Extremistische SchwaDrohnie

Wenn ein polizeibekannter Neonazi und ein mit Hakenkreuzen und SS-Runen tätowierter Schläger einen Deutschtürken angreifen und zusammenschlagen, dann ist das *kein* rechtsextremer Übergriff! Sagt die bayerische Polizei. Und die muß es ja wissen, denn man hoffte bis zu dem Tag als bekannt wurde, dass Döner gar nicht morden können, dass diejenigen, die quasi am Drücker des staatlichen Gewaltmonopoles stehen, Ihr Hirn zu nutzen verstehen. Doch dann gab es PPP im Sicherheitsapparat. Dies jedoch nicht als „Public Private Partnership“ des Gewaltmonopolies, sondern als „Pleiten, Pech und Pannen“. Der Sicherheitsapparat war im Dauerstresstest und es wurde nicht nur geschreddert, sondern es gab einen Abwrack-Dienst im Inneren: Das Personal wurde umgerüstet und es mussten sogar ein paar Manner und eine Frau in den Chefetagen „gegangen werden“. Damit alles so bleibt wie es war. Auch die NSU-Untersuchungsausschüsse dienten diesem Vorhaben. Vermieden wurde peinlichst, dem parlamentarischen Kontrollgremium der Geheimdienste auf die Finger zu klopfen. Denn: Was wäre darin nicht ggf. noch alles an Schredderei entdeckt worden? Eines ist klar und hat Tradition: Der Hauptfeind steht links. Für die bürgerlichen Demokraten, denn bürgerliche Demokratie und Nationalsozialismus stehen sich in Deutschland sehr nahe. Immerhin wurde die NSDAP demokratisch gewählt und die heutige Nachfolgepartei der NSDAP, die NPD nicht verboten und die Kameradschaften über V-Leute  mit Steuergeldern gesponsert. „Quer“ vom BR hat sich dem Phänomen der Verharmlosung rechten Terrors auch gewidmet, satirisch.
Unabhängige Zahlen über Rechtsextreme bei der Polizei sind leider kaum zu finden. Jedoch gab es in der Bundeswehr (auch so eine Truppe) im letzten Jahr offiziell 400 „Extremisten„, meldet aktuell der Militärische Abschirmdienst (MAD). Mehr als 300 davon seien Rechtsextreme gewesen; ca. 50 waren Islamisten (betont wird der Anstieg der Islamisten um 25 Prozent — also 10 Personen — gegenüber dem Vorjahr). Besonders überraschend kommt für uns alle sicher die geheimdienstliche Erkenntnis, daß die Bundeswehr für Rechtsextreme besonders attraktiv ist, „weil dort eine bestimmte Struktur herrscht“, wie es der MAD-Chef vage umschreibt. (Und ja, Strukturfragen zu stellen, wäre beim Thema Rechtsextremismus tatsächlich mal ein weiterführender Ansatz, nicht nur beim Militär, sondern z.B. auch bei Polizei und Überwachungsbehörden!) Außerdem sei der Umgang mit Waffen „für einige [rechtsextreme Soldaten] sehr interessant“.
Apropos Umgang mit Waffen: Am Samstag, den 13.7.  wurde in Dortmund ein Mahnmal für die Opfer der NSU-Morde eingeweiht. Ähnliche Gedenkstätten sind in anderen betroffenen Städten vorhanden bzw. geplant.

Bundespräsident Freiheit nahm sich die Freiheit, durch Abwesenheit aufzufallen. Nicht zum ersten Mal. Ihm wurde ja bereits wiederholt seitens der NSU-Nebenkläger (Opferfamilien) vorgeworfen, in Sachen Neonaziterror zu wenig Interesse und Positionierung zu zeigen. Dafür hat er ganz bestimmt seine präsidialen Gründe, bitte weitergehen….blabla…es ist kompliziert…. und es hat wenig mit Freiheit zu tun, sondern mit Bereitschaft: Mit der Bereitschaft, die dann zur Pflicht wird, für Deutschland wieder in den Tod zu gehen!

Am Samstag den 13. Juli war der Präsident allerdings wirklich verhindert, da er im Baltikum mit dem Erschließen neuer Märkte für die vaterländische Industrie extremistisch voll ausgelastet war. Das „Modell Deutschland“ verkauft sich dort nämlich noch prächtig, inkl. der (infolge Hartz4-Statistik und Arbeitsdienst) „geringen“ Arbeitslosigkeit. Die haben dort nämlich noch nicht durchschaut, daß dieses Modell ein Unikat ist, ein Ponzi-Schema expansiver deutscher Exportwirtschaft auf Kosten der finanztechnisch ins Euro-Korsett gepreßten Peripherie, welche als Absatzmarkt herhalten muß und dabei unausweichlich in eine Spirale von Überschuldung und Deindustrialisierung gerät. In dem Modell kann es definitionsgemäß nur ein „Deutschland“ geben. Nomen est omen. Trotzdem glaubt man im Baltikum offenbar (oder wird davon „überzeugt“), daß man es mit dem Euro-Beitritt schon besser machen wird als gewisse andere Länder der EU-Peripherie, die kürzlich am deutschen Wesen genesen sind.
„Deutschland war und ist für uns ein Beispiel“, pauschalisiert historisch etwas unglücklich Litauens Staatspräsidentin (und ehem. EU-Finanzkommissarin) Grybauskaite.

Aber keine Sorge, der Präsident der Deutschen nahm auch wieder in der Heimat öffentliche Auftritte wahr: Am 20. Juli war Gelöbnis in Berlin, bei der Bundeswehr! Unter den 500 Rekruten — das ist ein Anstieg von 25% im Vergleich zum Vorjahr — hat sich dann statistisch mindestens ein Extremist befunden.

Begriffsanalyse „Extremismus“: Das bewaffnete Heer wurde immer schon für Extremsituationen – und immer noch borniert – herangezüchtigt, da bewaffnete Konflikte, in denen es nun einmal um Leben ODER Tod geht, tat-sächliche Extremsituation sind. Dafür werden sie trainiert und befehligt. Niemand empfielt ihnen „Helm ab zum Denken“. Deshalb ist die Bundeswehr eine Extremistenorganisation par excellence: Total, totalitär bzw. 100%ig.

Vor einigen Jahren gab es einen langanhaltenden juristischen Streit darüber, ob Kurt Tucholskys Aussage, die sich bekanntlich auf den 1. Weltkrieg bezog „Soldaten sind Mörder“ gesagt werden darf oder nicht (nachzulesen hier).  Da sich dieser Spruch nur auf den 1. Weltkrieg bezog, muss – unter Einbeziehung des 2. Weltkrieges und der Steigerung des Massenvernichtungspotentials durch Waffenforschung und -produktion- nun gefragt werden, ob man nicht „Soldaten sind Massenmörder“ sagen muss. „Kollateralschadenarmee“ darf man die Söldner nicht nennen, denn „Kollateralschaden“ wurde 1999 zum „Unwort des Jahres“ deklariert. „Hirnlose Idiotenschwadron“ könnte ggf. alternativ genutzt werden. Und der Herr Oberschwadroneur mit Drohnenbehinderung war am 20. Juli auch zugegen. Im übrigen kann er auch sehr verschwiegen sein.

Die erste Drohne vom Typ Euro Hawk war ein „Demonstrator“, wobei wir im Feld der Extremisforschung bleiben.  Denn: Dieser Demonstrator hatte das potentielle Recht, sich unter „freiem Himmel“ zu versammeln, ohne seine Meinung kund tun zu wollen und dürfte deshalb versammlungsrechtlich nicht zugelassen werden.

Kommen wir nun zu den Extremitäten: Wenn wir statt der Begriffe „Schwadron“ und „Kameradschaft“ das harmlos klingende Wort „Mitgliedschaft“ benutzen, bleiben wir trotzdem im zutiefst patriarchalen Kontext. Als dudendeutsche Landsmännin, der gelehrt wurde, statt „Penis“ „Glied“ zu benutzen, weiss man(n) das. Wundern Sie sich noch darüber, dass es in heutigen bewaffneten SchwaDrohnen nicht nur zum Massenmord, sondern auch zu Massenvergewaltigungen von Frauen kommt? Dies beschreiben viele Frauen, die Opfer dieser patriarchalen Gewalt wurden. Auch die Intellektuelle Menschenrechtler*in Angela Davis hatte dies in ihrem Buch: „Sexismus und Rassismus“ (1981) am Beispiel des Vietnam-Krieges ausführlich dargestellt. Mittelerweile gibt es Internet und youtube, wodurch wir zu Zeitzeug*innen der Kriegsverbrechen von besoldeten Extremisten und abgerissenen Extremitäten durch Militäreinsätze werden.

Die Untersuchungsausschußsitzungen bezüglich des hoch besoldeten SchwaDrohnie-Skandals sind übrigens öffentlich:

http://www.bundestag.de/bundestag/ausschuesse17/a12/a12_ua_eurohawk/index.html

Jede Erzieherin, Krankenschwester, Sozialarbeiterin, Altenpflegerin leistet mehr als der Herr Oberschwadroneur mit Drohnenbehinderung. Ich fordere deshalb für meine hart arbeitenden Kolleg*innen/Schwestern das doppelte an Gehalt/Lohn, was ER bezieht. Ich bin nämlich mit „besser arm dran als Arm ab“ nicht zuFrieden.

Und als Landsmännin bzw. -knechtin der deutschen Wehrbürokratie unter der Diktatur von EADS bin ich entschieden gegen die (..) „FEMALE-Drohne – für insgesamt 1,258 Milliarden Euro – „die kostengünstigste der betrachteten Alternativen“ (…), auch wenn sie den SchwaDrohneuren erst 2023 zur Verfügung stehen soll.

Es wird Zeit, dass ein neuer radikaler Feminismus gegen Lebensbornierung, patriarchale Militarisation und totalitären deutschen Extremismus entsteht. Dies im Interesse unserer Töchter und für eine lebensbejahende, liebevolle Zukunft.

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Über alikase99

I'm struggling for a good future for y-our (your/our) children. Ich bemühe mich um eine gute Zukunft für unsere Kinder. We all are sisters and brothers, children and parents. Wir sind alle Schwestern und Brüder, Kinder und Eltern.
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3 Antworten zu Extremistische SchwaDrohnie

  1. Felix Rouge schreibt:

    bise de la rive gauche …
    … plus handkuss von Beau (Drill Art`s Studio)

    mais où sont les neiges d`antan?
    jadis ? où naguère ?
    fourmi où cigale?
    la racaille vainquera comme
    le temps des cerises signale

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