Dem Rassismus entgegentreten !

IMG_2271Zunächst einmal zur jüngeren Geschiche des „wiedervereinigten Deutschlands“, das bereits kurz nach der Übernahme der DDR bereits wieder nationalchauvinistische Politik in Bezug auf Jugoslawien betrieb:

Warum das Erinnern so wichtig ist

(…) An die Fehler und die Niederlage der autonomen Antifa- und Antirabewegung der frühen 1990er Jahre zu erinnern, ist vor allem angesichts der aktuellen rassistischen Mobilisierungen dringend notwendig. Denn die zentrale Lehre aus Hoyerswerda und Rostock ist, dass öffentliche Appelle für ein Eingreifen von Polizei und anderen Exekutivorganen zugunsten von bedrohten Flüchtlingen immer dann völlig wirkungslos bleiben, wenn Pogrome oder pogromartige Situationen gerade ins politische Konzept passen. Das bedeutet aber auch, gemeinsam mit verlässlichen Bündnispartner_innen darauf vorbereitet zu sein, im entscheidenden Moment das Richtige zu tun und nicht darauf zu hoffen, dass es andere tun werden oder dass »die Öffentlichkeit« schon rechtzeitig aufschreien wird. Wer die Situation in Wolgast und anderen Orten in diesen Tagen erlebt hat, weiß, dass praktische antifaschistische und antirassistische Solidarität notwendiger denn je ist. (…)

Eben deshalb empfehle ich diesen Artikel aus der ZAG 62, dem der zitierte Abschnitt entnommen wurde.

Rassismus ist insbesondere in Deutschland ein tief sitzendes Strukturelement zur Formung einer homogenen Staatshörigenmasse  (Schaffung von Untertanen) und verbreitete sich ideologisch bereits in den Anfängen der deutschen Nation mit Arndt, Fichte und dem Wehrsportler F.L.  Jahn. Rassismus heute dient der Klassenspaltung und verhindert die Solidarisierung all jener, die von Staat und Nation sowie der herrschenden Klasse nicht nur nichts Gutes zu erwarten haben, sondern von diesem System entmenschlicht und ausgebeutet werden. Insbesondere in Krisenzeiten wird das emanzipatorische Bewusstsein regressiv und in die Balgerei um miese Jobs oder die „Futtertröge“ hinein geworfen. Der dem Kapitalismus innewohnende Argwohn vor Konkurrenz (wovor auch die Verkäufer*innen der Ware Arbeitskraft – die Proletarier-nicht gefeit sind),  die die eigenen Reproduktionsbedingungen erschwert, transformiert sich durch rassistische Propaganda in eine  „Angst vor den Fremden“ und beschwört damit eine Situation des „Clash Of Cultures“ im Inland herauf. Dies verschärft sich aufgrund des ökonomischen Niedergangs vieler Länder Europas, in denen die Kapitalakkumulation rückläufig ist und in denen überall ein Erstarken populistischer, rechter und nationalchauvinistischer Parteien zu beobachten ist, wie schon seit langer Zeit in Ungarn oder in Griechenland.

Inmitten dieses Niedergangs des Kapitaliismus haben sich aber auch starke – kapitalismuskritische – Gegenbewegungen entwickelt; Von Tunesien aus ging der Funken der Revolte über auf Ägypten, dann auf Spanien und erreichte als „Occupy-Bewegung“ die USA und innerhalb Europas hat sich seit dem letzten Jahr eine Bewegung von Geflüchteten entwickelt, die auf die kastrophalen und entrechteten Lebensbedingungen von Einwander*innen und Noncitizens hinweist und diese angreift. Die Geflüchteten leisten beharrlich seit mehr als einem Jahr zivilen Ungehorsam und greifen damit gleichzeitig den rassistischen Normalzustand an bzw. machen ihn zum Thema. Sie durchbrechen die Isolation der Lager und weisen – wie es die „Lampedusa people“ tun – auf den brutalen Neokolonialismus hin und versuchen Deportationen zu verhindern. Sie machen aus der bürokratischen Demokratura Deutschlands eine lebendige Protestdemokratie. Dies durch zahlreiche Petitionen sowie innerhalb von Protestmärschen und Demonstrationen und eines Flüchtlingstribunals gegen die Bundesrepublik Deutschland.

Der Rassismus hat viele Ausformungen. Besonders grausam ist er, wenn er Kindern keine Entfaltungsmöglichkeiten gibt, wie dies in der ZAST von Eisenhüttenstadt sowie im Marie-Schlei-Haus in Berlin der Fall ist. Deshalb ist es sehr zu begrüßen, dass ein Bündnis von engagierten Menschen sich insbesondere den Kindern widmet und diesen Samstag zu einem Protest-Spiel&Bade-Tag aufgerufen hat.

In Berlin findet darüber hinaus vom 16. bis 18. August ein „Festival gegen Rassismus“ statt.

Außerdem organisieren sich in Hamburg Geflüchtete aus Libyen, die auch lange dazu gezwungen waren, in Lampedusa zu leben und dann dazu aufgefordert wurden, Italien zu verlassen und in andere europäische Staaten zu emigrieren.

Das, was sich „refugee-strike“ nennt und eine Menschenrechtsbewegung ist, kann nur dann erfolgreich sein, wenn der Funke des zivilen Ungehorsams und des Streiks auf andere Sektoren der Gesellschaft überspringt. Die Erwerbslosen, die in der Tretmühle der HartzIV-Billiglohn-Fabrik stecken haben ebenfalls sehr entrechtete Lebensbedingungen. Auch sie dürfen ohne Abmeldung die Ortschaft, innerhalb der sie als arbeitsuchend gelten und AlG2-Leistungen erhalten, nicht verlassen. Immer wieder kommt es vor, dass auch ihnen statt Bargeld Lebensmittelgutscheine in die Hand gedrückt werden. Hätten sie nicht allen Grund dazu, ebenfalls dagegen aufzubehren? Und was ist mit all den Arbeiter*innen die für Hungerlöhne und hohe Mieten schuften müssen und denen sogar verboten wurde, über ihre Arbeitsbedingungen zu sprechen? Was ist mit den Frauen, die durch das Patriarachat immer noch und wieder zunehmend versklavt sind?

Es ist Zeit, dass der Funke überspringt! Für eine breite Solidarität aller, die unter dem kapitalistischen und rassisstischen Normalzustand leiden! Immer mehr Menschen weltweit haben keine andere Wahl, sondern können nur überleben, indem sie entschieden dagegen vorgehen !

Hier noch weitere Links zu den gegenwärtig aktiven Gruppen bzw. Netzwerken:

http://asylstrikeberlin.wordpress.com/

http://refugeetentaction.net/index.php?lang=de

http://thecaravan.org/

http://thevoiceforum.org/

Übersicht über aktuelle Aktionen in Deutschland:

https://www.taz.de/fileadmin/static/images/taz_130807_protestcamp_01.jpg

Advertisements

Über alikase99

I'm struggling for a good future for y-our (your/our) children. Ich bemühe mich um eine gute Zukunft für unsere Kinder. We all are sisters and brothers, children and parents. Wir sind alle Schwestern und Brüder, Kinder und Eltern.
Dieser Beitrag wurde unter Flüchtlingsproteste, Gesellschaft abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Dem Rassismus entgegentreten !

  1. Pingback: Dem Rassismus entgegentreten! | Alex11.org

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s