

Diese grauenhaften Bürokraten, egal ob Schreibtischtäter oder an vorderster Front aktiv, sind kranke, aber gefährliche Personen, die in Deutschland als „tüchtig“ gelten.

Ich möchte mich beim „Zentrum für politische Schönheit“ für das sprachliche Kunstwerk Ihres Aufrufes bedanken.
„Nichts ist seither geschehen. Stattdessen sind die Friedhöfe an den Außengrenzen gut gefüllt.“ Dieser Sarkasmus geht blitzartig unter die Haut und brennt und verhindert, dass ich ebenfalls durch Verleugnung oder Verantwortungslosigkeit abstumpfe und zu einem Apparatschik werde.

Ganz besonders möchte ich mich für das Projekt „Kindertransporthilfe des Bundes“ bedanken. Denn dies zeigt auf, wie die verantwortungslose Menschenschlepperei ohne Militärintervention aufgehoben werden kann: mit menschlicher Güte und sicherer Reise.

Und zum Schluss noch ein kleiner Hinweis für Journalisten*innen oder die, die sich dafür halten, weil ich leider in der deutschen Presse oft etwas von der „zynischen“ Aktion der „polical beauty“ lesen musste:
Der Unterschied zwischen Zynismus und Sarkasmus

Ich bin nämlich konservativ und halte an zentralen Normen und Moralvorstellungen fest.

Die heißen: „Menschliches Leben ist heilig/unantastbar“, „Hilf Menschen in Not“ – basierend -auf der Tradition der Sozialethik. „Unterlassene Hilfeleistung“ gilt auch in Deutschland als strafbar, aber scheinbar nur gegenüber den Post-Ariern, den „Kartoffeldeutschen“, die sich immer noch als Herrenmenschen fühlen und in „wertes“ und „unwertes“, nützliches und unnützes Leben selektieren. Dies, um die Raubmordpolitik sowie auch die „Vernichtung durch Arbeit“ (insbesondere durch  Zwangsprostitution) fortzusetzen.

Ich halte nicht viel von Psychiatern, da diese zumeist keine Gutachten, sondern eher Verachtungsdiagnosen erstellen bzw. Schlechtachten herstellen. Insofern wäre es sinnvoll, wenn sich ein Team von Psychoanalytikern dem Innenministerium und seinem Boss widmet. Vor dem Eingang könnten auch Lesungen aus Arno Gruens Büchern stattfinden und die Moabiter Nachbarschaft dazu eingeladen werden.

Advertisements

Über alikase99

I'm struggling for a good future for y-our (your/our) children. Ich bemühe mich um eine gute Zukunft für unsere Kinder. We all are sisters and brothers, children and parents. Wir sind alle Schwestern und Brüder, Kinder und Eltern.
Dieser Beitrag wurde unter Gesellschaft, racism abgelegt und mit , , , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s