Solidarität zwischen Non Citizens und Erwerbslosen/Wohnungslosen

Es gibt nun für eine Woche ein Haus und ein Dach, worin und worunter sich Non Citizens, Mitarbeiter*innen eines Gesundheits- und Kulturprojektes der evangelischen Kirche sowie Besucher*innen dieses Zentrums sich treffen und gemeinsam die Räume nutzen. Das Miteinander der Menschen gibt zudem dem Haus in Kreuzberg einen völlig neuen Charakter. Die Mitarbeiter*innen dort, ehrenamtliche und fest angestellte solidarisieren sich nicht nur mit dem Geflüchteten und ihrer Forderung auf Asyl, sondern freuen sich zudem auf die neue Aufgabe. Darunter sind Frauen und Männer, die eine „rauhe Schale“, aber weichen und herzlichen Kern haben und die gucken, dass es allen gut geht, aber auch die Regeln des Hauses eingehalten werden. Dass dies alles so komplikationsfrei  gestaltet, liegt vor allem am umsichtigen Werk des Sozialarbeiters des Hauses, der gestern gleich das Team auf die neue Situation vorbereitete und Verknüpfungen sowie gleiche Interessen zwischen Asylsuchenden und Wohnungslosen herstellte bzw. heraus fand.

Es hat keinen, von einigen in der Kirchengemeinde  befürchteten „Clash of Cultures“ gegeben, sondern die freundliche Akzeptanz überwog. Die Non Citizens genießen es nun, wieder Essen und Trinken zu können und sind zumeist fröhlich und optimistisch, auch wenn sie immer noch sehr erschöpft sind und ihre Zukunft ungewiss ist. Dies liegt vor allem daran, dass sie sich gut miteinander verstehen und wie eine große Familie – geschwisterlich – zusammen wirken.

Und dies ist die Solidaritätserklärung des Hauses:

Gitschiner 15 erklärt sich solidarisch mit Flüchtlingen und Asylbewerbern

Berlin, den 21.10.2013

Seit Samstagabend stellt die Gitschiner 15 den mehr als 20 Flüchtlingen vom Brandenburger Tor ihre Räumlichkeien zur Verfügung und erklärt sich solidarisch mit deren Forderungen nach einer offeneren Asylpolitik.

Die hungerstreikenden Flüchtlinge, die zudem seit fünf Tagen kein Wasser mehr getrunken hatten, wurden in einem völlig erschöpften Zustand in unserer Einrichtung aufgenommen und versorgt, nachdem ihnen eine Prüfung ihrer Asylanträge zugesagt wurde.

Als Zentrum für Gesundheit und Kultur gegen Ausgrenzung und Armut ist es für die Gitschiner 15 eine Selbstverständlichkeit, den Flüchtlingen jegliche Hilfe im Rahmen unserer Möglichkeiten anzubieten.

Natürlich sind wir bemüht, das reguläre Angebot unserer Einrichtung, das sich hauptsächlich an Obdachlose, finanziell schlechter gestellte, oder andersweitig ausgegrenzte Menschen richtet, parallel aufrecht zu erhalten.

Gemeinsam mit den Flüchtlingen fordern wir:

  • Beschleunigte Bearbeitung von Asylanträgen
  • Abschaffung der Aufenthalts- bzw. Residenzpflicht für Asylbewerber und ALG II-Empfänger
  • Erleichterter Arbeitsmarktzugang

Ein Projekt der Obdachlosenarbeit der Ev. Kirchengemeinde Heilig Kreuz-Passion.

Die Mitarbeiter der Gitschiner 15

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Über alikase99

I'm struggling for a good future for y-our (your/our) children. Ich bemühe mich um eine gute Zukunft für unsere Kinder. We all are sisters and brothers, children and parents. Wir sind alle Schwestern und Brüder, Kinder und Eltern.
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