Antikriegstag 2013 in Berlin

Am 1. September 2007 wurde der Sprengelpark als Erholungs- Sport- und Kinderspielplatz mit einem Fest eingeweiht. Die Geschichte dieses Platzes hier kurz (in voller Länge weiter unten):

Es stand dort eine Flugzeugfabrik, in der u.a. solche Flugzeuge gebaut wurden:

Rohrbach_Rodra

Das Flugzeugwerk Rohrbach; Foto aus wikimedia

Der Standort dieser Flugzeugfabrik wurde später ein Headquater für die Luftrüstung und den Luftkrieg im 2. Weltkrieg. Deshalb ist es gut, dass daraus ein Kinderspielpark wurde.

Alle Rüstungsstandorte müssen zu Kinderspielplätzen werden !

Panzer zu Waffeleisen !

Deshalb sollten wir uns am Sonntag, den 1. September (Antikriegstag!) um 10 Uhr  zu einem gemeinsamen Frühstück (hinten am Tisch) im Sprengelpark treffen, um dies zu würdigen. Ich bringe dazu Waffeln mit. Gern würde ich außerdem Plakate gegen Krieg und Rüstungsproduktion sowie -exporte dort anbringen. Man muss nur eine Wäscheleine spannen und kann die Plakate dann mit Wäscheklammern aufhängen. Natürlich könnt Ihr auch gern zu hause ein Bild malen, ein Gedicht gegen Krieg schreiben oder bereits eine fertig beschriftete Pappe mitbringen. Bitte bringt – außer Sachen zum Frühstück und gutes Wetter – auch noch Tafelkreide mit. Ich werde einen Tag zuvor Pappen mit Tafelfarbe bemalen. Anschließend – nach dem Frühstück – können wir gemeinsam zur Antikriegsdemonstration am Brandenburger Tor/Pariser Platz zu fahren. Sie beginnt um 12 Uhr. Mehr dazu hier.

Und nun der Artikel über die Flugzeug- und spätere Flugwaffenfabrik in der Sprengel- und Kiautschoustraße aus dem Heft: „Vom High-Tech-Standort zum Sprengelpark“ von Judith Hahn:

Die Produktion des Flugbootes „Romar“

Eine Erweiterung der Werkshalle wurde 1927 notwendig, nachdem Rohrbach von der Lufthansa einen neuen Auftrag erhalten hatte. Er sollte drei Flugboote entwickeln, die zwölf Passagiere und eine vierköpfige Besatzung über eine Entfernung von 4.000 Kilometer transportieren konnte. Mit diesem Auftrag erlebte die Rohrbach-Metallflugzeugfabrik noch einmal einen Aufschwung. Im selben Jahr, am 14. Oktober 1927 wurde die Geschäftsstelle der Firma in die Kiautschoustr. 9-12 verlegt.
Rohrbach konstruierte den „Romar“, ein Flugboot, dessen Tragflächen eine Spannweite von 37 Metern besaßen und einen Rumpf mit einer Länge von 22 Metern. Der Romar wurde das seinerzeite größte Flugboot der Welt.
Um dieses Fluggerät herzustellen, waren in der Fabrik un der Sprengel- und Kiautschoustr. bis zu 600 Menschen beschäftigt. Nach der Fertigstellung des ersten Prototyps stellten sich in der Werkshalle 100 Arbeiter auf die Tragflächen, um die Belastbarkeit des Romar zu demonstrieren und um für eine Fotografie zu posieren. Bis sich das Flugboot jedoch erstmals in die Luft erheben konnte, stand noch eine lange Reise bevor. Zunächst mussten die Arbeiter den Romar wieder in seine Einzelteile zerlegen. Nur so konnten Tragflächen und Rumpf, Schwimmer und Motoren durch die engen Straßen von der Sprengelstraße zum Nordhafen transportiert werden. Von dort aus geplanten die Flugzeugteile per Schiff nach Travemünde, wo sich eine Erprobungsstelle befand. Wieder zusammengesetzt, startete der erste Romar am 7. August 1928 zu seinem Jungfernflug.

Bei den ersten Flugversuchen stellte sich die Konstruktion als leistungsfähig und sicher heraus, selbst in schwerer See kenterte der Romar nicht. Zum Linieneinsatz gelangte er dennoch nie. Zwei Maschinen gingen 1929 zu Bruch, als sie bei Testflügen ihre Tauglichkeit für lange Strecken unter Beweis stellen sollten. Die Lufthansa hatte ihren Einsatz der der Luftpost- und Frachtbeförderung geplant. Der Romar sollte von Deutschland über Irland oder Island und Neufundland nach Nordamerika, auf einer anderen Linie über die Azoren und die Bermudas in die Karibik, oder über Lissabon und die Kapverden nach Südamerika fliegen.
Die beiden beschädigten Maschinen wurden im Januar 1930 nach Berlin zurück gebracht. Zwar galten sie als reparabel, der entsprechende Auftrag wurde aber nicht mehr erteilt. Dies hatte nicht zuletzt seine Ursache darin, dass die Lufthansa ihre Auftragspolitik seit 1929 veränderte und ihre Luftflotte bedeutend verkleinerte. Was mit den Flugbooten in Berlin weiterhin geschah, ist unbekannt. Die dritte Maschine und auch ein verbesserter, 1931 nach Frankreich gelieferter Romar II wurde verschrottet. Die erneut verbesserten Modelle Romar III und Romar IV entstanden nur noch auf dem Papier.
Rohrbach erhielt keine neuen Aufträge, sodass seine Firma schon bald vor dem Konkurs stand. Im Winter 1934/35 erwog er nach Japan überzusiedeln und für die japanische Marine Sturzbomber zu bauen. Diesen Plan verwarf er jedoch. Inzwischen wurde beim Bremer Weserflug der Umbau von „Ju 52“ Flugzeugen in Schwimmerflugzeuge geprüft. Diese Aufgabe interessierte Rohrbach, sodass er 1934 eine Anstellung als Chefkonstrukteur bei den Bremer Weser-Flugwerken annahm.

Das Werk „Rohrbach“ der Weser-Flugzeugbau-GmbH

Die Bremer Weser-Flugzeugbau-GmbH war erst im April 1934 gegründet worden. Diese beabsichtigte, neben dem Schiffsbau auch den Flugzeugbau aufzunehmen. In erster Linie war sie an der Produktion von Serien nach Lizenzen anderer Firmen interessiert. Nachdem Rohrbach 1934 Chefkonstrukteur bei der Firma Weser-Flugzeugbrau-GmbH geworden war, ging seine Fabrik als Werk „Rohrbach“ in der Weser-Flugzeugbau-GmbH auf. Die Anlagen im Wedding wurden zunächst weiterhin als Produktionsstandort genutzt. Daraus weisen Planungen hin, die nach der Übernahme einetzten. So war 1935 auf dem Hof des Betriebsgeländes der Bau einer neuen Werkhalle vorgesehen, in dereine Glüherei, eine Schmiede, eine Schweißerei, ein Galvanisierungsraum und eine Kadmiererei in der Eisenwerkstoffe zum Rostschutz mit Kadmium überzogen wurden, Platz fanden. Zusätzlich sollte die große Fabrikhalle mit zwei übereinander liegenden Arbeitsbühnen zur Montage von Flugzeugteilen ausgestaltet werden. In Vorbereitung auf den Zweiten Weltkrieg wurde bei den Planungen bereits an die Einrichtung eines Luftschutzkellers gedacht. Wie die meisten großen Flugzeugwerke des Deutschen Reiches war auch die Fabrik im Wedding das vom Reichsministerium für Luftfahrt organisierte zentrale Programm der Luftrüstung einbezogen. Ab Oktober 1936 wurde der gesamte Betrieb Stück für Stück nach Lemwerder in Oldenburg verlegt.

Adolf Rohrbach starb 1939. Für das Flugzeugwerk in der Sprengel- und Kiautschoustr. war die Ära Rohrbach jedoch bereits 1937 zu Ende gegangen. Das Werk, das 19334 noch 150, 1937 700 und 1936 immerhin noch 50 Mitarbeiter gezählt hatte, wurde liquidiert und ging in den Besitz der Luftfahrtkontor GmbH über. Die Firma Weserflug, die mit der Übernahme der Fabrik Rohrbach vor allem deren Schulden übernommen hatte, konnte und wollte diese nicht mehr finanzieren. Zunächst schien es, als würde Hermann Göring, der Reichsminister für Luftfahrt, persönlich die Entschuldung Rohrbachs und seiner Fabrik bestimmen. Nachdem aber deutlich wurde, dass es sich dabei um um erhebliche Beträge handelte, wurde der Betrieb aufgegeben. Bis alle Ansprüche abgewickelt waren, dauerte es einige Jahre, die Rohrbach Metallflugzeugbau GmbH wurde zum 31. Dezember 1941 aus dem Handelsregister gelöscht.

Die Flugzeugfabrik als Produktionsstandort für die Luftrüstung während des Zweiten Weltkrieges

Die Firma Luftfahrtkontor GmbH, der die Fabrik 1937 überschrieben wurde, stellte ein Instrument des Reichsministeriums für Luftfahrt dar, um Haushaltsmittel zu steuern, die in die Flugindustrie investiert werden sollten. Sie entwickelte sich zur Universalbank des „Dritten Reiches“ und hieß ab 1940 Bank der deutschen Luftfahrt AG. Bis Kriegsbeginn flossen über diese Gesellschaft erhebliche Mittel in die Luftrüstung, das Reichsministerium für Luftfahrt wurde zum größten Kreditgeber der Luftfahrtindustrie. Die Rückzahlung der Darlehen an das Reichsministerium und sonstige Transaktionen verwaltete die Firma Luftfahrtkontor GmbH. Für reichseigene Pachtwerke war die ebenfalls vom Reichsministerium für Luftfahrt gegründete Luftfahrtanlagen GmbH zuständig. Auch die Weserflug GmbH wurde aus Mitteln des Luftfahrtministeriums finanziert und da sie in den 1930er Jahren große Verluste schrieb, saniert. So ist zu erklären, wie das Werk „Rohrbach“ der Weserflugbau GmbH in Besitz der Luftfahrtkontor GmbH überging. 1940 wurde das Fabrikgelände der Luftfahrtanlagen GmbH übertragen.

Die Fertigungsgerätebau GmbH

Aus Akten des Bauamtes Mitte geht hervor, dass bereits im Jahre 1937 eine neue Firma ,die Fertigungsgerätebau GmbH, die Fabrikanlagen in der Sprengel- und Kiautschoustr. nutzte. Diese Firma war Eigentum der Luftfahrtkontor GmbH und führte Wehrmachtsaufträge aus. Im Dezember 1941 kaufte die Fertigungsgerätebau GmbH der Luftfahrtanlagen GmbH das gesamte Grundstück ab. Allerdings gab es eine Auflage:

„Eine Genehmigung zur weiteren Bebauung des Grundstückes wird versagt, da das Grundstück für den Bau des Nordbahnhofes benötigt wird.“

Das Mammut_Projekt Adolf Hitlers, Berlin zu „Germania“, der repräsentativen Hauptstadt eines nationalsozialistischen Greoßreiches auszubauen, betraf auch das Gelände der kleinen Flugzeugfabrik im Wedding. Nach den Plänen des Architekten Albert Speer sollte neben einer Ost-West-Achse, die vom „Adolf-Hitler-Platz“, dem heutigen Theodor-Heuss-Platz, bis jenseits des Brandenburger Tores reichen sollte, auch eine Nord-Süd-Achse die Stadt durchziehen. Als südlicher Abschluss war in Tempelhof ein „Südbahnhof“ geplant. Den Abschluss im Norden sollte der „Nordbahnhof“ bilden, der mit einem riesigen Vorplatz und seinen Gleisanlagen das gesamte Gebiet zwischen Fennstraße, Müllerstraße und Luxemburger bzw. Föhrer Straße einnehmen sollte.

Zum Zeitpunkt des Kaufes des Geländes durch die Fertigungsgerätebau GmbH war jedoch an der Kiautschoustraße bereits der Bau einer weiteren Lagerhalle geplant worden, die später als Fertigungshalle diente. Die Notwendigkeit für dieses Gebäude bestätigte das Reichsministerium für Luftfahrt, das die Anlage schon 1938 im Rahmen des „Aufbauprogrammes der Luftwaffe“ als „staatspolitisch wichtig“ bezeichnete.

Was genau bei der Fertigungsgerätebau GmbH produziert wurde, ist nicht mehr vollständig rekonstruierbar. Offiziell stellte die Gesellschaft Vorrichtungen, Werkzeuge, und Lehren her. Zeitzeugen dagegen berichten, dass in der feinmechanischen Werkstatt der Fabrik während des Krieges auch kupferne Dichtungsringe für die „V I“ hergestellt wurden. Die „V I“ war eine Rakete, die als „Wunderwaffe“ galt und und bei der Bombardierung englischer Städte eingesetzt wurde. Außerdem diente die Fabrik als Reparaturbetrieb für Flugzeugmotoren und stellte Tragflächen der „HE 111“ her, einem Flugzeug der Firma Heinkel, das im Zweiten Weltkrieg als Bomber zum Einsatz kam. Dass 1939 an der westlichen Giebelwand der alten Montagehalle eine Krananlage gebaut wurde, kann als Bestätigung dieser Aussagen gewertet werden, lässt eine solche Anlage doch auf die Fertigung größerer Bauteile schließen. Sicher ist, dass die Rüstungsproduktion in dieser Fabrik bereits vor Kriegsbeginn nach Kräften vorangetrieben wurde. Darauf weist nicht zuletzt eine Beschwerde hin, die die Verwalterin des Mietshauses in der Sprengelstr. 27 1937 vorbrachte. Demnach klagten ihre Mieter über nächtliche Lärmbelästigung durch Arbeiten auf dem Industriegelände. Ihren Angaben zufolge liefen nachts Motoren, deren Vibration des Mauerwerk beschädigte. Darüber hinaus gab sie an, im Hof der Fabrik sei ohne Zustimmung des Besitzers eine hohe Trennwand gezogen worden, die das übliche Maß erheblich überschritt. Die Beschwerde wurde von der Gewerbeaufsicht geprüft und abgewiesen.

Für die Kriegszeit ist genaueres über die Produktion in der Fertigungsgerätebau GmbH überliefert. Die Informationen beruhen auf Aussagen des ehemaligen Zwangsarbeiters Vladimir P., der von November 1942 bis Kriegsende in der Fabrik als Konstrukteur eingesetzt wurde. Herr P. Kam aus dem nationalsozialistischen „Protektorat Böhmen und Mähren“, d.h. der besetzten Tschechslowakei und wurde zur Arbeit für die deutsche Rüstungsproduktion zwangsverpflichtet.

Produktion und Zwangsarbeit bei der Fertigungsgerätebau GmbH
während des Krieges

Der Grund für die Zwangsrekrutierung von Arbeitskräften während des „Dritten Reiches“ bestand in einem Arbeitskräftemangel, der seit Kriegsbeginn herrschte. (nicht nur, denn Zwangsarbeiter*innen galten als Kriegsgefangene und und waren für die Produktion wesentlich preisgünstiger als „arische“ Arbeiter.; Anmerkung A.) Die Zwangsarbeit trug dazu bei, die Industrie- und Rüstungsproduktion aufrecht zu erhalten und stellte einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Herrschaft des nationalsozialistischen Systems dar. Zwangsarbeit wurde, wie im Fall des Herrn P. Über die Arbeitsämter organisiert. Es gab jedoch auch auch radikalere Maßnahmen zur Rekrutierung von Zwangsarbeitern, die Verhaftungen gleichkamen. Dies war insbesondere in osteuropäischen Ländern der Fall. Und schließlich stellte auch der Einsatz von Häftlingen aus Konzentrationslagern in der deutsche Industrie Zwangsarbeit dar. Daraus ergaben sich große Unterschiede in der Art der Beschäftigung, der Behandlung un dem Maß an Freizügigkeit über das Zwangsarbeiter im „Dritten Reich“ verfügten. Viele von ihnen trugen bleibende Schäden davon oder starben sogar an den Folgen der Arbeit. Jenseits dieser Unterschiede galt jedoch für alle Zwangsarbeiter, daß sie gegenüber ihren deutschen Kollegen bedeutend schlechter gestellt waren. Sie verdienten weniger, teilweise erhielten sie keinen Lohn, und mussten in Sammelunterkünften oder Barackenlagern leben.
Die Arbeitsverpflichtung von Vladimir P., der in einem Briefwechsel mit dem Berliner Historiker Thomas Irmer 2002 über seine Erlebnisse bei der Fertigungsgerätebau GmbH berichet,, wurde vom Berliner Arbeitsamt organisiert. Im November 1942 wurde er in einem Sonderzug aus dem Heutigen Tschechien erst in das Durchgangslager Wilhelmshagen transportiert und drei Tage später nach Berlin gebracht, wo er in ein Wohnlager in der Wackenbergstraße 75 in Niederschönhausen einquartiert wurde. In diesem Wohnlager lebten nur Zwangsarbeiter, die bei der Fertigungsgerätebau GmbH beschäftigt waren. Herr P. Berichtet, dass dort insgesamt etwa 65 Tschechen, davon 25 Frauen, außerdem 30 Franzosen und 35 Holländer lebten. Für ihren Weg zur Arbeit legten sie erst einen Fußmarsch von einem Kilometer zur nächsten Bahnstation zurück, um dann mit der S-Bahn zur Fabrik zu fahren. Sie arbeiteten an an 6 Tagen die Woche, jeweils 10 Stunden. Wie Herr P. Angibt, mussten die Zwangsarbeiter in der Fertigungsgerätebau GmbH länger arbeiten als deutsche Arbeiter und Angestellte und erhielten nur ein Drittel des Lohnes. Er selbst arbeitete im Konstruktionsbüro und fertigte technische Zeichnungen für Flugzeugbauteile an. Seinem Bericht nach wurden dort möglicherweise auch Zeichnungen für die erwähnte „V I“ hergestellt. Außer ihm arbeiteten noch zweich Tschechen und drei Franzosen im Konstruktionsbüro. Andere Zwangsarbeiter waren in der Produktion tätig. Da er gut deutsch und französisch sprach, wurde Herr P. zusätzlich als Dolmetscher eingesetzt. In seinem Brief schildert er das Verhältnis zwischen der deutschen Belegschaft und den Zwangsarbeitern in der Fertigungsgerätebau GmbH.

„Unser Verhältnis zu den deutschen Mitarbeitern war unterschiedlich. Abgesehen von den Nazis verhielt sich die Mehrzahl der Deutschen sehr korrekt. Diese Menschen verstanden vollauf, dass unsere Anwesenheit in Berlin keineswegs eine freiwillige Angelegenheit darstellte. Viele hatten auch anscheinend Angst vor einer engeren Verbindung mit uns, schließlich waren wir doch Ausländer. Wir auf der anderen Seite widmeten unsere Anstrengungen der zugeteilten Arbeit und so verlief unser Zusammenleben am Arbeitsplatz fast reibungslos. Es gab aber auch eine gewisse Anzahl deutscher Männer mit denen wir gut auskamen, die uns vor Mitgliedern der NSDAP und vor jenen, die besondere Vorsicht erforderten, warnten.“

Sonntags hatte Herr P. frei. Er berichtet, dass er sich an diesen Tagen Berlin und die Umgebung ansah oder Bekannte in anderen Lagern besuchte.
(…)

Bombenschäden und Verlegung der Fertigungsgerätebau GmbH ins Riesengebirge

Als Zwangsarbeiter bei der Fertigungsgerätebau GmbH erlebte Vladimir P. Zwischen 1942 und 1944 etwa 270 Fliegerangriffe, bei denen er zweimal seinen gesamten Besitz verlor. Doch nicht nur das Wohnlager, auch das Werk in der Sprengel- und Kiautschoustraße wurde getroffen. Im November 1944 wurde das Konstruktionsbüro und die Fabrik der Fertigungsgerätebau GmbH „total ausgebombt“, wie Herr P. Berichet. Danach, im Dezember 1944, wurde das Werk nach Malá Brovnièka ins Riesengebirge verlegt. Die Hälfte der Zwangsarbeiter, die in Berlin beschäftigt gewesen waren, wurden mitgenommen. Dort, so berichtet Herr P., sei er bis Kriegsende als Dreher tätig gewesen und habe in 12 Stunden-Schichten gearbeitet. (…)

Ich danke Frau Hahn für ihre Forschungsarbeit

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Über alikase99

I'm struggling for a good future for y-our (your/our) children. Ich bemühe mich um eine gute Zukunft für unsere Kinder. We all are sisters and brothers, children and parents. Wir sind alle Schwestern und Brüder, Kinder und Eltern.
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